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Stichwahl in Schwabach: Sonntag gibt's das Ergebnis

Verschiebung der Auszählung ist in Schwabach, Abenberg und Kammerstein kein Thema - 26.03.2020 08:40 Uhr

Für die Stichwahlen am kommenden Sonntag zeichnet sich überall eine hohe Wahlbeteiligung ab. Unser Bild entstand beim ersten Durchgang der Kommunalwahl am 15. März. © Archivfotot: Günther Wilhelm


"Wir zählen am Sonntag aus", sagt Heidi Berger, die geschäftsleitende Beamtin der Stadt Abenberg klar. "Die Kandidaten und die Bürgerinnen und Bürger warten ja gespannt auf das Ergebnis", erklärt Kammersteins Bürgermeister Walter Schnell. Und Jürgen Ramspeck, der Pressesprecher der Stadt Schwabach, sieht in der Verschiebung auch keinen Vorteil.

In allen drei Kommunen ist es gelungen, genügend Wahlhelfer zu gewinnen.

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Alle Politikerinnen und Politiker, die für die nächste Legislaturperiode im Schwabacher Stadtrat sitzen werden - geordnet nach dem Stimmanteil ihrer Parteien, also CSU, SPD, Grüne, FW, FDP und Linke, innerparteilich geordnet nach den erhaltenen Stimmen.


Angesichts des sich ausbreitenden Virus’ gebe es auch Sorgen unter den Mitarbeitern. "Die verstehen wir auch", versichert Ramspeck. "Es wird niemand gezwungen. Wir können die Wahl auch so ordnungsgemäß durchführen."

Auch die Sicherheitsmaßnahmen werden am Sonntag selbstverständlich ebenso beachtet, wie dies bereits bei der Kommunalwahl am 15. März der Fall war.

Ein Blick auf die Vorbereitungen

Schwabach: Hier gibt es rund 32 500 Wahlberechtigte. Deren Stimmen werden am Sonntag ab 18 Uhr rund 170 Wahlhelferinnen und Wahlhelfer auszählen. "Fast alle sind städtische Mitarbeiter, nur vereinzelt auch ehrenamtliche Helfer", erklärt Jürgen Ramspeck. Zum Vergleich: Im ersten Durchgang, bei dem nach der OB-Wahl auch die deutlich komplizierteren Stimmzettel für die Stadtratswahl ausgezählt werden mussten, waren es rund 600 Helferinnen und Helfer.

"Die Stadt kann auf einen Pool von rund 350 Ehrenamtlichen zurückgreifen, die grundsätzlich bereit sind, bei den Wahlen mit auszuzählen", so Ramspeck weiter. Er bittet um Verständnis, dass nicht jeder von ihnen benachrichtigt werden konnte. Deshalb gilt: "Wer bisher noch nicht kontaktiert wurde, muss am Sonntag nicht zum Einsatz kommen."

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Ausgezählt wird in 29 Briefwahllokalen. 26 davon werden in mehreren Schulen eingerichtet, drei im Verwaltungsgebäude in der Nördlichen Ringstraße (Sparkassen-Gebäude). "Normalerweise sind es pro Wahllokal bis zu acht Helfer, diesmal werden es nur fünf oder sechs sein. Damit können die Abstände zueinander noch besser gewahrt werden", so Ramspeck weiter.

Zudem gibt es in jedem Raum ein Waschbecken zum Händewaschen. Auch Desinfektionsmittel und Handschuhe stehen, wie auch in Abenberg und Kammerstein, selbstverständlich wieder bereit.

Am Nachmittag geht’s los

Die Arbeit in den Wahllokalen startet um 15.30 Uhr. Dann wird begonnen, die Wahlbriefe zu öffnen und die Erklärung von den Stimmzetteln zu trennen. Um 18 Uhr werden die Briefkästen am Rathaus und am Verwaltungsgebäude in der Nördlichen Ringstraße geleert, dann beginnt die Auszählung aller Stimmzettel.

Erste Resultate aus einzelnen Wahllokalen werden ab etwa 18.45 Uhr erwartet. Das vorläufige Endergebnis wird voraussichtlich bis etwa 19.30 Uhr feststehen.

Hohe Wahlbeteiligung erwartet

Die Stadt hat alle Unterlagen Ende vergangener Woche versandt. Bis Mittwochnachmittag sind bereits rund 12 000 Briefwahlstimmen abgegeben worden. "Das ist viel", sagt Jürgen Ramspeck. "Dies deutet darauf hin, dass es am Ende über 20 000 sein könnten und die Wahlbeteiligung auf über 60 Prozent steigt." Im ersten Durchgang war sie bei 53,3 Prozent gelegen.

