Rednitzhembach: Gewerbegebiet Süd wird erweitert

1.4.2017, 11:58 Uhr
Derzeit eine

Derzeit eine "Insel", wird die Firma Omega Sorg bald ans erweiterte Gewerbegebiet Süd angebunden sein. © Robert Gerner

Gewerbegebiet Süd

Freigemacht hat der Gemeinderat den Weg für die Erweiterung des Gewerbegebiets Süd. Es geht vor allem um die Erschließung der Grundstücke, die zwischen dem jetzigen Gewerbegebiet an der Staatsstraße von Schwabach nach Roth und der etwas weiter südlich gelegenen Firma Omega Sorg liegen. "Wir beseitigen damit die Insellösung für Omega Sorg", sagte Bürgermeister Jürgen Spahl. Die Nachfrage nach Gewerbegrund in Rednitzhembach sei nach wie vor sehr groß. Mittel- bis langfristig ist an eine weitere Erweiterung gedacht – so die Gemeinde in den Besitz der derzeit landwirtschaftlich genutzten Flächen kommt. Seit dem Bau von Omega Sorg hat die Gemeinde in diesem Bereich schon rund 30 000 Quadratmeter aufgekauft. Die Hälfte davon soll jetzt Gewerbegebiet werden.

Wie stark die wirtschaftliche Entwicklung Rednitzhembachs ist, verdeutlicht ein anderer Wert. Die Zahl der sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplätze ist in den vergangenen zehn Jahren um 40 Prozent auf 1700 geklettert.

Baugebiet Farben-Distler

Im November hatte der Gemeinderat den Bebauungsplan für die rund ein Hektar große Industriebrache an der Schwander Straße auf den Weg gebracht. Allerdings haben dann im Laufe des Verfahrens die so genannten "Träger öffentlicher Belange" (wie Landratsamt, Bauernverband, Bund Naturschutz, Nachbarstädte und Nachbargemeinden) und die Bürger die Möglichkeit, Anregungen und Bedenken vorzubringen.

Von diesem Recht haben viele Gebrauch gemacht, und einige entscheidende Dinge hat der Gemeinderat jetzt auch geändert. So hat er beim Geschosswohnungsbau an der Schwander Straße die Zahl der Geschosse von vier auf drei reduziert. Auch eine Zufahrtsstraße ins Baugebiet wird breiter. Viele weitere Kleinigkeiten werden in den Plan eingearbeitet, dann gibt es eine zweite Auslegung der Pläne. Dabei können dann verschiedene Stellen noch einmal den Stand der Dinge begutachten und kommentieren.

Das Baugebiet war jüngst in die Schlagzeilen gekommen, weil sich die Nachbarn über massive Staubbelastung bei den Abbrucharbeiten beschwert hatten. Das Landratsamt hatte dann die Arbeiten zwischenzeitlich eingestellt. Inzwischen laufen sie wieder. Entstehen werden hier jetzt noch knapp 40 Wohneinheiten in Wohnungen, Doppelhäusern und Reihenhäusern. Erschlossen, bebaut und vermarktet wird das gesamte Gebiet von der Firma Netter aus Obermässing.

Baugebiet "Hoher Hof"

Im Gegensatz zum Baugebiet beim ehemaligen Farben-Distler handelt es sich nicht um die innerörtliche Umnutzung einer Industriebrache, sondern um ein komplett neues Wohngebiet auf bisherigen Ackerflächen nördlich von Untermainbach. Auch hier kamen im Rahmen des Verfahrens die Träger öffentlicher Belange zu Wort. Im Gegensatz zum "Farben-Distler" gab es aber keine einschneidenden Änderungen im Vergleich zum ersten Entwurf. Richard Gußner (NB/PW) fragte lediglich an, ob man im Bebauungsplan tatsächlich die Firstrichtung festzurren soll. Das schränke die Bauherren ein.

Die Verwaltung – und auch die übrigen Gemeinderäte – wollten daran jedoch nicht mehr rütteln. "Jeder Interessent, der ein Grundstück erhält, weiß, bevor er bezahlt, was darauf geht und was nicht", so Bauamtsleiterin Jennifer Weiß. Auch beim "Hohen Hof" sind noch einige Verfahrensschritte nötig, bis tatsächlich die Bagger anrücken können.

Noch nicht geklärt ist, ob sich ein Wunsch von Bündnis 90/Die Grünen realisieren lässt. Fraktionssprecher Erwin Held hat die Wärmeversorgung durch ein Nahwärmenetz ins Gespräch gebracht. Das würde die Kohlendioxid-Belastung senken und könnte – vor allem bei einem Betrieb mit Holz/Hackschnitzeln – die regionalen Wirtschaftskreisläufe stärken. Die N-ergie hat zwar abgewunken – zu unwirtschaftlich in diesem Bereich. Doch Held will nicht lockerlassen. "Auch unsere Gemeindewerke könnten so etwas in die Hand nehmen." Bürgermeister Jürgen Spahl betonte, dass noch weitere Anfragen laufen. "Das ist noch nicht zu Ende untersucht."

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