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Erstmals mehr als 10.000 Dosen in einer Woche

Impftempo in Schwabach und im Landkreis nimmt weiter Fahrt auf. Das liegt vor allem an Hausärzten - 08.05.2021 06:00 Uhr

Immer mehr Menschen sind auch in Schwabach und im Landkreis Roth gegen eine schwere Covid-19-Erkrankung geimpft. Insgesamt wurden inzwischen mehr als 66000 Spritzen gesetzt, mehr als 10000 alleine in dieser Woche.

26.04.2021 © picture alliance/dpa/Friso Gentsch, NN


Zu Beginn ähnelte der Impfzug in der Region einer mit einer Hand betriebenen Draisine. Dann wurde daraus ein Bummelzug. Inzwischen hat sich dieser Bummelzug zu einem recht flotten „Regio“ gemausert. In dieser Woche erhielten im Landkreis Roth und in Schwabach jedenfalls so viele Menschen wie nie zuvor ihre Anti-Covid-Spritze. 10.514, um genau zu sein.

Spritzen im Akkord

Das liegt allerdings weniger an den beiden Impfzentren in Roth und in Schwabach sowie an den dezentralen Impfstellen in den Landkreis-Gemeinden. Es liegt vor allem an den Haus- und Fachärzten, wo sich die Aspiranten auf die Spritze die (desinfizierte) Klinke inzwischen förmlich in die Hand geben.

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Einblick ins Impfzentrum: Hier wird in Schwabach geimpft

In Schwabach hat das Corona-Impfzentrum geöffnet. Wir begleiteten Alt-Oberbürgermeister Hartwig Reimann von der Ankunft bis zur Spritze.


Dass, wie schon in der Woche zuvor, die beiden Impfzentren nicht im Volllast-Betrieb unterwegs waren, liegt nach Auskunft von Schwabachs städtischen Pressesprecher Jürgen Ramspeck nach wie vor an überschaubaren Impfstoff-Lieferungen.

Nur 1200 statt 2000

Wenn alles rund laufen würde, so könnten im Schwabacher Impfzentrum gut und gerne 2000 Spritzen pro Woche gesetzt werden. Wie schon in der Vorwoche waren es aber auch in dieser Woche nur etwas mehr als die Hälfte: 450 Erst- und 664 Zweitimpfungen.

Die Folge: Immer wieder kommt es vor, dass Interessenten, die schon ein Impfangebot erhalten haben, kurzfristig abgesagt werden muss. Immer wieder gibt es auch Klagen von Einzelnen, die zu ihrem Termin erscheinen, dann aber freundlich, aber bestimmt wieder nach Hause geschickt werden, angeblich, weil sich bei der Priorisierung etwas geändert hat.

Jetzt fünfstellig

Wie dem auch sei: Insgesamt kommt man im Schwabacher Impfzentrum seit Anfang Januar auf 10.227 Erst- und 3555 Zweitimpfungen. Die meisten der Spritzen gingen an Schwabacher.

Die Grafik zeigt den Impffortschritt im Landkreis Roth (links) und in Schwabach (rechts).

07.05.2021 © Nürnberger Nachrichten, NN


Wie berichtet, werden aber auch Bürger aus Kammerstein und Rednitzhembach im Schwabacher Impfzentrum immunisiert. Eine verlässliche Quote, wie weit man mit dem Impfen ist, lässt sich deshalb nicht für die Stadt alleine, sondern nur für den gesamten Bereich Schwabach/Landkreis Roth ermitteln.

Unabhängig vom nach wie vor nicht immer ausgelasteten Schwabacher Impfzentrum wurde in den Praxen der Schwabacher Ärzte so viel Anti-Covid-Vakzin verabreicht wie nie zuvor binnen einer Woche: 2912 Impfungen. Das sind fast so viele wie in den vier Wochen zuvor insgesamt.

Zusammengenommen wurden in den Schwabacher Hausarztpraxen damit schon 5906 Menschen geimpft, allerdings natürlich nicht nur Menschen aus Schwabach, sondern auch aus dem Umland, die in Schwabach ihren Hausarzt haben.

Landkreis Roth

Ein ähnliches Bild im Landkreis Roth. Im Impfzentrum und bei den dezentralen Außenterminen hat die vom Landkreis beauftragte Firma Vitolus in dieser Woche gut 2400 Menschen erst- oder zweitgeimpft (siehe Grafik). Das waren weniger als vergangene Woche (2800) und vor allem viel weniger als vor zwei Wochen (3600).

