So schön sind die Denkmäler im Bezirk Mittelfranken

3.3.2017, 14:04 Uhr
Prägend für den kleinen Ort Kleinweisach ist die evangelisch-lutherische Marienkirche mit ihrem charakteristischen Kirchturm. Die Chorturmanlage zeichnet sich durch ihr fachwerksichtiges, über das Satteldach des Langhauses ragendes Turmobergeschoss mit hohem Spitzhelm aus. Zum Großteil stammt der Bau aus der 2. Hälfte des 15. Jahrhunderts, mit mehreren Aus- und Umbauten vor allem im Laufe des 18. Jahrhunderts, was sich an der Gestaltung des Innenraums deutlicher ablesen lässt. Der qualitätsvolle spätgotische Marienaltar blieb dabei – bis auf wenige Eingriffe während der unterschiedlichen Renovierungsphasen in den verschiedenen Jahrhunderten – erhalten. Im Zeitraum von 2012 bis 2015 sind umfassende Sanierungsmaßnahmen durchgeführt worden, die das Fundament und das Mauerwerk, die Fenster, den gesamten Innenraum mit Altar sowie den Turm betrafen. Bei der aufwendigen Turmsanierung mussten das Fachwerk und die einzelnen Gefache des Obergeschosses gesichert und repariert, durch Schädlings- und Pilzbefall entstandenen Schäden in den Fachwerkelementen behoben sowie die Gesimsverblechungen erneuert werden. Zudem wurde das Mauerwerk drainagiert und mineralisch abgedichtet, um erneuten Feuchtigkeitsschäden vorzubeugen. Im Inneren wurden die Wandflächen neu verputzt und gestrichen. Auch der Marienaltar wurde gereinigt und restauriert. Sensible Umgestaltungen im Altarraum und die Ergänzung durch weitere liturgische Ausstattungsgegenstände ergeben zusammen mit dem vorreformatorischen Altar nun ein wirkungsvolles Ganzes. 

Wie sehr das Gebäude im Bewusstsein des Ortes verankert und wie hoch daher das Interesse an der Erhaltung dieses Baudenkmals (und seiner Funktion) ist, zeigen die zahlreichen Spenden, die durch unterschiedlichste Aktionen eingeworben werden konnten, und die nicht selbstverständliche Bereitschaft von vielen Kleinweisachern, an der Renovierung durch Eigenleistung aktiv unterstützend mitzuwirken. Die auf äußerst denkmalgerechtem Niveau und nachhaltig durchgeführte Sanierung der Marienkirche ist als vorbildhaft zu würdigen und wird der Bedeutung des Baus in jeder Hinsicht gerecht – als historisches wie lebendiges Zentrum von Kleinweisach.
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Vestenbergsgreuth-Kleinweisach, Kleinweisach 14: ev.-luth. Kirche St. Maria

Prägend für den kleinen Ort Kleinweisach ist die evangelisch-lutherische Marienkirche mit ihrem charakteristischen Kirchturm. Die Chorturmanlage zeichnet sich durch ihr fachwerksichtiges, über das Satteldach des Langhauses ragendes Turmobergeschoss mit hohem Spitzhelm aus. Zum Großteil stammt der Bau aus der 2. Hälfte des 15. Jahrhunderts, mit mehreren Aus- und Umbauten vor allem im Laufe des 18. Jahrhunderts, was sich an der Gestaltung des Innenraums deutlicher ablesen lässt. Der qualitätsvolle spätgotische Marienaltar blieb dabei – bis auf wenige Eingriffe während der unterschiedlichen Renovierungsphasen in den verschiedenen Jahrhunderten – erhalten. Im Zeitraum von 2012 bis 2015 sind umfassende Sanierungsmaßnahmen durchgeführt worden, die das Fundament und das Mauerwerk, die Fenster, den gesamten Innenraum mit Altar sowie den Turm betrafen. Bei der aufwendigen Turmsanierung mussten das Fachwerk und die einzelnen Gefache des Obergeschosses gesichert und repariert, durch Schädlings- und Pilzbefall entstandenen Schäden in den Fachwerkelementen behoben sowie die Gesimsverblechungen erneuert werden. Zudem wurde das Mauerwerk drainagiert und mineralisch abgedichtet, um erneuten Feuchtigkeitsschäden vorzubeugen. Im Inneren wurden die Wandflächen neu verputzt und gestrichen. Auch der Marienaltar wurde gereinigt und restauriert. Sensible Umgestaltungen im Altarraum und die Ergänzung durch weitere liturgische Ausstattungsgegenstände ergeben zusammen mit dem vorreformatorischen Altar nun ein wirkungsvolles Ganzes. Wie sehr das Gebäude im Bewusstsein des Ortes verankert und wie hoch daher das Interesse an der Erhaltung dieses Baudenkmals (und seiner Funktion) ist, zeigen die zahlreichen Spenden, die durch unterschiedlichste Aktionen eingeworben werden konnten, und die nicht selbstverständliche Bereitschaft von vielen Kleinweisachern, an der Renovierung durch Eigenleistung aktiv unterstützend mitzuwirken. Die auf äußerst denkmalgerechtem Niveau und nachhaltig durchgeführte Sanierung der Marienkirche ist als vorbildhaft zu würdigen und wird der Bedeutung des Baus in jeder Hinsicht gerecht – als historisches wie lebendiges Zentrum von Kleinweisach. © Julia Krieger, Bezirk Mittelfranken

Nur knapp dem Schicksal des Abrisses entkommen ist ein giebelständiges Wohnstallhaus in der Hauptstraße 11 in Möhrendorf. Zum großen Glück für dieses – möglicherweise auf den ersten Blick unscheinbare – Zeugnis vergangener Wohnkultur fand sich eine neue Eigentümerin bereit, mit viel Eigenleistung, Enthusiasmus und Gespür für denkmalpflegerische Details das stark heruntergekommene Gebäude zu sanieren und zu einem attraktiven Wohnhaus umzubauen. Nach restauratorischer Befunduntersuchung wurden zunächst die witterungs- und feuchtigkeitsbedingten Schäden an dem auf 1685/86 datierten, eingeschossigen Sandsteinquaderbau behoben. Das Mauerwerk befand sich zwar trotz der Umstände in einem guten Grundzustand, allerdings musste das Satteldach repariert, statische Schäden behoben und dabei der First begradigt werden. Bei seiner Neueindeckung konnte ein Teil der erhaltenen, handgestrichenen Ziegel verwendet werden. Im Inneren lässt sich auch nach der Gesamtinstandsetzung noch die ursprüngliche Grundrissstruktur mit dem im 19. Jahrhundert erneuerten Wirtschaftsteil ablesen. Um die Raumhöhe zu optimieren wurden die historischen Böden abgesenkt und aufgearbeitet. Ebenso ist die Dachgeschossdecke nach oben geöffnet worden, um auch hier ein großzügiges Wohngefühl zu schaffen, ohne zu sehr in die ursprüngliche Konzeption des Baus einzugreifen. 

Stark verrottete Oberflächen wurden saniert und nach der Entfernung neuzeitlicher Überformungen wieder in den ursprünglichen Zustand versetzt. Die Fenster wurden nach historischem Vorbild nachgebaut. Die gesamte, umfassend dokumentierte Maßnahme spiegelt den sensiblen Umgang mit der Originalsubstanz bei gleichzeitiger Anpassung an heutige Wohnstandards. Denkmalverträgliches Sanieren und zeitgemäßes Wohnen schließen sich nicht aus – für diesen anschaulichen Beweis sei der Eigentümerin gedankt. Mit der Erhaltung des jahrelang vernachlässigten Kleinbauernhauses wurde zudem ein wichtiger Beitrag für die Sozial- und die Lokalgeschichte Möhrendorfs geleistet – denn schließlich handelt es sich, da der Ort nach dem Dreißigjährigen Krieg zu großen Teilen neu aufgebaut werden musste, bei dem Wohnstallhaus um eines der ältesten Gebäude der Gemeinde!
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Möhrendorf, Hauptstraße 11

Nur knapp dem Schicksal des Abrisses entkommen ist ein giebelständiges Wohnstallhaus in der Hauptstraße 11 in Möhrendorf. Zum großen Glück für dieses – möglicherweise auf den ersten Blick unscheinbare – Zeugnis vergangener Wohnkultur fand sich eine neue Eigentümerin bereit, mit viel Eigenleistung, Enthusiasmus und Gespür für denkmalpflegerische Details das stark heruntergekommene Gebäude zu sanieren und zu einem attraktiven Wohnhaus umzubauen. Nach restauratorischer Befunduntersuchung wurden zunächst die witterungs- und feuchtigkeitsbedingten Schäden an dem auf 1685/86 datierten, eingeschossigen Sandsteinquaderbau behoben. Das Mauerwerk befand sich zwar trotz der Umstände in einem guten Grundzustand, allerdings musste das Satteldach repariert, statische Schäden behoben und dabei der First begradigt werden. Bei seiner Neueindeckung konnte ein Teil der erhaltenen, handgestrichenen Ziegel verwendet werden. Im Inneren lässt sich auch nach der Gesamtinstandsetzung noch die ursprüngliche Grundrissstruktur mit dem im 19. Jahrhundert erneuerten Wirtschaftsteil ablesen. Um die Raumhöhe zu optimieren wurden die historischen Böden abgesenkt und aufgearbeitet. Ebenso ist die Dachgeschossdecke nach oben geöffnet worden, um auch hier ein großzügiges Wohngefühl zu schaffen, ohne zu sehr in die ursprüngliche Konzeption des Baus einzugreifen. Stark verrottete Oberflächen wurden saniert und nach der Entfernung neuzeitlicher Überformungen wieder in den ursprünglichen Zustand versetzt. Die Fenster wurden nach historischem Vorbild nachgebaut. Die gesamte, umfassend dokumentierte Maßnahme spiegelt den sensiblen Umgang mit der Originalsubstanz bei gleichzeitiger Anpassung an heutige Wohnstandards. Denkmalverträgliches Sanieren und zeitgemäßes Wohnen schließen sich nicht aus – für diesen anschaulichen Beweis sei der Eigentümerin gedankt. Mit der Erhaltung des jahrelang vernachlässigten Kleinbauernhauses wurde zudem ein wichtiger Beitrag für die Sozial- und die Lokalgeschichte Möhrendorfs geleistet – denn schließlich handelt es sich, da der Ort nach dem Dreißigjährigen Krieg zu großen Teilen neu aufgebaut werden musste, bei dem Wohnstallhaus um eines der ältesten Gebäude der Gemeinde! © Julia Krieger, Bezirk Mittelfranken

