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Mittwoch, 17.07.2019

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"Jein" zu eSports

Oder: Wie der Bayerische Landessport-Verband dem Trend der Gamification im Sport begegnet. - 09.07.2019 14:42 Uhr

Schaut es so in naher Zukunft in den Sportheimen unserer Vereine aus? Gut möglich! © Archiv: Stefan Hippel.


Während die Proficlubs mit diesem Angebot vor allem junge Menschen ansprechen möchten, tun sich die Clubs an der Basis noch schwer, zumal die rechtlichen Voraussetzungen noch nicht geklärt sind. Mit seinem Referat beim Stadtverband der Schwabacher Turn- und Sportvereine versuchte Thomas Kern, Geschäftsführer des BLSV München, Antworten auf die brennendsten Fragen zu geben. Das Thema seines Referats lautete: "eSports, Gamifikation und virtuelle Vereine – eine Chance für den organisierten Sport?"

Nicht zuletzt die Forderung der großen Koalition im Bundestag, eSports müsse olympisch werden, habe den Sport-Dachverband schon massiv unter Druck gesetzt. In einer Experten-Arbeitsgemeinschaft wurde die Frage diskutiert, ob und wie eSports in den organisierten Sport gelangen könnte. Mit allen Konsequenzen wie Gemeinnützigkeit, Sportförderung usw. Der Bayerische Landessport-Verband (BLSV) wollte das Heft des Handeln nicht aus der Hand geben und ist mit diesem Thema offensiv umgegangen.

Gegen "Egoshooter-Spiele"

In der Diskussion standen nicht so sehr die Konsolenspiele wie Fifa, die doch eher auf einen sportlichen Hintergrund basieren, sondern vielmehr um Spiele wie "Fortnite", "League of Legend" oder "Counter Strike". Von diesen "Egoshooter-Spielen" werde sich der BLSV auch künftig ganz deutlich distanzieren. Wohl wissend, dass der eSports-Verband mit Macht darauf drängt, anerkannt zu werden, so dass sich eigenständige Abteilungen in den Sportvereinen gründen könnten.

Beispiel BFV

Sportartbezogene Spiele indes sollten sich im Dachverband entwickeln können, so die Meinung von Thomas Kern. Der Bayerische Fußball-Verband ist hier längst einen Schritt weiter, hat seit seinem Verbandstag eSports mit Bezug zum Fußball (eSoccer) in seiner Satzung verankert. Mit dem Vorstandsbeschluss ist nun klar, dass sich der BFV nachhaltig um eSports kümmern wird – ein Dreijahresplan ist verabschiedet worden.

Eine weitere Facette des eSports sollte ebenfalls nicht unerwähnt bleiben. Thomas Kern wies darauf hin, dass auch eine elektronische Vernetzung, wie es die vielen auf dem Markt befindlichen Fitnessuhren darstellt, streng genommen eine "Gamification" ist. eSports habe durchaus seine positiven Seiten, ließ der Referent durchblicken. So könne man damit eine bestimmte Zielgruppe, die möglicherweise dem Sportverein verloren geht, wieder stärker an die Clubs binden. Menschen mit Behinderung könnten über diese Plattform noch besser mit der Gemeinschaft vernetzt werden. "Sie sehen", so Thomas Kern, "es macht also durchaus Sinn, sich mit diesem Thema auseinanderzusetzen, um im Bedarfsfall rechtzeitig reagieren zu können!"

Turnhallensituation

Die Mitgliederversammlung im Sportheim der DJK Schwabach nutzte der Stadtverbandsvorsitzende Helmut Gruhn auch dazu, die aktuelle Situation im Schwabacher Sport zu beleuchten. Erleichtert habe er registriert, dass der Deutsche Alpenverein mit seinen 2500 Mitgliedern wieder einen Vorstand hat. Auch beim TV 1848 Schwabach wurde ein neuer Vorstand installiert.

Mehr Sorgen bereite Gruhn die Sporthallensituation, zumal die Hallenbelegung für das nun folgende Winterhalbjahr einige Defizite aufweise und erst in den nächsten Woche endgültig geklärt werden könne. Eine Rolle spielt dabei auch die Zunahme an raumintensiven Sportarten. Ein Hauen und Stechen dürfte mal wieder die Folge sein, denn drei der größten Schwabacher Sportvereine hätten laut Plan ihre Hallenkapazität um zum Teil weit über 150 Prozent überstiegen.

Eine klare Aussage hinsichtlich der Sportnutzung für die derzeit als Flüchtlingsherberge "umgestaltete" Wöhrwiesenturnhalle wäre aus Sicht des Sports wünschenswert. Noch gibt es das vom Gebäudemanagement in Auftrag gegebene Gutachten nicht. Auch eine Nutzung als Kulturstätte sei möglich — so oder so, das größte Problem in Verbindung mit dieser Halle sind die fehlenden Parkmöglichkeiten.

Im Zuge einer Erweiterung der Johannes-Helm-Schule ist auch eine Doppelturnhalle an diesem Standort im Gespräch, denn mit den bisherigen Möglichkeiten könne der Bedarf für den Sportunterricht nicht zu 100 Prozent erfüllt werden. Gerhard Kappler vom Schul- und Sportamt der Stadt bestätigte, dass man in dieser Angelegenheit in guten Gesprächen mit der Regierung von Mittelfranken sei. Mit dem Hinweis auf anstehende Termine — wie zum Beispiel das Familienfest der Reservistenkameradschaft unter Beteiligung Schwabacher Sportvereine am Samstag in der Hocheder-Halle und dem Pyraser-Fußball-Cup am Sonntag, 14. Juli, auf dem Gelände der DJK Schwabach beschloss Helmut Gruhn die Versammlung. 

ROLAND JAINTA

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