Viele Fragen offen

Sicherheitsnetz hat Lücken: Schulfamilie startet mit gemischten Gefühlen ins neue Jahr

14.9.2021, 13:58 Uhr
Einschulung in der Stephani-Grundschule in Gunzenhausen. 

Einschulung in der Stephani-Grundschule in Gunzenhausen.  © Marianne Natalis, NN

Was Piazolo bei seiner Pressekonferenz zum Schulstart verlauten lässt, klingt erstmal gut, doch leider bleibt der Minister das "Wie" schuldig. Viele Schulleiterinnen und Schulleiter, aber auch Eltern sehen dem neuen Schuljahr deshalb mit sehr gemischten Gefühlen entgegen. Denn zahlreiche Fragen sind nach wie vor ungeklärt. Was ist, wenn die Corona-Ampel auf Orange oder Rot springt, weil die Infektionszahlen wieder ansteigen? Man weiß es nicht.

Vierte Welle

Die vierte Welle rollt bereits über die Republik und sorgt in einigen Bundesländern schon wieder für Wechselunterricht. Ratlosigkeit macht sich auch angesichts der PCR–Pooltests breit, die irgendwann Mitte September nur an den Grund- und Förderschulen zum Einsatz kommen sollen. Warum nicht gleich zum Schulstart, das Verfahren gibt es doch schon länger und ist wesentlich angenehmer für die Schülerinnen und Schüler? Und warum werden diese Pooltests nicht flächendeckend für alle Schularten eingeführt?

An den weiterführenden Schulen werden nach wie vor die als weniger zuverlässig geltenden Antigen-Schnelltests eingesetzt. Doch gerade diese Schulen werden von Jugendlichen besucht und diese gelten derzeit als eine derjenigen Gruppen, die die Infektionszahlen in die Höhe treiben. Auch das weiß man nicht.

Zu wenige Lehrkräfte

Ebenso wenig wissen die Schulen, wie sie mit denjenigen Schülern umgehen sollen, die sowohl das Testen als auch das Tragen der Maske verweigern. Dafür gibt es aus dem Kultusministerium keine Handreiche. Die Direktorenvereinigung der bayerischen Gymnasien macht darauf aufmerksam, dass Schulleitungen nicht dafür zuständig seien, Schüler ab 12 Jahren und deren Eltern davon zu überzeugen, sich impfen zu lassen. Natürlich könne man entsprechende Angebote kommunizieren, die Überzeugungsarbeit müsste aber an anderer Stelle erfolgen.


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Und dann wäre da noch der Lehrermangel, den Piazolo erneut herunterspielt, in dem er die neuen Einstellungszahlen verkündet und im kommenden Schuljahr auf rund 800 Teamlehrkräfte setzt. Erneut bleibt er Perspektiven gegen den Lehrkräftemangel schuldig. Dabei ist schon jetzt klar, dass etliche Stellen an Grund-, Mittel und Förderschulen auch im neuen Schuljahr nicht besetzt werden, obwohl es gerade an den Grundschulen mehr Schüler gibt. Wie es also werden wird? Man weiß es nicht. Es wird einfach weitergewurschtelt, auf dem Rücken der Schulfamilie.