Montag, 12.04.2021

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Marco Meier: 24-Jähriger drängt in den Landtag

Junger Mann aus Weihenzell bei Ansbach kandidiert für die Freien Wähler in Nürnberg-Süd/Schwabach - 25.01.2018 06:00 Uhr

Jung und selbstbewusst: Marco Meier ist in Schwabache vor allem Fußballern bekannt.

24.01.2018 © Foto: Gerner


Meier lebt in Weihenzell (Landkreis Ansbach), hat ein abgeschlossenes Studium in Sportmangement in der Tasche und sattelt derzeit als Zweitfach einen Abschluss in Wirtschaftspsychologie drauf. Gleichzeitig baut er nebenher eine Sportagentur auf.

In Schwabach ist er insofern kein Unbekannter, als er zu Landesliga-Zeiten die A-Junioren-Fußballer des SC 04 Schwabach trainierte. Derzeit coacht er die Erwachsenen-Mannschaft in seiner Heimatgemeinde.

Fraktionssprecher

In Weihenzell gehört er auch dem 14-köpfigen Gemeinderat an, er führt als Sprecher die siebenköpfige Fraktion der Freien Wähler an.

Dass ein Ansbacher im Nachbarstimmkreis Nürnberg-Süd auf Stimmenfang geht, hat zwei Gründe. Erstens: In Nürnberg-Süd hob niemand ganz energisch den Finger, als nach einem Direktkandidaten für den Landtag gefahndet wurde. Zweitens: In Ansbach konnte Meier nicht kandidieren, weil die Kandidatur an den Landtagsabgeordneten Dr. Peter Bauer schon vergeben war.

Doch Meier hat frühzeitig signalisiert, dass er Interesse hätte, in den Ring zu steigen. Politik auf kommunaler Ebene ist ihm auf Dauer nämlich zu wenig. "Ich trete an, um die Parlamente zu verjüngen", sagt er selbstbewusst. Deshalb scheute er im Herbst 2017 auch nicht vor einer Bundestagskandidatur in seinem heimischen Wahlkreis zurück, wohl wissend, dass die Freien Wähler auf Bundesebene keine Rolle spielen.

Sie landeten dann auch bei mageren 1,0 Prozent. In seinem Wahlkreis holte Meier allerdings 12 000 Stimmen – so viel wie kein zweiter FW-ler in Mittelfranken – und ließ damit immerhin FDP und Linke hinter sich. "Die Bundestagswahl war also eine Art Bewerbung für die Landtagswahl", sagt Marco Meier.

Ein weiter Weg

Doch auch hier wird es der Nachwuchsmann schwer haben, den Sprung vom Kandidaten zum Abgeordneten zu schaffen. Zwar dürften die Freien Wähler auch in der nächsten Legislatur im Maximilianeum sitzen – Umfragen sehen sie derzeit zwischen sieben und acht Prozent. Doch im direkten Duell gegen politische Schwergewichte wie Karl Freller dürfte Meier nicht viel ausrichten können. Und bei der mittelfränkischen Listenreihung der Freien Wähler in dieser Woche in Rednitzhembach musste sich der 24-Jährige fast ganz hinten anstellen: Platz elf von zwölf sprang heraus.

Auf Überholspur?

Wenn man davon ausgeht, dass die mittelfränkischen Freien Wähler zwei, maximal drei ihrer Kandidaten ins Parlament bringen, muss Marco Meier also ganz schön viele Parteifreunde überflügeln, um in München Sitz und Stimme zu erhalten. "Ich weiß, dass ich nur Außenseiterchancen habe", sagt er deshalb. Doch die Flinte ins Korn werfen will er nicht: "Wenn es diesmal nicht klappt, dann eben in fünf Jahren. Dann bin ich immer noch unter 30."

Zudem sieht er zwei strategische Vorteile für sich: "Ich bin mit Abstand der jüngste Kandidat bei den Freien Wählern. Marketingtechnisch bin ich damit möglicherweise leicht im Vorteil." Und: Als Bundestagskandidat hat sich Meier einen gewissen Bekanntheitsgrad in Stadt und Landkreis Ansbach sowie in Teilen von Weißenburg-Gunzenhausen erarbeitet. Dort hofft er im Oktober besonders viele Zweitstimmen einsammeln zu können.

Huber als Listenkandidat

Als Listenkandidat im Stimmkreis Nürnberg-Süd/Schwabach geht übrigens ein echter Schwabacher ins Rennen. Christian Huber, bekannt vor allem durch seine Arbeit in der Evangelischen Landjugend, war vor fünf Jahren bereits der Direktkandidat der FW und mischt heuer gewissermaßen in der "zweiten Reihe" mit.

ROBERT GERNER

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