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Zwangsversteigerung: DJK blickt auf den 15. Oktober

Zwangsversteigerung: Amtsgericht Nürnberg muss über 160000-Euro-Gebot entscheiden - 08.10.2019 09:13 Uhr

Das Vereinsheim und die Halle der DJK Schwabach: Vor dem Amtsgericht Nürnberg läuft das von der Sparkasse Mittelfranken-Süd beantragte Zwangsversteigerungsverfahren. Am 15. Oktober wird die Entscheidung über ein Angebot verkündet. © Archivfoto: Günther Wilhelm


Ein Gutachten beziffert den Wert auf 1,6 Millionen Euro. Beim ersten Termin im Juli waren 200 000 Euro geboten worden (wir berichteten). Die musste das Amtsgericht Nürnberg ablehnen, weil bei einem ersten Termin mindestens 50 Prozent des Werts geboten werden müssen.

Beim zweiten Termin gibt es diese Grenze nicht mehr. Diesmal wurden von potenziellen Investoren 160 000 Euro geboten, also nur noch zehn Prozent des Wertgutachtens. Das Amtsgericht muss aber eine sogenannte "Verschleuderungsgrenze" beachten. Die ist nicht exakt festgeschrieben, liegt aber in der Regel bei rund 30 Prozent. In diesem Fall wäre dies also eine Größenordnung von rund 500 000 Euro.

Das Amtsgericht Nürnberg hat noch keine Entscheidung getroffen, sondern einen "Zuschlagsverkündigungstermin" am 15. Oktober anberaumt.

Sparkasse nicht einverstanden

"Mit 160 000 Euro sind wir nicht einverstanden", erklärte Andreas Schwarz von der Sparkasse Mittelfranken-Süd. Die hatte die Zwangsversteigerung beantragt, da die DJK ihr rund 500 000 Euro schuldet. Hinzu kommen weitere rund 200 000 Euro Schulden beim Bayerischen Landessportverband.

Die Sparkasse erwarte mindestens rund 350 000 Euro und hoffe noch auf entsprechende Angebote, so Schwarz. Da die im Raum stehenden 160 000 deutlich unter der Verschleuderungsgrenze lägen, gehe die Sparkasse davon aus, dass am 15. Oktober der Zuschlag versagt werde.

In diesem Fall würde das Amtsgericht einen weiteren Bietertermin festlegen. Sollte der Zuschlag für das 160 000-Euro-Gebot allerdings erteilt werden, würde die Sparkasse Einspruchsmöglichkeiten prüfen.

Sportbetrieb uneingeschränkt

Der Verein kann in Moment ebenfalls nur abwarten. "Der Sportbetrieb läuft uneingeschränkt weiter", erklärt DJK-Geschäftsführer Volker Tornau. Ziel der DJK ist, dass das auch so bleibt. "Deshalb würden wir auf einen Käufer sofort zugehen und versuchen, über eine Pacht zu sprechen."

Angesichts der Verschuldung hatte die DJK 2018 wegen drohender Zahlungsunfähigkeit selbst Insolvenzantrag gestellt und versucht die Sanierung in Eigenverwaltung.

gw

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