Bei der BRK-Bereitschaft

Spritzen im Akkord: Schwabacher Impfzentrum erhält Zweigstelle

RESSORT: Lokales / Sonstiges..DATUM: 05.10.2016..FOTO: Roland Fengler..MOTIV: Mitarbeiterporträt / Mitarbeiterportrait: Robert Gerner..ANZAHL: 1 von 1..Veröffentlichung nur nach vorheriger Vereinbarung
Robert Gerner

Schwabacher Tagblatt

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30.11.2021, 06:05 Uhr
„Wir hatten wenig Zeit, aber die wenige Zeit haben wir bestens genutzt“, sagt der Schwabacher Oberbürgermeister Peter Reiß (rechts), der am Montag gemeinsam mit Corinna Bauer vom Rechtsreferat, Rainer Braun, Geschäftsführer des BRK-Kreisverbands Südfranken, der Pandemiebeauftragten Christiane Kostka und Stadtrechtsrat Knut Engelbrecht (von links) die an sechs Tagen geöffnete Impfstelle in der Rettungswache Schwabach-Nord in Betrieb nahmen. 

„Wir hatten wenig Zeit, aber die wenige Zeit haben wir bestens genutzt“, sagt der Schwabacher Oberbürgermeister Peter Reiß (rechts), der am Montag gemeinsam mit Corinna Bauer vom Rechtsreferat, Rainer Braun, Geschäftsführer des BRK-Kreisverbands Südfranken, der Pandemiebeauftragten Christiane Kostka und Stadtrechtsrat Knut Engelbrecht (von links) die an sechs Tagen geöffnete Impfstelle in der Rettungswache Schwabach-Nord in Betrieb nahmen.  © Robert Gerner

Am 15. Dezember 2020 hat die Stadt Schwabach mit einigem Stolz ihr Impfzentrum in den Räumen der DJK Schwabach in der Huttersbühlstraße vorgestellt. Elfeinhalb Monate und zwei Infektionswellen später bekommt dieses Impfzentrum eine Zweigstelle: In der BRK-Bereitschaft Schwabach-Nord in der Abenberger Straße (ehemaliges Kasernengelände) wird seit Montag ebenfalls gegen Corona angeimpft. Auch mit Unterstützung der Bundeswehr.

Man muss gar nicht allzu weit zurückblicken. Noch im Oktober war das Schwabacher Impfzentrum bei der DJK Schwabach auf Geheiß des Gesundheitsministeriums auf einen Minimalbetrieb heruntergefahren. Seit Sommer konnte man sich nur noch samstagvormittags im Vorbeigehen den Piks abholen. Ansonsten war das Zentrum geschlossen, und die Impfteams versuchten bei mobilen Terminen im Oro-Einkaufszentrum oder im Rathaus die Spritze an den Mann oder die Frau zu bringen.

Nicht wenige sagten damals, die Mühe könne man sich auch sparen. Die wenigen noch Unentschlossenen zu überzeugen und die anstehenden Booster-Impfungen, das könnten auch die Hausärzte übernehmen.
Und jetzt? Mit der Empfehlung der Ständigen Impfkommission (Dritt-impfung für alle Erwachsenen), mit der noch relativ jungen Erkenntnis, dass die Wirkung der Impfung schon nach einigen Monaten deutlich nachlässt, und mit Corona-Inzidenzen, die sich noch im Winter 2020/21 kaum jemand hat vorstellen können, hat die deutsche Impfkampagne gewissermaßen einen Re-Start hingelegt. Hinlegen müssen.

Die Spritze ist der Schlüssel

Das Interesse ist explosionsartig gestiegen, vor allem an den Auffrischungsimpfungen. Der Weg raus aus der Pandemie? Der wird, da sind sich 99,9 Prozent der Virologen und Mediziner einig, zumindest in Europa nur mithilfe der Spritze gelingen.

„Die Wache ist nicht für Impfaktionen konzipiert“, sagt BRK-Kreisgeschäftsführer Rainer Braun. „Aber wir kriegen das hin.“ Blick in die „Impfstelle“ auf dem Flug der BRK-Wache, wo zwei Bundeswehrsoldaten aus Pfreimd die Anmeldungen entgegennehmen.
 