Auch beim Schweinestall musste das Fachwerk repariert werden. Hier wurden außerdem der Ortgang und die Stirnbretter erneuert; ebenso überarbeitete man die Dachfläche, bevor die Fassade des Stalles in Beige-Brauntönen getüncht wurde. Den Abschluss der Maßnahme bildet die Toreinfahrt. Ihre Rechteckpfosten mit Kugelaufsätzen haben ein neues Fundament bekommen und werden auf diese Weise geschickt präsentiert. Der naturbelassene Holzzaun komplettiert die Umzäunung. Angesichts der häufigen Leerstände historischer Bauten auf dem Land verdient diese Maßnahme Anerkennung. Gerade ungenutzte Wirtschaftsgebäude wie der Schweinestall werden viel zu häufig sich selbst überlassen. Wie sehr ihre Instandsetzung einem ganzen Ort zu Gute kommt, zeigt der Fall Obernbibert hervorragend.
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Rügland-Obernbibert, Nr. 8: Schweinestall

Auch beim Schweinestall musste das Fachwerk repariert werden. Hier wurden außerdem der Ortgang und die Stirnbretter erneuert; ebenso überarbeitete man die Dachfläche, bevor die Fassade des Stalles in Beige-Brauntönen getüncht wurde. Den Abschluss der Maßnahme bildet die Toreinfahrt. Ihre Rechteckpfosten mit Kugelaufsätzen haben ein neues Fundament bekommen und werden auf diese Weise geschickt präsentiert. Der naturbelassene Holzzaun komplettiert die Umzäunung. Angesichts der häufigen Leerstände historischer Bauten auf dem Land verdient diese Maßnahme Anerkennung. Gerade ungenutzte Wirtschaftsgebäude wie der Schweinestall werden viel zu häufig sich selbst überlassen. Wie sehr ihre Instandsetzung einem ganzen Ort zu Gute kommt, zeigt der Fall Obernbibert hervorragend. © Julia Krieger, Bezirk Mittelfranken

Als einziges denkmalgeschütztes Objekt ist das Anwesen Nr. 8 für Obernbibert ortsbildprägend. Zum Komplex gehören neben dem langgestreckten Wohnstallhaus eine Scheune, ein Schweinestall sowie die Toreinfahrt. Das Wohnhaus zeigt sich als zweigeschossiger Satteldachbau mit massivem Erdgeschoss, Fachwerkgiebel und Zwerchhaus. Nach Norden schließt sich ein eingeschossiger, traufseitiger Satteldachbau mit gebänderten Ecklisenen an. Während das Wohngebäude auf das zweite Viertel des 19. Jahrhunderts datiert ist, stammen sämtliche Nebengebäude sowie die Rechteckpfosten der Toreinfahrt aus dem frühen 19. Jahrhundert. Die gesamte Anlage war deutlich sanierungsbedürftig, weshalb sich die Eigentümerin dazu entschloss, 2015 Wohnhaus, Schweinestall und Toreinfahrt in Angriff zu nehmen. Beim Wohnhaus wurde das instabile Dachwerk erneuert und auch die Balken des Fachwerks mussten stellenweise ausgetauscht werden. Denkmalgerechte Holzfenster und die aufgearbeitete Haustüre werten den Bau in Verbindung mit der nun in Grau-Weiß gefassten Fassade auf. Die gebänderten Ecklisenen setzen sich dabei dezent vom verputzten Untergeschoss ab.
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Rügland-Obernbibert, Nr. 8: Fassade, Toreinfahrt

Als einziges denkmalgeschütztes Objekt ist das Anwesen Nr. 8 für Obernbibert ortsbildprägend. Zum Komplex gehören neben dem langgestreckten Wohnstallhaus eine Scheune, ein Schweinestall sowie die Toreinfahrt. Das Wohnhaus zeigt sich als zweigeschossiger Satteldachbau mit massivem Erdgeschoss, Fachwerkgiebel und Zwerchhaus. Nach Norden schließt sich ein eingeschossiger, traufseitiger Satteldachbau mit gebänderten Ecklisenen an. Während das Wohngebäude auf das zweite Viertel des 19. Jahrhunderts datiert ist, stammen sämtliche Nebengebäude sowie die Rechteckpfosten der Toreinfahrt aus dem frühen 19. Jahrhundert. Die gesamte Anlage war deutlich sanierungsbedürftig, weshalb sich die Eigentümerin dazu entschloss, 2015 Wohnhaus, Schweinestall und Toreinfahrt in Angriff zu nehmen. Beim Wohnhaus wurde das instabile Dachwerk erneuert und auch die Balken des Fachwerks mussten stellenweise ausgetauscht werden. Denkmalgerechte Holzfenster und die aufgearbeitete Haustüre werten den Bau in Verbindung mit der nun in Grau-Weiß gefassten Fassade auf. Die gebänderten Ecklisenen setzen sich dabei dezent vom verputzten Untergeschoss ab. © Julia Krieger, Bezirk Mittelfranken

Der zweigeschossige, verputzte Satteldachbau in der Klosterweth 1 ist ein ehemaliges Nebengebäude, das im Kern wohl aus dem 16./17. Jahrhundert stammt. Wie das kleinere, sandsteinerne Schwesterhäuschen zu seiner Rechten ist auch der Ständerbau rückwärtig an ein ehemaliges Ökonomiegebäude des Dominikanerinnenklosters von Rothenburg o.d.T. angebaut. Die heute als Garten genutzte Fläche diente, wie der Straßenname besagt, als Weed (oder Weth) des Klosters, eine als künstlicher Teich angelegte Viehtränke. Nach einem Eigentümerwechsel wurde der vernachlässigte Komplex 2014 grundlegend saniert und im Inneren modernen Wohnansprüchen angepasst. Mit einem hohen Grad an Eigenleistung haben die Eigentümer bei beiden Häuschen das Tragwerk ertüchtigt, bevor die Dächer unter Verwendung historischer Biberschwanzziegel neu eingedeckt wurden. Das Fachwerkhäuschen erhielt einen neuen Fassadenanstrich sowie denkmalgerechte Holzfenster mit passenden Läden. Auch die Fassade des Sandsteinbaus wurde nach ihrer Aufarbeitung mit neuen Fenstern versehen. Im Inneren wurde der historische Bestand schonend aufgearbeitet. Im Einzelnen hat man die Fachwerkbalken freigelegt und restauriert, die originale Holztreppe aufgearbeitet sowie stellenweise die rückwärtige Klostermauer freigelegt und geschickt in den Wohnbereich integriert. Die Eigentümer achteten streng darauf, die passende Naturmaterialien Schilfdämmung und Lehmputz zu verwenden. Eine neue Wandflächenheizung hat den Vorteil, dass die Wohnräume optisch nicht durch Heizkörper gestört werden. Im schmalen Verbindungsbau zwischen den beiden Einzelgebäuden wurde ein Fenster zur zweiten Haustüre erweitert, wodurch sich eine völlig neue Wegeführung ergab. Von diesem zentralen Punkt aus kann der Wohnkomplex nun nach links und rechts erschlossen werden. Dem Besucher präsentiert sich jetzt ein historischer Bau, der durch seine vorbildliche Sanierung deutlich gewonnen hat.
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Rothenburg o. d. T., Klosterweth 1

Der zweigeschossige, verputzte Satteldachbau in der Klosterweth 1 ist ein ehemaliges Nebengebäude, das im Kern wohl aus dem 16./17. Jahrhundert stammt. Wie das kleinere, sandsteinerne Schwesterhäuschen zu seiner Rechten ist auch der Ständerbau rückwärtig an ein ehemaliges Ökonomiegebäude des Dominikanerinnenklosters von Rothenburg o.d.T. angebaut. Die heute als Garten genutzte Fläche diente, wie der Straßenname besagt, als Weed (oder Weth) des Klosters, eine als künstlicher Teich angelegte Viehtränke. Nach einem Eigentümerwechsel wurde der vernachlässigte Komplex 2014 grundlegend saniert und im Inneren modernen Wohnansprüchen angepasst. Mit einem hohen Grad an Eigenleistung haben die Eigentümer bei beiden Häuschen das Tragwerk ertüchtigt, bevor die Dächer unter Verwendung historischer Biberschwanzziegel neu eingedeckt wurden. Das Fachwerkhäuschen erhielt einen neuen Fassadenanstrich sowie denkmalgerechte Holzfenster mit passenden Läden. Auch die Fassade des Sandsteinbaus wurde nach ihrer Aufarbeitung mit neuen Fenstern versehen. Im Inneren wurde der historische Bestand schonend aufgearbeitet. Im Einzelnen hat man die Fachwerkbalken freigelegt und restauriert, die originale Holztreppe aufgearbeitet sowie stellenweise die rückwärtige Klostermauer freigelegt und geschickt in den Wohnbereich integriert. Die Eigentümer achteten streng darauf, die passende Naturmaterialien Schilfdämmung und Lehmputz zu verwenden. Eine neue Wandflächenheizung hat den Vorteil, dass die Wohnräume optisch nicht durch Heizkörper gestört werden. Im schmalen Verbindungsbau zwischen den beiden Einzelgebäuden wurde ein Fenster zur zweiten Haustüre erweitert, wodurch sich eine völlig neue Wegeführung ergab. Von diesem zentralen Punkt aus kann der Wohnkomplex nun nach links und rechts erschlossen werden. Dem Besucher präsentiert sich jetzt ein historischer Bau, der durch seine vorbildliche Sanierung deutlich gewonnen hat. © Julia Krieger, Bezirk Mittelfranken

