Verein stellt ganze Häuser ins virtuelle Museum

14.10.2010, 23:02 Uhr
Die Westansicht der „Oberen Mühle“.

Die Westansicht der „Oberen Mühle“. © Köhl/Museum Schwanstetten

Die Häuser Boxlohe 2 und 4.

Die Häuser Boxlohe 2 und 4. © Köhl/Museum Schwanstetten

Mit möglichst alten Plänen, Häusergeschichten und Überlieferungen zeichnet der Museumsverein so ein ausgesprochen lebendiges Bild der historischen Anwesen. Aufgestockt, abgebrochen, umgebaut, geteilt, erweitert, Giebel gedreht, Gauben aufgesetzt: Die Geschichte der Häuser ist umfassend dargestellt. Oft haben die Eigentümer der Gebäude mitgeholfen beim Aufarbeiten der Häusergeschichte(n).

Von den beiden Häuschen Boxlohe 2 und 4 erfährt man beispielsweise, dass hier Handwerker wohnten. In der Boxlohe 2 waren es unter anderem, Knopfmacher und Musikanten. Ein Stall im Keller an der Rückseite zeugt davon, dass hier lange Vieh gehalten wurde. In der Nachkriegszeit bis in die jüngste Vergangenheit befanden sich in der Boxlohe 2 ein kleiner Gemischtwarenladen und ein Frisiersalon. Die Bewohner der Boxlohe 4 waren Schuhmacher.

1350 erstmals erwähnt

Ein ganz anderes Kaliber ist die „Obere Mühle“, Boxlohe 9. Die Mühle steht mit ihren Nebengebäuden im Altort von Schwand im Tal des Hembachs, unterhalb der ursprünglichen „Boxlohe“, östlich der Hauptstraße. Erstmals urkundlich erwähnt wurde das Anwesen 1350 als „Obermühle“, seit 1591 ist es auch als „Muscatmühle“ bekannt (nach Hermann Muscat, der sie 1591 erwarb und umgestaltete). Auch als „Messinghammer“ und gelegentlich auch als „Golthammer“ ist in alten Dokumenten von der „Oberen Mühle“ die Rede.

1900 neu gebaut

Das repräsentative Mühlengebäude, wie es sich heute präsentiert, stammt allerdings erst aus dem Jahr 1900. Zur Mühle gehören mehrere Nebengebäude wie Waschküche, Pferdestall und Lagerräume.

Der neue Eigentümer Heiko Könicke hat das stattliche rote Backsteinhaus innen und außen hergerichtet. Könicke ist Geschäftsführer der Nürnberger Messegesellschaft AFAG.