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Sommer-Serie VI: Frankens größte Freiluft-Galerie

56 Kunstwerke gibt es auf dem Rednitzhembacher Kunstweg zu sehen - 01.09.2019 05:55 Uhr

Der „Knoten“ von Sabine Mädl und Verena Reimann ist das größte Kunstwerk auf dem Rednitzhembacher Kunstweg. Es steht auf dem Rondell des Kreisverkehrs am Schnittpunkt der Straßen von Roth, Schwanstetten, dem Gewerbegebiet Rednitzhembach-Süd und dem Dorf Rednitzhembach – an einem Verkehrsknotenpunkt. © Stephan Winkler


Der Rednitzhembacher Kunstweg ist ein beliebtes Ausflugsziel. Er umfasst mittlerweile 56 öffentlich zugängliche Kunstwerke. Zwei oder drei weitere kommen in diesem Jahr noch hinzu. Ideal ist eine Tour auf dem Kunstweg mit dem Fahrrad. Aber auch erwandern kann man die Werke.

Beim Rednitzhembacher Kunstweg handelt es sich um Frankens größte Freiluft-Galerie, denn die meisten Werke stehen in der Natur. Der rund acht Kilometer lange Weg ist ausgeschildert, eine Markierung führt den Besucher von Objekt zu Objekt. Da der Kunstweg als Rundweg angelegt ist, kann man überall beginnen und kommt wieder zum Ausgangs-Punkt zurück. Allerdings wäre es vermessen zu glauben, man könnte alle Kunstwerke in Rednitzhembach an einem Tag anschauen. Dafür liegen die Werke zu weit auseinander. Außerdem liegen etliche der Werke auf "Nebenschauplätzen"

Abschnittsweise besichtigen

Gut möglich ist es allerdings, verschiedene Abschnitte des Kunstwegs anzuschauen. Rednitzhembach erreicht man mit dem Zug oder dem Auto. Gute Parkmöglichkeiten gibt es am Bahnhof und in der Walpersdorfer Straße, entweder bei der Rednitzbrücke oder beim Trafohaus.

Bei den Werken handelt es sich teilweise um Gemälde, die meisten sind allerdings Skulpturen. Sie sind aus Holz, Stein, Stahl, Edelstahl oder aus mehreren Materialien. Begonnen hat alles ganz harmlos mit einer Leihgabe, der Skulptur "Zwei Tonnen Angst in Eiche" an der Rednitz des mittlerweile weit über die Region hinaus bekannten Schwabacher Bildhauers Clemens Heinl.

Schütze und sein Pfeil im Apfel

Es folgte eine Auftragsarbeit der Gemeinde. Der Künstler Thomas Volkmar Held (Tevauha) fertigte aus Stahl einen ziemlich verdrehten Wilhelm Tell, der auf der einen Seite der Rednitz-Insel mit der Schule steht. Auf der Insel steht ein überdimensionaler Apfel, in dem ein Pfeil steckt, aus demselben Material. Der Schütze symbolisiert die Welt der Erwachsenen, der vom Pfeil durchbohrte Apfel auf der Schul-Insel die der Kinder. Das Werk "Schütze und Apfel" war der Beginn des Kunstwegs. Es wurde eingeweiht am 17. September 1994. Im Mai 1995 kauften die Bürger nach einem Spendenaufruf Clemens Heinls "Zwei Tonnen Angst in Eiche" ("Der Hulzmoh") dazu.

Das „Sternentor“ von Klaus-Leo Drechsel ist nicht allein eine Skulptur, sondern auch ein gebrauchsfähiges astronomisches Instrument. Mit Hilfe zweier drehbarer Ringe können die Bahnen von Sonne und Mond täglich nachvollzogen werden. Zudem ist nachts die Identifizierung von Sternbildern möglich. © Klaus Leo Drechsel


Bürgermeister Jürgen Spahl hatte die Idee, die Kunstwerke in Rednitzhembach ab dem Jahr 2000 auf einem "Kunstweg" zu bündeln. Dieses Ziel verfolgte er mit Hilfe der Kulturbeauftragten Christel Vogelsang und mit Unterstützung des Kunstbeirats. Im Kunstbeirat sitzt je ein Vertreter der Parteien aus dem Gemeinderat. Der Kunstbeirat entscheidet letztlich über die Kunstwerke, die die Gemeinde ankauft. In der Regel sind es zwei pro Jahr. Damit will die Gemeinde den Bürgern von Rednitzhembach und allen anderen Kunstfreunden die Möglichkeit geben, Schönes, Interessantes und zum Nachdenken Anregendes zu sehen und sich auch damit auseinanderzusetzen. Zugleich will Rednitzhembach Künstler aus der näheren und inzwischen auch ganz weiten Umgebung durch den Kauf ihrer Werke fördern.

Bekannte Künstler aus der Region

Auf dem Kunstweg sind alle in der Region bekannten Künstler vertreten: Die bereits genannten Clemens Heinl und Tevauha. Dann noch Sabine Mädl und Verena Reimann, Klaus-Leo Drechsel, Claudia Spanhel, Patrick Preller, Georg Behninger, Volker Hamann, Reinhard G. Bienert, Hermann Drescher, Ulrich Hallmeyer, Johannes L. M. Koch, Michael Pickl, Stefan Schnetz, und, und, und...

Inzwischen sind etliche Künstler aus dem Ausland hinzugekommen. Beispielsweise stehen Italien, Tschechien, Israel, Bulgarien und Lettland auf der Liste. Durch Fritz Meyers (Georgensgmünd-Wernsbach) Reihe "Into Africa" sind sogar die Werke von Künstlern aus Zimbabwe auf dem Rednitzhembacher Kunstweg zu bewundern.

Die Schilder an den jüngeren Kunstwerken tragen einen QR-Code, so dass man sich per Handy orientieren kann und auch mehr erfährt.

Inzwischen gibt es jedes Jahr einen "Rednitzhembacher Kunstweglauf" und ebenfalls jährlich am ersten Samstag der Sommerferien ein Freiluft-Konzert "Klassik auf dem Kunstweg" im Wiesengrund an der Sonnenuhr.

Führerin für den Kunstweg

Auch eine Kunstweg-Führerin hat sich gefunden. Gabi Weißmantel weiß so ziemlich alles über die Werke und ihre Erschaffer. Mit ihren Führungen richtet sie sich nach dem Publikum.

Weitere Informationen gibt es unter www.kunstweg-rednitzhembach.de 

GUNTHER HESS

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