Nicht nur Dinkelsbühl besitzt eine bestens erhaltene spätmittelalterliche Stadtbefestigung, sondern auch Rothenburg o.d.T. Zur nördlichen Toranlage am Klingentor aus dem 14.−16. Jahrhundert gehört u. a. das Anwesen Klingentorbastei 1. Der zweigeschossige, verputzte Fachwerkbau mit Mansardwalmdach ist zum Teil versteinert und birgt im Kern einen Eckturm der Stadtummauerung. Dieser sogenannte
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Rothenburg o.d.T., Klingentorbastei 1: Fassade

Nicht nur Dinkelsbühl besitzt eine bestens erhaltene spätmittelalterliche Stadtbefestigung, sondern auch Rothenburg o.d.T. Zur nördlichen Toranlage am Klingentor aus dem 14.−16. Jahrhundert gehört u. a. das Anwesen Klingentorbastei 1. Der zweigeschossige, verputzte Fachwerkbau mit Mansardwalmdach ist zum Teil versteinert und birgt im Kern einen Eckturm der Stadtummauerung. Dieser sogenannte "Streichturm", der von der Gartenseite her kaum, auf der Maueraußenseite jedoch gut als Turmbau nachvollziehbar ist, wurde 1493 als Verteidigungsturm errichtet. Aufgrund von baulichen Erweiterungen im 18. Jahrhundert war die Turmform stark verunklärt worden. Vor allem durch den nachträglich hinzugekommenen Balkon am Ostgiebel hatte das Gebäude einen unproportionierten Charakter bekommen. Weil auch die Sandsteinmauer des Gartens inklusive Tor und Wappen schadhaft war, entschieden sich die Eigentümer nun für eine umfassende Instandsetzung von Fassade und Außenanlagen. Um dem Gebäude seinen turmartigen Charakter zurückzugeben, hat man den Balkon im zweiten Obergeschoss abgebrochen, bevor dem Ostgiebel zur Gliederung der Fassade ein Gesims eingezogen wurde. © Julia Krieger, Bezirk Mittelfranken

Fenster- und Türgewände sowie sämtliche Klappläden wurden unter Verwendung der alten Beschläge erneuert, Läden, Balkongeländer und Fassade in einem dezenten Farbton neu gefasst. Einzig bei der Haustüre entschieden sich die Eigentümer für ein kräftiges Signalrot. Die Sanierung der sandsteinernen Umfassungsmauer war ebenfalls Teil der Maßnahme. Hervorzuheben ist hier die Aufarbeitung der polychrom gefassten, reich profilierten Natursandsteinplatte am östlichen Außentor. Sie zeigt das reliefierte Wappen der Familie von Keget und stammt aus der späten Barockzeit (dat. 1785). Besonders die umsichtige Restaurierung dieses Wappens verdient besondere Anerkennung, denn derartige Kleinode werden leider allzu oft nur stiefmütterlich behandelt.
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Rothenburg o.d.T., Klingentorbastei 1: Umfassungsmauer mit Gartentor

Fenster- und Türgewände sowie sämtliche Klappläden wurden unter Verwendung der alten Beschläge erneuert, Läden, Balkongeländer und Fassade in einem dezenten Farbton neu gefasst. Einzig bei der Haustüre entschieden sich die Eigentümer für ein kräftiges Signalrot. Die Sanierung der sandsteinernen Umfassungsmauer war ebenfalls Teil der Maßnahme. Hervorzuheben ist hier die Aufarbeitung der polychrom gefassten, reich profilierten Natursandsteinplatte am östlichen Außentor. Sie zeigt das reliefierte Wappen der Familie von Keget und stammt aus der späten Barockzeit (dat. 1785). Besonders die umsichtige Restaurierung dieses Wappens verdient besondere Anerkennung, denn derartige Kleinode werden leider allzu oft nur stiefmütterlich behandelt. © Julia Krieger, Bezirk Mittelfranken

Als Bestandteil des Ensembles
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Merkendorf, Hauptstraße 26: Fassade

Als Bestandteil des Ensembles "Unteres Tor" mit Torhaus, kleinem Fachwerkbau und Brunnen hat das Baderhaus in der Merkendorfer Altstadt einen ortsbildprägenden Standort. Die Errichtung des zweigeschossigen Satteldachbaus mit rückwärtigem Halbwalm wird für das 17. bzw. 18. Jahrhundert angenommen, wobei der Fund von schwarzem Sand auf einen älteren Kern des Gebäudes aus der Zeit vor dem 30-Jährigen Krieg schließen lässt. Aktuell laufende dendrochronologische Untersuchungen werden Gewissheit bringen. Seit Längerem befindet sich das Anwesen in Familienbesitz; Fachwerkobergeschoss und Fachwerkgiebel wurden bereits von den Großeltern der Eigentümer freigelegt. Durch Beschuss und unmittelbare Kämpfe im Zweiten Weltkrieg hatte vor allem die Giebelfassade stark gelitten. Wegen absackender Fundamente wies die Südfassade zuletzt relativ große Risse auf und auch das Fachwerk war aufgrund eindringender Feuchte schadhaft. Von 2013 bis 2015 wurde das Äußere aufwendig instand gesetzt. Der abschnittsweisen Unterfangung der süd- und westseitigen Außenmauer folgte eine umfangreiche Fassadensanierung. Dabei wurden die Risse geklammert und ausgefüttert, das zweiseitige Fachwerkobergeschoss restauriert und die Fassade neu gefasst. Die hellen Putzfelder setzen sich nun kontrastreich vom rot getünchten Fachwerk und den gleichfarbigen Fensterläden ab. Einige Fenster wurden durch neue, zweiflüglige Holzfenster mit Quersprossen und Wetterschenkeln ersetzt. Eine unvorhersehbare Schwierigkeit stellte die Restaurierung der originalen Haustüre dar. Nachdem diese zunächst durch unsachgemäße Behandlung stark gelitten hatte, war es nur unter größter Mühe möglich, das Stück aufzuarbeiten und in situ zu erhalten. Hier wie auch an den anderen Hausöffnungen sind die originalen Beschläge ein besonderer Blickfang. Nach seiner behutsamen Außensanierung schmückt das Anwesen nun den gesamten Platz am "Unteren Tor" und wirkt als Vorbild, dem andere gerne nacheifern dürfen! © Julia Krieger, Bezirk Mittelfranken

Im 30-Jährigen Krieg wurde Seidelsdorf samt seiner Knorrenmühle abgebrannt, ab 1673 sukzessive wieder aufgebaut. Die wenigen, historisch relevanten Gebäude im Ort entstammen daher dem 18. und 19. Jahrhundert. Auf das erste Viertel des 19. Jahrhunderts ist die ehemalige Wassermühle datiert, wobei ihr gewölbter Erdkeller und das Fundamentmauerwerk wahrscheinlich noch aus der Vorkriegszeit stammen. Kleinere Umbauten des zweigeschossigen, unverputzten Sandsteinbaus mit Satteldach betreffen vornehmlich das Innenleben. In den 1960er Jahren wurde der Mühlenbetrieb eingestellt. Die Knorrenmühle stand leer, bis ihre jetzigen Eigentümer sie erwarben und 2015 eine Gesamtsanierung durchführten.

Da eine Mühle wegen der andauernden Erschütterungen stärker beansprucht wird als andere Gebäude, wurde schon zur Bauzeit darauf geachtet, kräftige Balken zu verwenden. Insofern wies das Objekt keine statischen Mängel auf. Selbst der Dachstuhl befand sich in gutem Zustand. Am Außenbau wurden lediglich Reparaturarbeiten an der Sandsteinfassade vorgenommen und das Dach mit Biberschwanzziegeln neu eingedeckt. Die in die Jahre gekommenen Fenster sind sprossengeteilten Holzfenstern gewichen, für die alte Beschläge wiederverwendet wurden. Als Zugeständnis an moderne Wohnansprüche sind die Dachflächenfenster zu werten. An der rückseitigen Westfassade hat man außerdem zwei Fenster zu Terrassentüren erweitert, denn das Flachdach des ehemaligen Mühlradanbaus dient jetzt als Terrasse.

Im Inneren konnte das ursprüngliche Raumgefüge wiederhergestellt werden, nachdem man nachträgliche Einbauten entfernt hatte. Das gesamte Fachwerk im Erdgeschoss wurde freigelegt und aufgearbeitet. Die Deckenverbretterung in der ehemaligen Mühlentenne besteht aus zweitverwendetem Holz. Die Türen des Hauses wurden zimmermannsmäßig repariert.

Hoch anzurechnen ist den Eigentümern nicht nur ihr finanzieller Einsatz, sondern auch der physische: ein ganzes Jahr arbeitete das Ehepaar jedes Wochenende in ihrer Mühle. Das Ergebnis der behutsamen Sanierung kann sich sehen lassen.
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Dinkelsbühl-Seidelsdorf, Nr. 1: Knorrenmühle

Im 30-Jährigen Krieg wurde Seidelsdorf samt seiner Knorrenmühle abgebrannt, ab 1673 sukzessive wieder aufgebaut. Die wenigen, historisch relevanten Gebäude im Ort entstammen daher dem 18. und 19. Jahrhundert. Auf das erste Viertel des 19. Jahrhunderts ist die ehemalige Wassermühle datiert, wobei ihr gewölbter Erdkeller und das Fundamentmauerwerk wahrscheinlich noch aus der Vorkriegszeit stammen. Kleinere Umbauten des zweigeschossigen, unverputzten Sandsteinbaus mit Satteldach betreffen vornehmlich das Innenleben. In den 1960er Jahren wurde der Mühlenbetrieb eingestellt. Die Knorrenmühle stand leer, bis ihre jetzigen Eigentümer sie erwarben und 2015 eine Gesamtsanierung durchführten. Da eine Mühle wegen der andauernden Erschütterungen stärker beansprucht wird als andere Gebäude, wurde schon zur Bauzeit darauf geachtet, kräftige Balken zu verwenden. Insofern wies das Objekt keine statischen Mängel auf. Selbst der Dachstuhl befand sich in gutem Zustand. Am Außenbau wurden lediglich Reparaturarbeiten an der Sandsteinfassade vorgenommen und das Dach mit Biberschwanzziegeln neu eingedeckt. Die in die Jahre gekommenen Fenster sind sprossengeteilten Holzfenstern gewichen, für die alte Beschläge wiederverwendet wurden. Als Zugeständnis an moderne Wohnansprüche sind die Dachflächenfenster zu werten. An der rückseitigen Westfassade hat man außerdem zwei Fenster zu Terrassentüren erweitert, denn das Flachdach des ehemaligen Mühlradanbaus dient jetzt als Terrasse. Im Inneren konnte das ursprüngliche Raumgefüge wiederhergestellt werden, nachdem man nachträgliche Einbauten entfernt hatte. Das gesamte Fachwerk im Erdgeschoss wurde freigelegt und aufgearbeitet. Die Deckenverbretterung in der ehemaligen Mühlentenne besteht aus zweitverwendetem Holz. Die Türen des Hauses wurden zimmermannsmäßig repariert. Hoch anzurechnen ist den Eigentümern nicht nur ihr finanzieller Einsatz, sondern auch der physische: ein ganzes Jahr arbeitete das Ehepaar jedes Wochenende in ihrer Mühle. Das Ergebnis der behutsamen Sanierung kann sich sehen lassen. © Julia Krieger, Bezirk Mittelfranken

