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Team des Scala-Kinos macht im Lichtspielhaus weiter

Doch wieder zweites Kino in Schwabach - Auftakt mit einen Vampirfilm - 05.11.2014 07:59 Uhr

Ins Lichtspielhaus in der Schwabacher Friedrichstraße (grünes Haus rechts) zieht nach zwölf Jahren Pause wieder ein Kino ein. © Foto: Gerner


Am Ende ging es doch vergleichsweise schnell. Schon am letzten Tag des traditionsreichen Scala-Kinos, am 31. August also, hatten die Betreiber Heidi und Gerhard Wellein angedeutet, dass sie auf der Suche nach einer neuen Spielstätte sind.

Das Filmtheater in der Bahnhofstraße muss nach 57 Jahren neuen Wohnungen weichen.

Fündig geworden sind die Welleins dort, wo sie schon einmal zu Hause waren: im „Lichtspielhaus“ in der Friedrichstraße. Dort hatten sie schon bis 2002 ein Kino betrieben. Nach einem Wasserschaden kam seinerzeit jedoch abrupt das Aus. Jetzt also der Neustart an alter Stelle. Übrig von den seinerzeit drei Leinwänden sind inzwischen jedoch nur noch Kino 1 (92 Plätze) und Kino 3 (40 Plätze). Kino 2 ist längst umgebaut und beherbergt einen privaten Dartclub.

Geblieben ist dagegen die Kneipe (Café & Kneipe Lichtspielhaus). Schon in den 1980er und 1990er Jahre waren Kneipe und Kino im Lichtspielhaus eine ungewöhnliche Liason eingegangen, und auch jetzt spricht Heidi Wellein von einem „spannenden Spagat“.

Ob sich ein Kino mit nur zwei Leinwänden und vergleichsweise kleinem Platzangebot – im „Scala“ kamen in drei Sälen immerhin mehr als 300 Kinofreunde unter – rechnen kann, ist eher zweifelhaft. Deshalb sind Heidi und Gerhard Wellein auch überzeugt, dass die Wiederbelebung des Lichtspielhauses nur der erste Schritt ist.

„Wir sind weiter auf der Suche nach einer passenden Immobilie außerhalb Schwabachs“, betont Heidi Wellein. Zusammen benötige man zwischen drei und fünf Leinwände, um konkurrenzfähig zu sein. Personelle Unterstützung bekommen die Welleins vom alten Sca- la-Team. „Fast alle folgen uns ins Lichtspielhaus“, freut sich die Betreiberin.

Im neuen alten Kino werden solche Filme gezeigt, wie sie auch das Scala zumeist im Programm hatte: also weniger die großen Hollywood-Blockbuster, sondern mehr der europäische „Arthouse“-Film sowie Kinder- und Familienfilme. Zudem will Heidi Wellein eine Reihe mit Musikfilmen etablieren. So soll ein eigenes Profil entstehen.

Der Auftaktstreifen zur Wiedereröffnung hebt sich davon allerdings ein wenig ab. Zu sehen ist ab Donnerstag „5 Zimmer, Küche, Sarg“, ein wie eine Dokumentation gedrehter neuseeländischer Streifen über eine WG von Vampiren (Lichtspielhaus reloaded: erster Film seit zwölf Jahren).

Auferstanden von den Toten also – passt ja irgendwie auch zum Kino im Lichtspielhaus. 

ROBERT GERNER

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