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Wer gewinnt die Wahl? Podiumsdiskussion in Wendelstein

So präsentieren sich die Bürgermeister-Kandidaten - Schwabacher Tagblatt hatte eingeladen - 13.02.2020 16:02 Uhr

Bürger fragen, Kandidaten antworten (von links): Maximilian Lindner (SPD), Carolin Töllner (Grüne), Amtsinhaber Werner Langhans (CSU) und der parteilose Robert Sußner bei der Diskussion am Mittwoch im Wendelsteiner Gymnasium. © Günther Wilhelm


Unter dem Motto "Wendelstein wählt" hatte das Schwabacher Tagblatt zur Diskussion aller vier Wendelsteiner Bürgermeister-Kandidaten eingeladen. Rund 250 Bürgerinnen und Bürgern nahmen die Gelegenheit wahr, sich vor der Kommunalwahl am 15. März noch ein ganz persönliches Bild der Bewerber/in zu machen und ihre Fragen direkt zu stellen. Rede und Antwort standen Bürgermeister Werner Langhans (CSU) und seine drei Herausforderer: Maximilian Lindner (SPD), Carolin Töllner (Grüne) und der parteilose Robert Sußner.

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Wer einen heftigen Schlagabtausch und persönliche Attacken erwartet oder befürchtet hatte, der sah sich getäuscht oder eines Besseren belehrt. Die zweistündige Diskussion verlief ausgesprochen sachlich. "Das habe ich auch schon anders erlebt. Deshalb muss ich Ihnen ein echtes Kompliment machen", sagte Tagblatt-Redaktionsleiter Jürgen Karg als Moderator und meinte damit Kandidaten und Publikum gleichermaßen.

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Wicklein-Gelände: Erste Wohnungsbau-Pläne eines Investors haben sich wegen der dortigen Lärmbelastung zerschlagen. "Jetzt ist alles noch im Laufen", erklärte Werner Langhans. Er könne sich "eine Kindertagesstätte, lärmarmes Gewerbe und einkommensgerechten Wohnungsbau" vorstellen.

"Da bin ich komplett anderer Meinung", betonte Carolin Töllner. "Ich war dort schon immer gegen Wohnen, auch für eine Kita ist es viel zu laut." Sie plädiert für Gewerbe und Einzelhandel. Maximilian Lindner sieht die Gemeinde beim Thema Wohnraum in der Pflicht: "Wir müssen schauen, dass wir Grundstücke bekommen. Da geht es nicht recht vorwärts." Robert Sußner will die Nahversorgung in den Ortsteilen verbessern. Als Beispiel nannte er Dorfläden wie in Raubersried.

Alte Diakonie: Bei diesem Thema hatten die Kandidaten eine "Verschnaufpause" und überließen Pfarrer Norbert Heinritz das Wort: "Im April wird’s losgehen." Das Erdgeschoss wird eine Begegnungsstätte bleiben, in den ersten und zweiten Stock kommen Büros und Praxen, im Dachgeschoss entsteht eine Wohnung.

"Man kann den Altort nicht zusperren"

Altort: Wie hält man ihn lebendig und beruhigt ihn zugleich? "Das Problem ist erkannt", betonte Carolin Töllner und verwies auf das Verkehrskonzept, das für die Marktgemeinde erarbeitet wird.

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Über 20 Jahre im Amt: Diese Bürgermeister aus der Region haben es geschafft

Wer als Bürgermeister in Bayern gewählt wird, der kann sich fast unendlich oft wiederwählen lassen. Allerdings gibt es eine Altersgrenze: An dem Tag, an dem die Amtszeit beginnt, darf der Gewählte nicht älter als 67 Jahre sein. Da davor aber genug Zeit bleibt, gibt es in der Region einige Bürgermeister die sehr lange in ihrem Amt waren.


"Wir haben noch kein fertiges Konzept", sagte auch Maximilian Lindner. Nachdenken müsse man etwa darüber, ob der Durchgangsverkehr am Wochenende eingeschränkt werden müsse. Robert Sußner appellierte an die Verkehrsteilnehmer zu "mehr Rücksichtnahme" und erklärte: "Man kann den Altort nicht zusperren." Werner Langhans nannte ein warnendes Beispiel: "Wenn wir den Altort zumachen, geht es uns wie Roth."

Zu alt?

Wachstum: "Im Außenbereich würde ich keine weiteren Wohngebiete mehr ansiedeln", sagte Lindner. Auch Töllner sieht "kein riesiges Wachstumspotenzial" und findet: "Wir stehen ganz gut da." Sußner sieht Wendelstein auch in Zukunft bei 16 000 bis 17 000 Einwohnern, sagte er knapp.

Langhans verwies auf die Altersstruktur: "Wir sind die zweitälteste Gemeinde im Landkreis. Wir müssen junge Leute halten. Das ist eine entscheidende Frage für die Zukunft. Ganz wichtig: Innenentwicklung geht vor Außenbereich."

Absage ans Hallenbad

Hallenbad: Eduard Ulmer aus Röthenbach appellierte dringend, das Thema nochmals zu überdenken und ein Hallenbad doch "ins Auge zu fassen". Das aber hat keiner der Kandidaten vor. Sie verwiesen zum einen auf die Bäder in der Nähe und zum anderen auf die hohen Summen.

"Die Unterhaltskosten sind horrend", sagte Robert Sußner. "Wenn, dann nur zusammen mit dem Landkreis, da konnte ich mich aber nicht durchsetzen. Wir müssen andere Prioritäten setzen", betonte Werner Langhans. "Ich sehe kein Hallenbad in Wendelstein", wurde Carolin Töllner deutlich.

Und auch für Maximilian Lindner ist es "aktuell nicht im Fokus". Die Frage sei eher, ob die anderen Bäder mit dem ÖPNV gut genug erreichbar sind.

GÜNTHER WILHELM

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