Schwanstetten: Radikale Forderungen für neues Baugebiet

3.4.2021, 14:00 Uhr
Zwischen dem bisherigen Ortsabschluss und der 110-kV-Stromleitung könnte ein neues, langgestrecktes Baugebiet entstehen. Grüne und Freie Wähler haben dafür inzwischen Ideen entwickelt, die sie auch schon öffentlich gemacht haben.

Zwischen dem bisherigen Ortsabschluss und der 110-kV-Stromleitung könnte ein neues, langgestrecktes Baugebiet entstehen. Grüne und Freie Wähler haben dafür inzwischen Ideen entwickelt, die sie auch schon öffentlich gemacht haben. © Foto: Robert Gerner

In welche Himmelsrichtung kann sich Schwanstetten in Zukunft noch entwickeln? In Richtung Osten, also in Richtung Furth, hat die Gemeinde schon seit längerem das Quartier "Oberlohe Feld" ins Visier genommen, einen schmalen Streifen im Anschluss an die jetzige Bebauung, die Schwand einen neuen Ortsabschluss verleihen würde.

Dazu haben jetzt Grüne und Freie Wähler Vorschläge – die Grünen sagen auch "Forderungen" dazu – unterbreitet, wie sie sich eine Bebauung des langgestreckten Areals vorstellen könnten.

Vor allem die Vision der Grünen kommt in Schwanstetten durchaus einem Paradigmenwechsel gleich: kaum Einfamilienhäuser, dafür Ketten-, Doppel- und Reihenhäuser, dazu Geschosswohnungsbau mit ausreichend Wohnraum für Personen mit nicht allzu üppig gefülltem Geldbeutel. Gerade die Wohnungen sollen barrierefrei und generationsübergreifend sein.

E-Carsharing

Angestrebt wird der Standard KfW-Effizienzhaus 40 plus. Es gibt Ideen zur Gestaltung des gesamten Quartiers, zur Energieversorgung und Abwasserbehandlung. Innovativ auch die Ideen für den Verkehr: ÖPNV-Anschluss, nur ein KfZ-Stellplatz pro Wohneinheit. Alles, was darüber hinaus benötigt wird, muss sich entweder weit draußen eine Stellfläche suchen – oder den Bedarf mithilfe von E-Carsharing decken. Alle KfZ-Stellplätze, vorzugsweise in einer Tiefgarage, erhalten Wallboxen zum Laden von Stromern.

Einen entsprechenden Antrag hat 2. Bürgermeister Wolfgang Scharpff in der jüngsten Sitzung des Marktgemeinderates unterbreitet. Er nannte ihn ökologisch, energetisch und sozial ausgewogen. Das Ergebnis könne als Vorbild für viele andere Gemeinden dienen.

Über den Tellerrand hinaus

FW-Fraktionssprecher Peter Weidner appellierte im Gemeinderat an seine Kolleginnen und Kollegen, nicht nur das Quartier selbst, sondern auch die Flächen ringsum in die Überlegungen einzubeziehen. Er hatte zum Beispiel ein Auge auf eine Brachfläche jenseits der Straße zwischen dem Ende der Wohnbebauung und dem gemeindlichen Bauhof geworfen. Hier sei eine Bebauung mit Mehrfamilienhäusern und/oder seniorengerechten Wohnungen am ehesten denkbar.

Grundsätzlich plädieren auch die Unabhängigen für hohe Umweltstandards, für Niedrigenergiehäuser, die Nutzung von Sonnenstrom, für Zisternen und zentrale Wärmeversorgung. Ganz so strikte Vorgaben wie die Grünen wollen sie aber nicht machen.

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