O`Brien Park

Schwabach: Ideen für die letzten Freiflächen der ehemaligen Kaserne

Günther Wilhelm
Günther Wilhelm

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6.1.2022, 06:46 Uhr
Diese 3500 Quadratmeter große Fläche ist für Wohnen vorgesehen, vor allem für geförderten Wohnungsbau. Auch dem Wohnen dienendes Gewerbe wie Einzelhandel soll ermöglicht werden.

Diese 3500 Quadratmeter große Fläche ist für Wohnen vorgesehen, vor allem für geförderten Wohnungsbau. Auch dem Wohnen dienendes Gewerbe wie Einzelhandel soll ermöglicht werden. © Günther Wilhelm, NN

Besonders wichtig ist die Bebauung der letzten zwei noch freien Grundstücke an der Ansbacher Straße. Für sie werden zwei Ideenwettbewerbe ausgeschrieben. Federführend ist dabei die Gewobau.

Im Anschluss daran soll der Ausbau der Ansbacher Straße erfolgen. Ebenfalls umgebaut werden die Spalter und die Heilsbronner Straße. Zudem soll der Parkplatz an der Ecke Steiner und Heilsbronner Straße neu gestaltet werden. Die Vorhaben im Einzelnen:

Grundstück zwischen Lebenshilfe und Sonderpädagogischen Förderzentrum: Es liegt südlich der Ansbacher Straße an der Ecke zur Heilsbronner Straße und gehört der Stadt. "Geplant ist eine Wohnnutzung mit in erster Linie gefördertem Wohnungsbau. Vorgesehen sind aber auch dem Wohnen dienende Gewerbeeinrichtungen wie Einzelhandel als Nahversorger und Gastronomie", erklärt Stadtbaurat Ricus Kerckhoff im Gespräch mit unserer Zeitung.

"Das Grundstück befindet sich in einer besonderen und herausragenden Lage", so Kerckhoff weiter. Es liegt direkt an der Ansbacher Straße, der Haupterschließungsachse, und im Kreuzungsbereich Ansbacher/Heilsbronner Straße bildet es einen kleinen Platz.

Das knapp 3500 Quadratmeter große Grundstück könne relativ dicht und hoch bebaut werden. "Die Gebäudehöhe soll mindestens zehn Meter betragen, es könnten vier Geschosse geplant werden. Zur Betonung der Platzsituation soll eine bauliche Dominante durch eine höhere integrierte Bebauung mit fünf oder sechs Geschossen in der Achse der vorderen Ansbacher Straße vorgesehen werden. Nach Süden Richtung Quartiersplatz kann die Geschossigkeit bis auf drei oder zwei Geschosse abfallen", so die Vorstellungen des Stadtplanungsamts. Der Baum an der Heilsbronner Straße soll erhalten bleiben.

Die zweite große und noch ungenutzte Fläche befindet sich neben den Stadtwerken (links). Hier soll es einen Mix aus Gewerbe und Wohnen geben.

Die zweite große und noch ungenutzte Fläche befindet sich neben den Stadtwerken (links). Hier soll es einen Mix aus Gewerbe und Wohnen geben. © Günther Wilhelm, NN

Grundstück neben den Stadtwerken: Diese knapp 3100 Quadratmeter große Fläche befindet sich fast gegenüber nördlich der Ansbacher Straße an der Ecke O`Brien Straße und gehört den Stadtwerken. Hier ist eine Mischung aus Gewerbe und Wohnen angedacht. "Auch die Stadtwerke selbst haben ein Eigeninteresse an der Nutzung für eine mögliche Erweiterung", erklärt Ricus Kerckhoff.

Kosten: Die Wettbewerbskosten betragen 201 000 Euro. Davon werden 60 Prozent staatlich gefördert. Den Rest teilen sich Stadt und Stadtwerke.

Ausbau Ansbacher Straße: "Das ist ja immer noch die alte Panzerstraße", sagt Ricus Kerckhoff. "Immerhin ist sie stabil", fügt er schmunzelnd hinzu. "Aber sie hat eben keinen vernünftigen Gehweg, keine Beleuchtung und keine barrierefreie Bushaltestelle." Deshalb ist der Ausbau schon lange geplant. Nun ist er vorgesehen, sobald die Bebauung der beiden Grundstücke erfolgt ist.

Nach der Neugestaltung der beiden Flächen ist die Sanierung der Ansbacher Straße an der Reihe. Sie ist die Haupterschließung für den O`Brien Park.

Nach der Neugestaltung der beiden Flächen ist die Sanierung der Ansbacher Straße an der Reihe. Sie ist die Haupterschließung für den O`Brien Park. © Günther Wilhelm, NN

Die Verlängerung der Ansbacher Straße hin zur Regelsbacher Straße und dem Leitelshofer Weg ist ebenfalls ein Dauerthema. Sie sei zwar grundsätzlich wünschenswert, aber aktuell gebe es hier nichts Neues. "Wir entwickeln gerade andere Wohnbauflächen, deshalb hat die Verlängerung keine Priorität", so der Stadtbaurat.

Spalter und Heilsbronner Straße: Auch hier fehlen zum Beispiel Gehwege, weshalb ein Ausbau beider Straßen ansteht.

Steiner Straße: Der öffentliche Parkplatz an der Ecke Heilsbronner Straße soll attraktiver gestaltet werden. Vorgesehen ist er unter anderem für Besucherinnen und Besucher des Stadtmuseums.

Von der Kaserne zum O`Brien Park: Fertiggestellt wurde die Kaserne 1935 für die Wehrmacht mit 18 Gebäuden. Nach der Übergabe der Stadt am Ende des Zweiten Weltkriegs zog 1945 die US Army ein. So entstanden die "O`Brien Barracks".

1992 gaben die Amerikaner im Zuge der damaligen historischen Veränderungen den Standort auf und zogen ab. Dies war die Chance für Schwabach, ein Stadtviertel, das fast so groß ist wie die Altstadt, neu zu gestalten. Der neue Name "O`Brien Park" erinnert noch an die Zeit der Amerikaner in Schwabach.

Bisheriger Umbau: Im O`Brien Park wurden eine ganze Reihe wichtiger Einrichtungen angesiedelt. Dazu zählen unter anderem das Stadtmuseum gleich neben dem Eingang sowie das Sonderpädagogische Förderzentrum.

Nördlich der Ansbacher Straße entstanden Gewerbeflächen etwa für die Stadtwerke, die Stadtgärtnerei, das Gründerzentrum Schwung oder das Rote Kreuz.

Im Süden wurden durch Um- und Neubau unter anderem ein Seniorenheim sowie viele attraktive Wohnungen geschaffen. Ein grünes Zentrum bildet der Quartiersplatz. Im südlichen Bereich hatte die Umgestaltung des Kasernengeländes nicht zuletzt wegen eines Rechtsstreits zwischen der Stadt und dem Bund länger gedauert. 2009 aber gab es eine Einigung.

"Ich bin mit der Entwicklung des Stadtteils sehr zufrieden", sagt Stadtbaurat Ricus Kerckhoff. "Er funktioniert, wird gut angenommen und ist sehr beliebt."

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