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Dem dicken Minus den Kampf angesagt

Stadtkrankenhaus hat 2011 Felhbetrag von rund 1,4 Millionen Euro erwirtschaftet — Bündel an Maßnahmen - 28.12.2012 09:42 Uhr

Noch mehr medizinische Qualität, den Fokus auf Bedarfsorientierung und die Verbesserung interner Abläufe: Damit will das Schwabacher Stadtkrankenhaus künftig punkten. © Mauer/oh


Und für 2012 geht die Krankenhausleitung von einem Fehlbetrag von 1,29 Millionen Euro aus. Das ist zwar weniger als im Vorjahr, doch kann dies naturgemäß noch nicht zufriedenstellen. Seitzinger stellte den Stadtratsmitgliedern aber auch gleich ein Bündel an Maßnahmen vor, die bereits auf den Weg gebracht worden sind beziehungsweise noch vorangetrieben werden sollen, um die wirtschaftliche Situation der 170-Betten-Einrichtung zu verbessern.

Gerne hörten die Ratsmitglieder wohl die Botschaft des Geschäftsführers, dass das Stadtkrankenhaus bei der Zahl der behandelten Patienten sowohl im stationären als auch im abulanten Bereich steigende Zahlen vorweisen könne. Damit nehme die Klinik im Vergleich zu den Krankenhäusern im Umland eine Sonderstellung ein. Auch wenn die Patientenzahl steigt, sind nach Seitzingers Ansicht noch zu viele Schwabacher in andere Krankenhäuser gegangen, um sich behandeln zu lassen.

Dank an Mitarbeiter

Um dem gegenzusteuern, setze man im Stadtkrankenhaus weiterhin auf Qualitätssteigerung, Verbesserung der internen Abläufe und eine bedarfsorientierte Ausrichtung. Bei all den Änderungen, die das Krankenhaus mittlerweile angestoßen habe, dankte Geschäftsführer Seitzinger seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern an der Regelsbacher Straße für deren Bereitschaft, Veränderungen mitzutragen. „Ich habe ihnen schon viel zugemutet, und wir müssen ihnen noch viel zumuten“, fasste Seitzinger zusammen.

Zwischenzeitlich habe sich das Stadtkrankenhaus durch neue Ärzte und neue Kooperationen „ganz neu aufgestellt“, die Erlöse aus den erbrachten Leistungen seien gestiegen. Als Beispiele nannte der Geschäftführer, dass man beispielsweise mit niedergelassenen Schwabacher Orthopäden neue Wege eingeschlagen habe. Diese operierten ihre Patienten im Stadtkrankenhaus. Ein ähnliches Modell habe man auch mit Gynäkologen entwickelt. Und man habe es geschafft, einen bisherigen Negativtrend im Bereich Unfallchirurgie umzukehren.

Erste Erfolge

Diakon Seitzinger informierte auch über erste Erfolge angestoßener Projekte. So könne mit den Kassen mittlerweile wieder die Pauschale für die Behandlung von Schlaganfallpatienten abgerechnet werden, da das Haus wieder über Neurologen verfüge. Auf dem Sektor Orthopädie sei das Behandlungsspektrum ausgeweitet worden.

Allgemeine Kostensteigerungen und Tarifanhebungen hätten so heuer ausgeglichen werden können, so dass der Geschäftsführer für 2012 mit einem um rund 140000 Euro sinkenden Defizit rechnet. Die Zahlen, die dem Stadtrat jetzt und künftig vorgelegt werden, basierten auf klarer kaufmännischer Vorsicht, versicherte Seitzinger.

Offenheit gelobt

Quer durch alle Fraktionen erntete Seitzinger anerkennende Worte. In dieser Transparenz habe man hier im Stadtrat noch keinen Vortrag über die Situation im Stadtkrankenhaus gehört, lobte Grünen-Fraktionschef Klaus Neunhoeffer. Die deutlichen Worte Seitzingers hätten eine klare Stadtortbestimmung ermöglicht, unterstrich CSU-Stadtrat Hermann Stamm. Mit der Kultur der Offenheit habe man einen guten Schritt getan, hob SPD-Ratsmitglied Uwe Stadelmeyer hervor.

Die Situation des Schwabacher Stadtkrankenhauses sei für viele weitere Kliniken in der Bundesrepublik zutreffend. Es sei auch eine bundespolitische Frage, an der Bezahlung von Krankenhausleistungen etwas zu ändern, um nicht viele Häuser gegen die Wand fahren zu lassen. FW-Stadtrat und Bürgermeister Dr. Thomas Donhauser bezeichnete es als „hervorragende Strategie“, niedergelassene Ärzte für Operationen ins Haus zu holen.

jk

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