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Schwabacher Blattgold glänzt auf Schumis Kopfschutz

Zu seinem Jubiläumsrennen erhielt der Formel-1-Rennfahrer eine Überraschung - 31.08.2011 14:00 Uhr

Tagelang war der Designer Jens Munser mit der Herstellung des Jubiläums-Helms für Michael Schumacher beschäftigt. Er entschied sich für 21-Karat-Gelbgold aus Schwabach. © oh


Für den Rennfahrer ist ein Helm lebenswichtig. Schützen muss er, passen sowieso — und das Design soll stimmen. Bei den Zuschauern findet die Kugel für den Kopf in der Regel wenig Beachtung. Am vergangenen Wochenende jedoch war alles ganz anders.

Kaum jemand, der nicht von Schumis genialem Güldenem sprach. Den Rummel um den neuen Helm verfolgt Jens Munser aus Salzgitter mit einem Lächeln. Als Designer für Schumis Helm-Hausmarke Schuberth war er es, der den edlen Kopfschutz angefertigt hat. Rennsportfans wissen, warum Schumi just beim vergangenen Rennen dieses Design-Stück trug.

Klaus Hassler, Geschäftsführer der Wasner-Blattgold GmbH, selbst Rennsport-Fan, hat den Designer im Vorfeld beraten. © Rurik Schnackig


Ein Geschenk zum Schumacher-Jubiläum war der auffällige Schutzhelm. Vor exakt 20 Jahren hat der heutige Rekordchampion sein erstes Formel-1-Rennen gefahren. Auch in Belgien, genau wie am vergangenen Sonntag in Spa-Francorchamps .

Der Helm-Hersteller Schuberth hatte vor einiger Zeit den Designer Munser gebeten, einen Jubiläums-Helm für den prominenten Kunden zu entwerfen. Mit drei Wünschen auf einmal: Etwas Besonders. Etwas Würdiges. Etwas Goldiges.

20 Exemplare des goldenen Helms sollen demnächst in den Verkauf kommen. Mit 5950 Euro hat der Kopfschutz allerdings seinen stolzen Preis. © oh


Es beginnt mit einem Anruf

Ortswechsel: Schwabach, Wallenrodstraße, ein gelbes Mehrfamilienhaus, wie es viele gibt. Dort klingelt an einem sonnigen Tag im Mai das Telefon von Goldschlägermeister Klaus Hassler. Am anderen Ende: Ein Kunde, der einen Helm vergolden möchte. Übers Internet ist er auf die Wasner-Blattgold GmbH in Schwabach gestoßen. Hassler rät ihm, zuvor den Helm-Hersteller zu konsultieren. „Nicht, dass sich das Material des Helmes verändert.“ Der Kunde ist zufrieden mit der Beratung, wird sich wieder melden. Hassler, selbst großer Motorsport-Fan, ahnt noch nicht, für wen dieser Helm sein soll.

Geheimnis gelüftet

Der Kunde namens Jens Munser lässt sich nun Gold-Muster aus Schwabach schicken. Er entscheidet sich für ein hellglänzendes 21-Karat-Gelbgold. Es folgt eine ungewöhnlich große Bestellung. Kurz darauf verrät er dem 46-jährigen Goldschlägermeister in Schwabach, was er damit vorhat: „Das wird ein Helm für Michael Schumacher“.

Hassler führt die Wasner-Blattgold GmbH bereits in vierter Generation. Eigentlich ist ihm Bescheidenheit sehr nahe. Doch an diesem Tag würde er am liebsten hinausposaunen, wer sein Gold bald am Kopf tragen wird. Doch die Schweigepflicht wiegt stärker. „Keiner darf davon erfahren — es ist eine Überraschung für Schumi“, wurde ihm eingebläut.

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In Salzgitter beginnt nun eine Pionierarbeit. Munser arbeitet das erste Mal mit so großen Mengen Gold. Autodidaktisch. Er vertieft sich in die Thematik, findet Literatur über das Vergolden von Statuen, von Bildern. Anweisungen für einen Helm sind keine dabei. Hassler beschleichen derweil leise Zweifel am Erfolg dieser Arbeit: „Andere machen schließlich eine dreieinhalbjährige Ausbildung, bis sie das Handwerk beherrschen.“

Dafür gibt es nur ein Wort

Am vergangenen Sonntag saß der gebürtige Rother Goldschlägermeister dann atemlos vor dem Fernseher. Er sieht, wie Schumi seinen üblichen roten Helm nur allzu gern gegen den schmucken goldenen tauscht. „Ich bin schwer begeistert davon“, hört er den Rennfahrer sein Geschenk kommentieren. „Blattgold als Hommage an mein Renndebüt vor 20 Jahren in Spa und die folgenden goldenen Jahre — das ist eine schöne Idee".

Hassler sieht das Resultat groß in seinem Fernseher glänzen — und findet dafür nur ein Wort: „Gigantisch!“ Selbst er als Profi ist beeindruckt davon, wie der Designer den Helm golden gestaltet hat.

Es sieht so aus, als lasse sich der Helm aus Gold rasant zu Geld machen — zumindest aus Sicht des Helm-Herstellers. Die Firma Schuberth will in Kürze 20 Exemplare des Jubiläums-Helms nebst von Schumacher persönlich unterschriebenem Zertifikat auf den Markt bringen. Preis pro Stück: 5950 Euro. „Es gibt etliche Voranfragen“, sagte ein Sprecher des Unternehmens gegenüber dem Schwabacher Tagblatt.

RURIK SCHNACKIG

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