Dienstag, 20.04.2021

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Rednitzhembach: Uvex steht in den Startlöchern

Das Fürther Unternehmen will in der zweiten Jahreshälfte mit dem Bau seines Logistiklagers beginnen - 09.02.2021 19:00 Uhr

Derzeit beginnt das Rednitzhembacher Gewerbegebiet, wenn man sich von Süden, also von Roth her, nähert, bei der Firma Omega Sorg (Bild links). Die nächste daneben liegende Fläche, derzeit noch Ackerland, ist Teil des erweiterten Gewerbegebietes. Hier wird Uvex bauen. Start: vermutlich in der zweiten Jahreshälfte.

07.02.2021 © Foto: Robert Gerner


Die Erweiterung des Gewerbegebietes hatte der Gemeinderat für Uvex gewissermaßen maßgeschneidert (wir berichteten).

Entstehen wird ein großer Bau direkt neben Omega-Sorg an der Staatsstraße Roth-Schwabach. Die Gebäude an der Straße werden eine Höhe von 16 Metern erreichen, die dahinter sogar von 30 Metern.

Erweiterung denkbar

Das Uvex-Grundstück misst alleine 3,5 Hektar. Theoretisch ist in späteren Jahren auch noch eine Erweiterung in Richtung Pfaffenhofen denkbar. Doch dazu müssten Flächennutzungsplan geändert und neuer Bebauungsplan aufgestellt werden.


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Schon der jetzige Bau entsteht ja nicht von heute auf morgen. Den Baubeginn im zweiten Halbjahr 2021 vorausgesetzt, könnte der Einzug Ende 2023 erfolgen. Uvex gibt für den Neubau in Rednitzhembach nicht nur den Standort Schwabach auf. Das familiengeführte Unternehmen will auch zusätzliche Abteilungen an den neuen Standort verlagern.

Damit die Bauarbeiten starten können, müssen Gemeinde und Gemeindewerke noch Kanal- und Wasserleitungen verlegen lassen sowie die Zufahrtsstraße bauen. Die Arbeiten sind inzwischen vergeben, es dürfte in den nächsten Wochen losgehen.

Alle Grundstücke verkauft

Auch ansonsten dürfte sich im erweiterten Gewerbegebiet in den nächsten Monaten viel tun. Alle Grundstücke sind verkauft. Meist an einheimische Handwerker und Dienstleister, die aussiedeln wollen. Zum Teil auch an Unternehmer aus Rednitzhembach, die ihre Firma derzeit noch auswärts haben.

Die einzelnen Grundstücke sind, wenn man den Vergleich zu Uvex zieht, mit Größen zwischen 1000 und 2400 Quadratmetern eher klein parzelliert.

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Es gibt nur eine Ausnahme: Ein größeres Stück vom Kuchen erhält auch die bereits dort bestehende Firma Alfatec, ein Händler von Elektronik-Bauteilen. Das Geschäft floriert, Alfatec will zum zweiten Mal binnen weniger Jahre erweitern.

Arbeitsplätze sind entscheidend

Bürgermeister Jürgen Spahl räumt ein, dass der Neubau von Uvex viel Platz frisst. Er macht aber eine Gegenrechnung auf. Die Firma bringe auch rund 300 Arbeitsplätze mit. Die Zahl der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnisse in der 7000-Einwohner-Gemeinde – derzeit etwa 1800 – werde dadurch auf einen Schlag um rund ein Sechstel gesteigert.

"Entscheidend", so Spahl, "ist für uns nie die Frage, wie viel Gewerbesteuer eine Firma bringen könnte. Sondern vielmehr die Frage, wie viele Arbeitsplätze sie pro 1000 Quadratmeter schafft".

Unvermindert hohe Nachfrage

Die Nachfrage nach Gewerbegrundstücken ist in der flächenmäßig kleinen aber sehr verkehrsgünstig gelegenen Gemeinde im Süden des Nürnberger Speckgürtels unvermindert hoch.


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Deshalb versucht die Verwaltung, vor allem im vor rund 40 Jahren erschlossenen Gewerbegebiet Nord Flächen zu revitalisieren. "Wenn ein Gewerbegrundstück nur als Parkplatz für Wohnmobile oder für Wohnwagen dient, dann ist das nicht das, was wir uns unter einer sinnvollen Nutzung vorstellen", räumt Spahl ein.

Kein Hebel

Doch es ist nicht leicht, etwas voranzubringen. Einen Bauzwang für erschlossene Grundstücke gab es seinerzeit nicht, Flächenmanagement war in den 1970er- oder 1980er-Jahren ein Fremdwort.

Gerne würde die Gemeinde manche mehr oder weniger ungenutzte Gewerbegrundstücke zurückkaufen und an neue Interessenten weiterreichen, die sie sinnvoll nutzen könnten. "Aber wenn die jetzigen Eigentümer kein Geld benötigen, dann gibt es keinen Hebel", so Rathauschef Spahl.

Ein Trauerspiel

Größte Brachfläche im Gewerbegebiet Nord ist noch immer die frühere Sondermüllverbrennungsanlage. Auf den rund 60 000 Quadratmetern tut sich seit vielen Jahren (fast) nichts.

Die komplizierten Eigentumsverhältnisse, die bis nach Südosteuropa reichen, und bei der auch Dinge wie Verpfändungen eine Rolle zu spielen scheinen, sind auch zehn Jahre nach dem bislang letzten Verkauf noch nicht entworren. Das findet nicht nur Bürgermeister Jürgen Spahl: "ein Trauerspiel".

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