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Die Kia Baskets sind wie ausgewechselt

Schwabacher Zweitliga-Basketballerinnen gewinnen zwei Spiele in drei Tagen - 16.04.2021 10:41 Uhr

Managerin Angie Walden stellte am Osterwochenende einen beträchtlichen Leistungsschub bei ihren Kia Baskets fest. Gegen Ludwigsburg ragten vor allem Kaela Hilaire (Bild), Anna Furman und Chiara Mehrburger aus einem homogenen Team heraus.

16.04.2021


Es war eine Saison mit vielen offenen Fragen, Entbehrungen, Testungen. Es war vor allem eine Saison ohne eigene Fans und die der Gegner. Und dennoch hat das Gros der Mannschaften in dieser Liga die ungewöhnlichen Herausforderungen gemeistert. Auch wenn der sportliche Wert eher überschaubar war. Absteiger gibt es nicht, nur die Qualifikation für die Aufstiegs-Playoffs wäre ein Ziel gewesen, das die Kia Baskets allerdings nicht bis zum Schluss verfolgen durften.

"Leider", so Angie Walden, "ist die Mannschaft ein wenig zu spät in Schwung gekommen!" Für die Managerin platzte der Knoten in dieser Saison so richtig während der beiden Spieltage an den Oster-Feiertagen: "Da zeigte die Mannschaft, was sie alles hätte erreichen können. " Zu viele Nackenschläge, zu viele Verletzungen habe das Team in der nun zu Ende gehenden Saison einstecken müssen.

Deeshyra Thomas wechselte in die 1. Bundesliga nach Halle, Anna Furman war lange krank und auch Katharina Kreklau, die sich in all den Jahren wie keine andere mit Verein und Team identifiziert hatte, konnte nicht mehr eingesetzt werden. Hinzu kam, dass es für die Spielerinnen nicht leicht war, die Handschrift von Headcoach Nikolay Gospodinov zu entziffern beziehungsweise seine eigene Vorstellung von Basketball umzusetzen. Neue Spielerinnen wie Nicole Metzel, Kaela Hilaire, Tonia Loneiß oder Lea Rasenberger brauchten Zeit, um ihr Leistungsvermögen zu finden. Für die Talente, die es ja reichlich gibt in Schwabach, ist die 2. DBBL eine große Herausforderung.

Noch drei Spiele geplant

Angesichts dieser Entwicklung war es schon als Erfolg zu werten, dass sich die Mannschaft während des Saisonverlaufs fast durchgehend in der oberen Tabellenhälfte aufhielt und aktuell wieder den dritten Tabellenplatz im Visier hat. Drei Spiele bleiben den Schwabacherinnen noch, die Verhältnisse in der Verfolgergruppe zurechtzurücken. Heute, Samstag, 15 Uhr, geht es in der Halle über dem Hallenbad gegen den aktuellen Dritten Jahn München, der (noch?) vier Punkte mehr auf seinem Konto hat. Allerdings entscheiden wieder die aktuellen Testungen kurz vor dem Spiel, ob dieses auch stattfinden kann. Nächstes Wochenende ist man dann bei den Falcons Bad Homburg zu Gast, ehe die Saison am 1. Mai mit dem Heimspiel gegen Mainz ausklingen wird.

Was geht also noch in den restlichen Wochen? Angie Walden ist davon überzeugt, dass "wir noch einiges erwarten dürfen!" Was sie so optimistisch macht? Die beiden Siege am Osterwochenende. Walden: "Das war Euphorie pur, nur schade, dass unsere Fans nicht dabei sein konnten!" Schon der Auftritt gegen Speyer am Karsamstag war trotz des knappen Resultats (57:56) überzeugend: "Die Mädchen haben die Köpfe nie hängen lassen, das war eine Energieleistung", resümierte sie, "wir wollten den Sieg einfach mehr!"

Diese Einstellung nahmen die Spielerinnen zwei Tage später mit ins Spiel gegen Ludwigsburg. Auch wenn das erste Viertel (12:24) völlig daneben war, die Zweifel am achten Saisonsieg waren spätestens nach dem furiosen zweiten Viertel (30:12) zum 42:36-Pausenstand wie weggewischt. Am 84:64-Erfolg war die gesamte Mannschaft beteiligt.

Mit viel Tempo

Dennoch wollte die Managerin drei Spielerinnen herausheben: Anna Furman, die langsam wieder zu gewohnter Stärke findet und 20 Punkte beisteuerte. Youngster Chiara Mehburger leistete vor allem in der Defense wertvolle Arbeit, war stets präsent und gab keinen Ball verloren. Und dann war da noch Kaela Hilaire, die nicht nur wegen ihrer 29 Punkte überzeugte. "Sie spielte wie ausgewechselt, mit viel Tempo. Ich habe ihr gesagt, dass ich sie immer so sehen möchte", lobte Angie Walden.

Dabei mussten die Kia Baskets ja auf eine ihre wichtigsten Spielerinnen noch verzichten. Nicole Metzel droht nun auch gegen München auszufallen. Eine Fingerverletzung, die sie sich im Training zugezogen hatte, schien auskuriert. Sie war vom Arzt gesund geschrieben worden, aber unter der Woche klagte sie erneut über Schmerzen. Gerade für das Spiel gegen München wäre die physisch starke Metzel so wichtig. Wie wichtig, das hat sie im Hinspiel bewiesen, als sie nicht nur in der Defense wertvolle Arbeit geleistet, sondern sieben Zehntelsekunden vor Schluss den Korb zum hochdramatischen 66:65- Erfolg beigesteuert hatte.

ROLAND JAINTA

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