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Dringend gesucht: Standorte für Kita und Feuerwehrhaus

Sachliche Diskussion bei der Bürgerversammlung mit Schwerpunkt Wolkersdorf/Raubershof in Schwabach. - 24.09.2020 15:40 Uhr

Die Stadtwerke lassen derzeit im Bereich Dietersdorfer Straße, Tuchergasse und Am Wasserschloss neue Gas- und Wasserleitungen verlegen.

24.09.2020 © Foto: Günther Wilhelm


Normalerweise hätte die Schwabacher Bürgerversammlung mit Schwerpunkt Wolkersdorf/Raubershof in der Wolkersdorfer Zwieseltalhalle stattgefunden. "Doch unter Corona-Bedingungen hätten wir dort nur 50 Plätze untergebracht", erklärte OB Peter Reiß am Mittwochabend die Wahl des Markgrafensaals. Hier waren die Stühle mit gebotenem Abstand gestellt, dennoch musste niemand abgewiesen werden. Selbst die Empore war gefüllt. In ausgesprochen sachlicher Atmosphäre wurde eine Vielzahl von Themen angesprochen. Ein Überblick:

Neue Kita in Wolkersdorf:

Klar ist nur der Bedarf. Viele Wolkersdorfer Familien müssen ihre Kinder nach Schwabach bringen. Die Stadt sucht ein geeignetes Grundstück. Daher die Bitte des OB: Wer eine Idee hat, solle sich melden.

Neues Feuerwehrhaus:

Auch hier läuft seit langem die Suche nach einem neuen Standort. "Es gab keine mittelfristige Planung. Die hätte man vor zehn Jahren machen müssen", kritisierte Kommandant Helmut Winkler. Peter Reiß zeigte sich aber vorsichtig optimistisch. Mehrere Varianten würden derzeit geprüft: "Ich denke, wir müssten was hinkriegen."

Juraleitung P 53:

"Es geht ein tiefer Riss durch die Stadt", beklagte Gregor Rahmel, der Sprecher der Bürgerinitiative P 53 Schwabach. Er wolle kein Gegeneinander der verschiedenen Bürgerinitiativen an der Nord- beziehungsweise der Südtrasse. Sein Appell an Reiß: "Laden Sie alle zum Dialog ein." Der OB nahm diese Anregung auf und kündigte eine ausführliche Stellungnahme der Stadt zum bevorstehenden Raumordnungsverfahren an. Das Thema wird am 7. Oktober im Umweltausschuss behandelt. Bisher lehnt die Stadt sowohl die Nordtrasse, vorbei an Wolkersdorf, als auch die Trassen südlich von Schwabach ab. Reiß ließ durchblicken, dass das wohl so bleibt.

Bebauungsplan Oberer Pfaffensteig:

Stadtbaurat Ricus Kerckhoff erklärte, es habe viele Stellungnahmen gegeben. "Wir werden noch Gespräche führen. Im Herbst geht der Plan in den Stadtrat und dann sicher in eine neue Beteiligungsrunde."

Staus in Nasbach:

Eine Umstellung an der Kreuzung B 2/Am Pointgraben führe oft zu einem "wahnsinnigen Rückstau", beklagte ein Bürger. "Das Thema hat uns viel beschäftigt", so Kerkhoff. Die Umstellung sei erfolgt, um die Unfallgefahr zu verringern. Sie sei deshalb auch nicht wieder rückgängig zu machen.

Verkehrssituation Obere Pfaffensteigstraße:

"Sie wird als Abkürzungsstrecke von Dietersdorf nach Schwabach genutzt, das ist eine Rennstrecke", kritisierte ein Bürger. Tempo 30 gilt dort bereits. Eine zweiwöchige Messung hat ergeben, dass 52 Prozent der Fahrzeuge schneller fahren. Nun wird über bauliche Maßnahmen diskutiert, zum Beispiel über einen Zebrastreifen. Stadtrechtsrat Knut Engelbrecht verwies auf hohe rechtliche Hürden. Hinzu komme: "Es gibt in der Stadt Leute, die bewusst nach rechtlich schwierigen Verkehrssituationen suchen, deshalb müssen wir vorsichtig sein." Nichts sei ärgerlicher, als wenn man eine gut gemeinte Regelungen wie das Tempo 30 in der Nördlichen Ringstraße wieder zurücknehmen müsse.

Sperrung Dietersdorfer Straße:

Die Stadtwerke verlegen neue Wasser- und Gasleitungen. Deshalb ist die Straße komplett gesperrt. Kritik gab es an der Umleitung über die Schule. Lutz Pfüller vom Straßenverkehrsamt erklärte, die sei nicht optimal, aber die Alternativen etwa über Regelsbach wären noch schlechter gewesen. Harald Rieger von der Polizei Schwabach versicherte, Kollegen seien weiter täglich vor der Schule und sorgten für Sicherheit. Die Vollsperrung endet am 2. Oktober. Ab 3. Oktober folgt für voraussichtlich eine Woche eine halbseitige Sperre.

Warten auf Buslinien zum Bahnhof Katzwang:

Die Städte Nürnberg und Schwabach hatten zwei neue Linien zu S-Bahn vereinbart, die Ende des Jahres in Betrieb gehen sollten. Davon würden auch Wolkersdorf und Dietersdorf profitieren. Coronabedingt würden sich die Planungen aber um ein Jahr auf 2021 verzögern, so Tobias Mayr, der Leiter des Schwabacher Stadtverkehrs.

Verkehrssituation an der Zwieseltalschule:

Viele Eltern sind um die Sicherheit besorgt. Vorgeschlagen wurde unter anderem eine "Elternhaltestelle", damit die "Mama-Taxis" nicht direkt vor die Schule fahren. Reiß will Verbesserungsmöglichkeiten prüfen. Leicht sei das nicht: "Der Platz ist beengt und Grundstücke nicht im Besitz der Stadt."

Verstärkerbusse:

Eine Mutter von Schulkindern kritisierte, dass die Kinder nicht wüssten, wann wegen Corona auf Linie 61 zusätzliche Busse fahren. Die ersten Busse seien daher voll, die sogenannten Verstärkerbusse aber ziemlich leer. Tobias Mayr antwortete, die zusätzlichen Busse kämen direkt hintereinander. Wegen der Linie 61 werde er mit der VAG sprechen. "Unsere Fahrer in Schwabach sind instruiert, die Kinder über Verstärkerbusse zu informieren."

Ladestation für E-Autos:

Tobias Mayr kündigte an, dass 2021 vor der Sparkasse eine solche Ladesäule gebaut werden soll.

Altstadtkindergarten Schwabach: Im neu gebauten Kindergarten funktioniere die Heizung nicht, wunderte sich ein Vater. "Wir gehen dem nach", versicherte Stadtrechtsrat Knut Engelbrecht. Eine Tagblatt- Nachfrage bei Margarete Koenen, der Leiterin des städtischen Gebäudemanagements, ergab, dass es einen "Stresstest" der Elektroversorgung gegeben habe. Dabei sei bei der Beleuchtung ein "leichtes Flackern" aufgetreten. "Aber die Heizung hat immer funktioniert", betonte Margarete Koenen.

Parkbad:

Ein dickes Lob gab es gegen Ende der Bürgerversammlung noch für das Parkbad. "Man konnte sich stets sicher fühlen", sagte eine Bürgerin.

gw

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