Für einen Tag Hexen-Herrschaft in den Rathäusern

23.2.2017, 13:09 Uhr
In Abenberg entmachteten die Abenberger Hexen vorübergehend Bürgermeister Werner Bäuerlein (mit Krawatte) und übernahmen auch die Herrschaftsgewalt über das Personal. Foto: Karlheinz Hiltl

In Abenberg entmachteten die Abenberger Hexen vorübergehend Bürgermeister Werner Bäuerlein (mit Krawatte) und übernahmen auch die Herrschaftsgewalt über das Personal. Foto: Karlheinz Hiltl

Abenberg

Kaum war das Abenberger Rathaus am Unsinnigen Donnerstag für den Publikumsverkehr geöffnet, da stürmten die Abenberger Hexen, allen voran Oberhexe Alexandra Jannasch, hinein und übernahmen vorübergehend das Kommando. Ziel war die Krawatte von Bürgermeister Werner Bäuerlein, die der Schere zum Opfer fiel. Dann stellten die Hexen Andrea und Gisi im Sitzungssaal stellvertretend für alle anderen ihre diesjährigen Forderungen: "Wir wollen ein öffentliches WC." Und weil der Zweckverband Burg Abenberg für ihre Walpurgisnacht ein Sicherheitskonzept fordert, verlangten die Hexen vom Bürgermeister und seinem Bausachbearbeiter Friedrich Siemandel vor In-Gebrauchnahme dieses "Klos" ebenfalls ein Sicherheitskonzept. Anschließend mussten beide noch eine Bewährungsprobe bestehen: Bierkrug-Stemmen. Zwar ohne Bier, dafür stand eine noch ungeöffnete Flasche Sekt im Glas.

Schon seit 33 Jahren suchen die Abenberger Hexen am Unsinnigen Donnerstag Unternehmen auf, um Spenden zu sammeln, die dann an gemeinnützige Organisationen verteilt werden, zuletzt zum Beispiel an den Kinderhort Burgennest Abenberg des BRK-Kreisverbandes Südfranken. Mit dem Spendengeld wird aber auch teilweise die weihnachtliche Beleuchtung der Burg finanziert. Bis zum späten Nachmittag machte die wilde Truppe mit ihrem Faschingsruf "Abenberg Hex Hex" die Stadt unsicher.

Schwand

Schon beim morgendlichen Treffen im Schwander Gewerbegebiet waren die Schwander Hexen allerbester Laune.

Schon beim morgendlichen Treffen im Schwander Gewerbegebiet waren die Schwander Hexen allerbester Laune. © Foto: oh

Für die Hexen des Schwander Carnevals-Clubs SCC hieß es am Unsinnigen Donnerstag, wieder durch Schwanstetten zu touren. Unterwegs waren sie auf ihrem "Hex´n-Mobil", ein Anhänger, auf dessen Ladefläche ein Hexenhäuschen stand und das von einem Traktor gezogen wurde. Den Traktor steuerte Stefan Klafke. Bevor es losging, trafen sich die Hex´n in den Räumen der Firma Papka im Schwander Gewerbegebiet, um sich für die große Tour mit einem Frühstück zu stärken. Dann besuchten sie Geschäfte, Gaststätten, Bankfilialen, Firmen und viele Freunde. An Freunde und Gönner verteilten sie ihren diesjährigen Hexenorden. Die Rohlinge zu diesen Orden produzierte die Firma Modellbau Hutflesz aus Schwand an. Die Bemalung übernahmen die Hexen selbst. Am späten Nachmittag erfolgte als besonderer Höhepunkt der Sturm der Hexen auf das Rathaus.

Das Schwander Prinzenpaar Mark I. und Susanne I. folgten an diesem Tag einer besonderen Einladung. Nicht zuletzt wegen des 55-jährigen Jubiläums des Schwander Carnevals-Clubs wurden sie zusammen mit anderen Faschingsprinzenpaaren aus allen Regierungsbezirken des Freistaates Bayern festlich empfangen. anh

Kammerstein

In Kammerstein erhielten die Hexen erstmals Unterstützung aus Barthelmesaurach. Gemeinsam wurde das Rathaus gestürmt.

In Kammerstein erhielten die Hexen erstmals Unterstützung aus Barthelmesaurach. Gemeinsam wurde das Rathaus gestürmt.

