"Balkan Diaries": Ein Schwabacher auf Fotoreise

4.9.2013, 11:18 Uhr
Mit seiner Leica macht sich Thomas Bönig am Donnerstag von Schwabach aus auf, um in Bosnien und Herzegowina viele interessante Menschen zu treffen und um neue Reiseziele und zu entdecken.

Mit seiner Leica macht sich Thomas Bönig am Donnerstag von Schwabach aus auf, um in Bosnien und Herzegowina viele interessante Menschen zu treffen und um neue Reiseziele und zu entdecken. © Arno Heider

Ab dem 5. September begibt sich der 30-Jährige auf eine Reise, die per Facebook im Netz unter www.facebook.com/thomas.does.project zu verfolgen sein wird. Er trifft dabei in Kulen Vakuf (Stadt Bihac) auch auf den Schwabacher Arno Heider, Redakteur der Nürnberger Nachrichten, der seit 1995 humanitär auf dem Balkan unterwegs ist, unter anderem in Sachen Kinderheim „Centar Duga“ des Vereins Schutzengel gesucht“.

Während Kroatien mittlerweile wieder zu einem beliebten Urlaubsziel der Deutschen geworden ist, fristet Bosnien ein aus touristischer Sicht kümmerliches Dasein. Dies in ein neues Licht zu rücken, ist die Idee des Schwabachers, der als freier Fotograf unter anderem für renommierte Agenturen und international tätige Konzerne arbeitet.

2011 bereiste er für „The Leica camera bloc“ Marokko. Eine beachtliche und bemerkenswerte Empfehlung. Ein halbes Jahr später startete er in New York sein „Thomas does Projekt“ - www.thomasdoes.com -, das nun mit den „Balkan Diaries“ (Balkan-Tagebucheinträgen) als zweiten Plot (im Netz dargestellten Ereignisverlauf) zu erleben sein wird.

Deutsche Untertitel

„Leica gibt vor, dass die Texte in Englisch geschrieben werden, doch wir sind bemüht, unsere Fotos und Videos mit deutschen Untertiteln zu unterlegen“, verspricht der Schwabacher. In Bihac, beim Besuch des Kinderheimes „Centar Duga“ des Vereins „Schutzengel gesucht“, in Sarajevo, Srebrenica (dem Ort des größten Kriegsverbrechens in Europa nach dem 2. Weltkrieg), in Banja Luka, Tuzla und Mostar will sich Bönig mit seinen Begleitern Martin Peichert und Axel Rabenstein auf Spurensuche nach Menschen und ihren Geschichten, nach besonderen Orten und alltäglicher Normalität machen.

Sie wollen den Balkan in Bildern, Videos und Worten festhalten. Und die eigene Fan-Gemeinde, neben der Darstellung der Schönheiten des Landes, auch auf Orte aufmerksam machen, die Ziel einer Reise nach Bosnien sein könnten. Die Friedhöfe in Sarajevo und Srebnenica gehören deshalb dazu, meint der 30-Jährige, der von dem Krieg auf dem Balkan als Kind noch nicht viel mitbekommen hat.

Bei seiner New-York-Reise registrierte Thomas Bönig in Zusammenarbeit mit Leica eine Reichweite von über 100.000 Facebook-Nutzern, die sich für die Reise interessiert haben. „Da müsste doch auch bei dieser Reise was rüberkommen“, ist Bönig überzeugt.

Namen bürgen für Qualität

Die Namen der Beteiligten an der Reise bürgen für Qualität: Denn Axel Rabenstein war nach seiner Ausbildung an der Journalistenakademie Axel Springer in Hamburg mehrere Jahre als Korrespondent für Sicherheitspolitik in Berlin tätig und berichtete aus Krisengebieten, wie dem Kosovo oder Afghanistan. Seit 2010 ist er freier Journalist und Textdesigner. Im März 2011 veröffentlichte er seinen ersten Roman: www.zauberwort.net

Martin Peichert, wohnhaft in Fürth, Jahrgang 1983, ist gelernter Fotograf und Diplom-Kameramann. Er ist seit Juli 2011 als fester freier Mitarbeiter des Bayerischen Rundfunks im Studio Franken in Nürnberg beschäftigt.

Und wie geht es danach weiter? „Alle Posts und Bilder können von Supportern und Sponsoren auf eigenen Plattformen geteilt werden“, schreibt Thomas Bönig in seiner Projektbeschreibung, was deutlich macht, wie international der Schwabacher unterwegs ist. Übersetzt will es heißen, dass alle eventuelle Unterstützer für das Kinderheim „Centar Duga“ und Sponsoren das im Netz stehende Material verwenden können, außer beim Weiterverkauf, sprich der kommerziellen Nutzung der Texte und Aufnahmen für kommerzielle Zwecke wie Werbung.

Unterwegs in Bosnien und Herzegowina werden unter den virtuellen Reisebegleitern regelmäßig Preise wie T-Shirts und „Give-Away-Bags“ (ein Begriff aus amerikanischen Wahlkämpfen, der für kleine Geschenke steht) verlost. Die Eindrücke, die eindrucksvollen Fotos der Reise, sollen im Spätherbst bei einer Ausstellung in den Räumlichkeiten der international agierenden Werbeagentur FYFF („For You For Fame“) vorgestellt und versteigert werden.

Erlös für Kinderheim

Der Erlös ist für das Kinderheim „Centar Duga“ in Kulen Vakuf bei Bihac bestimmt, in dem seit 1998 über 230 „vergessene Kinder“ des Krieges auf dem Balkan betreut wurden: www.schutzengel-gesucht.de Bönig und sein Team werden es am Samstag, 7. September, besuchen.



Fazit: Eine spannende Geschichte, die vor allem für junge Leute interessant ist und für Menschen, die auf der Suche nach Abenteuern sind. Eine Aktion, die auch noch einem lobenswerten Zweck dient.

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