Umbau in der Schwander „Soos“ schreitet voran

22.5.2013, 08:00 Uhr
Noch muss man in der „Soos“ die Buchen richtig suchen. Doch der vor zwei Jahren gestartete Umbau kommt voran. Unser Bild zeigt von links Werner Emmer und Helmut Lorenz vom Energiebündel, die Förster Bernhard Schönmüller und Arno Schellartz von der Bayerischen Staatsforsten, Hans Kübler von der Forstbetriebsgemeinschaft Roth und Umgebung, in der rund 700 private Waldbesitzer organisiert sind, sowie Forstdirektor Harald Gebhardt vom AELF in Roth.

Noch muss man in der „Soos“ die Buchen richtig suchen. Doch der vor zwei Jahren gestartete Umbau kommt voran. Unser Bild zeigt von links Werner Emmer und Helmut Lorenz vom Energiebündel, die Förster Bernhard Schönmüller und Arno Schellartz von der Bayerischen Staatsforsten, Hans Kübler von der Forstbetriebsgemeinschaft Roth und Umgebung, in der rund 700 private Waldbesitzer organisiert sind, sowie Forstdirektor Harald Gebhardt vom AELF in Roth. © Gerner

Denn wie heißt ein anderes Sprichwort so schön: „Steter Tropfen höhlt den Stein.“

Rückblick, August 2011. In der Soos sind die „Harvester“ angekommen. Auf 24 Hektar fressen sich die schweren Maschinen durch die Kieferwälder. Zwölf Hektar gehören dem Staat. zwölf Hektar gehören einem guten Dutzend Privatwaldbesitzern. Das ist das Neue: Der Staat und die Privatleute ziehen im Wald an einem Strang. Zuerst wird ausgelichtet. Und dann wieder nachgepflanzt.

30000 Buchen gepflanzt

Das ist jetzt, knapp zwei Jahre später, längst passiert: In den Wäldern der Privatleute haben fleißige Hände 30000 junge in Baumschulen gezogene Buchen gepflanzt. Am Anfang haben sich die jungen Pflanzen an die rauen Bedingungen im Wald gewöhnen müssen. „Baumschule ist für Buchen das Paradies. Ein Wald ist dagegen Steppe“, beschreibt Forstdirektor Harald Gebhardt vom Amt für Landwirtschaft, Ernährung und Forsten in Roth den Unterschied. Doch inzwischen schießen die kleinen Bäumchen in die Höhe.

Noch nicht ganz so weit sind die Pflanzen gleich daneben im Staatsforst. Hier sind per Maschineneinsatz Buchecker in den Boden eingebracht worden. Die Saat ist aufgegangen. Doch mehr als ein halbes Dutzend Blätter hängt noch nicht an den kaum handgroßen Sprösslingen. „Aber der Forst denkt nun einmal in langen Zyklen“, erklärt Forstbetriebsleiter Bernhard Schönmüller von der Bayerischen Staatsforsten.

Ansteckendes Projekt

Sowohl im Privat- wie im Staatswald sei man beim Leuchtturmprojekt „Soos“ aber auf einem „guten Weg“, wie Harald Gebhardt versichert. Und: Das Projekt strahlt aus. Bei Leuzdorf und Hengdorf (beides Gemeinde Rohr) und bei Kiliansdorf (Stadt Roth) soll es ähnliche Initiativen geben.



Wenngleich: Einfach war es nicht, in der „Soos“ die Privatwaldbesitzer für den ja nicht ganz billigen Waldumbau zu gewinnen. Von rund 40 machten zunächst nur sieben mit, im Laufe der vergangenen eineinhalb Jahre sprangen aber noch einige auf den fahrenden Zug auf.

Wichtig ist es für Werner Emmer, dass die vielen Tausend Privatwaldbesitzer, die es im Landkreis Roth gibt, durch solche Projekte sensibilisiert werden, sich wieder um ihren Wald kümmern. Emmer ist Vorsitzender des Energiebündels Roth-Schwabach. Dessen „Arbeitskreis Holz“ war der Initiator für den Umbau der „Soos“.

Ein Stück Energiewende

Emmer ging es nicht nur darum, den Wald zu wappnen für den Klimawandel. Es ging ihm auch darum aufzuzeigen, dass gleich vor der Haustüre ein gutes Stück der viel beschworenen Energiewende gelingen kann: 250000 Festmeter Holz wachsen pro Jahr im Landkreis Roth nach. Doch nur etwa 160000 Festmeter werden geerntet. Wenn man nur einen Teil der restlichen 90000 Festmeter „aktivieren“ könne, dann wäre das energietechnisch ein Quantensprung, sagt der Vorsitzende des Energiebündels.

Übrigens: Das Gebiet in der Schwander „Soos“ ist so groß, dass es unmöglich (und unbezahlbar) ist, die Pflanzungen mit Zäunen gegen Wildverbiss zu schützen. Hier kommen als nächste Partner des Umbau-Projekts die Jäger ins Spiel. Sie müssen in den nächsten Jahren den Rehbestand in dem Gebiet zwischen Bundesstraße 2 und Main-Donau-Kanal auf einem so überschaubaren Niveau halten, dass die jungen Pflanzen eine Chance zum überleben und wachsen haben.

Weniger aufgeräumt

Wie der entstehende Mischwald einmal aussehen könnte, kann man auch in der „Soos“ in Augenschein übernehmen. „Waldumbau machen wir ja schon seit 25 oder 30 Jahren“, sagt Förster Schönmüller. Und auch rund um Schwand gibt es schon etliche Flächen, in denen die dominanten Kiefern schon einen bis zu acht Meter hohen Unterbau aus Buchen und Eichen und vielen anderen Laub- und Nadelbäumen bekommen haben.

Das sieht wilder und weniger aufgeräumt aus als im traditionellen Steckerlaswald. Aber, sagt Forstdirektor Gebhardt: „So sieht der Wald der Zukunft aus.“

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