Dienstag, 21.01.2020

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Staunen über große Betriebsamkeit im Stadtteil

Besucher begeistert vom neuen O’Brien-Park - 24.09.2012 08:30 Uhr

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Tag der offenen Tür im O'Brien-Park und im Stadtkrankenhaus

Die Einrichtungen im Stadtteil O'Brien-Park (früher "Alte Kaserne") stellten sich vor. Das Stadtkrankenhaus beteiligte sich ebenfalls am Tag der offenen Tür.


„Mehrere hundert Interessierte ließen sich die Einrichtungen und ihre Angebote erklären und vorführen: Vom Stadtmuseum am Eingang des Geländes über das Sonderpädagogische Förderzentrum, das Unternehmensgründerzentrum „Schwung“, die Stadtgärtnerei und den Baubetriebshof, die städtische Wohnbaugesellschaft Gewo-Bau, die Stadtwerke, das Rote Kreuz, das Technische Hilfswerk (THW), das Arbeiterwohlfahrt-Altenheim und das Stadtkrankenhaus. Daneben stellten sich mehrere Firmen vor, die im neuen O’Brien-Park ansässig oder tätig sind – etwa ein Pilates-Studio, Immobilienfirmen, die Neu- oder Altbauten auf dem Gelände vermarkten, und die Baufirma Humpenöder.

Meilenstein für die Entwicklung

„Phänomenal“ nannte OB Matthias Thürauf (CSU) die Entwicklung des neuen Stadtteils in den vergangenen Jahren, und einen „Meilenstein für die Stadtentwicklung“. Zur Eröffnungsfeier des „Tags der offenen Tür“ waren zahlreiche Stadträte und einige städtische Referenten erschienen, so MdL Karl Freller, Alt-OB Hartwig Reimann, die Bürgermeister Roland Oeser und Thomas Donhauser sowie einige Stadträte.

Nachdem die US-Army im Mai 1992 abgezogen war und das Gelände nach über 45 Jahren geräumt hatte, konnte die Stadt zwar relativ bald einen Teil der bisherigen Kaserne nutzen, vor allem im Norden des Geländes. Stadtwerke, Baubetriebsamt, Museum und Förderzentrum waren die Pioniere der neuen Nutzung, gefolgt von THW, „Schwung“ und Arbeiterwohlfahrt, so Thürauf. Doch dauerte es noch bis 2009, bis die Stadt endgültig vom Bund den Rest des Geländes erwerben konnte. „Die Streitigkeiten über den Besitz, die Verhandlungen über Grundstücke und Preise haben viele, viele Jahre gedauert – die städtische Rechtsabteilung kann ein Lied davon singen“, meinte Thürauf augenzwinkernd.

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An allen Ecken wird gebaut

In der Zwischenzeit war im Kasernengelände vorübergehend eine gewisse Lethargie eingekehrt, die nun aber schlagartig großer Betriebsamkeit gewichen ist. „Ausschlaggebend war, dass wir die Flächen, die wir vom Bund bekommen haben, gleich selber vermarktet haben. Nun wird an allen Ecken gebaut, ein Großteil ist schon fertig“, so Thürauf. Neben den öffentlichen Institutionen und Firmen sind im Südteil des Geländes auch Dutzende Wohnhäuser entstanden oder sind derzeit im Bau. Wenn der O’Brien-Park etwa Ende 2013 endgültig fertig ist, sollen hier 500 Menschen wohnen und 600 Menschen arbeiten, rechnete Thürauf vor.

Im Stadtmuseum führte Direktor Jürgen Söllner sichtlich stolz seine Exponate zur jüngsten Geschichte des neuen Stadtteils vor, nämlich die Sammlung von US-amerikanischen Uniformen und Utensilien wie Tarnnetze und Ähnliches, aber auch Fotos und Unterlagen aus der Zeit der Nutzung als Wehrmachtskaserne von 1935 bis 1945. Besonderer Beliebtheit erfreuten sich Rundfahrten in einem Zweisitzer-Elektromobil, zu denen Gewo-Bau-Geschäftsführer Harald Bergmann vor dem „Schwung“ einlud. Im Unternehmensgründerzentrum selbst informierte Leiter Alfred Dornisch über Tipps und Tricks bei der Existenzgründung. Das Sonderpädagogische Förderzentrum informierte mit Rundgängen über seine Arbeit – vom Kindergarten bis zum Schulabschluss.

