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Kahnfahrt Hembach: Gemeinde will bauen, aber noch fehlen Unterschriften

Geht es nach Bürgermeister Spahl soll die Kahnfahrt mit neuen Containern ausgestattet werden - 12.08.2019 15:02 Uhr

Die Kahnfahrt in Rednitzhembach: Die Gemeinde würde gerne Ausbauen, der Wässerverband verweist auf die Haftungsfrage. © Foto: Thomas Correll


Norbert Bauer möchte nicht auf sich sitzen lassen, dass es in der Zeitung hieß, er sei gegen den Ausbau der Rednitzhembacher Kahnfahrt (wir berichteten). Der Betreiber des Wehrs "Kuhrsche Mühle" (unterhalb der Kahnfahrt) und des "Wild-Wehrs" (oberhalb) betont, man habe ein gutes Verhältnis zu Kahnfahrt-Chef Doc Knotz. Das Problem sei die Frage der Haftung.

Der Hintergrund: Die Gemeinde Rednitzhembach und Bürgermeister Jürgen Spahl würden die Kahnfahrt gerne mit einem neuen Container ausstatten, in dem man Toiletten, Büro und einen Kiosk unterbringen könnte. Spahl verweist auf den jetzigen Zustand der Anlage: "Es ist ein Verhau, der Schuppen ist von unten angeschimmelt." Was außerdem angeschafft werden soll, ist eine Badeinsel auf der Rednitz.

Um das baurechtliche Verfahren für diese Veränderungen anzustoßen, stehe aber zunächst ein wasserrechtliches Verfahren an, erklärt Spahl – und für das hätte die Gemeinde ursprünglich die Unterschrift von Norbert Bauer gebraucht.

Der hat sich anwaltliche Hilfe von einer Wasserrechtsexpertin geholt. "Wir haben uns beraten lassen. Die Anwältin meinte: Wenn etwas passiert, sind wir dran." Deshalb habe man nicht unterschrieben – nicht, weil man einen Groll gegen die Kahnfahrt hege.

Gemeinde änderte die Anfangspläne

Bürgermeister Spahl sieht die Frage der Haftung anders. Er verweist auf eine sogenannte Allgemeinverfügung des Landratsamts Roth von 2002, die auch dem Tagblatt vorliegt. Da heißt es: "Zur Verhütung von Gefahren für Leben und Gesundheit wird das Baden und das Befahren mit Booten (...) für jeweils eine Gewässerstrecke von mindestens 25 Metern oberhalb und unterhalb der aufgeführten Wehre (...) verboten." Das bedeute, so Spahl, wenn jemand ins Wehr gerät und sich verletzt, sei er selbst dafür verantwortlich. Wasserwirtschaftsamt und Landratsamt sehen das laut Spahl genauso.

Wie dem auch sei, die Unterschrift von Norbert Bauer ist nach einer Planänderung vonseiten der Gemeinde gar nicht mehr nötig. Das wurde bei einem Runden Tisch am Dienstag geklärt. Man baue jetzt weiter weg vom Fluss, erklärt Spahl, was Bauers Unterschrift unnötig macht. Bauer ist erleichtert.


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Die Unterschrift von Kurt Zwingel als Vertreter des Wässerverbands braucht Spahl aber noch immer. Im Wässerverband haben sich 17 Landwirte zusammengeschlossen, die das Rednitzwasser zur Bewässerung ihrer Felder nutzen. Auch Zwingel verweist auf die Frage der Haftung. Er wird deshalb dem Ausbau der Kahnfahrt nicht zustimmen, auch das wurde beim Runden Tisch klar.

Zumindest habe man sich geeinigt, so Spahl, dass die Kahnfahrt einen Tag vorher per SMS verständigt wird, wenn die Wiesen unter Wasser gesetzt werden. Eine Feier der Kahfahrt war wegen einer unangekündigten Wässerung im wahrsten Sinne des Wortes ins Wasser gefallen. Absicht? Zwingel bestreitet das vehement.

Fakt ist, das erst einmal nichts geht ohne die Unterschrift der Wässerer. "Wir würden gerne bauen", sagt Spahl, man befinde sich aber "in einer Pattsituation". 

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