Dienstag, 21.01.2020

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„Die Mission ist erfüllt“: Bauboom im O’Brien-Park

Stadtstrukturgesellschaft SGS hat viel schneller als erwartet alle Wohnflächen verkauft — Neues Wohngebiet in früherer Kaserne - 31.05.2012 08:14 Uhr

Früher haben hier US-Panzer geparkt, jetzt entsteht im Südwesten der ehemaligen Kaserne ein attraktives Wohngebiet. Die Nachfrage hat alle Erwartungen übertroffen. © Wilhelm


Die SGS ist eine Tochter der städtischen Wohnungsbaugesellschaft GeWoBau. Ihr Geschäftszweck war die Erschließung und Vermarktung des Bereichs um den ehemaligen Panzerabstellplatz der US Army. Dieses Ziel hat sie sehr viel schneller erreicht, als sie selbst erwartet hatte. Dabei hatte über Jahre Stillstand geherrscht.

In den 1990er Jahren war nach dem Abzug der Amerikaner der Umbau des Kasernengeländes zunächst zügig vorangegangen. So kamen etwa die Stadtwerke, das Schwung, die Stadtgärtnerei, das Stadtmuseum oder auch das Sonderpädagogisches Förderzentrum in die Kaserne.

Über die Flächen im Südwesten hatte es dagegen fast ein Jahrzehnt lang ergebnislose Verhandlungen mit dem Bund als Grundstücksbesitzer gegeben. Erst 2008 konnte man sich auf den Kaufpreis einigen. Im Frühjahr 2011 wurde der Bebauungsplan gültig und begann die Erschließung. „Bei unseren ersten Plänen sind wir noch davon ausgegangen, dass wir die Grundstücke bis 2015 verkaufen können“, blickt Wolfgang Fischer zurück.

Sichtbare Sanierung: Die ehemaligen Pferdestallungen und die frühere Kasernen-Kapelle werden derzeit zu modernen Wohnungen umgebaut.


„Fünf Monate statt vier Jahre“

Tatsächlich aber war dies bereits im November 2011 gelungen. „Die Nachfrage war so groß. Wir waren komplett überrascht. Statt in vier Jahren war der Verkauf in fünf Monaten über der Bühne.“

Deshalb entstehen nun 24 Einfamilienhäuser, zehn Doppelhäuser, vier Mehrfamilienhäuser und eine Reihenhauszeile. „Darin werden 60 bis 65 Familien wohnen“, schätzt Fischer.

Darüber hinaus haben private Investoren das frühere Mannschaftsgebäude in der Abenberger Straße neben dem Awo-Seniorenheim und die früheren Pferdestallungen am Quartiersplatz saniert und modernen Wohnraum geschaffen.

Unweit davon errichtet die Lebenshilfe Roth-Schwabach an der Ansbacher Straße ein Wohnheim für behinderte Menschen.

Sanierung in Sicht: Seit 20 Jahren steht das frühere Offiziers-Casino leer. Nun liegt die Genehmigung für den Umbau des denkmalgeschützten Gebäudes vor.


Und für die nächste große Sanierung liegt seit einigen Tagen die Baugenehmigung vor: Im ehemaligen Offiziers-Casino, dem großen roten Gebäude gegenüber den Stadtwerken, entstehen 24 Wohnungen und vier Büroeinheiten. Unmittelbar daneben sind darüber hinaus zehn neue Stadthäuser geplant. Für Parkplätze sorgt eine Tiefgarage mit 25 Stellflächen, erklärt Daniel Fürst vom Investor „Fürst & Lehmeyer“. Nach 20 Jahren Leerstand ist nun also auch für dieses unter Denkmalschutz stehende Gebäude eine Lösung gefunden.

Mit diesen Projekten ist der zivile Umbau des Kasernenareals fast abgeschlossen. Die freie Fläche neben den Stadtwerken haben die Stadtwerke selbst erworben. Die Nutzung steht noch nicht fest.

Die letzte freie Fläche ist 3000 Quadratmeter groß und liegt an der Ecke Ansbacher Straße/Heilsbronner Straße. Eigentümerin ist die Stadt. „Das Grundstück ist für Büros und Wohnen gedacht“, erklärt Wirtschaftsreferent Richard Schwager. Interessenten gebe es bereits.

Für die große Nachfrage im O’BrienPark sieht Schwager mehrere Gründe: „Es ist ein interessantes Wohngebiet. Ruhig gelegen und doch nur knapp einen Kilometer von der Altstadt entfernt. Und sicher haben die Menschen auch eine gewisse Angst vor der Entwicklung der Finanzmärkte und investieren lieber in Immobilien.“

gw

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