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Tag des Bieres: Der Einzelhandel muss die Brauereien retten

So geht es den Braustätten im Landkreis Roth: Spalt und Pyras trotz Corona gut aufgestellt - 23.04.2021 06:00 Uhr

Marlies Bernreuther, Eigentümerin der Pyraser Landbrauerei, kann durchaus zufrieden auf das Corona-Jahr 2020 blicken. Durch den Verkauf im Einzelhandel wurde einiges an Verlust abgefedert, so die Information aus der Abteilung Öffentlichkeitsarbeit.

22.04.2021 © Archivfoto: Claudia Weinig


"Corona ist natürlich für Brauereien eine große Herausforderung", erklärt Udo Weingart, Chef der Spalter Brauerei und Bürgermeister des Städtchens in Personalunion. Die betriebswirtschaftliche Konzeption der Spalter beruhe auf drei Säulen: Handel, Gastronomie und Veranstaltungen. Wenn, wie zurzeit, Gastronomie und Veranstaltungen wegbrechen, müsse man halt die Säule Handel stärken.


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"Wir gehen jetzt mit voller Dynamik in den Handel rein und hoffen, dass im Mai oder Juni die Außengastronomie wieder öffnen darf", meint Udo Weingart mit Blick auf die wärmere Jahreszeit.

In der Region bekannt

Spalter Bier sei mittlerweile eine Marke, die in der Region bekannt sei und sich auch durchgesetzt habe, so der Brauerei-Chef. "Die Marke ist so stark, dass wir damit viele Verluste auf den anderen Sektoren auffangen können", sagt Weingart. Deswegen setze man bei den Produkten aus der Brauerei auch auf Regionalität und "liegen damit im Gesamttrend. Wir konzentrieren uns auf den heimischen Markt".

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Anders als einige Brauereien habe man in Spalt den Focus nicht schwerpunktmäßig auf die Gastronomie gelegt. Mit der Konsequenz, dass "wir nicht schlecht unterwegs sind". Unternehmen, die vor Corona 50 oder mehr Prozent ihrer Einnahmen aus dem Verkauf an die Gastronomie erwirtschafteten, hätten jetzt "richtige Probleme". Dennoch: Insgesamt sei Corona "natürlich eine große Herausforderung für Brauereien".

"Zurzeit die Hände gebunden"

In einer ähnlich kommoden Situation befindet sich die Pyraser Landbrauerei, wie Christina Mc Mullin, zuständig für die Öffentlichkeitsarbeit, erklärt. Was den Verkauf an die Gastronomie anbelange, "sind uns zurzeit die Hände gebunden". Insofern sei der wirtschaftliche Focus auf den Verkauf an den Einzelhandel gerichtet.


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"Im Einzelhandel sind wir – im Gegensatz zu anderen Brauereien – sehr gut aufgestellt", sagt Christina Mc Mullin. "Und das ist unser Glück und hält uns am Leben", zumal Mc Mullin davon ausgeht, dass es "auch 2021 keine Veranstaltungen geben wird". Und damit auch kein Burgfest in Hilpoltstein. Zum Trost für alle, denen dieses Traditionsfest fehlen wird: Die Brauerei aus einem kleinen Dorf in Franken, so der Werbeslogan, wird trotzdem ein Festbier auf den Markt bringen.

Hoffen auf Sonne

Die Pyraser Brauerei hofft jetzt auf ein schönes Pfingsten – mit reichlich Sonne, damit wenigstens die Außengastronomie wieder anspringt. Je heißer, desto größer der Durst. Genau wie die Spalter Brauerei hat auch die Pyraser Landbrauerei viele alkoholfreie Getränke im Angebot, die im Einzelhandeln sehr gefragt seien.

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Auf dem digitalen Sektor wartet man in Pyras unter anderem mit Verkaufstagen online auf. Mit dem Ziel, die Kunden (noch) stärker an die Brauerei zu binden.

