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Montag, 27.01.2020

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Fernsehgottesdienst: Es war ein Fest der Sinne

Einfühlsame Texte, wunderbare Musik, großartiges Licht: ZDF sendete live aus der Stadtkirche - 09.12.2019 12:30 Uhr

Einzigartiges Licht: 90 Scheinwerfer sorgten in der Schwabacher Stadtkirche für eine besondere Atmosphäre, die fünf Kameras — eine auf der Empore — für die rund 700 000 Fernsehzuschauer eingefangen haben. Vor dem Altar: Pfarrer Paul-Hermann Zellfelder mit Klara Wolkersdorfer, Mara Hertle und Jakob Stiegler bei den Fürbitten. © Foto: Günther Wilhelm


Aus der Sakristei, wo die Regie ihre großen Monitore aufgebaut hat, kommt ZDF-Redakteur Michael Sahr vor den Altar, strahlt in die Reihen der Gottesdienstbesucher und hält mit ausgestreckten Armen beide Daumen nach oben.

In der Stadtkirche brandet Beifall auf. Es ist ein Moment, in dem jeder der Besucher spürt, gerade einen außergewöhnlichen Gottesdienst miterlebt und auch mitgestaltet zu haben.

45 Minuten ZDF-Gottesdienst live aus Schwabach sind vorüber, genauer: 44 Minuten und 30 Sekunden. Exakt so lange ist die Sendezeit. "Das war eine Punktlandung", sagt Sahr. Doch die sendetechnische Präzision ist nicht der entscheidende Grund, weshalb er "sehr zufrieden" ist, wie er im Gespräch mit dem Tagblatt sagt. "Das war wunderbar." Die routinierte Höflichkeitsfloskel eines abgeklärten Fensehprofis? "Nein, man ist doch auch Mensch. Mich hat das sehr berührt. Da sind sogar ein paar Tränen geflossen."

Gott auf die Welt bringen

"Das war einer meiner schönsten Fernsehgottesdienste", sagt auch Elke Rudloff. Mit herrlichem Gesang und höchster Aufmerksamkeit: "Da hätte man ja eine Stecknadel fallen hören."

Musikalisches Markenzeichen: Die Sängerinnen und Sänger der Kantorei unter der Leitung von Klaus Peschik trugen wesentlich zur anrührenden Stimmung bei. Ebenso wie die hervorragende Dekanatsorganistin Seonghyang Kim aus Roth. © Foto: Günther Wilhelm


"Gott auf die Welt bringen": So lautete das Leitmotiv an diesem zweiten Advent, an dem auch "Mariä Empfängnis" begangen wurde. Die Gottesmutter stand deshalb im Mittelpunkt der hörenswerten Predigt der Münchner "Fernsehpfarrerin" Melitta Müller-Hansen.

Für die Gemeindemitglieder von St. Martin aber ist ein Live-Auftritt im Fernsehen alles andere als Alltag. Doch schon die gelungene Premiere am Samstagnachmittag hat Zuversicht keimen lassen. Dass es aber so gut laufen würde — beinahe schienen alle von sich selbst überrascht.

Sehr stimmig

"Das war der schönste Gottesdienst, bei dem ich mitgewirkt habe, und das sind einige", sagt die Schülerin Mara Hertle, die mit Klara Wolkersdorfer und Jakob Stiegler die Fürbitten vorgetragen hat. "Alles war sehr stimmig", findet auch Margit Huyskens, die dem Fernsehpublikum die Marien-Darstellung im Hochaltar mit der Ohrmuschel im Gewand erläutert hat: "Maria ist auf Empfang." Pfarrer Paul-Hermann Zellfelder atmet erst einmal tief durch. "Ich bin einfach froh über die tolle Resonanz."

Derweil sind die Techniker schon mit dem Abbau von Licht und Ton beschäftigt. Und im ZDF läuft bereits die nächste Liveübertragung. Wintersport aus Lillehammer.

GÜNTHER WILHELM

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