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Schule auf Distanz, Einkaufen light und Verwirrung bei der Impf-Hotline

So ist nach den Osterferien die Corona-Lage im Raum Schwabach/Roth - 10.04.2021 07:00 Uhr

Vorübergehend waren Gärtnereien und (Garten-)Baumärkte privilegiert. Ab Montag kommt man aber auch hier nur noch mit Anmeldung und aktuellem Schnelltest rein. Grund: eine stabile Inzidenz über 100 in Schwabach und im Landkreis Roth.

09.04.2021 © Foto: Matthias Bein/dpa


Für die Schülerinnen und Schüler im Landkreis Roth beginnt die Schulzeit nach den Osterferien so, wie sie vor den Osterferien geendet hat: in der Regel mit Distanzunterricht. Ausgenommen davon sind alle Abschlussklassen, die Elftklässler an Gymnasien und Fachoberschulen sowie die Viertklässler an den Grundschulen. Für sie gibt es in der Regel Wechselunterricht. Dort, wo die Mindestabstände in jedem Fall eingehalten werden können (kleine Klassen, große Räume) gibt es in Einzelfällen auch ganz regulären Präsenzunterricht.


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Schwabachs Schüler, die bis zu den Osterferien noch im Wechselunterricht beschult werden konnten, müssen sich ab Montag notgedrungen den Regelungen aus dem Landkreis anschließen. Ausschlaggebend für alle Maßnahmen ist nämlich die Corona-Inzidenz, also die Zahl der Neuansteckungen binnen einer Woche, gerechnet auf 100.000 Einwohner. Dieser Wert liegt sowohl im Landkreis Roth (108,9) als auch in Schwabach (129,3) im dreistelligen Bereich. Und damit gelten die oben beschriebenen Regelungen.

Im Landkreis Roth hatten manche die Hoffnung, dass sich der Trend sinkender Inzidenzen noch ein wenig fortsetzt. Neun Tage lang war es Stück für Stück bergab gegangen, am Donnerstag war die "100" gar nicht mehr weit (104,9) entfernt. Von Donnerstag auf Freitag ist die Inzidenz aber wieder gestiegen. Das, was für die Schulen gilt, gilt vorerst für eine Woche. Nächsten Freitag wird dann auf Basis der dann aktuellen Inzidenz neu entschieden.

Keine Änderungen gibt es in Schwabach und im Landkreis bei den Kindertagesstätten. Bei einer Inzidenz über 100 bleiben sie grundsätzlich geschlossen. Es gibt aber wie bisher einen "Notbetrieb", der in sehr vielen Einrichtungen auch gut angenommen wird.

Der Einzelhandel

Umstellen muss man sich in der Region auch beim Einkaufen, mal wieder. Supermärkte, Discounter, Drogerien, Metzger, Bäcker und andere Lebensmittelläden, Optiker und die Anbieter "körpernaher Dienstleistungen" (zum Beispiel Friseure) haben wie bisher geöffnet. Für alle anderen Einzelhandelsgeschäfte, auch für die zuvor privilegierten Gartenmärkte, Gärtnereien und Buchhandlungen, gibt es nur noch Einkaufen mit Termin ("Click & Meet"), wofür man in Schwabach und im Landkreis angesichts einer dreistelligen Corona-Inzidenz einen aktuellen negativen Schnelltest benötigt, der höchstens 24 Stunden alt sein darf.

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Schwabach hat deshalb die Öffnungszeiten seines Schnelltestzentrums im Markgrafensaal noch einmal ausgeweitet (jetzt auch noch zusätzlich montags bis samstags von 8 bis 11 Uhr). Für dieses Fenster benötigt man aber auf jeden Fall einen Termin, den man sich vorab online reservieren kann: www.schwabach.de/schnelltest (nachmittags kann man auch einfach so vorbeikommen, allerdings haben auch dann die Angemeldeten Vorrang, man muss sich also auf Wartezeiten einstellen). Oberbürgermeister Peter Reiß appelliert, dieses zusätzliche Angebot auch zu nutzen, um so den stationären Einzelhandel in der Stadt unterstützen zu können.

Auch im Landkreis gibt es seit Kurzem deutlich mehr Möglichkeiten, sich mit einem Antigen-Schnelltest auf Corona testen zu lassen: in Roth, in Kammerstein und in Heideck zum Beispiel, darüber hinaus auch in immer mehr Apotheken.

Die Impfungen

Für reichlich Aufsehen und Ärger sorgte am Freitag diese Meldung aus dem Rother Landratsamt: Über 60-Jährige könnten kurzfristig Impftermine mit dem Vakzin von Astrazeneca erhalten. Man müsse sich online über www.impfzentren.bayern registrieren und dann beim Rother Impfzentrum-Betreiber Vitolus telefonisch anmelden.