"Sogar etwas mehr geworden"

Dass die Gaststätten geschlossen haben oder Essen nur nach Bestellung zubereiten, fällt bei der Brauerei Gundel in Barthelmesaurach nicht so sehr ins Gewicht. "Andere haben 60 bis 70 Prozent Gastronomie-Kunden, bei uns sind es gerade mal um die 15 Prozent", sagt Brauerei-Chef Jörg Gundel.


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Dennoch: "Ich hoffe, dass die mal wieder aufmachen. Irgendwann…" Seiner Brauerei gehe es gerade ganz gut, "es ist sogar etwas mehr geworden, trotz Corona", sagt Gundel. Gleichwohl ist die Lage nicht einfach: "Das Sommergeschäft ist halt wieder mal weg. Da verdienen wir wieder nichts. Es gibt keine Kirchweihen, keine Betriebsfeiern und keine Firmenfeste. Aber wir sind breit aufgestellt. Wir verkaufen auch Wasser und Limonaden und andere Fremdprodukte."

Saisonbiere, das funktioniert

Viel Geschäft mache die Brauerei auch mit Saisonbieren, derzeit zum Beispiel mit dem "Jubelbier". Gesonderte Werbung sei nicht notwendig, die laufe über Mundpropaganda.

"Wir kommen gerade so durch mit dem Heimdienst und dem Verkauf ab Rampe. Wir können die Kosten decken, unsere Mitarbeiter bezahlen und Kredite bedienen. Wir kommen zwar über die Runden, aber das Geld, das wir für Investitionen brauchen, verdienen wir eigentlich im Sommer", erklärt Jörg Gundel. Anderseits sei er aber ganz froh, denn sein Arbeitspensum sei gesunken: "auf 60 Stunden pro Woche".

Bier aus Franken gesucht: Quizrunde Nr. 2

© Montage: Sabine Schmid

Erkennen Sie fränkische Landbiere am Wappen? Machen Sie den Test!

© Bergmann/Schmid

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Frage 1/10:

Hier sitzt es sich gut. Ein Prost auf welche Brauerei?

Die Brauerei Schleicher ist in der Gemeinde Itzgrund daheim, eingebettet in eine Hügellandschaft, links und rechts des Flüsschens Itz, zwischen Bamberg und Coburg. 1880 von Andreas Schleicher gegründet, hat sich die Brauerei in den vergangenen Jahren auch einen Namen für Nachhaltigkeit und gesunde Ernährung gemacht und ist inzwischen Forschungsstelle für Malz und innovative Getränke. So gibt es beispielsweise auch ein glutenfreies Demeter-Bier im Sortiment, das Schleicher "Natural". Aber warum ein Storchen-Pils? Ganz einfach: Seit vielen Jahren lebt und nistet auf dem Dach der Brauerei ein Storchenpaar, das inzwischen weit über Itzgrund bekannt ist.

© Bergmann / Schmid

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Frage 2/10:

Ritter mit Flügeln: Wer braut denn den?

Die Brauerei Gradl befindet sich in Leups, nördlich von Pegnitz, im Naturpark Fränkische Schweiz/Veldensteiner Forst. Seit 1683 im Familienbesitz, wird hier vor allem das eher dunkle Leupser Bier nach altem Rezept gebraut. Ein Pils gibt es auch, im Mai und zu Weihnachten wird auch ein kräftiger Bock ausgeschenkt.

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Frage 3/10:

Tierisch gut: Wer steckt hinter diesem Verschluss?

Exakt im Jahr 1900 begannen Josef und Maria Reh in Lohndorf, im Ellertal östlich von Bamberg, eine Metzgerei und einen Flaschenbierhandel zu führen. Ein Jahr später bauten sie schon ein Brauhaus, das Bier lagerten sie in einem nahen Felsenkeller am Waldrand. Gut 120 Jahre später wird hier in der vierten Generation erfolgreich gebraut, mit Bergquellwasser aus dem Ellertal.

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Frage 4/10:

Ein Hauch von Afrika: Wer kennt's?

