Debatte im Gemeinderat

Rednitzhembach: Hotel als "Puffer" zwischen Gewerbe und Wohnen?

1.8.2021, 07:04 Uhr
So sieht die Planung für das neue Hotel mit Wohnungen in Rednitzhembach an der Ecke Penzendorfer Straße/Ringstraße  aus.

So sieht die Planung für das neue Hotel mit Wohnungen in Rednitzhembach an der Ecke Penzendorfer Straße/Ringstraße aus. © Richter Haus & Heim GmbH

So viel Besuch gibt’s nur bei umstrittenen Themen. Donnerstagabend im Gemeindezentrum: Unter Einhaltung des Corona-Abstands sind die Stuhlreihen für die Bürgerinnen und Bürger voll besetzt. Der Grund ist gleich Tagesordnungspunkt eins der Gemeinderatssitzung: die Pläne für ein neues Hotel an der Ecke Penzendorfer Straße/Ringstraße, also zwischen dem Gewerbe- und einem Wohngebiet.

Das Vorhaben hat für teils empörte Reaktionen gesorgt und zur Gründung einer Bürgerinitiative geführt. Der Gemeinderat hat deshalb die Entscheidung vertagt und den Investor eingeladen, das Projekt bei der Sitzung vorzustellen.

Als Vertreter der „Richter Haus & Heim GmbH“ aus Nürnberg erläuterte Jens Kacar die Planung und stellte sich der Diskussion, die trotz kritischer Nachfragen der Gemeinderäte ausgesprochen sachlich verlief. Zudem erläuterte der von der Gemeinde für die Erstellung des Bebauungsplans beauftragte Diplom-Ingenieur Matthias Fleischhauer die planungsrechtliche Situation.

Vorgeschichte: „Das Thema ist für uns nichts Neues“, leitete Bürgermeister Jürgen Spahl die Diskussion ein. Anfragen für das brachliegende Grundstück gebe es schon seit fünf Jahren. Die Bauvoranfrage für dieses Hotelprojekt war im Juli 2020 einstimmig gebilligt worden. Im Juni 2021 aber hatte der Bauausschuss angesichts der Bürgerproteste gefordert, vor einem endgültigen Beschluss solle der Investor dem Gemeinderat das Konzept erläutern.

Das Projekt: Geplant ist ein gemischtes Gewerbe- und Wohnprojekt. Ein Hotel mit Frühstücksangebot soll 16 Zimmer haben, die nicht zuletzt für Handwerker gedacht sind, erklärte Jens Kacar. Im Erdgeschoss ist eine nach dem Fernsehsender benannte SkyBar vorgesehen.
Im Dachgeschoss soll ein kleines Café mit begrünter Dachterrasse entstehen.

Zudem sei das Projekt an die Bedürfnisse der umliegenden Gewerbetreibenden angepasst und biete deshalb Tagungs- und Besprechungsräume. Im Bereich Wohnen soll es 13 hochwertige Eigentumswohnungen in einer Größe zwischen 70 und 109 Quadratmetern mit Terrassen geben. Zwei Parkgaragen und 15 Außenstellplätze sollen für ausreichend Parkraum sorgen. „Die Gewerbeeinheiten sind so geplant, dass die Räume zum Gewerbegebiet ausgerichtet sind“, betonte Jens Kacar.

„Und die Wohnungen zum Wohngebiet“

Baurecht: Zur baurechtlichen Situation erklärte Planer Matthias Fleischhauer, dass zwischen dem vorhandenen Gewerbe- und Wohngebiet kein reines Wohngebiet zulässig sei: „Es muss eine Nutzungsmischung geben.“ Das Projekt bezeichnete er als eine Art „Puffer“.

Kritik: In der Diskussion trugen die Gemeinderäte die Bedenken vieler Anwohner vor: Lärm durch die SkyBar, viel Verkehr durch Lieferwagen der Handwerker, die Höhe des Bauwerks mit seinen 12,5 Metern.

Entgegnung: „Das dritte Geschoss ist zurückversetzt und im Sinne der Bauordnung gar kein Vollgeschoss“, entgegnete Jens Kacar. Bei der SkyBar handele es sich um eine kleine Bar mit Fernseher für Fußballbegeisterte: „Da wird mal über ein Tor gejubelt, aber das ist kein Oktoberfest.“ Auch das Café werde „kein Rock-Café.“ Die Handwerker schließlich würden „nicht mit Kühlaggregaten“ kommen, sondern mit normalen Lieferfahrzeugen. „Die machen auch kein Halligalli“, sagte Jens Kacar. „Die Anwohner werden die Arbeiter kaum merken.“
Wie weiter? Eine Abstimmung erfolgte noch nicht. Entschieden werden soll in der September-Sitzung.

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