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Dietersdorf ist Sieger des Verschönerungs-Wettbewerbs

30.000 Euro Preisgeld — SPD wollte zwei Gewinner - 04.02.2014 08:09 Uhr

Der ehrenamtliche Einsatz der Dietersdorfer Bürger im vergangenen Jahr hat sich gelohnt.

03.02.2014 © Waldmüller


Die „Interessensgemeinschaft Dietersdorf“ hat allen Grund zur Freude: Sie hat mit ihrem Vorschlag zur Weiher- und Festplatzgestaltung den ersten Bürgerwettbewerb zur Verschönerung der Ortsteile gewonnen — und damit ein Preisgeld von 30000 Euro für die Umsetzung. Das hat der Stadtrat am Freitag entschieden.

Weniger glücklich dürfte die „Dorfgemeinschaft Schaftnach“ sein. Wie berichtet, hatte sie es mit ihrem Konzept zur Dorfplatzgestaltung unter den insgesamt sechs Einsendungen in die Runde der letzten zwei geschafft, wurde aber nur zweiter Sieger.

Dabei machten alle Sprecher deutlich, dass dies keine Entscheidung gegen Schaftnach, sondern für Dietersdorf war. „Beide Vorschläge sind umsetzbar“, erklärte Stadtbaurat Ricus Kerkhoff eingangs. Überraschend war das Votum für Dietersdorf nicht. Die Jury hatte beschlossen, beide Konzepte dem Stadtrat zur Entscheidung vorzulegen. Nach einer öffentlichen Informationsveranstaltung (wir berichteten) waren 26 Stellungnahmen bei der Stadt eingegangen: alle für Dietersdorf.

„Schwere Entscheidung“

„Das war aber nur eine Bürgerbeteiligung, kein Bürgerentscheid“, stellte OB Matthias Thürauf klar. „Der Wettbewerb ist ein Erfolg. Wir haben jetzt noch zwei gute Projekte. Kurz vor der Wahl fällt eine Entscheidung schwer“, räumte er mit Blick auf den 16. März offen ein.

Fraktionschef Detlef Paul erläuterte, was für die CSU den Ausschlag zugunsten Dietersdorfs gegeben hat: „Eine aktive Dorfgemeinschaft hat bereits Vorarbeiten geleistet. Hier herrscht Teamgeist, den man würdigen muss.“

SPD auch für Schaftnach

Die SPD ist zwar von Dietersdorf ebenso überzeugt. Aber: „Schaftnach steht Dietersdorf in keiner Weise nach. Das sind zwei wunderbare Vorschläge“, sagte Uwe Stadelmeyer, Stadtrat aus — wohlgemerkt — Dietersdorf. „ Wir sind von beiden so sehr überzeugt, dass wir zwei Gewinner vorschlagen. Wir sollten das Preisgeld auf 60000 Euro aufstocken. Jeder bekommt 30000. Das kann ja verteilt auf zwei Jahre werden. Aber es wäre ein klares Signal an die Stadtteile: Bürgerbeteiligung lohnt sich.“ Zunächst aber hatte Stadelmeyer damit das Signal zum Streit gegeben.

Schlagabtausch

„Echt stark“ fand Grünen-Fraktionschef und OB-Kandidat Klaus Neunhoeffer in spöttischer Ironie den SPD-Vorschlag. Es gebe durchaus gute Argumente für beide Konzepte. Aber es gebe eben auch einen einstimmigen Jury-Beschluss, zu dem doch auch die SPD stehen müsse. „Beide Ortsteile stehen in sportlicher Konkurrenz“, sagte Neunhoeffer. „Das sehen die Bürger auch so und sind damit weiter als die SPD.“

SPD-Fraktionschef Werner Sittauer wollte das so nicht stehen lassen: SPD-Jurymitglied Thomas Mantarlis habe den Mehrheitsbeschluss eben nicht mitgetragen und das falsche Sitzungsprotokoll inzwischen auch angefochten. Umgekehrt hielt Sittauer den Grünen vor, eine Entscheidung durch die Jury verhindert und eine neue Runde mit der Informationsveranstaltung erzwungen zu haben — und damit eine unnötige Verzögerung.

„Dieser Vorwurf ist definitiv falsch“, warf daraufhin Thürauf ein. Diese Entscheidung gehe auf ihn zurück, weil die Umsetzbarkeit der Pläne noch geprüft worden sei. „Wenn, dann müssen Sie mir das vorwerfen, was Ihnen ja nicht schwerfallen dürfte“, sagte er zu Sittauer.

Auch Bruno Humpenöder (Freie Wähler) war gegen eine Aufstockung des Preisgeldes und „eindeutig für Dietersdorf“. „Ausnahmsweise stimme ich der SPD völlig zu“, sagte dagegen FDP-Stadtrat Alexander Pühringer. „Bei 100 Millionen Euro im Haushalt machen die 30000 auch nichts mehr aus.“

Neue Chance

In der Abstimmung wurde zunächst der SPD-Antrag abgelehnt, anschließend Dietersdorf zum Sieger gekürt.

Die Hoffnung aufgeben müssen Schaftnach und andere Ortsteile aber laut Thürauf nicht. Der erste Wettbewerb muss ja nicht der letzte gewesen sein. „Es ist nicht aller Tage Abend.“

GÜNTHER WILHELM

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