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Freitag, 26.04.2019

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Schwabach soll Fachoberschule im Alten DG bekommen

Stadtrat fällt Grundsatzbeschluss - Kultusministerium signalisiert Zustimmung - 05.01.2019 05:58 Uhr

Im rechten Trakt des Alten DG ist die künftige FOS geplant. Sie soll sich an die neue Berufsschule im linken Gebäudeteil anschließen. © Foto: Wilhelm


Einstimmig hat deshalb der Stadtrat, wie bereits kurz berichtet, dem Aufbau einer staatlichen Fachoberschule (FOS) zugestimmt. In der Aussprache wurde diese Weichenstellung als "historische Entscheidung" bezeichnet.

Verzicht auf BOS: Die städtische Berufsoberschule (BOS), die unter rückläufigen Schülerzahlen leidet, soll dagegen auslaufen. In einer BOS kann man mit abgeschlossener Berufsausbildung das Abitur nachholen. Nicht zuletzt aufgrund der guten Konjunktur ist die Zahl der Interessenten aber gesunken.

"Überraschend und erfreulich"

Signal des Kultusministeriums: Auch das Kultusministerium hat der Neugründung einer FOS in Schwabach zugestimmt. "Das war überraschend und erfreulich, dass dies von sich aus signalisiert wurde", berichtete Thürauf von seinem Gespräch in München.

Fachoberschule (FOS): Besuchen können sie Schülerinnen und Schüler mit einem mittleren Schulabschluss. Nach zwei Jahren an der FOS (11. und 12. Klasse) kann das Fachabitur (Zugang zu Fachhochschulen) abgelegt werden. Besonders qualifizierte Schüler können eine 13. Jahrgangsstufe mit dem Ziel der allgemeinen Hochschulreife anschließen.

Angeboten werden mindestens zwei Fachrichtungen. Welche dies sein werden, steht noch nicht fest. Anbieten würden sich aus Sicht der Stadt zum Beispiel "Wirtschaft und Verwaltung",, "Internationale Wirtschaft" oder "Sozialwesen".

Zunächst vier elfte Klassen

Der Zeitplan: 2020 wird es eine Probeeinschreibung geben. Bayernweit haben Fachoberschulen Zulauf. Dies wird auch in Schwabach erwartet. Der Betrieb würde dann im Schuljahr 2020/21 mit zunächst vier elften Klassen starten. Die Schule würde innerhalb drei Jahren auf zehn Klassen in den Jahrgangsstufen 11, 12 und 13 ausgebaut.

Die Raumfrage: In den ersten beiden Jahren soll die FOS provisorisch in der Wirtschaftsschule und der Berufsschule untergebracht werden. 2022/23 soll dann die dauerhafte Lösung zur Verfügung stehen: der Teil des Alten DG mit der alten Turnhalle. Derzeit ist dort die Marionettenbühne untergebracht, bis das Alte DG komplett saniert ist. Dieser Trakt ist über einen Durchgang im ersten Stock mit der Berufsschule verbunden. Damit könnten dort Funktionsräume mitgenutzt werden. Auch ein Pausenhof stünde zur Verfügung.

Freistaat zahlt Personal

Bislang hatte die städtische Wohnungsbaugesellschaft GeWoBau hier neue Wohnungen vorgesehen. GeWoBau-Geschäftsführer Harald Bergmann sieht aber kein Problem, noch umzuplanen. "Natürlich muss sich das wirtschaftlich tragen", erklärte er auf Tagblatt-Nachfrage. "Aber das wäre ein schlüssiges Konzept, das der Aufsichtsrat mittragen würde."

Die Kosten: Sie stehen noch nicht genau fest. Die Stadt müsste die Räume von der GeWoBau anmieten. Aber: Da die FOS eine staatliche Schule ist, übernimmt der Freistaat die Personalkosten — anders als bisher bei der städtischen BOS, die ja auslaufen soll. "Unterm Strich gehen wir von einer Entlastung für die Stadt aus", erklärte Thürauf gegenüber dem Tagblatt.

Die Stimmen im Stadtrat: "Die CSU begüßt das ohne Vorbehalte", erklärte Emil Heinlein. "Die FOS ist das letzte Mosaiksteinchen in unserer Schullandschaft. Ich bedauere aber etwas den Verzicht auf die BOS. Aber alle Fakten sprechen gegen sie." Mittelfristig aber hoffe er, dass doch noch eine "FOSBOS" (eine Kombination aus Fachoberschule und Berufsoberschule) eingerichtet werden könnte. Das wünscht sich auch Axel Rötschke. Werner Sittauer (SPD) und Klaus Neunhoeffer (Grüne) sprachen von einer "historischen Entscheidung". Bruno Humpenöder (Freie Wähler) betonte: "Schwabach ist Schulstadt und wird eine noch bessere." 

gw

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