Keller, Lager, Vollbier, Pils: Die Buttenheimer Löwenbräu ist ein Familienunternehmen, das seit 1880 von einer Generation an die nächste weitergegeben wird.

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Frage 5/10:

Ein stolzes Wappen! Wer braut hier seit 1467?

In Zentbechhofen (Höchstadt) wird seit über 550 Jahren gebraut. Vollbier, Landbier, Kellerbier, Hell und Hefeweizen hat Braumeister Timo Baier im Angebot.

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Frage 6/10:

Was sprudelt vor dieser Wehrmauer?

Ein Bier aus Altmühlfranken: Die Brauerei Ritter St. Georg ist in Nennslingen daheim, wenige Kilometer östlich von Weißenburg. Hopfen und Malz stammen aus der Region, das Wasser aus den Tiefen des Jura und der Fränkischen Alb. 1654 gründete der Bierbrauer Georg Engelhardt die Brauerei, 1778 kaufte sie ein Johann Daniel Gloßner, seitdem ist sie im Familienbesitz der Gloßners.

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Frage 7/10:

Seit 1678 an der Quelle: Wer ist's?

Oberlaleida-Obaladara! Eine Brauerei und eine Schankwirtschaft gibt es seit 1687 im Oberleinleitertal bei Heiligenstadt. Die Familie Ott übernahm 1822 das Anwesen Oberleinleiter Nr. 6, und schenkt dort unter anderem auch das süffige "Obaladara" aus. Bergquellwasser, Malzschrot, Hopfen und eine ganz leichte Karamelnote - das passt!

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Frage 8/10:

Hopfen, Malz und Brauwerkzeug: Wer ist's?

Nicht nur Wanderfreunde in der Fränkischen schätzen das "Hetzelsdorfer": Im Gasthaus Penning-Zeißler gegenüber der St. Matthäus-Kirche kehrt man meist länger ein als nur für eine Verschnaufpause. Das liegt auch am süffigen, dunkel-würzigen Bier, das hier in der Privatbrauerei Penning-Zeißler gebraut wird.

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Frage 9/10:

Ein Bier mit Aussicht: Welches ist's?

Die 1872 gegründete Privatbrauerei Schübel liegt im Herzen von Stadtsteinach im Landkreis Kulmbach, südlich der auf dem Verschluss abgebildeten Burgruine Nordeck. In der inzwischen schon fünften Generation wird das Familienunternehmen von Jürgen Münch und Andrea Schübel-Münch geleitet. Insbesondere das "A fränkisch" und das "Drachenseidla" sind auch im Raum Nürnberg keine Unbekannten mehr. Letzteres, ein unfiltriertes Kellerbier, wurde ursprünglich für den Georgimarkt in Presseck gebraut, wenn die Gemeinde im Zeichen des Drachen feiert.

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Frage 10/10:

Zwei gekrönte Löwen - und welche Brauerei?

Im wunderschönen Ahorntal, am Tor der Fränkischen Schweiz zu Bayreuth, begann im Jahr 1866 der Landwirt Bernhard Stöckel mit dem Bierbrauen - und das mit anhaltendem Erfolg. Die Stöckels integrierten über Jahrzehnte die Brauerei mit viel Erfindergeist in den Bauernhof in Hintergereuth, der heutige Brauereichef Georg Stöckel schenkt vor allem Pils, Helles Lager, Landbier und Premium Weisse aus.

© Montage: Sabine Schmid

Lust auf Brauerei-Quiz, Runde 1?

Dann hier entlang!


Franken ist die Heimat des Bieres. Kein Wunder, denn die Region wartet mit der höchsten Brauereidichte Europas auf. Rund 300 Brauereien in Mittel-, Ober- und Unterfranken schaffen eine einzigartige Biervielfalt.

Alle Neuigkeiten und Wissenswertes zum fränkischen Bier finden Sie auch in der Facebook-Gruppe Wir lieben Bier aus Franken. In unserem Brauerei-Guide können Sie herausfinden, wer Ihre Lieblings-Biersorte ausschenkt.

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