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Mittwoch, 05.08.2020

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Ein Haus für Kinder zwischen 1 und 16 Jahren

Die Rednitzhembacher Schule wird durch eine Kita ergänzt. Start soll im Oktober sein. - 30.05.2020 06:00 Uhr

Anhand der Panorama-Aufnahme der zergliederten Schule lässt sich am ehesten zeigen, wo was entsteht. Kindergarten und Krippe werden nach dem Umbau in das Erdgeschoss unter der Schulsporthalle einziehen (linkes Gebäude). Dort hat die Mittelschule bislang einige Räume. Ersatz für die Schule entsteht im Dachgeschoss des roten Baus ganz rechts. Die Außenbereich für Schule (vorne) und Kita (hinter dem Anbau ganz links) werden strikt getrennt. © Foto: Robert Gerner


Wie berichtet, fehlen der Gemeinde ab Herbst sowohl Krippen- wie Kindergartenplätze. Der Bau einer neuen Krippe am Gemeindezentrum, dessen Planungen eigentlich schon weit fortgeschritten waren, hat sich zerschlagen. In der (Zeit-)Not kam die Verwaltung auf die Idee, einen Teil der Mittelschule in eine Kindertagesstätte umzubauen, nämlich den "hinteren" Teil unter der Zweifach-Turnhalle. Drei Krippengruppen für insgesamt 36 Kinder und eine Kindergartengruppe für 25 Kinder sollen hier entstehen (wir berichteten).

Hintergrund: Die Schülerzahlen in der Mittelschule sind in den vergangenen Jahren gesunken und stagnieren nun auf niedrigem Niveau. Möglicherweise wird sie in einigen Jahren ganz aufgelöst. Platz ist dort also genügend vorhanden. Und der Gemeinde brennt das Kita-Problem unter den Nägeln, weil die Eltern einen Rechtsanspruch auf einen Platz für ihre Kinder haben.

 

Schon ins Detail gegangen

 

In der konstituierenden Sitzung des Gemeinderates vor drei Wochen hatte sich nicht nur das neue Gremium erstmals zusammengefunden. Dort war auch gleich ein Beirat ins Leben gerufen worden, der das Projekt "Kita in der Schule" in den nächsten Monaten begleiten wird. Bei Begehungen und Sitzungen mit Architekt Wenzel wurden in den vergangenen drei Wochen Grundsätzliches, wurden aber auch schon viele Details besprochen. Die hat Wenzel inzwischen in einen detaillierten Entwurf gegossen, der in der jüngsten Sitzung des Gemeinderates vorgestellt wurde.

Wichtig: Kita und Schule werden strikt voneinander getrennt, was den Betrieb, was den Bring- und Holdienst und was die Außenbereiche angeht. Der Zugang für die Kita soll (vermutlich aber erst ab 2021) über eine noch zu bauende Brücke über die Rednitz erfolgen. Ein dazu notwendiger Behelfsparkplatz auf der gegenüberliegenden Seite des Flusses wurde im vergangenen Jahr bereits angelegt.

Der Außenbereich der neuen Kita greift logischerweise in den Pausenhofbereich der Schule ein. Allerdings sei genügend Platz für alle, versicherte Thomas Wenzel. Der Verkehrsübungsplatz der Grundschule, bisher im hinteren Bereich der Schule angesiedelt, muss aber für die Kita weichen beziehungsweise verschoben werden.

 

Ersatz unterm Dach

 

Weil der Schule durch den Umbau Räume verloren gehen, muss die Gemeinde an anderer Stelle für Ersatz sorgen. Deshalb wird zeitgleich mit dem Umbau im hinteren Bereich das geräumige Dachgeschoss des vorderen Baus der Schule ausgebaut. Wie die Schule dann welche Räume nutzt, das will die Gemeinde nicht vorschreiben. "Das sollten wir der Schule überlassen", fand Bürgermeister Jürgen Spahl.

 

Insgesamt 1,8 Millionen Euro

 

Die Kosten des Projekts lassen sich inzwischen ganz gut abschätzen. Der Umbau zur Kita wird 1,1 Millionen Euro verschlingen, wird aber mit 55 Prozent bezuschusst. Hinzu kommen zwischen 300 000 und 400 000 Euro für die Neugestaltung der Außenbereiche sowie 310 000 Euro für den Ausbau des Dachgeschosses. Insgesamt also etwa 1,8 Millionen Euro. Das ist viel weniger als für einen Neubau auf der "grünen Wiese" benötigt werden würde.

Der Gemeinderat segnete die Vorplanung ab und beauftragte Thomas Wenzel, in dieser Richtung weiterzumachen. Einige Details sorgen jedoch bei einzelnen Rätinnen und Räten für Bauchschmerzen. Zum Beispiel die Frage, ob die Kita durch den ja nicht gerade leisen Sportunterricht in der Halle obendrüber nicht doch beeinträchtigt wird.

Der Sitzung wohnten viele Interessierte bei, meist Lehrerinnen und Lehrer. Die Stimmung an der Schule ist nämlich nicht ganz so gut wie im Gemeinderat. Die Pädagogen fürchten ein noch größeres Parkchaos am Morgen. Sie fürchten, dass es in den Zimmern in dem auszubauenden Dachgeschoss im Sommer sehr warm werden wird. Sie glauben aus eigener Erfahrung, dass die Kita unter dem Lärm aus der Turnhalle leiden wird.

Und: Ihnen fehlt von Seiten der Gemeinde vor allem die Wertschätzung für die Arbeit, die in der Schule geleistet wird. Man sei, so hieß es hinter vorgehaltener Hand, von den Planungen mehr oder weniger überrumpelt worden.

Immerhin: Der vor drei Wochen ins Leben gerufene Kita-Beirat, das hatte Jürgen Spahl noch in der Sitzung zugesagt, wird aufgestockt. Unter anderem mit zwei Mitgliedern aus der Grund- und Mittelschule.

 

Zuschlag für die Kirchengemeinde

 

In nichtöffentlicher Sitzung wurde übrigens auch ein Träger gefunden. Den Zuschlag erhielt (gegen zwei externe Bewerber) nach intensiver Diskussion die evangelische Kirchengemeinde Rednitzhembach. Die ist in Sachen Kinderbetreuung damit künftig an zwei Standorten in der Gemeinde vertreten. Denn am Harmer Weg betreibt sie schon Rednitzhembachs älteste Kita mit derzeit zwei Kindergarten- und einer Krippengruppe.

ROBERT GERNER

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