Dinkelsbühl war einst vollständig von einer Stadtmauer umgeben. Sie zählt deutschlandweit zu den am besten erhaltenen spätmittelalterlichen Befestigungen. Anbauten an diesen Mauergürtel waren strikt verboten. Das Anwesen Kapuzinergasse 9 bildet aber eine Ausnahme, denn immerhin errichtete es der damalige Stadtbaumeister für sich und seine Familie. Während das Wohnhaus erst 1900 entstand, stammt das Gartenhäuschen noch aus dem 18. Jahrhundert. Von Westen begrenzt die Stadtmauer beide Bauten und das Gartengrundstück.

Vor allem das Gartenhaus – ein kleiner, zweigeschossiger Putzbau auf drei mal drei Metern Grundfläche mit Walmdach – war wegen eindringender Feuchtigkeit in keinem guten Zustand und wurde von den Eigentümern zuletzt nur noch als Abstellraum genutzt. 2012 bis 2014 unterzogen sie das gesamte Anwesen einer Sanierung, in deren Zuge das Gartenhäuschen eine Umnutzung zum Gästehaus erfuhr. Nachdem ihm ein stabiler Dachstuhl aufgesetzt worden war, wurde sein Dach unter Verwendung der alten Biberschwanzziegel neu gedeckt. An seine Ostseite wurde ein neuer Anbau mit Glasfronten und Schwebetüren gefügt. Da an gleicher Stelle vorher ein Holzschuppen stand und man diesen Charakter beibehalten wollte, wurde der Anbau mit Holzlatten verkleidet.

Bis zuletzt konnte man das Obergeschoss des Gartenhäuschens nur über eine Außentreppe erreichen. Diese wurde entfernt und durch eine Verbindungstreppe im Inneren ersetzt. Anstelle der ehemaligen Zugangstür zieren nun zwei neue Holzfenster die Fassade.

Sowohl im Gartenhaus als auch im Wohnhaus wurde die angrenzende, ehemals verputzte Stadtmauer freigelegt. Sie wirkt in Verbindung mit den Solnhofener Fußbodenplatten stimmig und passt hervorragend zu den fachgerecht aufgearbeiteten Böden, Türen und der Treppe des Wohnhauses. Letzterem verleihen neue Holzfenster im Dinkelsbühler Stil ein optisch vorbildliches Gewand, wobei weder das Wohnhaus noch das Gartenhaus durch die Eingriffe an Außenwirkung einbüßten. Die denkmalgerechte Maßnahme verdient auch deshalb Würdigung, weil das Wohnhaus keinen Einzeldenkmalstatus innehat.
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Dinkelsbühl, Kapuzinerweg 9

Dinkelsbühl war einst vollständig von einer Stadtmauer umgeben. Sie zählt deutschlandweit zu den am besten erhaltenen spätmittelalterlichen Befestigungen. Anbauten an diesen Mauergürtel waren strikt verboten. Das Anwesen Kapuzinergasse 9 bildet aber eine Ausnahme, denn immerhin errichtete es der damalige Stadtbaumeister für sich und seine Familie. Während das Wohnhaus erst 1900 entstand, stammt das Gartenhäuschen noch aus dem 18. Jahrhundert. Von Westen begrenzt die Stadtmauer beide Bauten und das Gartengrundstück. Vor allem das Gartenhaus – ein kleiner, zweigeschossiger Putzbau auf drei mal drei Metern Grundfläche mit Walmdach – war wegen eindringender Feuchtigkeit in keinem guten Zustand und wurde von den Eigentümern zuletzt nur noch als Abstellraum genutzt. 2012 bis 2014 unterzogen sie das gesamte Anwesen einer Sanierung, in deren Zuge das Gartenhäuschen eine Umnutzung zum Gästehaus erfuhr. Nachdem ihm ein stabiler Dachstuhl aufgesetzt worden war, wurde sein Dach unter Verwendung der alten Biberschwanzziegel neu gedeckt. An seine Ostseite wurde ein neuer Anbau mit Glasfronten und Schwebetüren gefügt. Da an gleicher Stelle vorher ein Holzschuppen stand und man diesen Charakter beibehalten wollte, wurde der Anbau mit Holzlatten verkleidet. Bis zuletzt konnte man das Obergeschoss des Gartenhäuschens nur über eine Außentreppe erreichen. Diese wurde entfernt und durch eine Verbindungstreppe im Inneren ersetzt. Anstelle der ehemaligen Zugangstür zieren nun zwei neue Holzfenster die Fassade. Sowohl im Gartenhaus als auch im Wohnhaus wurde die angrenzende, ehemals verputzte Stadtmauer freigelegt. Sie wirkt in Verbindung mit den Solnhofener Fußbodenplatten stimmig und passt hervorragend zu den fachgerecht aufgearbeiteten Böden, Türen und der Treppe des Wohnhauses. Letzterem verleihen neue Holzfenster im Dinkelsbühler Stil ein optisch vorbildliches Gewand, wobei weder das Wohnhaus noch das Gartenhaus durch die Eingriffe an Außenwirkung einbüßten. Die denkmalgerechte Maßnahme verdient auch deshalb Würdigung, weil das Wohnhaus keinen Einzeldenkmalstatus innehat. © Julia Krieger, Bezirk Mittelfranken

Markgraf Albrecht Achilles (1414–1486) ließ das Alte oder Innere Schloss in Neustadt an der Aisch bauen, das vor allem als Witwensitz seiner zweiten Frau, Anna von Sachsen (1437–1512), zu einem kulturellen Mittelpunkt der Region wurde. Das ehemalige Wasserschloss an der Nordecke der Stadtbefestigung ist ein in zahlreichen An- und Umbauphasen gewachsener Komplex. Im Wesentlichen setzt sich dieser aus einer zweigeschossige Dreiflügelanlage, einem Torbau und einem bastionsartigen Anbau mit einem Treppenturm zusammen.

Der notwendig gewordene Austausch der Heizungsanlage markierte 2007 den Beginn einer großangelegten Sanierungsmaßnahme, die bis 2016 andauerte. Die hierbei durchgeführten Arbeiten lassen sich in ihrer Vielzahl kaum zusammenfassen, da an etlichen Stellen des baugeschichtlich bemerkenswerten Bestands Schäden zu finden waren. 

Insbesondere in der Bastion gestaltete sich die Sanierung aufwendig. Hier war das Dach statisch instabil geworden. Die daraus resultierende Überlastung der Außenwände führte bis ins Erdgeschoss zu Folgeschäden. Nach der Reparatur der Dachkonstruktion konnte eine innovative Lösung zur Entlastung der darunterliegenden Gewölbedecke gefunden werden. Eine Mittelwand wurde mit einem neuen Hängesprengwerk direkt ans Dach gehängt. Spannanker halten die Außenecken zusammen und nehmen die Last des neuen Dachtragwerks auf. Neuzeitliche, auf die unterschiedlichen Nutzungen des Schlosses zurückzuführende Einbauten wurden rückgebaut und der Grundriss bereinigt. Die gebrochenen Stufen der Treppenspindel im Turm wurden mit einem stählernen Korsett fixiert und die Spindel stabilisiert. Zahlreiche Fenster sind, wo es der Erhaltungszustand erlaubte, aufgearbeitet oder nach Vorbild erneuert worden. Im Zuge der Maßnahme hat man an den Wänden der Bastion auch barocke Wandmalereien von etwa 1730 gefunden, die restauriert und freigelegt wurden. Weitere denkmalpflegerisch einwandfreie Maßnahmen standen in Zusammenhang mit der zukünftigen musealen Nutzung.

