Baubeginn im Mai

Schwabach: Neues Hallenbad eröffnet 2024

Günther Wilhelm

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13.1.2022, 06:00 Uhr
So wird das neue Schwabacher Hallenbad aussehen. Es entsteht an der Ecke Angerstraße/Walpersdorfer Straße auf dem Gelände des Parkbads.

So wird das neue Schwabacher Hallenbad aussehen. Es entsteht an der Ecke Angerstraße/Walpersdorfer Straße auf dem Gelände des Parkbads. © Grafik: 4a Architekten/Stadtbäder Schwabach, NN

Baubeginn für Schwabachs neues Hallenbad wird voraussichtlich im kommenden Mai sein. Die Eröffnung ist für September 2024 zum Schuljahresbeginn vorgesehen. Ein Jahr später als zunächst geplant. Der Grund der Verzögerung ist aber ein positiver: Die Stadt bekommt drei Millionen Euro mehr Förderung. Das Förderverfahren ist jedoch entsprechend aufwändiger.

Diesen aktuellen Zeitplan hat die Stadtbäder GmbH Schwabach, die das Projekt im Auftrag der Stadt plant, bekannt gegeben. In einem ersten groben Zeitrahmen vom August 2020 waren der Baubeginn noch im Januar oder Februar 2022 und die Eröffnung im September 2023 geplant gewesen.

Der Grund für die Verzögerung: "Die neu hinzugekommene Bundesförderung war im ersten Rahmenterminplan noch nicht enthalten", erklärt Miriam Adel, die Pressesprecherin der Stadtwerke, zu denen die Stadtbäder GmbH gehört.

Mehr Geld, mehr Geduld

Diese Förderung beträgt rund drei Millionen Euro. Zusätzlich zu etwa sechs Millionen des Freistaats Bayern. Der Stadtrat war bei seiner Entscheidung für den Neubau sehr erleichtert, dass es gelungen war, diese weiteren Fördermittel aus einem Bundesprogramm zu erhalten. Über Jahre war der Neubau des Hallenbads aus finanziellen Gründen verschoben worden.

Einen Nachteil aber gibt es: Um diese Fördergelder zu bekommen, seien "umfangreiche Abstimmungen erforderlich" gewesen. "Voraussetzung für Veröffentlichung der europaweiten Ausschreibung war die Genehmigung des Fördermittelgebers für den vorzeitigen Maßnahmenbeginn. Diese wurde allerdings etwas später als erwartet im Dezember 2021 erteilt. Vor diesem Hintergrund muss der Rahmenterminplan angepasst werden", so Miriam Adel.

Gleichzeitig betont sie: "Es ist eine Besonderheit dieses Projekts, dass es zwei verschiedene Fördermittelgeber mit unterschiedlichen zu erfüllenden Anforderungen gibt. Aber für drei Millionen Euro zusätzliche Förderung nimmt man eine Verzögerung in Kauf", erklärt Miriam Adel im Gespräch mit unserer Zeitung.

Eröffnung im Frühjahr nicht wirtschaftlich

Rein bautechnisch beträgt diese Verzögerung kein ganzes, sondern nur etwa ein halbes Jahr. "Die Inbetriebnahme wäre bereits im Frühjahr 2024 möglich. Doch schon im Mai eröffnet das Parkbad. Eine Öffnung des neuen Hallenbads für nur wenige Wochen ist aber nicht wirtschaftlich. Die Eröffnung wird deshalb erst zu Beginn der Hallenbad-Saison im September 2024 erfolgen", erklärt Miriam Adel.

Der Stand der Planung: Anfang November 2021 hat die Stadt die Baugenehmigung erteilt. Die nächsten Schritte sind nun die Ausschreibungen der verschiedenen Leistungen. Die Unterlagen für das erste Ausschreibungspaket, das die Gewerke Erd- und Rohbauarbeiten mit Baustelleneinrichtung und die Badewassertechnik umfasst, wurden Mitte Dezember veröffentlicht. Als nächstes folgen dann die Ausschreibungen zu Holz- und Stahlbauarbeiten sowie Verglasungsarbeiten außen und innen.

15,3 Millionen Euro Kosten

Insgesamt wurde für den Bau ein Kostenrahmen von 15,3 Millionen Euro netto berechnet. Das erste Ausschreibungspaket entspricht etwa 25 Prozent des gesamten Bauvolumens.

„Aufgrund der jüngsten Preisentwicklungen auf den Rohstoffmärkten und den Erfahrungen der Planer und der Stadtwerke bei Ausschreibungen in den vergangenen Monaten sind Kostensteigerungen darüber hinaus nicht auszuschließen“, so Stadtwerke- und Stadtbäder-Geschäftsführer Winfried Klinger.

Der Neubau ist erforderlich, weil eine grundlegende Sanierung des alten Hallenbads aus dem Jahr 1971 nicht mehr wirtschaftlich erscheint und seit Jahren immer wieder Probleme auftauchen. Erst im vergangenen November musste es wegen technischer Schwierigkeiten mit der Heizung wieder kurzzeitig schließen.

Hohe Zuschüsse

In der Diskussion war dieses Projekt bereits seit Jahren. Im vergangenen Jahr hat der Stadtrat nun aber fast einstimmig die Entscheidung für das Millionenprojekt getroffen. Der Neubau des Hallenbads ist neben der Erweiterung der Johannes-Helm-Schule und der Generalsanierung der ehemaligen Berufsschule eine der großen Investitionen in die Infrastruktur.

Standort wird ein Teil des Parkbadgeländes entlang der Walpersdorfer Straße. Dort müssen einige Bäume gefällt werden. Deshalb hat Karin Holluba-Rau (Grüne) als einziges Stadtratsmitglied gegen den Neubau gestimmt.

Zwei Becken plus Kleinkinderbereich

Das neue Hallenbad dient vor allem dem Schul- und dem Vereinssport. Die Öffentlichkeit wird aber nachmittags und abends sowie an den Wochenende Zugang haben. Das Bad bekommt ein 25-Meter-Becken sowie ein 16,67 mal 8 Meter großes Lehrschwimmbecken und einen Kleinkinderbereich.

Was wird aus dem alten Hallenbad?

Das alte Hallenbad soll nach der Fertigstellung des neuen umgebaut werden. In der Diskussion sind zwei rund 220 Quadratmeter große Räume für Veranstaltungen, Lesungen oder Kurse der VHS.

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