Zur Wahl stehen Dr. Michael Fraas (CSU) und Peter Reiß (SPD). Fraas lag im ersten Durchgang mit 37,5 Prozent vor Reiß 34,8. Der Ausgang gilt als offen.

Die Hälfte hat bereits abgestimmt

Kammerstein: Das trifft auch für die Nachbargemeinde Kammerstein zu. Die Abstände sind ähnlich eng: Hier landete Wolfram Göll (CSU) mit 30,25 Prozent auf Platz eins, Richard Götz (Bürgerliste) schaffte 26,23.

"Knapp die Hälfte der 2485 Wahlberechtigten hat bereits abgestimmt", berichtet Bürgermeister Walter Schnell. "Bequemer als mit der Briefwahl geht es ja nicht." Die Wahlbeteiligung dürfte somit wieder in der Größenordnung von rund 75 Prozent liegen. Die Wahlunterlagen waren bis Sonntagabend verteilt worden.

Den kommenden Stichwahl-Sonntag will man in Kammerstein mit einer Minimalbesetzung stemmen. "Angesichts der Situation verzichten wir völlig auf ehrenamtliche Wahlhelfer", erklärt Walter Schnell. Auszählen wird lediglich ein achtköpfiges Team aus Rathaus-Mitarbeitern. "Alle ziehen voll mit", freut sich Schnell. Ausgezählt wird im neuen Bürgerhaus. Die acht Wahlhelfer werden sich im großen Saal verteilen.

Da die Gemeinde bewusst das Team relativ klein hält, dürfte etwas mehr Geduld gefragt sein. "Das Ergebnis wird sicher nicht vor 20 Uhr vorliegen", schätzt Walter Schnell. Sobald es feststeht, wird er die beiden Kandidaten anrufen und seinem Nachfolger gratulieren.

Noch nichts entachieden

Abenberg: Auch in der Burgstadt wird es einen Wechsel geben. Die von der SPD nominierte parteilose Susanne König hatte mit 37,5 Prozent einen vergleichsweise deutlichen Vorsprung vor Jens Meyer (CSU) mit 27,2 Prozent. Entschieden aber ist auch hier noch nichts.

Wie in Kammerstein wurden die Wahlbenachrichtigungen von Boten direkt in die Haushalte verteilt. "Am Wochenende waren fast alle draußen, ein minimaler Anteil folgte am Montag", berichtet Heidi Berger. Nach dem Wahlgesetz hätten die Gemeinden bis Mittwoch Zeit gehabt.

Rücklauf "sehr, sehr gut"

Und wie in Schwabach und Kammerstein ist der Rücklauf "sehr, sehr gut", so Berger. "Wir haben schon drei volle Kisten."

Insgesamt gibt es in Abenberg rund 4570 Wahlberechtigte. Ihre Stimmen werden in acht Briefwahllokalen mit maximal neun Wahlhelfern ausgezählt. "Wir nutzen die größten Klassenzimmer in der Mittelschule", verweist auch Heidi Berger auf die Sicherheitsmaßnahmen.

"Viele wollen helfen"

Die meisten der 72 Helfer sind städtische Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. "Hinzu kommen in Abenberg wohnende Mitarbeiter des Landratsamtes sowie einige Stadträte und ein kleiner Teil weiterer Helfer", so Berger. Probleme, Personal zu finden, gab es keine: "Viele wollen auszählen helfen."

Im Vergleich zu Kammerstein heißt das: knapp doppelt so viele Wahlberechtigte, aber neunmal so viele Wahlhelfer. "Dafür", sagt Heidi Berger, "haben wir wohl schon um 18.30 Uhr das Ergebnis."

Alle aktuellen Zahlen gibt es am Sonntagabend hier auf www.nordbayern.de/schwabach

Kommunalwahl 2020: Stichwahl in Schwabach


Nicht in der Stichwahl: Christine Krieg: 19.5%, Markus Hoffmann: 6.1%, Axel Rötschke: 2.2%.

Die Stadtratswahl 2020

35,8%

25,2%

23,8%

8,6%

3,7%

2,9%

CSU
SPD
Die Grünen
Freie Wähler
FDP
Die Linke

Alle Stimmkreise ausgezählt.

GÜNTHER WILHELM

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