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Stadtrat stoppt Planungen für Hallenbad-Neubau

Rolle rückwärts - Wille vorhanden, Geld fehlt - 30.06.2014 05:57 Uhr

Dr. Dorle Albrecht übergibt 1115 Unterschriften für ein neues Hallenbad an OB Matthias Thürauf. Plus einen Schwimmflügel, der ihm offenbar helfen soll, in den Schulden der Stadt nicht unterzugehen. © Wilhelm


Vor der Sitzung ein letzter Versuch: Dr. Dorle Albrecht, Mitglieder des Schwimmvereins Schwabach und Helmut Schindler, der Präsident des Bayerischen Schwimmverbands, überreichten einen Ordner voller Unterschriften. Ihr Argument: Selbst bei knappen Finanzen sei es doch "eine Frage der Reihung“. Und ein neues Hallenbad müsse angesichts des veralteten jetzigen Bads doch hohe Priorität haben. Das unterstrich auch Edeltraud Heinlein von der Deutschen Rheuma-Liga Roth-Schwabach.

Inhaltlich sehen das Thürauf und die Stadträte ja genauso. Sonst hätten sie mit der Planung für eines neues Hallenbad gar nicht erst begonnen. Doch wo ein Wille ist, ist noch lange kein gefülltes Konto.

"Die Haushaltslage ist sehr angespannt", betonte Thürauf mit Blick auf die Sparauflage in Höhe von 2,5 Millionen Euro durch die Regierung von Mittelfranken (wir berichteten). Ein neues Hallenbad würde aber rund 7,7 Millionen kosten, wovon die Stadt 3 Millionen tragen müsste.

Winfried Klinger, Geschäftsführer der Stadtwerke und damit zuständig für die Bäder, rechnet zudem mit hohen Folgekosten: „Das jährliche Defizit der Bäder würde von 0,5 auf 1,2 Millionen Euro steigen.“

"Deshalb müssen wir die Hallenbadpläne auf Eis legen", stellte Thürauf nüchtern fest. Allerdings: „Nicht auf Ewigkeit.“ Jedoch kann niemand absehen, wann die Stadt finanziell in der Lage sein wird, dieses Projekt zu finanzieren.

Ebenso wie niemand weiß, wie lange die veralteten Technik des jetzigen Hallenbads noch hält. Thürauf wies darauf hin, dass der Beschluss für den Neubau 2012 ohnehin unter „Finanzierungsvorbehalt“ gestanden war. Doch CSU-Fraktionschef Detlef Paul räumte ein, dass die Stimmung damals doch „fast euphorisch“ gewesen sei: „Wir dachten doch: Das kriegen wir schon auf die Reihe.“ Paul schlug eine „jährliche Prüfung“ vor, um die Machbarkeit zu klären. Eckhard Göll (Grüne) hielt ihm jedoch entgegen, dies sei "reine Augenwischerei".

Dr. Gerhard Brunner (SPD) betonte, er sei „keineswegs euphorisch“ gewesen. Auch die SPD sieht keine absehbare Chance für einen Neubau und schlägt deshalb vor, „die schrittweise Sanierung“ des alten Hallenbads zu prüfen. Ärgerlich sei, dass die Planungskosten nun "beerdigt" würden. Klinger bezifferte die bisherigen Ausgaben für Gutachten und Entwürfe auf 235 000 Euro. Doch: „Diese Erkenntnisse haben wir für die Fortführung. Das Geld ist nicht verloren."

"Wenn die Technik zusammenbricht, dann haben wir eine Zeit lang kein Hallenbad", sagte Bürgermeister Dr. Roland Oeser (Grüne). Die Notlösung: "Das Katzwanger Bad ist ja nicht aus der Welt." 

gw

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