Insgesamt ist die anspruchsvolle Komplettsanierung mit bestem Materialeinsatz und restauratorisch hervorragendem Ergebnis gemeistert worden. Mit der Konzentration verschiedener Museen – des Markgrafen-, des Karpfen-, und des Siebenermuseums – sowie eines attraktiven Museumscafés ist das Schloss in Neustadt an der Aisch zu einem neuen kulturellen Zentrum geworden.
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Neustadt a. d. Aisch, Untere Schlossgasse 6/8: Altes Schloss

Markgraf Albrecht Achilles (1414–1486) ließ das Alte oder Innere Schloss in Neustadt an der Aisch bauen, das vor allem als Witwensitz seiner zweiten Frau, Anna von Sachsen (1437–1512), zu einem kulturellen Mittelpunkt der Region wurde. Das ehemalige Wasserschloss an der Nordecke der Stadtbefestigung ist ein in zahlreichen An- und Umbauphasen gewachsener Komplex. Im Wesentlichen setzt sich dieser aus einer zweigeschossige Dreiflügelanlage, einem Torbau und einem bastionsartigen Anbau mit einem Treppenturm zusammen. Der notwendig gewordene Austausch der Heizungsanlage markierte 2007 den Beginn einer großangelegten Sanierungsmaßnahme, die bis 2016 andauerte. Die hierbei durchgeführten Arbeiten lassen sich in ihrer Vielzahl kaum zusammenfassen, da an etlichen Stellen des baugeschichtlich bemerkenswerten Bestands Schäden zu finden waren. Insbesondere in der Bastion gestaltete sich die Sanierung aufwendig. Hier war das Dach statisch instabil geworden. Die daraus resultierende Überlastung der Außenwände führte bis ins Erdgeschoss zu Folgeschäden. Nach der Reparatur der Dachkonstruktion konnte eine innovative Lösung zur Entlastung der darunterliegenden Gewölbedecke gefunden werden. Eine Mittelwand wurde mit einem neuen Hängesprengwerk direkt ans Dach gehängt. Spannanker halten die Außenecken zusammen und nehmen die Last des neuen Dachtragwerks auf. Neuzeitliche, auf die unterschiedlichen Nutzungen des Schlosses zurückzuführende Einbauten wurden rückgebaut und der Grundriss bereinigt. Die gebrochenen Stufen der Treppenspindel im Turm wurden mit einem stählernen Korsett fixiert und die Spindel stabilisiert. Zahlreiche Fenster sind, wo es der Erhaltungszustand erlaubte, aufgearbeitet oder nach Vorbild erneuert worden. Im Zuge der Maßnahme hat man an den Wänden der Bastion auch barocke Wandmalereien von etwa 1730 gefunden, die restauriert und freigelegt wurden. Weitere denkmalpflegerisch einwandfreie Maßnahmen standen in Zusammenhang mit der zukünftigen musealen Nutzung. Insgesamt ist die anspruchsvolle Komplettsanierung mit bestem Materialeinsatz und restauratorisch hervorragendem Ergebnis gemeistert worden. Mit der Konzentration verschiedener Museen – des Markgrafen-, des Karpfen-, und des Siebenermuseums – sowie eines attraktiven Museumscafés ist das Schloss in Neustadt an der Aisch zu einem neuen kulturellen Zentrum geworden. © Julia Krieger, Bezirk Mittelfranken

Im Ortskern von Markt Bibart ist das Straßenbild entlang der Nürnberger Straße geprägt von einem Ensemble aus ein bis zweigeschossigen Fachwerkbauten, teilweise aus dem 17. Jahrhundert, sowie einigen Walm- und Mansarddachhäusern aus dem 18. Jahrhundert. Zu dieser Reihe von Häusern, die größtenteils mit dem Giebel zur breiten Hauptdurchgangsstraße gerichtet sind, zählt auch das kleine Wohnhaus Nr. 4 mit seinem auffälligen Schmuckfachwerk. 

Vor seiner Sanierung war das im Kern aus dem 17. Jahrhundert stammende Gebäude sehr heruntergekommen. 1940 hatte ein Umbau, bei dem auch das Fachwerk im Erdgeschoss entfernt wurde, das Erscheinungsbild verändert und das Haus in zwei unabhängige Wohneinheiten aufgeteilt. Bei diesem unsensiblen Eingriff blieb der mit Gestaltungselementen wie Rosetten, durchkreuzten Rauten, Feuerböcken und geschweiften Kopfbändern reichverzierte Giebel glücklicherweise unbeeinträchtigt. 

Zu Beginn der Maßnahme wurden alle Schäden dokumentiert. Das Dach hat man nach Reparatur und maßvoller Dämmung neu gedeckt. Das Giebelfachwerk war teils durchfeuchtet, verfault und stellenweise nicht mehr tragfähig. Der frühere Einsatz von ungeeigneten Materialien wie PU-Schaum und Silikon hatte die Situation verschlechtert. Alle Holzteile und die Putzgefache konnten fachmännisch repariert oder erneuert werden. Querrechteckige, in das Fachwerk eingepasste Fenster stellen die einstige Fassadenwirkung wieder her. 

Im Inneren des Wohnhauses hat man alle beschädigten Oberflächen saniert. Auch die überlieferte Bohlenbalkendecke im Erdgeschoss wurde aufgearbeitet. Bausünden aus früheren Jahren wie Verkleidungen, abgehängte Decken, Zwischenwände u. ä. wurden rückgebaut. Bei allen Arbeiten wurde lobenswerterweise möglichst viel an überliefertem Bestand erhalten.

Das denkmalpflegerische Einfühlungsvermögen zeigt sich auch bei der Materialauswahl und an Details wie handgeschmiedeten Handläufen oder historischen Türbeschlägen. Mit der Sanierung dieses kleinen Schmuckstückes wird jetzt das sich der Straße entlang reihende Häuserensemble durch eine besonders glänzende Perle aufgewertet.
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Markt Bibart, Nürnberger Straße 4

Im Ortskern von Markt Bibart ist das Straßenbild entlang der Nürnberger Straße geprägt von einem Ensemble aus ein bis zweigeschossigen Fachwerkbauten, teilweise aus dem 17. Jahrhundert, sowie einigen Walm- und Mansarddachhäusern aus dem 18. Jahrhundert. Zu dieser Reihe von Häusern, die größtenteils mit dem Giebel zur breiten Hauptdurchgangsstraße gerichtet sind, zählt auch das kleine Wohnhaus Nr. 4 mit seinem auffälligen Schmuckfachwerk. Vor seiner Sanierung war das im Kern aus dem 17. Jahrhundert stammende Gebäude sehr heruntergekommen. 1940 hatte ein Umbau, bei dem auch das Fachwerk im Erdgeschoss entfernt wurde, das Erscheinungsbild verändert und das Haus in zwei unabhängige Wohneinheiten aufgeteilt. Bei diesem unsensiblen Eingriff blieb der mit Gestaltungselementen wie Rosetten, durchkreuzten Rauten, Feuerböcken und geschweiften Kopfbändern reichverzierte Giebel glücklicherweise unbeeinträchtigt. Zu Beginn der Maßnahme wurden alle Schäden dokumentiert. Das Dach hat man nach Reparatur und maßvoller Dämmung neu gedeckt. Das Giebelfachwerk war teils durchfeuchtet, verfault und stellenweise nicht mehr tragfähig. Der frühere Einsatz von ungeeigneten Materialien wie PU-Schaum und Silikon hatte die Situation verschlechtert. Alle Holzteile und die Putzgefache konnten fachmännisch repariert oder erneuert werden. Querrechteckige, in das Fachwerk eingepasste Fenster stellen die einstige Fassadenwirkung wieder her. Im Inneren des Wohnhauses hat man alle beschädigten Oberflächen saniert. Auch die überlieferte Bohlenbalkendecke im Erdgeschoss wurde aufgearbeitet. Bausünden aus früheren Jahren wie Verkleidungen, abgehängte Decken, Zwischenwände u. ä. wurden rückgebaut. Bei allen Arbeiten wurde lobenswerterweise möglichst viel an überliefertem Bestand erhalten. Das denkmalpflegerische Einfühlungsvermögen zeigt sich auch bei der Materialauswahl und an Details wie handgeschmiedeten Handläufen oder historischen Türbeschlägen. Mit der Sanierung dieses kleinen Schmuckstückes wird jetzt das sich der Straße entlang reihende Häuserensemble durch eine besonders glänzende Perle aufgewertet. © Julia Krieger, Bezirk Mittelfranken

Weitgehend unbeachtet versteckt sich in der evangelisch-lutherischen Pfarrkirche in Geißlingen bei Ickelsheim ein umfangreicher Bestand mittelalterlicher Wandmalerei, der erst in den 1970er Jahren wiederentdeckt und freigelegt wurde. Zusätzlich birgt die spätmittelalterliche Chorturmkirche, die im 16./ 17. Jahrhundert umgebaut wurde, einen auf 1624 inschriftlich datierten Altar von Georg Brenck d. J., wahrscheinlich entstanden unter Beteiligung seines Vaters Georg Brenck d. Ä. Die bekannte Bildschnitzerfamilie stattete während des Dreißigjährigen Krieges einige Kirchen des mittel- und unterfränkischen Raums mit Altären, Kanzeln, Epitaphien und Taufsteinen aus. Auslöser für die durchgeführte Sanierung war die starke Verschmutzung durch Ruß, Staub und Schimmel im gesamten Innenraum. Bei einer eingehenden Untersuchung wurde deutlich, dass auch die Schäden am Dach sowie der desolate Zustand der Treppen und Böden des Turms dringenden Handlungsbedarf erforderten. Das umfangreiche Schadensbild reichte vom Sockel des Chorturms und der daran anschließenden, durchfeuchteten Sakristei bis hin zum Glockenstuhl mit dem korrodierten Uhrwerk. Außerdem hatte ein Blitzschlag 2013 die hohe Turmspitze, die Elektrik und die Sandsteinfassade beschädigt. In Abstimmung mit den Behörden wurde ein Konzept für die Sanierung erarbeitet, die mit Dach und Turm begann, anschließend an der Fassade und im Innenraum fortgeführt wurde.
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Geißlingen, Pfarrgasse: ev.-luth. Pfarrkirche St. Martin

Weitgehend unbeachtet versteckt sich in der evangelisch-lutherischen Pfarrkirche in Geißlingen bei Ickelsheim ein umfangreicher Bestand mittelalterlicher Wandmalerei, der erst in den 1970er Jahren wiederentdeckt und freigelegt wurde. Zusätzlich birgt die spätmittelalterliche Chorturmkirche, die im 16./ 17. Jahrhundert umgebaut wurde, einen auf 1624 inschriftlich datierten Altar von Georg Brenck d. J., wahrscheinlich entstanden unter Beteiligung seines Vaters Georg Brenck d. Ä. Die bekannte Bildschnitzerfamilie stattete während des Dreißigjährigen Krieges einige Kirchen des mittel- und unterfränkischen Raums mit Altären, Kanzeln, Epitaphien und Taufsteinen aus. Auslöser für die durchgeführte Sanierung war die starke Verschmutzung durch Ruß, Staub und Schimmel im gesamten Innenraum. Bei einer eingehenden Untersuchung wurde deutlich, dass auch die Schäden am Dach sowie der desolate Zustand der Treppen und Böden des Turms dringenden Handlungsbedarf erforderten. Das umfangreiche Schadensbild reichte vom Sockel des Chorturms und der daran anschließenden, durchfeuchteten Sakristei bis hin zum Glockenstuhl mit dem korrodierten Uhrwerk. Außerdem hatte ein Blitzschlag 2013 die hohe Turmspitze, die Elektrik und die Sandsteinfassade beschädigt. In Abstimmung mit den Behörden wurde ein Konzept für die Sanierung erarbeitet, die mit Dach und Turm begann, anschließend an der Fassade und im Innenraum fortgeführt wurde. © Julia Krieger, Bezirk Mittelfranken