Dafür geben die Haus- und Fachärzte, die seit Anfang April in die Impfkampagne eingebunden sind, richtig Gas: 4058 Spritzen wurden in dieser Woche bis Donnerstag gesetzt, gut 1200 mehr als in der Vorwoche. Insgesamt sind es damit schon mehr als 11200 Impfungen durch die Haus- und Fachärzte im Landkreis.

Mehr als 66000

Zusammengenommen sind im Landkreis Roth und in Schwabach jetzt 66139 Spritzen verabreicht worden. Innerhalb einer Woche kamen mehr als 10.000 dazu. 54352 Menschen haben schon mindestens eine Spritze erhalten – bei einer Gesamt-Einwohnerzahl von knapp 168.000 in Schwabach (41.000) und im Landkreis (127.000) entspricht das einer Quote von 32,4 Prozent. 11787 dieser Menschen (7,03 Prozent) sind nach der Zweitimpfung mit ausgesprochen großer Wahrscheinlichkeit vor einer schweren Covid-19-Erkrankung und sehr gut vor einer Infektion geschützt.

Neuinfektionen

Weg von den Impfungen, hin zum aktuellen Infektionsgeschehen. Was die Zahl der Neuinfektionen angeht, gibt es in Schwabach erstmals seit mehr als einer Woche wieder einen Ausreißer nach oben. Sieben neue durch PCR-Test bestätigte Neuansteckungen lassen die Sieben-Tage-Inzidenz von 61,0 auf 73,2 steigen.

Noch sind die neuen-alten Freiheiten, die seit diesem Freitag gelten, aber nicht in Gefahr: Termin-Shopping ohne aktuellen Schnelltest, keine nächtliche Ausgangssperre mehr, Kita-Gruppen im eingeschränkten Regelbetrieb, Schulen in allen Klassen im Wechsel-Unterricht, etwas mehr Möglichkeiten in der Erwachsenenbildung und im Musikunterricht, Stadtmuseum und Bürgerhaus-Galerie mit strengem Hygienekonzept geöffnet, grünes Licht für die Außengastronomie unter strengen Bedingungen.

Immer noch knapp über 100

Im Landkreis Roth muss man auf diese Freiheiten noch warten, die in Schwabach möglich wurden, weil die Inzidenz für fünf Tage hinweg stabil im zweistelligen Bereich lag. Im Landkreis befindet sie sich weiter im Sinkflug, allerdings im nur noch ganz leichten Sinkflug. Von Donnerstag auf Freitag ging sie minimal von 103,4 auf 102,6 zurück. Erst wenn sie fünfmal in Folge unter 100 liegt, sind Lockerungen möglich.

Mit einer Ausnahme: Am Montag beginnt auch im Landkreis Roth zumindest an den Grundschulen wieder der Wechselunterricht – zwei Wochen vor Beginn der Pfingstferien. Dafür wurde die Inzidenz-Grenze nämlich von 100 auf 165 nach oben geschraubt – Bayern schließt sich damit der bundesweiten „Notbremse“ an.

Der Hotspot Allersberg

Dass es im Landkreis mit dem Infektionsgeschehen nicht schneller nach unten geht, liegt weiterhin maßgeblich an den Corona-Ausbrüchen in und im Umfeld eines metallverarbeitenden Betriebes in Allersberg. In der viertgrößten Gemeinde des Landkreises Roth sind mittlerweile über 100 Menschen aktuell infiziert – deutlich mehr als zum Beispiel im dreimal so großen Roth und sogar mehr als im fünfmal so großen Schwabach.

Dass Corona trotz aller Impffortschritte und trotz der tendenziell abflauenden dritten Welle eine nach wie vor gefährliche Seuche ist, wird ebenfalls anhand einer neuen Zahl deutlich, die das Landratsamt Roth und das Robert-Koch-Institut am Freitag veröffentlicht haben: Es gibt einen weiteren Sterbefall in Zusammenhang mit einer Covid-Erkrankung zu vermelden, im Landkreis Roth ist es der 166. seit Beginn der Pandemie. In Schwabach sind 104 Menschen an oder in Verbindung mit Corona gestorben.


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