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Altes DG: Investor plant Umgestaltung zu Wohnungen

Stadt Schwabach verhandelt über den Verkauf des ehemaligen Schulgebäudes — Suche nach Lösungen für die derzeitigen Nutzer - 05.02.2012 07:00 Uhr

Ein Bauwerk mit langer Geschichte: Das frühere Deutsche Gymnasium an der Wittelsbacherstraße. Ein Investor möchte das Gebäude von der Stadt Schwabach erwerben, um hier Wohnraum zu schaffen. Mitte des Jahres soll der Kaufvertrag geschlossen werden können. © Michaela Janßen


Wie Oberbürgermeister Matthias Thürauf und Stadtbaurat Volker Arnold im Gespräch mit der Lokalredaktion informierten, verhandle die Stadt mit einem „renommierten Investor“, der „verbindliches Interesse“ zeige, das Gebäude zu erwerben, komplett zu sanieren und in ihm gut 50 Wohungen entstehen zu lassen. Mitte des Jahres könnte der Kaufvertrag dann abschließend ins Visier genommen werden, verdeutlichte Thürauf die zeitliche Perspektive.

Gespräche zwischen dem bayerischen Landesamt für Denkmalpflege und dem potenziellen Investor habe es ebenfalls bereits gegeben, und laut Thürauf habe sich dabei das anvisierte Großprojekt als machbar erwiesen. Auch auf politischer Ebene, also bei den im Stadtrat vertretenen Parteien, fänden die Argumente der Verwaltung hinsichtlich eines Verkaufs des Gebäudes offene Ohren, verdeutlichte Thürauf, zumal auch Einigkeit darüber herrsche, dass die Stadt Schwabach die dringend erforderliche Sanierung des Bauwerks in den nächsten Jahren ohnehin nicht komplett leisten könne. Und überdies könne durch die angepeilte Umgestaltung auch ein prägendes Altstadtquartier mit neuem Leben erfüllt werden.

Projektgruppe ist gefordert

Noch viel zu tun hat bis zur Jahresmitte eine bei der Stadtverwaltung ins Leben gerufene Projektgruppe, denn bis der Kaufvertrag unterzeichnet werden kann, hat auch die Stadt Schwabach etliche knifflige „Hausaufgaben“ zu erledigen. Ganz oben steht dabei aus Sicht der Verwaltung die Suche nach neuen Räumlichkeiten für das Adam-Kraft-Gymnasium (die Schule belegt derzeit 14 Klassenzimmer in dem ehemaligen DG) und für die städtische Musikschule, ebenfalls ein „Hauptnutzer“ in dem Bauwerk. Auch zusammen mit allen anderen derzeitigen Mietern in dem Gebäude – von der Schwabacher Blasmusik bis zu den Gruppen der Anonymen Alkoholiker – wolle die Stadt passende Lösungen finden, versichert Thürauf.

Wie das Stadtoberhaupt weiter sagte, habe man mittlerweile bereits alle derzeitigen Nutzer von Räumen in dem ehemaligen Schulgebäude über die Absichten der Stadt Schwabach informiert. Und die Gespräche seien „eher hoffungsweckend“ verlaufen, so das Stadtoberhaupt, wobei Thürauf auch unumwunden einräumt, dass die künftige Unterbringung von Klassen des Adam-Kraft-Gymnasiums die „schwierigste Sache“ sei. Und zwingend eine Lösung finden müsse die Stadtverwaltung ebenso für die Musikschule. Erst dann könne ein Kaufvertrag mit entsprechenden zeitlichen Perspektiven mit dem Investor unterschrieben werden.

Ein wichtiger Mieter in dem ehemaligen Deutschen Gymnasium ist auch die Arbeiterwohlfahrt (Awo). Sie nutzt dort einen großen Saal für eigene Veranstaltungen, vermietet diesen auch an andere Nutzer. Oberbürgermeister Thürauf wies in diesem Zusammenhang darauf hin, dass es mit der Awo ein „sehr gutes Gespräch“ gegeben habe, wobei auch Überlegungen dahingehend angestellt worden seien, einen neuen Saal an völlig anderer Stelle in Eigenregie zu schaffen.

Eine neue „Unterkunft“ gelte es auch für die Schwabacher Marionettenbühne zu finden, ein aus Sicht des Oberbürgermeisters großer Faktor für Schwabach. Dabei setzt man auch ein wenig auf den „Ideenreichtum“ der Schwabacher. Wer geeignete Räume weiß, die die Marionettenbühne künftig als Domizil nutzen könnte, sollte mit Bühnenchef Armin Vogel Kontakt aufnehmen.

Das Gebäude, das von den Schwabachern gerne als „Altes DG“ bezeichnet wird, stammt aus dem 18. Jahrhundert. Verhandelt wird mit dem Investor über die Gebäude um den Innenhof, insgesamt rund 5000 Quadratmeter Grundfläche. Den Seminargarten möchte die Stadt in ihrem Besitz behalten. Gelöst ist übrigens auch bereits die Frage der Stellplätze. Denn Absicht des potenziellen Investors ist es, unter dem Innenhof des Alten DG eine Tiefgarage zu erstellen. Dann kann der jetzt asphaltierte Bereich zur Grünfläche umgestaltet werden.

jk

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