Donnerstag, 29.10.2020

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Mehr Psychotherapeuten im Landkreis und in Schwabach

In Hilpoltstein fehlt noch immer ein Kinderarzt - 12.10.2020 08:57 Uhr

Die Nachfrage nach psychotherapeutischer Beratung für Kinder und Jugendliche steigt. 


 Weil die Nachfrage nach psychotherapeutischer Beratung gestiegen ist, wurde die Versorgungssituation im Landkreis verbessert. Die zum 1. Oktober 2020 umgesetzte Reform der Bedarfsplanung hat auf den Landkreis Roth und die Stadt Schwabach Auswirkung auf die Zahl der Psychotherapeuten.

44 Therapeuten statt 33

In der Region sind nun 44 Therapeutinnen und Therapeuten ansässig, nicht mehr nur 33. Darunter fallen Kinder-und Jugendpsychotherapeuten, zwei in Roth und je einer in Schwabach und Wendelstein. Ein Hindernis dabei war, das Fachpersonal aufs Land zu locken. Martin Rammrath-Tzschentke ließ sich überzeugen. Der Psychotherapeut hat nun in Büchenbach zusammen mit Annette Freund eine Praxis. Aus dem Nürnberger Süden könne er morgens entspannt nach Büchenbach fahren und freue sich dort über die Ruhe und die Natur, erzählt er beim Gang durch die neuen Räumlichkeiten neben der Bankfiliale.

In Roth, fast mitten in der Stadt, gibt es nun außerdem eine Psychotherapie-Gemeinschaftspraxis für Kinder- und Jugendliche. Dass hier die jüngere Generation im Mittelpunkt steht, merkt man beim Besichtigen der Praxisräume in der Hauptstraße 33, wo früher unter anderem ein Handyladen war.

Schon ausgebucht

Ein kleiner Sandkasten, Puppen, Spielfiguren und Kuscheltiere sind in den gemütlich eingerichteten Beratungszimmern zu sehen. Hier haben nun Nikole Zovko und Matthias Streubel ihren Arbeitsplatz. Mit noch laufenden Therapien und neuen Patienten sind die beiden mittlerweile voll.

Da die Beratungen 50 Minuten dauern und zur Arbeit auch Elterngespräche und die Dokumentation der Fälle gehören, können die beiden nur jeweils 20 Kinder und Jugendliche parallel betreuen. Die Nachfrage ist aber größer. "Die Leute rufen teilweise bis von der Landkreisgrenze an," erzählt Matthias Streubel. Die Gründe, warum schon Kinder und Jugendliche psychotherapeutische Hilfe brauchen, sind vielfältig. Depressionen, Angststörungen, ADHS oder emotionale Probleme gehören zu den häufigsten Krankheitsbildern. Dies bestätigen auch die Zahlen: Laut dem Kinder- und Jugendreport der DAK-Gesundheit aus dem Jahr 2019 zeigt jedes vierte Schulkind psychische Auffälligkeiten.

Edelhäußer zufrieden

Der Rother Bürgermeister Ralph Edelhäußer zeigt sich mit der verbesserten Versorgungssituation im Landkreis zufrieden. "Wir freuen uns, dass ein weiteres leeres Gebäude in Roth nun gefüllt ist. Das Thema Gesundheit nimmt neue Ausmaße an und die Nachfrage ist da."

bga MILENA KÜHNLEIN

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