In der Stadtgärtnerei führte die stellvertretende Leiterin Cornelia Grebe-Donhauser den Gästen die technischen Grundlagen ihrer Arbeit vor. So regelt ein Klimacomputer, ob und wie stark die Dachfenster, der Sonnenschutz oder auch die Heizungsventile geöffnet werden müssen. Ein Gerät namens Erddämpfer sorgt für die naturnahe Behandlung von Kompost, um Schädlinge abzutöten. Ebenso naturnah bekämpft die Stadtgärtnerei auch die Schädlinge an den Pflanzen selbst: indem mittels Nährsubs-trat auf den Blättern Nützlinge gefördert werden, die die Schädlinge natürlich bekämpfen.

Mit Begleitung ins Allerheiligste

In den Stadtwerken durften die Besucher mit fachkundiger Begleitung auch ins „Allerheiligste“, sozusagen den Hochsicherheitstrakt. Das ist die neue Netzleitstelle für Erdgas, Strom und Wasser. Hier kann Betriebsleiter Ernst Hofer unter anderem alle wichtigen Einspeise- und Trafostationen des Stromnetzes überwachen, so alle größeren Solar-, Wind- und Blockheizkraftwerke. „Kann ich von hier aus die Stadt lahmlegen?“, fragte ein vorwitziger Besucher den Stadtwerke-Geschäftsführer Winfried Klinger, der schlagfertig antwortete: „Wenn Sie die Berechtigung hätten, ja.“ Im Hof informierten Schautafeln und Ausstellungsstücke über die Technik von Hausanschlüssen, den Stadtverkehr, der ab November auf die Stadtwerke übergeht, sowie mobile Notstrom-Aggregate, die insgesamt bis zu 1,5 Megawatt Leistung erbringen könnten. Das ist rund ein Zwanzigstel des maximalen Verbrauchs in der Stadt.

Die neben den Stadtwerken liegenden Organisationen, THW und Rotes Kreuz, führten ebenfalls ihre spektakulären Großgeräte und Tätigkeiten vor. Das Rote Kreuz etwa zeigte einen Erste-Hilfe-Einsatz bei einem Fahrrad-Unfall, aber auch ein Rettungs-Schlauchboot. Beim THW konnten sich die Besucher mit Klettergeschirr an die Hallendecke hieven lassen. Auch simulierten die THW-Leute Hilfseinsätze etwa beim Unfall eines Gefahrgut-Transporters. Besonderes Staunen riefen bei den Zuschauern die Großgeräte hervor – meist Lastwägen mit allen technischen Schikanen für komplizierte Hilfseinsätze.

Ein weiterer Höhepunkt der Veranstaltung lag ein bisschen außerhalb der Alten Kaserne, quasi jenseits der Regelsbacher Straße: Das Stadtkrankenhaus, das sich ebenfalls am „Tag der offenen Tür“ beteiligte. Mehr als 30 Infostände und Mitmach-Möglichkeiten gab es hier. Vor der Tür zeigte der Johanniter-Hilfsdienst ein Rettungsfahrzeug und ein Motorrad mit Blaulicht. Kinder hatten ihre Freude an einem Hygiene-Quiz; denn wer alle Fragen richtig beantwortet hatte, durfte einen 3D-Abdruck seiner rechten Hand mit nach Hause nehmen.

Gummibärchen im Dummy

Im Operationssaal führte Chefarzt Thomas Horbach die Minimalinvasiv-Chirurgie vor: Kinder durften an einem Patienten-Dummy ausprobieren, wie es sich anfühlt, mittels langer Operationsbestecke und Videoüberwachung zu hantieren. Doch statt entzündeter Gallenblasen erwarteten die Kinder in den Patienten-Dummys Playmobilfiguren und Gummibärchen.

WOLFRAM GÖLL

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