Die Kammersteiner Hexen stürmten das Rathaus in Kammerstein. Doch dieses Jahr gab es einen Grund mehr auf den Altweiberfasching anzustoßen: Die Kammersteiner Hexen treiben dieses Jahr zum 20. Mal ihr Unwesen. Erstmals erhielten sie bei der Rathauseroberung Unterstützung durch die Barthelmesauracher Hexen. Bürgermeister Walter Schnell, die Mitarbeiter des Rathauses und des Bauhofes freuen sich über diese fröhliche Brauchtumspflege. Die Hexen erhielten aus der Hand des Bürgermeisters eine Urkunde und als Geschenk gab es für jede Hexe einen Hexenbesen mit eingravierten Namen.

Wendelstein

Wendelsteins Bürgermeister Werner Langhans und sein Stellvertreter Klaus Vogel hatten gegen die Übermacht der Hexen nichts zu bestellen.

Wendelsteins Bürgermeister Werner Langhans und sein Stellvertreter Klaus Vogel hatten gegen die Übermacht der Hexen nichts zu bestellen.

Auch das Neue Rathaus in Wendelstein war gestern fest in weiblicher Hand. 21 Hexen übernahmen für einige Stunden das Zepter von Bürgermeister Werner Langhans. Der Wendelsteiner Gemeindechef wehrte sich zwar standhaft. Letztendlich musste er den Rathausschlüssel an Oberhexe Petra Schröder abgeben. Dem Gemeindeoberhaupt und seinen Stellvertretern Klaus Vogel und Willibald Milde wurden die Krawatten abgenommen und der Stempel "erledigt" aufgedrückt. Die Hexen kündigten allerdings an, dass sie am Aschermittwoch, als reuige Witwen verkleidet, die Schlüsselgewalt wieder an Werner Langhans zurückgeben wollen.

Rohr

Der motorisch leicht gehandicapte Bürgermeister Felix Fröhlich wurden von den Rohrer Hexen recht pfleglich behandelt.

Der motorisch leicht gehandicapte Bürgermeister Felix Fröhlich wurden von den Rohrer Hexen recht pfleglich behandelt. © Foto: oh

Kleines Jubiläum: Zum fünften Mal fielen die Hexen des 1. Rohrer Hexenclubs, ausgestattet mit Besen, Musik und gehaltvoller, grüner Hexenbowle, am Unsinnigen Donnerstag in der Gemeindeverwaltung in Rohr ein. Heuer erhielten Bürgermeister Felix Fröhlich und seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter einen "Original-Rohrer-Hexenbesen-Orden" umgehängt. Obligatorisch mussten sich die Männer von ihren Krawatten "verabschieden".

Nachdem der Bürgermeister aufgrund einer Operation an der Achillessehne "motorisch gehandicapt" war, nahmen die Hexen darauf Rücksicht und begnügten sich mit lustigen Gedicht- und Liedvorträgen über Begebenheiten in der Gemeinde und mit kniffligen Denksportaufgaben. Mit gemischten Gefühlen gab Bürgermeister Fröhlich anschließend den Rathausschlüssel ab, den die Hexen am Aschermittwoch beim "Katerfrühstück" wieder auslösen wollen.st

Rednitzhembach

Ehe die Rednitzhembacher Hexen ins Rathaus vorgelassen wurden, mussten sie mit dem Bobbycar zunächst einen Hindernisparcours überwinden.

Ehe die Rednitzhembacher Hexen ins Rathaus vorgelassen wurden, mussten sie mit dem Bobbycar zunächst einen Hindernisparcours überwinden. © Foto: oh

In Rednitzhembach mussten die Hexen zunächst mittels Bobbycar einen Hindernisparcours überwinden, bevor ihnen der Zugang ins Rathaus gewährt wurde. Die Mitarbeiter ließen sich durch die lustigen Gesänge und Tänze durchaus anstecken. Bürgermeister Jürgen Spahl und seine Stellvertreter Joschi Leisinger und Volker Schaffer mussten sich mit dem Verlust des Schlipses abfinden.

Auch etliche Mitarbeiter wurden um einen Schlips kürzer gemacht. Nach dem schon traditionellen Hexenlied und dem närrischen Rückblick auf das vergangene Jahr trollte sich die maskierte Truppe dann wieder. Nicht allerdings, ohne zuvor den Rathausschlüssel kassiert hatten. Spahl gab sich gelassen: "Ich bin sicher, am Aschermittwoch steht wieder eine leicht müde wirkende Abordnung der Hexen vor mir und bringt den Schlüssel zurück."

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