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Corona: Wieder wochenweise auf Distanz

Mit einem intelligenten Konzept wollen die drei beruflichen Schulen in Schwabach gut durch die Pandemie kommen. - 19.11.2020 16:00 Uhr

In der Berufsschule in der Wittelsbacherstraße werden die Klassen geteilt. Es wird wöchentlich zwischen Distanz- und Präsenzunterricht gewechselt.

19.11.2020 © Foto: Jürgen Karg


Die Schülerinnen und Schüler der erst im Herbst an den Start gegangenen Staatlichen Fachoberschule (FOS) sind bereits seit diesem Donnerstag zu Hause. Der Unterricht findet ausschließlich in digitaler Form statt.

Ein großes Problem ist das nicht. Die rund 120 Schülerinnen und Schüler sind ja (fast) alle erwachsen. "Die finden das Modell gut", sagt Claus Bauer, der Schulleiter von FOS, Berufsschule und Wirtschaftsschule.

Wöchentlicher Wechsel

Diffiziler ist die Lage an der Staatliche Berufsschule Schwabach. Dort werden ab Montag, 23. November, alle Klassen geteilt. Es gibt einen wöchentlichen Wechsel zwischen Distanz- und Präsenzunterricht.

In einzelnen Klassen sitzen nämlich bis zu 30 Schüler. Da ist es natürlich sehr schwierig, den Abstand zu halten. Wenn nur noch halb so viele Leute im Klassenzimmer sind, sind die 1,50 Meter kein Problem mehr. Die andere Hälfte der Klasse wird über Microsoft Teams von zu Hause zugeschaltet.

Lediglich die Vollzeitklassen "Berufsvorbereitung" können aufgrund deren geringeren Klassenstärken weiterhin im Präsenzunterricht bleiben.

Ausbilder haben Bedenken

Die Maßnahmen an der Berufsschule, so erklärt Schulleiter Claus Bauer, hat nicht nur mit vereinzelten Infektionen bei Schülern und den unweigerlich folgenden Quarantäne-Maßnahmen für Lehrer und Schüler zu tun.

Auch viele Ausbildungsbetriebe haben inzwischen Bedenken, ihre Azubis in die Berufsschule zu schicken. Sie fürchten, dass sich die jungen Leute dort anstecken und so das Virus in den Betrieb tragen könnten.

Problematisch ist nach wie vor die zu geringe Internet-Kapazität im Schulhaus. Das macht Distanzunterricht aus der Schule heraus relativ schwierig. Claus Bauer hat sich gestern so genannte LTE-Cubes besorgt, die vorübergehend für Besserung sorgen sollen. Die Stadt Schwabach als Sachaufwandsträger muss hier allerdings zeitnah nachbessern.

Differenzierter vorgehen

Bei der Städtischen Wirtschaftsschule Schwabach kann Schulleiter Bauer, mit Blick auf die teils jüngeren Schüler/-innen, bis auf Weiteres noch differenzierter vorgehen als in der FOS und in der Berufsschule: Grundsätzlich wird für alle zahlenmäßig großen Klassen der höheren Jahrgangsstufen ab Montag, 23. November, ebenfalls Klassenteilung mit wöchentlichem Wechsel zwischen Distanz- und Präsenzunterricht eingeführt.

Die Jüngeren bleiben

Lediglich die Jahrgangsstufen 6 und 7 bleiben nach Möglichkeit noch im Präsenzunterricht, um den betroffenen Eltern den teils schwierigen Spagat zwischen familiärer Aufsicht und Erwerbstätigkeit zu ersparen. Zugute kommt der Wirtschaftsschule, dass die jüngeren Jahrgänge vergleichsweise kleine Klassen mit maximal 20 Schülerinnen und Schülern haben.

Insgesamt ist Bauer zuversichtlich, mit dem Konzept gut durch die Pandemie zu kommen. "Wir haben diesen Wechsel aus Präsenz- und Fernunterricht schon vor Wochen eingeübt", berichtet er.

I-Pads von der Stadt

Zudem seien dank 130 städtischer Leih-I-Pads jetzt wirklich alle Schülerinnen und Schüler digital gut ausgestattet, im Gegensatz zum Frühjahr.

Der Wechsel von Präsenz- und Distanzunterricht, so Bauer, sei mit dem Gesundheitsamt Roth-Schwabach abgesprochen. Er spricht von einem "klugen Modell, mit dem wir das Heft des Handelns in der Hand behalten können".

Landkreis Roth

Noch etwas entspannter als in Schwabach ist die Situation an der Berufsschule Roth mit ihren über 1700 Schülerinnen und Schülern. Laut Schulleiter Michael Greiner sind derzeit fast alle an Bord. Nur eine BVJ-Klasse befindet sich in Quarantäne und wird aus der Ferne via Microsoft Teams unterrichtet.

Größere Einschränkungen, glaubt Greiner, könnten besser als im Frühjahr durchgestanden werden. "Alle Lehrkräfte sind mehrfach geschult worden, teilweise könnte der Unterricht auch via Livestream stattfinden."

Auch die übrigen Schulen im Landkreis können noch weitgehend den Präsenzunterricht aufrecht erhalten. Ausnahme ist, wie berichtet, das Gymnasium Hilpoltstein, das seit knapp zwei Wochen fast komplett geschlossen ist, weil nach zahlreichen Quarantäne-Anordnungen des Gesundheitsamtes zu wenig Lehrkräfte für den Präsenzunterricht übrig waren.

Rückkehr am 27. November

Seitdem findet der Unterricht weitgehend digital statt, und zwar noch bis zum 26. November. Am 27. November kehren Schüler*innen und Lehrer*innen dann wieder auch physisch an ihre Schule zurück.

Weiterer Artikel zum Thema:

https://cms.nordbayern.de/polopoly/CM?owid=5792903720

ROBERT GERNER

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