Nur: Vitolus wusste davon nach eigenen Aussagen zunächst nichts. Normalerweise funktioniert die Online-Registrierung ja so, dass man eben nicht mehr per Telefon hinterherrufen muss. Man wird nach Registrierung vom Impfzentrum-Betreiber kontaktiert, sobald man laut Priorisierung an der Reihe ist.

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Weil in diesem Fall offenbar die linke Hand nicht wusste, was die rechte tut, brach unter der Last der Anrufer am Freitag die vom Landratsamt kommunizierte veröffentlichte Telefonleitung mehrfach zusammen. Wer durchkam, der wurde von einer freundlichen Vitolus-Stimme vertröstet, die den Ball zurück ans Landratsamt spielte – oder an die Medien, obwohl die in diesem Fall nur die Überbringer der Botschaft waren, nicht die Verfasser.

Versuchen wir an dieser Stelle ein bisschen Dampf aus dem Kessel zu nehmen: Es ist in der Tat so, dass sich Menschen über 60 online für die Impfung registrieren können und sollen. Und ihre Chancen sind nicht schlecht, bald einen Impftermin zu bekommen. Allerdings ist es nicht so, dass ein 61-Jähriger ohne Vorerkrankungen, der sich neu registriert, einen 74-Jährigen, der seit Monaten auf der digitalen Warteliste steht, mit links überholt. Die Priorisierung gilt weiter.


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Doch was sollen über 60-Jährige jetzt tun? Nur registrieren oder doch registrieren und zusätzlich telefonisch anmelden? Man sei noch „in der Abstimmung“, hieß es zunächst aus dem Landratsamt. Das klang nach: Fortsetzung folgt. Die kam dann am Freitagnachmittag. Es habe bedauerlicherweise „Umsetzungsschwierigkeiten“ gegeben. Aber jetzt wüssten alle Bescheid. Deshalb könne man sich nach der Registrierung tatsächlich über die Vitolus-Hotline anmelden. Auch die, die schon lange registriert sind. Telefon (09171) 81-2345. Täglich von 11.30 bis 18 Uhr. Auf ein Neues also. Letztes Wort aus dem Amt: Man bitte um Entschuldigung.

Unabhängig davon kam das Impfzentrum in Roth (inklusive der dezentralen Termine in den Gemeinden) in dieser Woche nicht so schnell voran wie in der Karwoche. Seinerzeit waren 3501 Spritzen gesetzt worden. Diese Woche waren es – Stand Donnerstag – nur 1808. Und das, obwohl Deutschland am Donnerstag dank des Einstiegs der Hausärzte mit über 650.000 Impfungen pro Tag einen neuen Corona-Impfrekord aufgestellt hat. "Es ist in dieser Woche einfach deutlich weniger Impfstoff geliefert worden", begründet Landratsamts-Sprecherin Andrea Raithel die lokale Impf-Bremsspur.

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Insgesamt haben im Landkreis 15.869 Bürger schon eine erste Impfung erhalten (12,6 Prozent). 6635 davon haben nach der Zweitimpfung schon den kompletten Impfschutz (5,3 Prozent). Die tatsächlichen Zahlen dürften etwas höher sein, weil online registrierte Interessierte aus Rednitzhembach und Kammerstein in der Regel in Schwabach geimpft werden und damit den dortigen Zahlen "zugeschlagen" werden. In Schwabach sieht es in Sachen Impfung etwas besser aus als in der Vorwoche. In der Karwoche hatte es nur 756 Impfungen gegeben, in dieser Woche waren es immerhin 912.

Und: Das Impfmanagement steht inzwischen ja auf zwei Beinen. Ganz erfreuliche Schwabacher Daten gibt es nämlich seit Freitag von den heimischen Hausärzten. Sie haben seit 1. April immerhin 628 ihrer Patientinnen und Patienten in den Praxen und bei Hausbesuchen geimpft. Zahlen der Hausärzte aus dem Landkreis soll es nächste Woche geben.

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Apropos nächste Woche: Da könnte im Schwabacher Impfzentrum erstmals eine vierstellige Zahl an Impfwilligen durchgeschleust werden. Angekündigt ist nämlich die Lieferung von 1440 Dosen der Hersteller Biontech, Moderna und Astrazeneca. 1330 für Erst- und 110 für Zweitimpfungen.

Insgesamt wurden vom Schwabacher Impfzentrum 6215 Bürgerinnen und Bürger erstgeimpft (15,1 Prozent der Bevölkerung). 2781 davon (6,8 Prozent) haben nach der Zweitimpfung den vollen Impfschutz. Aber was für Roth gilt, gilt umgekehrt für Schwabach: Der tatsächliche Prozentsatz der geimpften Schwabacher dürfte etwas niedriger sein, weil Rednitzhembacher und Kammersteiner die Zahlen leicht "verfälschen".

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