Corona

Impfen in Schwabach: Letzter Rekord vor der Vollbremsung

22.5.2021, 17:56 Uhr
Mit den Impfungen ging es in dieser Woche gut voran. Fast 11500 Spritzen wurden in Schwabach und im LandkreisRoth gesetzt.

Mit den Impfungen ging es in dieser Woche gut voran. Fast 11500 Spritzen wurden in Schwabach und im LandkreisRoth gesetzt. © Bernd von Jutrczenka, dpa

Bevor es ab nächster Woche zumindest in den Impfzentren in Schwabach und Roth vorübergehend fast nur noch Zweitimpfungen gibt, hat das medizinische Personal in dieser Woche noch einmal Gas gegeben.

Die Grafik verdeutlicht die Impffortschritte, die im Landkreis Roth und in Schwabach in der vergangenen Woche erzielt wurden. In den Praxen der Haus- und Fachärzte werden seit einiger Zeit mehr Spritzen verabreicht als in den beiden Impfzentren.
 

Die Grafik verdeutlicht die Impffortschritte, die im Landkreis Roth und in Schwabach in der vergangenen Woche erzielt wurden. In den Praxen der Haus- und Fachärzte werden seit einiger Zeit mehr Spritzen verabreicht als in den beiden Impfzentren.   © NN

Mit 11.495 Spritzen in den beiden Impfzentren, bei den dezentralen Impfterminen in den Gemeinden und bei den Haus- und Fachärzten wurde der bisherige Impfrekord aus der Vorwoche noch einmal um rund 150 überboten.

Insgesamt haben die Menschen im Landkreis (62.104) und in Schwabach (26.863) inzwischen 88.967 mal die Ärmel hochgekrempelt. Wenn man davon ausgeht, dass in den Arztpraxen bislang noch weitgehend Erstimpfungen durchgeführt werden, dann sind 73045 Menschen erstgeimpft. Das entspricht bei einer Einwohnerzahl von etwa 168000 im Kreis Roth (127.000) und in Schwabach (41.000) einer Quote von knapp 43,5 Prozent. Vollständig geimpft sind mindestens 15.922 Bürger (9,5 Prozent).


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Allerdings werden in den Arztpraxen die Zweitimpfungen nicht extra ausgewiesen. Es kann also auch sein, dass die Quote der Erstimpfungen etwas niedriger und die der Zweitimpfungen etwas höher ist.

„Offene Grenzen“

Unabhängig davon lassen sich der Landkreis Roth und die Stadt Schwabach bei den Impffortschritten nicht scharf trennen. Erstens gibt es vielfache Verflechtungen bei den Patienten der Haus- und Fachärzte über kommunale Grenzen hinweg.

Und zweitens wird ein Teil der Rednitzhembacher und Kammersteiner Bevölkerung im Impfzentrum Schwabach immunisiert; das trifft für diejenigen zu, die sich online für die Schutzimpfung angemeldet haben. Der Grund: Rednitzhembach und Kammerstein haben die gleiche Postleitzahl wie Schwabach.

In der kommenden Woche droht das zuletzt erfreulich hohe Impftempo gedrosselt zu werden. Wie gestern berichtet, werden in den Impfzentren in Roth und in Schwabach ab Montag vorerst (fast) nur Zweitimpfungen verabreicht.

Das hilft zwar bei der so genannten Herdenimmunisierung durchaus weiter. Allerdings kommen zunächst kaum noch neue Interessenten in den Genuss einer ersten Spritze. Und das, so bestätigt Jörg Pfaffenritter vom Landratsamt Roth, „obwohl noch viele Anwärter aus der Prioritäten-Gruppe drei auf den ersten Piks warten“.

Zu dieser dritten Prio-Gruppe gehören die über 60-Jährigen, Menschen mit Vorerkrankungen, Menschen, die Kontakt zu Pflegebedürftigen haben und Menschen in Berufen, die viel Kontakt zu anderen Personen haben.


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Auch die Stadt Schwabach steckt im Impfzentrum mitten in der Erstimmunisierung dieser Prioritätengruppe. Zumindest bei diesen Erstimpfungen muss jetzt eine Vollbremsung hingelegt werden. Das macht der Plan des Impfzentrums für kommende Woche deutlich: „Geplante Erstimpfungen Kalenderwoche 21: 0. Geplante Zweitimpfungen Kalenderwoche 21: 1078.

Das Infektionsgeschehen

Was das aktuelle Infektionsgeschehen angeht, gibt es positive Nachrichten aus dem Landkreis Roth und nicht ganz so positive aus Schwabach.

Im Landkreis ist die Sieben-Tage-Inzidenz weiter gefallen: von 35,5 auf 29,2. Sollte sie an diesem Samstag ein fünftes Mal in Folge unter 50 bleiben, würde Landrat Herbert Eckstein eine Allgemeinverfügung unterschreiben. Dann gäbe es – das Einvernehmen des Gesundheitsministeriums vorausgesetzt – voraussichtlich ab Dienstag weitere Lockerungen (wir berichteten). Unter anderem entfiele dann in vielen Bereichen (Außengastronomie, Fitnessstudios, Schwimmbäder) die Testpflicht, beim Einkaufen müsste man keinen Termin mehr buchen.


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Mit der Inzidenz von 29,2 zählt der Landkreis Roth zu den 30 derzeit am wenigsten von Corona betroffenen Gebietskörperschaften in ganz Deutschland. Noch vor drei Wochen hatte er zumindest in der Region eher zu den Nachzüglern gehört. Das zeigt, wie sehr einzelne Ereignisse, wie in Allersberg, wo sich sehr viele Menschen in und im Umfeld einer Firma angesteckt hatten, die Inzidenz beeinflussen können.

Rasanter Rückgang

Noch ist die Zahl der aktuell Infizierten in der Marktgemeinde noch recht hoch, es kommen aber nur noch wenige neue Fälle hinzu. Das hat in den vergangenen zwei Wochen zu einem rasanten Rückgang der Inzidenz beigetragen.

In Schwabach dagegen ist die Inzidenz wieder gestiegen. Zwei Tage lang lag sie knapp unter 50, am Freitag meldete das Robert-Koch-Institut (RKI) einen Wert von 51,2. Eine der fünf durch PCR-Test bestätigten Neuansteckungen binnen 24 Stunden war zu viel.

Neustart bei 0

Das heißt: Es bleibt vorerst bei den aktuell geltenden Regelungen. Das Zählen beginnt wieder bei 0. Erst wenn die Zahl der Neuansteckungen binnen einer Woche, gerechnet auf 100.000 Einwohner, fünf Tage lang in Folge unter 50 liegen würde, wären ab dem übernächsten Tag oder drei Tage später zusätzliche Erleichterungen möglich. So wie wahrscheinlich ab Dienstag im Landkreis Roth.