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Begeisterung für technische Berufe wecken

Mit dem „Hightech-live!-Camp“ in Schwabach Nachwuchs werben - Niehoff und Brema machten heuer mit - 18.11.2016 08:16 Uhr

Die Woche hat sich für beide Seiten gelohnt: Die teilnehmenden Schüler und die Betreuer bei der Abschlussveranstaltung. © Foto: Schmitt


Bei der Abschlussveranstaltung präsentierte die Gruppe ihre Produkte: Alle Teilnehmer hatten jeweils ein Miniatur-Fahrzeug gebaut, das per Sonnenlicht mit zwei Geschwindigkeitsstufen fährt. Der Clou dabei: Jedes Auto hat ein symbolisches Nummernschild, das mit Schwabacher Blattgold überzogen ist. Entstanden sind die kleinen Flitzer in einwöchiger Arbeit bei den Schwabacher Unternehmen Niehoff und Brema. Dort sind die Kids von Azubis und Ausbildern unterstützt worden. Zugleich konnten sie Einblick in die Produktion der beiden Unternehmen gewinnen. Während der Woche wohnten die jungen Techniker ganz professionell wie eine echte Projektgruppe in einem Schwabacher Hotel.

Hintergrund der Aktion des Bildungswerks der Bayerischen Wirtschaft (BBW) ist, den Nachwuchs für Technik zu begeistern und als Fachkräfte von morgen zu motivieren. „2020 werden in Bayern 230 000 Fachkräfte fehlen“, sagte Marc Hilgenfeld, Geschäftsführer des Verbands der bayerischen Metall- und Elektroarbeitgeber in Mittelfranken (VBM), der das Projekt gemeinsam mit dem Bayerischen Wirtschaftsministerium gefördert hat. Gregorio Robertazzi, Personalleiter bei Niehoff, und Brema-Geschäftsführer Christian Schuster begrüßten die Aktion und sahen in ihr eine geeignete Form, mehr Azubis für technische Berufe zu begeistern. „Wir bilden jährlich Werkzeugmacher aus und haben dafür jüngst niemanden gefunden“, schilderte Schuster die Lage bei Brema. Für die Stellen als Industriekaufmann aber gebe es immer ausreichend Bewerbungen. Robertazzi hob die breite Vermittlung von Kompetenzen durch das Camp hervor. „Dort werden auch Methodenkompetenz und Teamfähigkeit gefördert“, erklärte er.

Das wurde bei der Veranstaltung im Niehoff-Konferenzsaal ebenfalls deutlich. In Zweier-Gruppen erläuterten die zehn Camp-Teilnehmer per Beamer-Präsentation jeweils einen Teil des Planungs- und Produktionsprozesses. Linus Braun (14), Yanik Pruschkowski (14) und Fiona Förster (13) aus Schwabach, Adrian Gradl (15) aus Abenberg, Saskia Perras (13) aus Kottensdorf, Eva Hummel (14) aus Rohr, Max Justin (14), Jahem Schernau (13) und Miguel Hofmann (13) aus Nürnberg sowie Dilara Cardak (13) aus Oberasbach zeigten, dass sie während der Woche auch gelernt haben, Technik samt Fachsprache allgemeinverständich zu erklären. „Die Azubis der beiden Firmen haben uns sehr geholfen“, hieß es.

Markus Hindelang gab das Kompliment zurück. „Alle waren engagiert und verständig“, sagte der Niehoff-Ausbildungsmeister. Das Zertifikat als Beleg für die Teilnahme macht sich gewiss bei jeder Bewerbung gut.

Das „Hightech-live!-Camp“ ist vom BBW vor vier Jahren als Teil der Bildungsinitiative „Technik - Zukunft in Bayern“ ins Leben gerufen worden. Jährlich findet eine ausgewählte Veranstaltung in einem Bezirk Bayerns statt. Die Auswahl der Region und der Firmen erfolgt über den VBM und die lokalen Arbeitskreise Schule-Wirtschaft. Für Schwabach und den Landkreis Roth ist bereits vor der ersten Auflage 2015 in einer Projektgruppe das zu fertigende Werkstück entwickelt worden. Organisation und Betreuung bei der Teilnehmerauswahl sowie der Durchführung hat das BBW übernommen. Dazu wurden alle Mittel- und Realschulen angeschrieben. Unter den 19 Interessenten sind nach einem Bewerbungsverfahren zehn Teilnehmer ausgewählt worden.

Begonnen hat die Camp-Arbeit 2013 in der Oberpfalz. 2014 folgte Schwaben. Das BBW versteht das Camp in jedem Bezirk als Pilotprojekt, das von den Firmen selbständig weitergeführt werden soll. In Schwabach war das in diesem Jahr der Fall. Niehoff und Brema organisierten das Camp selbständig nach dem Vorbild aus dem vergangenen Jahr. „Dabei stehen wir natürlich immer als Berater und Unterstützer zur Verfügung“, hieß es von Seiten des BBW.

Infos unter www.tezba.de  

stt

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