Ausstellung in der Städtischen Galerie

Petra Krischke zeigt in Schwabach eine fabelhafte Gruselwelt

18.2.2022, 11:44 Uhr
Petra Krischke ist in Schwabach keine Unbekannte. Die Heroldsbergerin hat vor fünf Jahren den Publikumspreis der Ortung gewonnen. Nun ist sie mit eigens für Schwabach angefertigten Werken im Bürgerhaus zu sehen.

© Robert Schmitt, NN Petra Krischke ist in Schwabach keine Unbekannte. Die Heroldsbergerin hat vor fünf Jahren den Publikumspreis der Ortung gewonnen. Nun ist sie mit eigens für Schwabach angefertigten Werken im Bürgerhaus zu sehen.

Allerdings ganz anders, als man es erwarten würde: Unnatürlich grelle Farben auf glitzerndem, aber sonst naturbelassenem Leinen sollen das Schöne und das Gefährliche zugleich darstellen. „Auf den ersten Blick erscheint vieles in meinen Bildern bunt, heiter und unkompliziert, auf den zweiten Blick erfasst den Betrachter das makabere Gruseln“, sagt die Künstlerin.

Der Titel der Werkschau deutet es an: „Von bellenden Blüten“. Eröffnung ist heute Abend ab 19 Uhr vor der Städtischen Galerie im Bürgerhaus. Für die Besichtigung der Bilder gilt die 2Gplus-Regel.

Leuchtende Farben auf rohem Leinen sind charakteristisch für Krischkes Malstil, den sie über mehrere Jahre hinweg entwickelt hat. Dabei malt sie die Chimären so naturgetreu, dass man sich vorstellen könnte, es gebe sie wirklich: Der Mähnenwolf mit Geierkopf, der Kampfhund mit Fischleib, ein Geier als Bluthund, ein Schakal mit Einhorn-Attribut oder als Pegasus.

Optische Kontraste dominieren nicht nur beim Material. Krischke kombiniert schöne, duftende und harmlose Blüten mit stinkenden, bissigen und manchmal hässlichen Hunden. „Das Schöne und das Gefährliche, das Nette in Konfrontation zum Provokativen“, schildert Krischke ihren Ansatz. Bei Hunden mit Gasmaske treibt sie es auf die Spitze und will damit das Thema „Umweltverschmutzung“ anklingen lassen.

Gefüllt wie selten zuvor

Krischkes Bilder zeichnen sich durch ein fantastisches malerisches Können aus. Die überaus authentisch wirkende Integration der grellen Farben in die weitgehend naturalistische Tierdarstellung und die ungebrochene Kombination verschiedener Gestalten samt ihrer Bewegung sind stets meisterhaft gelungen.

Dabei hat Petra Krischke die Galerie mit einer Fülle an Werken ausgestattet wie selten zuvor ein Künstler oder eine Künstlerin. Ausschließlich mit eigens für Schwabach angefertigten Bildern. Seit November hat sie praktisch nichts anderes getan, als für die Ausstellung zu malen. „Sieben Tage die Woche, zwölf Stunden pro Tag habe ich unermüdlich gearbeitet, weil meine Malweise sehr aufwändig ist“, sagt sie.

Doch Krischke hat auch an der Nähmaschine gesessen. Denn das ist der zweite Teil ihrer Kunst: Sie erschafft über genähte Objekte aus grobem Gewebe dreidimensionale Leinwände, die eine Erweiterung ihrer Malerei in den Raum ermöglichen. Ziel ist eine riesige Installation, die in eine eigene fremde Welt entführt. Petra Krischkes Werdegang ist durchaus als außergewöhnlich zu bezeichnen. Denn als junge Frau hat sie Grafikdesign an der Ohm-Hochschule studiert, sich dann aber erst einmal ihrer Familie mit drei Kindern gewidmet. Ein Studium der freien Malerei und Konzeptkunst samt Diplom für Kunst im öffentlichen Raum hat sie erst mit 55 Jahren abgeschlossen. Dabei war die Aufnahme an die Akademie alles andere als einfach. Schließlich musste sie in einem eigenen Test ihre besondere Begabung nachweisen. Für die Beobachter der Kunstszene in der Region dürfte die 61-jährige mittlerweile allerdings keine Unbekannte mehr sein.

2017 hat sie bei der Jubiläums-Ortung in Schwabach den zweiten Platz beim Publikumspreis belegt. Beim Kunstwettbewerb der Blauen Nacht in Nürnberg hat Petra Krischke einmal den ersten und zwei Mal den zweiten Preis gewonnen. 2008 war sie dritte beim Kunstpreis der Nürnberger Nachrichten. Seit 2018 betreibt sie eine Atelier-Galerie in der Nürnberger Südstadt. Sie ist Mitglied im Schwabacher Künstlerbund und seit kurzem Vorstandsmitglied der Albrecht-Dürer-Haus-Stiftung.

Info: Zu sehen sind ihre Werke in Schwabach bis 20. März. Für die Öffnungszeiten sucht die Galerie Aufsichtspersonal. Wer Interesse hat, möge sich an den Künstlerbund Schwabach wenden: www.kuenstlerbund-schwabach.de