Mit bemerkenswerter Unterstützung durch die Kirchengemeinde wurden die schadhaften Teile im Dachtragwerk ersetzt und das Turmdach neu gedeckt. Die Entrostung des Glockenstuhls erfolgte weitgehend in Eigenleistung. Zudem wurden die Treppen im Turm erneuert, schadhafte Sandsteine ersetzt, Putzschäden ausgebessert und die Außenfassade neu gestrichen. Die zementasbestbelastete Heizungsanlage hat man ausgebaut und ersetzt. Alle Oberflächen wurden schonend gereinigt sowie die Wandmalereien und der qualitätsvolle Altar restauriert. Vor allem dem bewundernswerten Engagement der Bewohner des kleinen Ortes, die nicht nur spendeten, sondern bei den unterschiedlichsten Gewerken mithalfen, ist es zu verdanken, dass diese äußerst interessanten Kunstschätze weiterhin an Ort und Stelle bestehen und wirken können.
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Geißlingen, Pfarrgasse: ev.-luth. Pfarrkirche St. Martin

Mit bemerkenswerter Unterstützung durch die Kirchengemeinde wurden die schadhaften Teile im Dachtragwerk ersetzt und das Turmdach neu gedeckt. Die Entrostung des Glockenstuhls erfolgte weitgehend in Eigenleistung. Zudem wurden die Treppen im Turm erneuert, schadhafte Sandsteine ersetzt, Putzschäden ausgebessert und die Außenfassade neu gestrichen. Die zementasbestbelastete Heizungsanlage hat man ausgebaut und ersetzt. Alle Oberflächen wurden schonend gereinigt sowie die Wandmalereien und der qualitätsvolle Altar restauriert. Vor allem dem bewundernswerten Engagement der Bewohner des kleinen Ortes, die nicht nur spendeten, sondern bei den unterschiedlichsten Gewerken mithalfen, ist es zu verdanken, dass diese äußerst interessanten Kunstschätze weiterhin an Ort und Stelle bestehen und wirken können. © Julia Krieger, Bezirk Mittelfranken

In Oberweihersbuch bei Stein steht die evang.-luth. Pfarrkirche St. Jakobus, die 1928 unter der Leitung des Ansbacher Architekten Hans Pylipp (1863–1945) gebaut wurde. Das schlichte Äußere der kleinen Saalkirche mit einem mittig angeordneten Turm wird von der Extravaganz eines hohen spitzbogig-geschweiften Bohlenbinderdachs gebrochen, das der Kirche ihr besonderes Aussehen verleiht. Auch der zurückhaltend gestaltete Innenraum ist ganz auf die Wirkung der geschwungenen Dachform ausgerichtet, die durch sichtig gehaltene, farbig abgesetzte Bohlenrippen zusätzlich hervorgehoben wird. Nur der Chor mit dem Lanzettfenster über dem Altar setzt sich bewusst davon ab. Vor Beginn der notwendigen Außen- und Innensanierung wurde aufgrund der Bedeutung des Kirchenbaus eine restauratorische Befunduntersuchung in Auftrag gegeben. Schäden am Dach erforderten Handlungsbedarf, die Statik war zwar noch nicht in Gefahr, jedoch waren einige Balken morsch und mehrere Konstruktionslatten überlastet. Der Putz wies Risse auf und war abgeplatzt und auch der Innenraum benötigte eine sensible Überarbeitung, da hier unsachgemäße Eingriffe das künstlerische Erscheinungsbild des Baus beeinträchtigt hatten. Bei der Behebung der Schäden wurde das Dach mit einem Unterdach versehen und neu eingedeckt. Auch der Außenputz ist saniert und mit Mineralfarbe neu gefasst worden. Bauelemente wie Türen, Fenster und Treppen wurden repariert. In Absprache mit den Behörden hat man zeitgemäße Anpassungen wie die Schaffung eines barrierefreien Zugangs, den Austausch der alten Heizungsanlage und eine Neukonzeption der Beleuchtung vorgenommen. Der Kircheninnenraum erhielt durch die Fassung der verputzten Flächen in ockerfarben sowie der Holzteile in rötlichbraun statt grün seine ursprüngliche Farbwirkung zurück. Bei der sehr guten und denkmalpflegerisch äußerst qualitätsvollen Sanierungsmaßnahme wurde weitestgehend der Originalzustand von 1928 wiederhergestellt. Damit ist dieses außergewöhnliche Beispiel der Kirchenbaukunst des 20. Jahrhunderts, das sich durch seine Dachkonstruktion aus quer verspannten Bohlenrippen auszeichnet, wieder architektonisch differenziert erlebbar.
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Stein-Oberweihersbuch, Pfarrweg 2: ev.-luth. Pfarrkirche St. Jakobus

In Oberweihersbuch bei Stein steht die evang.-luth. Pfarrkirche St. Jakobus, die 1928 unter der Leitung des Ansbacher Architekten Hans Pylipp (1863–1945) gebaut wurde. Das schlichte Äußere der kleinen Saalkirche mit einem mittig angeordneten Turm wird von der Extravaganz eines hohen spitzbogig-geschweiften Bohlenbinderdachs gebrochen, das der Kirche ihr besonderes Aussehen verleiht. Auch der zurückhaltend gestaltete Innenraum ist ganz auf die Wirkung der geschwungenen Dachform ausgerichtet, die durch sichtig gehaltene, farbig abgesetzte Bohlenrippen zusätzlich hervorgehoben wird. Nur der Chor mit dem Lanzettfenster über dem Altar setzt sich bewusst davon ab. Vor Beginn der notwendigen Außen- und Innensanierung wurde aufgrund der Bedeutung des Kirchenbaus eine restauratorische Befunduntersuchung in Auftrag gegeben. Schäden am Dach erforderten Handlungsbedarf, die Statik war zwar noch nicht in Gefahr, jedoch waren einige Balken morsch und mehrere Konstruktionslatten überlastet. Der Putz wies Risse auf und war abgeplatzt und auch der Innenraum benötigte eine sensible Überarbeitung, da hier unsachgemäße Eingriffe das künstlerische Erscheinungsbild des Baus beeinträchtigt hatten. Bei der Behebung der Schäden wurde das Dach mit einem Unterdach versehen und neu eingedeckt. Auch der Außenputz ist saniert und mit Mineralfarbe neu gefasst worden. Bauelemente wie Türen, Fenster und Treppen wurden repariert. In Absprache mit den Behörden hat man zeitgemäße Anpassungen wie die Schaffung eines barrierefreien Zugangs, den Austausch der alten Heizungsanlage und eine Neukonzeption der Beleuchtung vorgenommen. Der Kircheninnenraum erhielt durch die Fassung der verputzten Flächen in ockerfarben sowie der Holzteile in rötlichbraun statt grün seine ursprüngliche Farbwirkung zurück. Bei der sehr guten und denkmalpflegerisch äußerst qualitätsvollen Sanierungsmaßnahme wurde weitestgehend der Originalzustand von 1928 wiederhergestellt. Damit ist dieses außergewöhnliche Beispiel der Kirchenbaukunst des 20. Jahrhunderts, das sich durch seine Dachkonstruktion aus quer verspannten Bohlenrippen auszeichnet, wieder architektonisch differenziert erlebbar. © Julia Krieger, Bezirk Mittelfranken

Zwischen Ammerndorf, Neuses und Weinzierlein liegt an der Bibert die erstmals 1464 erwähnte, heute Roßtal zugeordnete Kernmühle. Das Ensemble zieht sich am Fluß entlang und besteht aus einem Mühlengebäude (bez. 1676, abgebrannt 1916, anschließend erneuert), einem Altsitzhaus aus der Mitte des 18. Jahrhunderts, einem Stall und weiteren Kleinbauten sowie aus einer Scheune. Dieser eingeschossige, verputzte Sandsteinquaderbau mit Satteldach ist auf 1849 datiert. Sein Zwerchhaus an der Südostseite wurde erst im 20. Jahrhundert angebaut. Mit der Verpachtung der landwirtschaftlichen Flächen 2011 verlor die Scheune ihre ursprüngliche Funktion. Vorrausschauend hatte die Eigentümerfamilie, in deren Besitz sich das gesamte Anwesen seit 1906 befindet, bereits ein sinnvolles Konzept zur Umnutzung der meisten Wirtschaftsgebäude entwickelt. Die Änderungspläne wurden schrittweise realisiert. Ein Stall war schon 2004 zu einem Seminarhaus umgebaut worden. In der Scheune sollte ein großzügiger Veranstaltungsraum untergebracht werden. Weil ihr Bauzustand vergleichsweise gut war, blieb der Aufwand bei der hierfür nötigen Sanierung überschaubar. Die Arbeiten wurden größtenteils in Eigenleistung erbracht. Ihr charakteristisches Erscheinungsbild hat die Scheune dabei behalten. Dazu gehören vor allem die großen Scheunentore an den Längsseiten, die wenigen Fensteröffnungen und die große Dachfläche, die nicht neu gedeckt werden musste. Der Grundriss wurde nicht verändert. Die dabei verwendeten Materialien fügen sich gut den Bestand ein, bestehende Einbauten hat man durch Gerätschaften aus dem 1966 eingestellten Mühlenbetrieb ergänzt. Notwendige bauliche Änderungen – etwa für Heizung und Geländer – beschränkten sich auf ein Minimum. Dank moderater Eingriffe blieb die Scheune als Zeugnis ländlichen Arbeitens erhalten und ihre ursprüngliche Bestimmung bewusst ablesbar. Die
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Roßtal, Kernmühle 1: Scheune

