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AKG: Erste Abiturprüfung mit Chinesisch

Eine seltene zweite Fremdsprache - Mit einem Stipendium nach Shenzhen - 30.07.2014 08:21 Uhr

Fachlehrerin Qing Wang-Werner und Schulleiterin Dr. Angelika Fuchs (rechts) gratulierten den Pionieren des ersten Chinesischabiturs in Franken (von links): Jana Hromadka, Anna Spachmüller, Florian Hubert, Sonja Schmalz, Marie Lehmeyer, Julia Krüger und David Büttner. Auf dem Bild fehlt Annika Wurm. Iris Lutz (links) vom Konfuzius-Institut überreichte als Anerkennung Büchergutscheine.

29.07.2014 © Ulrich


Zumindest eine künftige Studentin wird ihre Chinesisch-Kenntnisse sogar noch vertiefen: Anna Spachmüller aus Schwabach wird ab September als Stipendiatin für ein dreiviertel Jahr nach Shenzhen gehen.

Chinesisch-Pioniere

Seit mittlerweile drei Jahren gibt es am Adam-Kraft-Gymnasium die Möglichkeit, die Fremdsprache Chinesisch ab der 10. Jahrgangsstufe zu erlernen. Acht Abiturientinnen und Abiturienten haben nun erstmals die mündliche Abiturprüfung mit großem Erfolg abgelegt.

Iris Lutz, Programmleiterin im Konfuzius-Institut Erlangen-Nürnberg, verlieh den Absolventen Büchergutscheine als Anerkennung ihrer sehr guten Leistungen.

Eines von nur acht Gymnasien

Das AKG gehört zu den nur acht von rund 400 Gymnasien in Bayern, die Chinesisch nicht nur als Wahlfach, sondern als reguläres Fach anbieten, in dem man auch Abi machen kann. „Das AKG hat damit also fast ein Alleinstellungsmerkmal“, erklärt ein Sprecher des Bayerischen Kultusministeriums.

Sogar nur zwei der acht sind in Nordbayern: das Gymnasium in Altdorf und das AKG. Möglich gemacht hat das die aus China stammende Fachlehrerin Quing Wang-Werner. Sie hat die Schüler zum Abitur geführt.

„Ich liebe meine Schüler“

„Ich bin ganz begeistert“, sagt sie im Gespräch mit dem Tagblatt hörbar überzeugend. „Ich liebe meine Schüler.“ Quing Wang-Werner ist 1987 nach Deutschland gekommen, hat in Dortmund Diplom-Pädagogik studiert und an der Uni Dortmund Chinesisch unterrichtet. „Vor zwölf Jahren sind wir wegen eines beruflichen Wechsels meines Mannes nach Schwabach gekommen“, erzählt sie.

Heute ist die Lehrbeauftragte an der Nürnberger „WiSo“ und — nach einer weiteren Ausbildung des Bayerischen Kultusministeriums — Fachlehrerin am AKG. 2008 hat sie begonnen, Chinesisch als Wahlfach anzubieten. Zunächst am Gymnasium Roth, später auch an beiden Schwabacher Gymnasien.

Am AKG ist daraus regulärer Unterricht als zweite Fremdsprache entstanden. „Unsere Direktorin Dr. Fuchs war sofort dafür“, freut sich Wang-Werner über den Rückhalt in der Schulleitung. Das AKG pflegt bereits seit einiger Zeit einen Schüleraustausch mit einer Schule in Ningbo.

„Es geht ja nicht nur darum, die Sprache zu lernen. Im Chinesisch-Unterricht wird auch Verständnis für die Kultur und Denkweise in China vermittelt“, erläutert Quing Wang-Werner.

„Jedes Wort dreimal lernen“

Noch viel mehr über China erfahren möchte Anna Spachmüller, eine der besten Chinesisch-Schülerinnen. Sie wird dank eines Stipendiums der Stadt Shenzhen die Möglichkeit wahrnehmen, an der dortigen Universität für ein Jahr zu studieren. Sie und eine Freundin überlegen zudem, sich an einer deutschen Uni für das Fach Sinologie einzuschreiben.

Erste China-Eindrücke hat sie bereits 2012 bei der zweiwöchigen Gruppenreise für Schüler gesammelt. Jetzt folgen neun Monate. Noch ist vieles offen. Auch die Unterbringung. Es gibt also noch einiges zu klären. „Etwas nervös bin ich schon“, gibt sie zu. „Aber ich freue mich total.“

Gespannt ist sie auch darauf, wie gut sie mit ihrem bisher gelernten Chinesisch klarkommt. Im Chinesischen gibt es einige Tausend Schriftzeichen.

„Wir haben 300 für Alltagssituationen gelernt“, berichtet Anna Spachmüller. Neben den Schriftzeichen muss man auch die Umschrift mit den Zeichen für die Betonung beherrschen. „Die Bedeutung, das Schriftzeiche, die Umschrift: Man muss jedes Wort dreimal lernen“, erklärt sie. „Und dann sind ja die vielen Dialekte sehr unterschiedlich.“

Doch Quing Wang-Werner macht ihr Mut: „Natürlich ist das nicht einfach, aber Anna hat das schon immer sehr gut gemacht.“

GÜNTHER WILHELM

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