„Die Wache ist nicht für Impfaktionen konzipiert“, sagt BRK-Kreisgeschäftsführer Rainer Braun. „Aber wir kriegen das hin.“ Blick in die „Impfstelle“ auf dem Flug der BRK-Wache, wo zwei Bundeswehrsoldaten aus Pfreimd die Anmeldungen entgegennehmen.   © Robert Gerner

Die Stadt Schwabach will dazu ihren Beitrag leisten. Erst wurde das Impfzentrum wieder spürbar hochgefahren, ohne die mobilen Termine allzu sehr einzuschränken, und seit diesem Montag gibt es bei der BRK-Bereitschaft im ehemaligen Kasernengelände eine Außenstelle des Impfzentrums.

Die Ärzte werden über die Kassenärztliche Vereinigung gestellt, das BRK hilft im administrativen Bereich und sechs zusätzliche Soldaten der Bundeswehr wurden aus dem oberpfälzischen Pfreimd abkommandiert – zusätzlich zu dem Quartett, das schon im DJK-Sportheim Dienst tut.

Abend- und Sonntagstermine

Geimpft werden kann jetzt im Akkord. Impfzentrum und Außenstelle haben ab sofort jeweils sechs Tage pro Woche geöffnet, es gibt Abendtermine (donnerstags) und ab dem dritten Adventssonntag auch wieder Sonntagstermine.

Mindestens 2300 Impfungen pro Woche könne man jetzt stemmen, sagt die Schwabacher Pandemiebeauftragte Christiane Kostka, die sich mit Corinna Bauer vom städtischen Rechtsamt um den möglichst reibungslosen Betrieb der jetzt zwei stationären Impfstellen kümmert. „Vielleicht schaffen wir auch 2500“, ergänzt Stadtrechtsrat Knut Engelbrecht bei einem Termin in der neuen Zweigstelle.

Vier Teams ziehen parallel die Spritzen auf: zwei im DJK-Sportheim, jeweils eines beim BRK und bei mobilen Terminen. Bis Weihnachten kann man auf diese Weise noch knapp 10.000 Menschen impfen, ein Viertel der Schwabacher Bevölkerung. „Und wir dürfen die Hausärzte nicht vergessen, die ja ebenfalls alles geben“, sagt der Schwabacher Oberbürgermeister Peter Reiß dankbar.

Nur mit Anmeldung

Wobei das städtische Impfangebot nicht an der Stadtgrenze halt macht. „Der Wohnort ist egal“, sagt Stadtrechtsrat Engelbrecht. Man habe in den vergangenen Tagen durchaus einen relevanten Anteil von Auswärtigen geimpft. Es habe sich herumgesprochen, dass es bei uns phasenweise leichter ist einen Termin zu bekommen als anderswo.

Aber grundsätzlich gilt: ohne Terminvereinbarung geht nichts. Schlangen vor dem Impfzentrum und vor den Impfzentren habe man auf jeden Fall vermeiden wollen, sagt Pandemiebeauftragte Kostka.

Dafür, das lässt sich nicht gänzlich vermeiden, hängen manche Impfinteressierte länger in den Warteschleifen bei der telefonischen Anmeldung fest. Der Berg wird jedoch nach und nach abgetragen. „Mit dem Boostern“, sagt OB Reiß, „könnten wir Ende Januar in Schwabach weitgehend durch sein.“

Der Oberbürgermeister bleibt aber bewusst im Konjunktiv. Eine neue Virus-Variante aus Südafrika sorgt derzeit weltweit für neue Besorgnis. Man werde selbstverständlich Augen und Ohren offen halten. Da schadet es nicht, dass die Verträge für die Impfzentren in Bayern bis 30. April 2022 gelten. Vorerst.

Neben Impfzentrum und neuer Zweigstelle wird in Schwabach in dieser Woche dreimal mobil geimpft: Dienstag, Donnerstag und Samstag jeweils von 9 bis 16 Uhr im Oro-Einkaufszentrum. Dafür sind aber alle Termine vergeben. Die Angebote werden aber Zug um Zug ausgebaut. Eine Anmeldung über http://impfzentren.bayern wird empfohlen. Sie ist aber auch telefonisch unter (09122) 875410 möglich.