Impffortschritt

Roth-Schwabach: Fast jeder Zehnte hat den "Booster"

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Robert Gerner

Schwabacher Tagblatt

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27.11.2021, 06:00 Uhr
Es ist genug für alle da. Trotzdem benötigt man einiges an Geduld, bis man beim Arzt oder im Impfzentrum einen Termin für den

Es ist genug für alle da. Trotzdem benötigt man einiges an Geduld, bis man beim Arzt oder im Impfzentrum einen Termin für den "Booster" bekommt. © Hans-Joachim Winckler, NN

Während die Grundimmunisierung der Bevölkerung auch in Schwabach und im Landkreis Roth nur im Zehntel-Prozent-Bereich Fortschritte macht, ist das Interesse an den sogenannten Booster-Impfungen unglaublich groß.

Im Bereich des Gesundheitsamtes Roth-Schwabach wurden in der zu Ende gehenden Woche 8753 Spritzen gesetzt, das sind fast neunmal so viele wie noch Ende Oktober.

Der Großteil waren die Auffrischungen (6897). 760 Bürger bekamen ihre Zweitimpfung. Aber es haben sich – ebenfalls die höchste Zahl seit vielen Wochen – auch 1076 Erstimpflinge in die Schlangen der Impfzentren und vor den Praxen der Haus- und Fachärzte eingereiht.

Die sogenannte Grundimmunisierung nach der zweiten Spritze haben jetzt 109708 Bürgerinnen und Bürger aus Schwabach und dem Landkreis Roth. Bei einer Bevölkerungszahl von 168000 entspricht das einer Quote von 65,3 Prozent, 0,4 Punkte mehr als in der Vorwoche.
Die tatsächliche Zahl dürfte um das eine oder andere Zehntel höher liegen, weil nicht jede Impfung durch Betriebsärzte erfasst ist.

58000 sind nicht geimpft

Fast 110000 doppelt Geimpfte, das ist eine hohe Zahl. Aber sie sagt eben auch: 58000 Menschen sind eben noch nicht geimpft, darunter allerdings über 15000 Kinder unter zwölf Jahren, für die es bislang noch keinen Impfstoff gibt.

Die Zulassung für Fünf- bis Zwölfjährige ist inzwischen zwar erfolgt, aber die Kinder- und Jugendärzte warten in aller Regel auf die Empfehlung der Ständigen Impfkommission (Stiko). Die wird kurz vor Weihnachten erwartet.

Über 220000

Inzwischen haben das Landratsamt Roth und die Stadt Schwabach 220199 Erst- und Zweitimpfungen in ihren Gebietskörperschaften registriert. 152069 in Roth, 68127 in Schwabach.
Hinzu kommen 9878 Booster-Impfungen im Landkreis und 6132 in Schwabach – insgesamt also 16010. Das ergibt inzwischen eine Quote von 9,5 Prozent beim dritten Piks. Dieser Wert hat sich binnen einer Woche mehr als verdoppelt.

So hoch wie nie zuvor

Und doch sind die Infektionszahlen bundesweit so hoch wie nie. Wissenschaftler machen dafür zwei Gründe verantwortlich: Erstens hält die Wirkung des Impfstoffes weniger lang als erhofft, zweitens ist die Delta-Variante des Coronavirus so hochansteckend, dass man inzwischen fast eine 90-prozentige Durchimpfung der Bevölkerung bräuchte, um die Ausbreitung zu stoppen.

An der Impfrate wird denn auch im ganzen Land mit Hochdruck geschraubt. Die Impfzentren in Schwabach und Roth haben ihren Betrieb wieder deutlich ausgeweitet, ein Impfteam des Rother Impfzentrums verabreicht in Gemeinden Auffrischimpfungen.

Kreative Lösungen

Darüber hinaus gibt es kreative Ideen, wie die Quote schnell gesteigert werden kann. So hat das Medizinische Versorgungszentrum (MVZ) von Dr. Christian Renard und Kollegen, das zehn Standorte in Nürnberg, im Nürnberger Süden, in Schwabach und im gesamten Großraum hat, innerhalb weniger Tage ein zweites „Impfzentrum“ in Schwabach aus dem Boden gestampft. Immunisiert wird in der ehemaligen Sparkasse, Limbacher Straße 102. Die Erst- und Zweitimpfung erhalten alle Interessierten ab zwölf Jahren. Den „Booster“ gibt es für alle Erwachsenen.
Anmelden kann man sich über das Online-Portal von Doctolib (https:// bit.ly/3qOgRde). Geimpft wird von Montag bis Sonntag.

Alleine an diesem Samstag sollen an den verschiedenen Standorten des MVZ 2500 Spritzen mit dem Vakzin von Biontech und Moderna verabreicht werden.

Schwabacher Inzidenz über 600

Unterdessen sind nach einigen Tagen der Seitwärtsbewegungen die Infektionszahlen in Schwabach und im Landkreis Roth wieder deutlich gestiegen. Das Robert-Koch-Institut (RKI) meldete für den Landkreis 165 neue Ansteckungen (die Zahlen des Landratsamtes hinken immer ein wenig hinterher), für Schwabach sind es 50.

Die Inzidenzen, also die Zahl der Ansteckungen binnen einer Woche, gerechnet auf 100000 Einwohner, stieg in Schwabach deshalb wieder über die 600-er-Marke auf 613,8. Für den Landkreis Roth meldet das RKI 559,9, ein Plus von über 20 Punkten binnen eines Tages.

Auf der Intensivstation

Sechs schwer an Covid-19 Erkrankte müssen in der Kreisklinik Roth und in der Diakoneo-Klinik Schwabach laut divi-Intensivregister intensivmedizinisch versorgt werden.

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