Mittwoch, 23.10.2019

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Schwabach: Deckel auf die Deponie

Der Schwabacher Stadtrat beschließt die endgültige Oberflächenabdichtung am "Müllberg" nahe Neuses - 02.10.2019 06:00 Uhr

Der rot gekennzeichnete Bereich zeigt Schwabachs ehemalige Hausmülldeponie an der Hirschenholzstraße nahe Neuses. Die endgültige Abdichtung wird nach ersten Schätzungen bis zu zehn Millionen Euro kosten. © Foto: Stadtdienste GmbH Schwabach


Betrieben wurde die Deponie über mehrere Jahrzehnte. 2005 aber war Schluss. Der Gesetzgeber hat damals das Deponieren von Hausmüll untersagt. Seitdem wird der Schwabacher Hausmüll in der Nürnberger Müllverbrennungsanlage entsorgt.

Zeit für dauerhafte Lösung

Wegen der jahrelangen Setzungen innerhalb der Deponie wurde sie zunächst nur mit einer sogenannten "temporären" Oberflächenabdichtung versehen.

"Die Setzungsprozesse sind inzwischen im Wesentlichen abgeschlossen", erklärte Winfried Klinger. Der Geschäftsführer der Stadtwerke leitet auch die Stadtdienste GmbH, die das Projekt im Auftrag der Stadt umsetzt. Jetzt sei daher die Zeit für eine endgültige Lösung gekommen.

Eine Gefahr für die Umwelt geht von der stillgelegten Deponie nicht aus. Dafür sorgen die bisherigen Sicherheitsmaßnahmen und Kontrollen. Die Millionen-Investition ist dennoch zwingend. Denn die bundesweit gültige Deponieverordnung schreibt eine solche endgültige Absicherung vor.

"Jetzt kommt der große Deckel drauf", erklärt der für Umwelt zuständige Stadtrechtsrat Knut Engelbrecht. Dieser Deckel ist eine Kombination aus mineralischem Material und einer Kunststoffdichtungsbahn.

Klinger rechnet damit, dass die eigentlichen Bauarbeiten in den Jahren 2021 und 2022 durchgeführt werden können.

Stadt hat vorgesorgt

Die Finanzierung trägt alleine die Stadt, es gibt keinerlei Zuschüsse. Doch sie hat vorgesorgt und eine Deponierücklage von knapp 5,5 Millionen Euro gebildet. Zudem steht ein Überschuss aus der Abfallwirtschaft von rund 4,5 Millionen zur Verfügung. Zusammen also 10 Millionen Euro. "Die Maßnahme ist damit finanziert", erklärte Markus Baumeister, der Leiter des Umweltamts im Gespräch mit dem Tagblatt.

Chance für PV-Anlage

Die endgültige Abdichtung eröffnet zudem die Chance, im Anschluss eine große Freiflächen-Photovoltaikanlage zu errichten, also nicht vor 2023 oder 2024. "Das wäre eine optimale Fläche", findet Winfried Klinger, der die Machbarkeit prüfen lassen will.

Auch Stadtrat Martin Sauer (SPD) sprach von einer "einmaligen Gelegenheit" für eine solche PV-Anlage.

Karin Holluba-Rau (Grüne) bezeichnete die endgültige Abdichtung als "Weg in die richtige Richtung". Gleichzeitig mahnte sie einen anderen Umgang mit Müll an und verwies auf hohe Folgekosten: "Wir zahlen ja jetzt für den Müll von vor 30 Jahren."

GÜNTHER WILHELM

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