Schwabachs Biergärten: von Abwarten bis Aufmachen

8.5.2021, 12:00 Uhr
Bis beim Döllinger in Schaftnach die Bierkrüge wieder so klappern wie auf diesem Bild von der Kirchweih 2017, wird es wohl noch etwas dauern. Uwe Döllinger verzichtet am Montag auf eine Öffnung – obwohl er öffnen dürfte.

Bis beim Döllinger in Schaftnach die Bierkrüge wieder so klappern wie auf diesem Bild von der Kirchweih 2017, wird es wohl noch etwas dauern. Uwe Döllinger verzichtet am Montag auf eine Öffnung – obwohl er öffnen dürfte. © Archiv-Foto: Robert Schmitt

Wie berichtet, kann dank einer stabilen Inzidenz unter 100 in Schwabach ab Montag die Außengastronomie wieder unter strengen Hygienebedingungen öffnen. Der eine oder andere Tisch dürfte nächste Woche also vor die Tür gestellt werden. Im "Schießhaus" zum Beispiel oder vor dem "Fabiano".

Doch wie sieht es mit den größeren Biergärten in der Stadt und in den Stadtteilen aus? Oliver Hörauf vom gleichnamigen Biergarten am Parkbad und Uwe Döllinger vom Biergarten in Schaftnach wollen lieber noch etwas abwarten. Dafür steht Holger Stark vom Burgersgarten (nahe des Reit- und Fahrvereins) in den Startlöchern.

Sofort kamen Anmeldungen

"Kaum war die Nachricht raus, dass Außengastronomie öffnen kann, hatte ich schon 20 Anmeldungen", berichtet Holger Stark, der Betreiber des Burgersgarten. Er habe dann mit seinem Team gesprochen, und gemeinsam habe man beschlossen: "Wir probieren das jetzt mal. Sechs Monate Stillstand sind genug".

Dabei sind die Vorgaben komplex. Zweifach Geimpfte und Genesene dürfen mit Termin Platz nehmen, andere brauchen einen aktuellen negativen Schnelltest. Wer keinen solchen Schnelltest dabei hat, der kann vor Ort einen machen – auf eigene Kosten natürlich. Stark hat solche Schnelltests besorgt.

Der Wirt räumt ein, dass der Verwaltungsaufwand enorm ist. "Aber nach einem halben Jahr wollen wir den Leuten einfach mal wieder etwas mehr bieten, als die Bratwurstbude vor dem Eingang, in der nach wie vor To-go-Ware angeboten wird.

Noch zu wackelig

Etwas vorsichtiger sind Uwe Döllinger vom Schaftnacher Biergarten und sein Kollege Oliver Hörauf aus Schwabach. Döllinger ist die ganze Geschichte "schlicht noch zu wackelig". Für ihn sind noch einige rechtliche Fragen offen.

Man bräuchte seiner Meinung nach einen Sicherheitsdienst, der akribisch kontrolliert, wer geimpft, wer genesen und wer zweimal getestet ist – und wer seinen Schnelltest dabei hat. Wirtschaftlich sei das alles nicht darstellbar. Vor allem nicht angesichts der Temperaturen derzeit und wieder ab Mittwoch. Deshalb bietet sein Gasthaus vorerst weiterhin nur das To-go-Geschäft an. "Sonntag läuft da super, der Freitag ist auch okay, nur der Mittwoch könnte besser sein."

Seiner Meinung nach wäre aus Infektionsschutzgründen eine Öffnungsperspektive zu Pfingsten – also zwei Wochen später – sinnvoller gewesen.

Pfingsten anpeilen

Das sieht auch Oliver Hörauf so. "Wir peilen etwa Pfingsten mit der Öffnung des Biergartens an", sagt er. Bis dorthin gibt es weiter Speisen zum Mitnehmen vom Grillwagen. "Das geht eigentlich ganz gut."

Bei einer schnellen Öffnung würden ihm alleine die Freitags-Zahlen den Schweiß auf die Stirn treiben, erzählt Hörauf. Da ging die Inzidenz binnen 24 Stunden um zwölf Punkte nach oben. Noch sei man unter 100. "Aber drei solche Tage, dann müsste man wieder zusperren." Das sei weder dem Personal noch den Kunden zuzumuten.

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