LesArt: Nachwuchs-Poeten glänzen im Bürgerhaus

6.11.2012, 08:15 Uhr
Silvia Raddatz (2.v.re.) wurde als beste Autorin ausgezeichnet. Links neben ihr Benedikt Rampelt und Carina Hahn. Rechts: Sven Heublein,  Ideengeber für den Nachwuchspreis.

© Schmitt Silvia Raddatz (2.v.re.) wurde als beste Autorin ausgezeichnet. Links neben ihr Benedikt Rampelt und Carina Hahn. Rechts: Sven Heublein, Ideengeber für den Nachwuchspreis.

Der Preis ist mit 200 Euro dotiert und geht auf eine Idee des Stadtratmitglieds Sven Heublein zurück. Er hatte den Preis 2010 angeregt.

Drei blutjunge Schriftsteller und Lyriker sowie die Klasse 10m der Johannes-Kern-Mittelschule waren zum Vorlesen ins Bürgerhaus eingeladen worden. Die Schülerinnen und Schüler der ehemaligen Hauptschule im Norden Schwabachs hatten sich mit Gedichten und Prosatexten am Wettbewerb beteiligt, die während eines Schreib-Workshops entstanden sind. Dafür erhielten sie den Sonderpreis der Bürgerstiftung.

Williams Diaz Fernandes, Daniel Schmidt und Susan Wolfrum (v.li.) von der Kern-Schule beeindruckten. Auf dem Foto fehlt ihre Mitschülerin Ann-Kathrin Baumann.

Williams Diaz Fernandes, Daniel Schmidt und Susan Wolfrum (v.li.) von der Kern-Schule beeindruckten. Auf dem Foto fehlt ihre Mitschülerin Ann-Kathrin Baumann.

Geehrt dürfen sich damit auch die beiden Verantwortlichen fühlen. Klassleiterin Cornelia Jacob hatte für die Sonderveranstaltung Platz im Lehrplan gefunden. Gudrun Vollmuth von der „Schreibwerkstatt Wendelstein“ war Leiterin des Schreibseminars. Die Ergebnisse trugen Susan Wolfrum, Ann-Kathrin Baumann, Williams Diaz Fernandes und Daniel Schmidt vor. Insbesondere sein Text war erstaunlich. Sprachlicher Mut und erzählerische Wucht paarten sich in ihm auf beeindruckende Weise.

„Herzensangelegenheiten“

Aus 19 Einsendungen hatte die Bürgerstiftung drei ausgewählt, die schließlich im Bürgerhaus vorgetragen wurden. Voraussetzung für die Teilnahme waren drei Gedichte oder eine sechsseitige Erzählung zum Thema „Herzensangelegenheiten“. Silva Raddatz trug einen Prosatext vor. Darin ging es um den Besuch eines Mannes bei einer alten Liebe. „Man spürt immer die Zerrissenheit des Ich-Erzählers: Klarer Text und Spitzenvortrag“, begründete Sven Heublein die Entscheidung der Jury. Der 17-jährige Benedikt Rampelt und die gleichaltrige Carina Hahn trugen Lyrik vor, in der sie eigene Erfahrungen mit ersten Liebesempfindungen verarbeitet hatten. Rampelt belegte den zweiten Platz. Hahn wurde Dritte.

Neben Heublein gehörten der Jury dessen Stadtratskollegin Sabine Weigand, Uwe Barth vom Stadtjugendring und Hanne Hofherr, die städtische Verantwortliche für LesArt, an.

Die Preisverleihung fand in einem ungezwungenen und sympathischen Rahmen statt. Er war vor allem geprägt von der teils außerordentlichen Qualität der Texte, hatte aber auch zwei eigene kulturelle Programmpunkte. Michael Jakob aus Ansbach ist Schauspieler, Conferencier und Kreativ-Coach, gilt aber vor allem als „Papst“ der regionalen Poetry-Slam-Szene. Regelmäßig macht er mit dem Dichterwettstreit im Schwabacher „Kabuff“ Station.

Ist in der regionalen Poetry-Slam-Szene fest verhaftet: Michael Jakob.

Ist in der regionalen Poetry-Slam-Szene fest verhaftet: Michael Jakob. © pr

Jakob moderierte den Abend nicht nur professionell und kurzweilig. Er beteiligte sich auch mit eigener Gedichtvortrags-Kunst. Musikalisch hatte die Bürgerstiftung ebenfalls auf Nachwuchs gesetzt. „Illusion“, die Band aus vier 14- bis 16-jährigen Schwabacher Gymnasiasten, ist mittlerweile eine feste Größe der örtlichen Kulturszene.

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