Zwischen Ammerndorf, Neuses und Weinzierlein liegt an der Bibert die erstmals 1464 erwähnte, heute Roßtal zugeordnete Kernmühle. Das Ensemble zieht sich am Fluß entlang und besteht aus einem Mühlengebäude (bez. 1676, abgebrannt 1916, anschließend erneuert), einem Altsitzhaus aus der Mitte des 18. Jahrhunderts, einem Stall und weiteren Kleinbauten sowie aus einer Scheune. Dieser eingeschossige, verputzte Sandsteinquaderbau mit Satteldach ist auf 1849 datiert. Sein Zwerchhaus an der Südostseite wurde erst im 20. Jahrhundert angebaut. Mit der Verpachtung der landwirtschaftlichen Flächen 2011 verlor die Scheune ihre ursprüngliche Funktion. Vorrausschauend hatte die Eigentümerfamilie, in deren Besitz sich das gesamte Anwesen seit 1906 befindet, bereits ein sinnvolles Konzept zur Umnutzung der meisten Wirtschaftsgebäude entwickelt. Die Änderungspläne wurden schrittweise realisiert. Ein Stall war schon 2004 zu einem Seminarhaus umgebaut worden. In der Scheune sollte ein großzügiger Veranstaltungsraum untergebracht werden. Weil ihr Bauzustand vergleichsweise gut war, blieb der Aufwand bei der hierfür nötigen Sanierung überschaubar. Die Arbeiten wurden größtenteils in Eigenleistung erbracht. Ihr charakteristisches Erscheinungsbild hat die Scheune dabei behalten. Dazu gehören vor allem die großen Scheunentore an den Längsseiten, die wenigen Fensteröffnungen und die große Dachfläche, die nicht neu gedeckt werden musste. Der Grundriss wurde nicht verändert. Die dabei verwendeten Materialien fügen sich gut den Bestand ein, bestehende Einbauten hat man durch Gerätschaften aus dem 1966 eingestellten Mühlenbetrieb ergänzt. Notwendige bauliche Änderungen – etwa für Heizung und Geländer – beschränkten sich auf ein Minimum. Dank moderater Eingriffe blieb die Scheune als Zeugnis ländlichen Arbeitens erhalten und ihre ursprüngliche Bestimmung bewusst ablesbar. Die "Event-Scheune" wird jetzt mit großem Erfolg betrieben. Das ist Beleg für die Zukunftsfähigkeit und Durchführbarkeit eines durchdachten Konzepts, mit dem die engagierten Eigentümer den Strukturwandel als Chance begriffen haben. © Julia Krieger, Bezirk Mittelfranken

Bereits die Lage des Gebäudes Haffnersgartenstraße Nr. 1 – in Stadttornähe und am Kreuzungspunkt der zum Marktplatz führenden Straße mit der Hindenburgstraße (der heutigen Hauptverkehrsader von Cadolzburg) – deutet an, dass es sich hier um einen traditionsreichen Wirtshausstandort handelt. Das ehemalige
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Cadolzburg, Haffnersgartenstraße 1

Bereits die Lage des Gebäudes Haffnersgartenstraße Nr. 1 – in Stadttornähe und am Kreuzungspunkt der zum Marktplatz führenden Straße mit der Hindenburgstraße (der heutigen Hauptverkehrsader von Cadolzburg) – deutet an, dass es sich hier um einen traditionsreichen Wirtshausstandort handelt. Das ehemalige "Gasthaus zum Goldenen Löwen", nach seinem früheren Besitzer als "Café Bauer" bezeichnet, entstand in seiner jetzigen Form um 1700 anstelle eines 1619 erstmals erwähnten Vorgängerbaus. Bis auf wenige Änderungen im 19. und 20. Jahrhundert ist der zweigeschossige Sandsteinquaderbau mit Satteldach im Kern bauzeitlich überliefert. Zuletzt war das Gebäude sehr heruntergekommen. Bei seiner Generalsanierung 2013 bis 2016 wurden u. a. Nebengebäude abgerissen, das Dach renoviert und neu eingedeckt. Das wieder freigelegte Fachwerk auf der südöstlichen Giebelseite und die zur Hindenburgstraße leicht zurückgesetzte Seite aus verputztem Bruchsteinmauerwerk haben durch die umfassende Sanierung ihr Erscheinungsbild komplett verändert. Auch die zur Haffnersgartenstraße gerichtete Traufseite, die als einstige Schauseite aus Sandstein aufgemauert und durch Bauschmuck besonders ausgezeichnet ist, wird nun ihrer ursprünglichen Wertigkeit wieder gerecht. Alle Fassadenteile mit ihren unterschiedlichen Oberflächen wurden nach Befundlage mit einem rötlichen Farbton einheitlich gefasst. Türen und Fenster sind dem historischen Erscheinungsbild entsprechend erneuert worden. Von dem überaus reichen Bestand an vor allem bauzeitlichen Details im Inneren des Hauses wurde möglichst viel erhalten bzw. bei Fehlstellen in historischer Technik ergänzt. Um auch dem heutigen Wohnstandard gerecht zu werden, erfolgte z. B. die Dämmung der Außenwände denkmalschonend von innen mit einem mineralischen Dämmputz. Allein schon wegen seines schlechten Bauzustands und wegen der hohen Dichte des überlieferten Bestandes stellte die Sanierung des Gasthauses eine anspruchsvolle Aufgabe dar. Sie konnte hervorragend ausgeführt werden. Mit der Wiederaufnahme eines Gast- und Hotelbetriebs erfährt dieses Baudenkmal, welches das Stadtbild nun deutlich aufwertet, nicht nur eine traditionsgemäße, sondern auch eine zukunftsträchtige Nutzung – als wäre es nie anders gewesen… © Julia Krieger, Bezirk Mittelfranken

Das ehemalige Wohnstallhaus aus der Mitte des 18. Jahrhunderts (1745/46) im heute zu Nürnberg gehörenden Dorf Neunhof bei Kraftshof wurde nach jahrelangem Leerstand umfangreich saniert. Der teilverputzte, eingeschossige Sandsteinquaderbau mit Satteldach und auskragender Traufe zeichnet sich vor allem durch seinen Voluten-Ziergiebel an der Westfassade aus, eine charakteristische Besonderheit, die in dieser Form nur im Umland von Nürnberg zu finden ist. Die zur ebenfalls denkmalgeschützten Scheune (bez. 1725) gerichtete Ostfassade wurde in Fachwerk errichtet. Auf Grundlage der umfangreich überlieferten Bausubstanz und ausführlicher Befunde wurde das Bauernhaus zu einem Wohnhaus umgebaut. Der in ursprünglicher Konstruktion erhaltene Dachstuhl wurde fachgerecht instand gesetzt, die bauzeitlichen Grundrissstrukturen wurden beibehalten. Zur Nutzung und Belichtung des ehemaligen Stallbereichs, dem zukünftigen Wohnzimmer, hat man bewusst ein modernes Bindeglied mit dunkel beschichteten Metallfenstern implementiert. Als anschaulicher Verweis auf die Vergangenheit dienen die aufgearbeitete Bohlenbalkendecke und die sichtbar gebliebenen, zahlreichen geritzten und verzierten Strohlehmgefache der Fachwerkwände. Der Bezirk Mittelfranken würdigt die Sanierung als
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Nürnberg-Neunhof: Soosweg 5

Das ehemalige Wohnstallhaus aus der Mitte des 18. Jahrhunderts (1745/46) im heute zu Nürnberg gehörenden Dorf Neunhof bei Kraftshof wurde nach jahrelangem Leerstand umfangreich saniert. Der teilverputzte, eingeschossige Sandsteinquaderbau mit Satteldach und auskragender Traufe zeichnet sich vor allem durch seinen Voluten-Ziergiebel an der Westfassade aus, eine charakteristische Besonderheit, die in dieser Form nur im Umland von Nürnberg zu finden ist. Die zur ebenfalls denkmalgeschützten Scheune (bez. 1725) gerichtete Ostfassade wurde in Fachwerk errichtet. Auf Grundlage der umfangreich überlieferten Bausubstanz und ausführlicher Befunde wurde das Bauernhaus zu einem Wohnhaus umgebaut. Der in ursprünglicher Konstruktion erhaltene Dachstuhl wurde fachgerecht instand gesetzt, die bauzeitlichen Grundrissstrukturen wurden beibehalten. Zur Nutzung und Belichtung des ehemaligen Stallbereichs, dem zukünftigen Wohnzimmer, hat man bewusst ein modernes Bindeglied mit dunkel beschichteten Metallfenstern implementiert. Als anschaulicher Verweis auf die Vergangenheit dienen die aufgearbeitete Bohlenbalkendecke und die sichtbar gebliebenen, zahlreichen geritzten und verzierten Strohlehmgefache der Fachwerkwände. Der Bezirk Mittelfranken würdigt die Sanierung als "hervorragendes Beispiel für die Umnutzung eines historischen Bauernhauses zu einem komfortablen Wohnhaus", die zeitgenössisch und gleichzeitig denkmalgerecht erfolgt sei. © Julia Krieger / Bezirk Mittelfranken

Lange wurde das giebelständige, günstig an der Hauptstraße im Nürnberger Ortsteil Fischbach gelegene Gebäude als Gasthaus genutzt. Das ehemalige Wohnstallhaus mit seinem für die Gegend typischen eingeschossigen, gedrungenen Baukörper ist dendrochronologisch auf das Jahr 1559 datiert. Die Inschrift 1768 über der Eingangstüre geht wahrscheinlich auf einen Umbau zurück, bei dem das Fachwerk im Erdgeschoss durch Sandsteinquaderwerk ersetzt wurde. Im 20. Jahrhundert wurde schadensbedingt auch das Giebelfachwerk des Satteldachbaus durch Vollziegelmauerwerk ersetzt. In den 1970er Jahren wurden weitere, die Substanz stark beeinträchtigende Umgestaltungen vorgenommen. Durch langen Leerstand war das Haus zuletzt massiv heruntergekommen. Das historische Wohnstallhaus wurde generalsaniert und anstelle einer alten Scheune ein neues Nebengebäude errichtet. Bei der Renovierung des Außenbaus wurde viel Wert auf den Substanzerhalt gelegt. Im Inneren hat man versucht, die gravierenden Eingriffe in die charakteristische Grundstruktur des Wohnstallhauses zu beheben. In Vorbereitung für die zukünftige Nutzung als Kindertagesstätte wurden notwendige Modernisierungen und schonende Modifizierungen durchgeführt. Denikmalschonend wurden alle Versorgungseinrichtungen im Nebengebäude untergebracht. Der Bezirk Mittelfranken findet, dass die Sanierung das Ortsbild Fischbachs immens aufwerte. Die Lösung des Neubaus eines Nebengebäudes, das an für den Nürnberger Raum typische Scheunen, die meist deutlich größer waren als das eigentliche Wohngebäude, angelehnt ist, findet der Bezirk sehr gelungen.
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Nürnberg-Fischbach: Fischbacher Hauptstraße 202

