SFZ-Schüler erinnern an Schwabacher Nadelfabrikanten

27.8.2014, 08:43 Uhr
Die Präsentation der Schüler des Sonderpädagogischen Förderzentrums erhielt viel Lob.

Die Präsentation der Schüler des Sonderpädagogischen Förderzentrums erhielt viel Lob. © ukb/oh

Am 28. November wird der Kölner Bildhauer Gunter Demnig nach Schwabach kommen, um mit einer Messingplatte besetzte „Stolpersteine“ vor den Wohnhäusern beziehungsweise Arbeitsstätten der Schwabacher NS-Opfer zu verlegen. Die Steine tragen die Namen und die Lebensdaten der Opfer und werden in den Bürgersteig eingelassen. Diesem Ereignis werde die Klasse 6.1 G des SFZ beiwohnen, wie Schulleiter Christian Daumenlang erklärte.

Über Prag in die USA

„Wir machen bei der Stolpersteine-Aktion mit, damit man nicht die schrecklichen Gräueltaten der Nationalsozialisten an den Juden vergisst. Wir machen mit, weil wir an Walter Tuchmann erinnern wollen.“ Diese klare Botschaft stellten die Schüler der Klasse 6.1 G an den Anfang ihrer Präsentation über das Schicksal des Schwabacher Unternehmers Walter Tuchmann.

Sie berichteten von früheren Zeitungsanzeigen, in denen es wortwörtlich hieß: „Die Juden sind unser Unglück!“ Auf der anderen Seite zeigten sie Walter Tuchmann, den damaligen Besitzer der Drei-S-Werke, der als sozialer Arbeitgeber bekannt war. Er musste 1937 seine Fabrik wegen „Rassenschande“ und „Devisenvergehen“ (so die offizielle Begründung) verkaufen. 1942 floh er in die USA.

Die Klasse 6.1.G hatte sich beispielhaft mit dem Schicksal von Walter Tuchmann auseinandergesetzt. Im Beisein von Melanie Greiner und Stadtheimatpflegerin Ursula Kaiser-Biburger von der Initiative „Stolpersteine“ sowie Stadträtin Dr. Sabine Weigand erklärten die Schüler bei ihrer Präsentation, dass sie mit ihren beiden Lehrkräften Gabi Heller und Dr. Katharina Novotny das judenfeindliche, antisemitische Klima jener NS-Tage behandelt hätten. Anhand von selbstgestalteten Info-Plakaten sowie einer Power-Point-Präsentation hatten sie zudem den religiösen und kulturellen Unterschied zwischen Christentum und Judentum herausgearbeitet.

Durch ihr erworbenes Wissen hätten die Schülerinnen und Schüler ein wirkungsvolles Mittel erhalten, verallgemeinernden Vorurteilen und diskriminierenden Unmenschlichkeiten entgegenzutreten. Nur das Wissen um die Vergangenheit helfe in der Zukunft, solche Gräueltaten zu verhindern, stellte Ursula Kaiser Biburger fest. Neben dem SFZ beteiligen sich auch andere Schulen mit Präsentationen an der Initiative.

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