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Schwabach/Roth: Große Enttäuschung über Lockerungen

Einzelhändler und Gastronomen hätten sich deutlich mehr von der Politik erhofft. - 04.03.2021 16:45 Uhr

Einzelhändler Christian Frenzel spricht zumindest von einem ersten Schritt in die richtige Richtung

04.03.2021 © Günther Wilhelm


Der Einzelhandel kann ab Montag, 8. März, öffnen, wenn der Inzidenzwert unter 100 liegt. Dabei gelten bei einem Wert zwischen 50 und 100 vor allem zwei Auflagen: eine Terminvereinbarung ("Click and Meet") sowie einen Begrenzung auf einen Kunden je 40 Quadratmeter Verkaufsfläche. Bei unter 50 entfällt die Terminvereinbarung, die Mindestfläche sinkt auf zehn Quadratmeter.

Die Gastronomie darf frühestens ab 22. März öffnen, und auch dann nur außen. Bei einer Inzidenz zwischen 50 und 100 sind ebenfalls Terminvereinbarungen nötig sowie ein tagesaktueller negativer Schnelltest. Wie es mit den Hotels weitergeht, soll erst ab 22. März geklärt werden.

Frage des Inzidenzwerts

Die Lockerungen hängen also entscheidend von der Höhe der Inzidenzwerte in den Landkreisen und kreisfreien Städte ab. Im Landkreis Roth lag er am Donnerstag bei 52,1 und in Schwabach bei 61. Vergleichsweise wenige Fälle geben den Ausschlag, ob die Werte unter 50 sinke. Umgekehrt scheint bei der dritten Welle mit dem mutierten Virus auch wieder ein Hochschnellen auf über 100 nicht ausgeschlossen. Dann wäre es mit den Lockerungen wieder schnell vorbei.

Die ersten Reaktionen:

Christian Frenzel, Vorsitzender des Einzelhandelsverbands Schwabach: Er ist hin und hergerissen. "Das ist längst überfällig", betont er und verweist zudem auf einen schwierigen Punkt: "Was ist, wenn wir wieder über 100 kommen?" Als Katastrophe, wie andere Einzelhandelsvertreter, will er die Beschlüsse aber nicht bezeichnen. "Das ist ein vorsichtiger Schritt in die richtige Richtung. Ich bin froh, dass wir wieder für unsere Kunden da sein können. So langsam müssen wir wieder in den Normalbetrieb kommen."

Uwe Heyder, Ortsvorsitzender des Handelsverband Bayern in Roth, dämpft die Euphorie: "Das ist nicht der große Wurf." Er hätte es lieber gesehen, wenn die Geschäfte generell ab kommenden Montag öffnen dürften. "Vom Handel geht erwiesenermaßen nur eine sehr geringe Infektionsgefahr aus", sagt er und verweist auf die bereits getroffenen Maßnahmen in den Geschäften wie begrenzter Zugang, Maskenpflicht oder die Plexiglasscheibe im Kassenbereich.

Sylvia Lehmann, Inhaberin des Schwan in Schwanstetten und Kreisvorsitzende Roth des Hotel- und Gaststättenverbands: "Ich bin furchtbar enttäuscht", sagt sie deutlich. "Wir sehen den guten Willen der Politik, aber es wird sehr schwierig. Sind wir mit der Inzidenz über 50 oder drunter? Wie wird das Wetter? Man kann nichts planen. Extrem schockiert bin ich vor allem, dass zu den Hotels noch kein Wort gesagt worden ist. Wir sind also nicht viel weiter."

Sabine Lindner, Inhaberin des Hotel-Gasthofs Raab in Schwabach: "Ich habe nichts anderes erwartet. Viele Gäste rufen an und wollen für Mai buchen, und ich kann ihnen immer noch nichts sagen. So langsam bekommt auch meine gute Laune einen Knacks." Die Öffnung der Außengastronomie könne etwa für Cafés etwas bringen. "Bei uns aber ist das Hauptgeschäft der Abend. Da ist das nicht zielführend."

 

DETLEF GSÄNGER, GÜNTHER WILHELM

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