Freitag, 16.04.2021

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Schwabach: Lehrer sollen Dienst-Laptops erhalten

Stadt beantragt staatlichen Zuschuss. Die Förderung reicht aber nur für 56 Prozent der Lehrkräfte. - 06.03.2021 06:55 Uhr

Distanzunterricht mit dem privatem Laptop. Das ist derzeit für Lehrerinnen und Lehrer die Regel. Nun hat der Freistaat ein Förderprogramm für Dienst-Laptops aufgelegt. Auch die Stadt wird einen Zuschuss beantragen.

05.03.2021 © Foto: Felix Kästle (dpa)


In Zeiten von Corona sind mobile Endgeräte für den Distanzunterricht immer wichtiger geworden. Sowohl für Schüler, aber auch für Lehrer, die bisher ihre privaten Geräte benutzen. Die Stadt will deshalb für Schwabachs 13 öffentliche Schulen möglichst viele Laptops, Notebooks oder Tablets anschaffen.

Neues Förderprogramm

Einstimmig hat der Stadtrat beschlossen, einen Antrag für ein neues Förderprogramm des Freistaats zu stellen: das "Sonderbudget Lehrergeräte" (SoLD).

Für eine Ausstattung aller Lehrerinnen und Lehrer in Schwabach wären 552 Geräte erforderlich. Aus dem Sonderbudget könnte Schwabach 307 000 Euro erwarten: rund 230 000 für die Ausstattung, knapp 77 000 Euro als Verwaltungskostenpauschale.

Mit diesem Geld könnten 85 Prozent der Vollzeitstellen bedient werden. Allerdings sind viele Stellen in Teilzeit besetzt. Die Folge: Tatsächlich können nur 56 Prozent der Lehrkräfte ausgestattet werden.

Lieferung erst 2022?

Als Mindestzahl der Geräte für Schwabach gilt 307. Da aufgrund der hohen Nachfrage mit Lieferschwierigkeiten zu rechnen sei, dürfte sich die Umsetzung bis 2022 hinzuziehen, hieß es.

Einen Anspruch auf eine Ausstattung gibt es nicht. Die Verteilung soll über die jeweiligen Schulleitung erfolgen. Bis Juli soll ein detailliertes Konzept vorliegen, so OB Peter Reiß.

Wichtig für die Stadt als Sachaufwandsträger: Wartung, Reparatur und Administration der Geräte werden nicht bezuschusst.

Problem erkannt

"Immerhin hat der Freistaat erkannt, dass Dienstgeräte erforderlich sind", erklärte Stadtrechtsrat Knut Engelbrecht im Gespräch mit dem Tagblatt.

"Der Wunsch der Lehrer nach einem Dienstgerät ist nachzuvollziehen", erklärte Zweiter Bürgermeister Emil Heinlein (CSU). Allerdings seien die Kosten immens. Corona habe aber insofern etwas Positives bewirkt, als dass die Digitalisierung sehr viel schneller laufe.

"Wirklich ärgerlich"

"Da gibt es eine enorme Dynamiesierung", sagte auch SPD-Fraktionschef Werner Sittauer. "Aber alles geschieht eher stolpernd." Er bedauerte, dass das Geld nur für 56 Prozent der Lehrkräfte reiche. "Und dass der Support der Geräte nicht gefördert wird, ist wirklich ärgerlich."

In diese Richtung argumentierte auch Klaus Neunhoeffer (Grüne): "Die Förderung ist deshalb nicht mehr als ein Einstieg."

Oberbrügermeister Peter Reiß erklärte, die Stadt werde das weitere Vorgehen eng mit den Schulen abstimmen.

GÜNTHER WILHELM

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