Samstag, 21.09.2019

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Schwabacher Ortung: 2500 Euro für die Goldkinder

Der Publikumspreis ging an Babette Brühl für ihr Werk, das sie im Bürgerhaus-Saal zeigte. - 20.08.2019 09:03 Uhr

Preisträgerin Babette Brühl neben Kulturbürgermeister Roland Oeser. Links Barbara Sommer vom Sponsor, der Schwabacher Firma Ratioplast. Neben ihr Kulturamtsleiterin Sandra Hoffmann-Rivero. © Foto: Matthias Hertlein


Von 3022 abgegebenen Besucherstimmen entfielen 663 auf die Künstlerin aus Celle. Mit 551 Stimmen landete Kathrina Steiner mit ihrem Blumengebilde-Kunstwerk, zu sehen in der ehemaligen Schlosserei, auf Rang zwei, gefolgt von Ines Fiegert (417) für ihre Arbeit "Verkörperung" in der Synagoge, bei der zwei Figuren auf einem großen Netz tanzen.

Zudem empfiehlt die Ortung-Jury, dass die Stadt Schwabach das Kunstwerk von Tobias Freude "Ist Schweigen Gold" auf der Mauer an der Synagogengasse ankaufen soll. Ende September entscheidet der Kulturausschuss. Das Okay ist wohl gesichert. "Ich bin guter Dinge, es wäre eine Bereicherung für die Stadt", erklärt hierzu Kulturamtsleiterin Sandra Hoffmann-Rivero.

Über 11000 Besucher

Und auch mehr als erfreulich: Die angestrebte 10 000-Besucher-Marke wurde bereits am Donnerstag, vier Tage vor dem Ortung-Ende geknackt. Insgesamt "sage und schreibe 11 447 Besucher" (Kulturamtsleiterin) verfolgten das Kunstspektakel in der Goldschlägerstadt.

Rund 300 Ortung-Gäste nahmen teil an der Finissage. Die Veranstaltung wurde locker-flockig von Carola Lubowksi moderiert, für den jazzig-klassischen Musikteil sorgte entspannt das Duo Rebecca Trescher und Andreas Veith. Mit "Days of Wine and Roses" von Henry Mancini startete der Abend.

"Ich blicke mit ganz viel Dankbarkeit zurück, ich bin völlig fasziniert, was hier passiert ist, es war eine tolle Geschichte, ein Zusammenklang von Kultur, Kunst, interessierten Menschen und Begegnungen in unserer wunderschönen Stadt. Ich bin total geplättet", sagte Kulturamtsleiterin Sandra Hoffmann-Rivero.

Selbst am letzten Ortung-Tag blieb der Boom ungebrochen. "Da waren uns die Eintrittskarten ausgegangen, wir mussten auf Gold-Bänder als Ersatz zurückgreifen", strahlte die Kultur-Chefin.

Besucher kamen von weit her

Die Ortung 11 war kein lokales Ereignis mehr, die Besucher kamen von weit her, sie sorgten für Belebung in der Stadt und für volle Lokale, zumal auch das Wetter, bis auf eine Ausnahme, mitspielte. Es mussten noch am Sonntag Führungen nachgebucht werden. Qualität, Engagement und viel Herz sorgten für das besondere Ortung-Gefühl, was auch auf die Künstler abfärbte. Sandra Hoffmann-Rivero: "Wir hatten am Schluss schon ein sehr inniges Verhältnis, ich fand es toll, dass die Künstler auch untereinander zusammenkamen, früher war da immer eine gewisse Konkurrenz."

Das bestätigte Publikumspreisträgerin Babette Brühl: "Bei der Verlosung der einzelnen Stationen gab es für mich ein tolles Erlebnis. Alle Künstler hatten versucht, für sich den richtigen Raum oder Platz zu finden. Verena Friedrich hat mir generös den Bürgerhaussaal überlassen, obwohl ich einen anderen Raum zugelost bekommen hatte, das ist etwas ganz Besonderes." Und Schwabach selbst? Babette Brühl: "Es hat mir hier überraschend gut gefallen, ich war sehr beeindruckt vor allem, was zum Beispiel in der Stadtkirche an Kunstwerken steht oder hängt, der Hochaltar, das ist der Wahnsinn." Mit dem Preisgeld will Babette Brühl obdachlose Jugendliche in Berlin unterstützen.

Kompetent und charmant

Die Ortung-Bilanz 2019 zieht ein Experte aus der Nachbarschaft: Unter den Besuchern war auch Michael Bader, der eine "sehr charmante, kompetente, dreistündige Führung genossen hatte." Seit dem 1. Mai 2018 ist er Leiter des Kultur-Kunst-Quartiers der Stadt Nürnberg und äußerte sich über Social Media: "Die Ortung ist eine Perle für die Schwabacher Stadtgesellschaft, nein – natürlich ein Goldstück! – prägend für das Image dieser aufbruchreifen großen Kleinstadt, kleinen Großstadt. Spannungsreich und aufgeschlossen, lebenswert und liebenswürdig, die Welt im Kleinen spiegelnd, interkulturell und diskursbereit."

Die vielen ehrenamtlichen Mitarbeiter an den einzelnen Stationen des Parcours wurden im Verlauf der Finissage gelobt, doch die Veranstaltung konnten sie nicht besuchen. Der Grund: Lange Öffnungszeiten am letzten Tag (bis 19 Uhr), Abrechnungs-Aufgaben und dergleichen ließen dies nicht zu. Vielleicht sollte man künftig nach Lösungsmöglichkeiten suchen, denn die "guten Ortung-Geister" gehören auch zum Finale dazu. 

MATTHIAS HERTLEIN

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