Lange wurde das giebelständige, günstig an der Hauptstraße im Nürnberger Ortsteil Fischbach gelegene Gebäude als Gasthaus genutzt. Das ehemalige Wohnstallhaus mit seinem für die Gegend typischen eingeschossigen, gedrungenen Baukörper ist dendrochronologisch auf das Jahr 1559 datiert. Die Inschrift 1768 über der Eingangstüre geht wahrscheinlich auf einen Umbau zurück, bei dem das Fachwerk im Erdgeschoss durch Sandsteinquaderwerk ersetzt wurde. Im 20. Jahrhundert wurde schadensbedingt auch das Giebelfachwerk des Satteldachbaus durch Vollziegelmauerwerk ersetzt. In den 1970er Jahren wurden weitere, die Substanz stark beeinträchtigende Umgestaltungen vorgenommen. Durch langen Leerstand war das Haus zuletzt massiv heruntergekommen. Das historische Wohnstallhaus wurde generalsaniert und anstelle einer alten Scheune ein neues Nebengebäude errichtet. Bei der Renovierung des Außenbaus wurde viel Wert auf den Substanzerhalt gelegt. Im Inneren hat man versucht, die gravierenden Eingriffe in die charakteristische Grundstruktur des Wohnstallhauses zu beheben. In Vorbereitung für die zukünftige Nutzung als Kindertagesstätte wurden notwendige Modernisierungen und schonende Modifizierungen durchgeführt. Denikmalschonend wurden alle Versorgungseinrichtungen im Nebengebäude untergebracht. Der Bezirk Mittelfranken findet, dass die Sanierung das Ortsbild Fischbachs immens aufwerte. Die Lösung des Neubaus eines Nebengebäudes, das an für den Nürnberger Raum typische Scheunen, die meist deutlich größer waren als das eigentliche Wohngebäude, angelehnt ist, findet der Bezirk sehr gelungen. © Julia Krieger / Bezirk Mittelfranken

Zwischen 1904 und 1914 entwickelte sich entlang der Pegnitz eine Reihe repräsentativer, gutbürgerlicher Mietshäuser. Am Prinzregentenufer zeugen Bauten im Jugendstil und Nürnberger Stil von der damals sehr guten Adresse. Das dreiflügelige und fünfgeschossige Eckhaus am Prinzregentenufer 7 entstand 1907/8 als verputzter Massivbau mit abgewalmten Satteldach, Zwerchgauben sowie zwei abgerundeten Eckerkern und gehört zu einem von den damals in der Region renommiertesten Architekten Karl Peringer und Hans Rogler. Nicht nur die prunkvolle Fassade mit ihrem figürlichen Reliefschmuck und Spätjugendstildekor, sondern auch das Innere weist eine überaus reiche Ausstattung aus; zudem findet sich hier eine der damals noch seltenen Eisenbeton-Dachkonstruktionen. In der Nachkriegszeit waren die Farbgebung des Treppenhauses sowie der Eindruck des Vestibüls durch Einbauten verändert worden. Bei der Sanierung 2015/16 wurde die ursprüngliche Farbgestaltung rekonstruiert. Alle vorgefundenen Befunde samt Ausstattung konnten in beeindruckender Weise restauriert und in Abstimmung mit den Behörden rekonstruiert werden. Die Einbauten im Vestibül wurden entfernt, die Holzstufen der Treppe von Linoleum befreit und alle Oberflächen konnten nach Befund gefasst und aufgearbeitet werden. Die ausgesprochen sorgfältig durchgeführte Maßnahme erstreckte sich auf sämtliche Details.
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Nürnberg: Prinzregentenufer 7: Treppenhaus

Zwischen 1904 und 1914 entwickelte sich entlang der Pegnitz eine Reihe repräsentativer, gutbürgerlicher Mietshäuser. Am Prinzregentenufer zeugen Bauten im Jugendstil und Nürnberger Stil von der damals sehr guten Adresse. Das dreiflügelige und fünfgeschossige Eckhaus am Prinzregentenufer 7 entstand 1907/8 als verputzter Massivbau mit abgewalmten Satteldach, Zwerchgauben sowie zwei abgerundeten Eckerkern und gehört zu einem von den damals in der Region renommiertesten Architekten Karl Peringer und Hans Rogler. Nicht nur die prunkvolle Fassade mit ihrem figürlichen Reliefschmuck und Spätjugendstildekor, sondern auch das Innere weist eine überaus reiche Ausstattung aus; zudem findet sich hier eine der damals noch seltenen Eisenbeton-Dachkonstruktionen. In der Nachkriegszeit waren die Farbgebung des Treppenhauses sowie der Eindruck des Vestibüls durch Einbauten verändert worden. Bei der Sanierung 2015/16 wurde die ursprüngliche Farbgestaltung rekonstruiert. Alle vorgefundenen Befunde samt Ausstattung konnten in beeindruckender Weise restauriert und in Abstimmung mit den Behörden rekonstruiert werden. Die Einbauten im Vestibül wurden entfernt, die Holzstufen der Treppe von Linoleum befreit und alle Oberflächen konnten nach Befund gefasst und aufgearbeitet werden. Die ausgesprochen sorgfältig durchgeführte Maßnahme erstreckte sich auf sämtliche Details. © Julia Krieger / Bezirk Mittelfranken

Das ehemalige Handwerkerhäuschen mitten in der Altstadt, das bis ins späte 20. Jahrhundert noch als solches genutzt wurde, ist 1418 als Ständerkonstruktion errichtet worden. Damit gilt es als eines der ältesten Fachwerkhäuser der Stadt. Das extrem schmale, viergeschossige Bauwerk hat auf der Westseite nur zwei Fensterachsen und erstreckt sich entlang eines engen Durchgangs zwischen Oberer und Unterer Wörthstraße. In der Barockzeit wurde u. a. seine Westseite versteinert. An der Nordseite erhielt es ein Sandsteinuntergeschoss und 1895 wurde seiner Südseite eine reichdekorierte, historistische Sandsteinfassade mit dreigeschossigem Erker vorgeblendet. Der Grundriss ist weitgehend ungestört geblieben und Fachwerkwände, Treppen, Lamberien oder Türen waren noch aus Mittelalter und Barockzeit überliefert. Nach eingehenden Vorüberlegungen, mit einem extrem hohen Grad an Eigenleistung und großem handwerklichen Geschick hat die Eigentümerin über fünf Jahre hinweg ihr Haus saniert, um hier selbst einziehen zu können. Zunächst hat sie spätere Einbauten weggenommen und Böden und Wände bis auf ihre bauzeitliche Struktur freigelegt. Mittelalterliche Bauteile wie Treppe oder Fachwerk hat sie äußerst substanzschonend reparieren lassen. Wände, Böden, Putze und Lehmgefache hat sie wieder aufgebaut sowie die barocken Oberflächen zurückhaltend überarbeitet. Sogar an die Fachwerkfassade hat die Eigentümerin selbst Hand gelegt. Die neuen Holzfenster passen perfekt zum jeweiligen Zeitstil der Fassadenseite. An der fachwerksichtigen Nordseite wurde ein Werkstattfenster rekonstruiert, auf der versteinerten Südseite elegante Holzfenster eingefügt. Zum Einsatz kamen nur denkmalgerechte Materialien, etwa Kalkputze oder dämmende Typhaplatten. Im Inneren hat die Eigentümerin Einschränkungen durch kleine Flächen und schmale Treppen auf sich genommen und das Gebäude gering möbliert sowie lediglich ein kleines Bad im Obergeschoss in Kauf genommen.
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Nürnberg: Obere Wörthstraße 20

Das ehemalige Handwerkerhäuschen mitten in der Altstadt, das bis ins späte 20. Jahrhundert noch als solches genutzt wurde, ist 1418 als Ständerkonstruktion errichtet worden. Damit gilt es als eines der ältesten Fachwerkhäuser der Stadt. Das extrem schmale, viergeschossige Bauwerk hat auf der Westseite nur zwei Fensterachsen und erstreckt sich entlang eines engen Durchgangs zwischen Oberer und Unterer Wörthstraße. In der Barockzeit wurde u. a. seine Westseite versteinert. An der Nordseite erhielt es ein Sandsteinuntergeschoss und 1895 wurde seiner Südseite eine reichdekorierte, historistische Sandsteinfassade mit dreigeschossigem Erker vorgeblendet. Der Grundriss ist weitgehend ungestört geblieben und Fachwerkwände, Treppen, Lamberien oder Türen waren noch aus Mittelalter und Barockzeit überliefert. Nach eingehenden Vorüberlegungen, mit einem extrem hohen Grad an Eigenleistung und großem handwerklichen Geschick hat die Eigentümerin über fünf Jahre hinweg ihr Haus saniert, um hier selbst einziehen zu können. Zunächst hat sie spätere Einbauten weggenommen und Böden und Wände bis auf ihre bauzeitliche Struktur freigelegt. Mittelalterliche Bauteile wie Treppe oder Fachwerk hat sie äußerst substanzschonend reparieren lassen. Wände, Böden, Putze und Lehmgefache hat sie wieder aufgebaut sowie die barocken Oberflächen zurückhaltend überarbeitet. Sogar an die Fachwerkfassade hat die Eigentümerin selbst Hand gelegt. Die neuen Holzfenster passen perfekt zum jeweiligen Zeitstil der Fassadenseite. An der fachwerksichtigen Nordseite wurde ein Werkstattfenster rekonstruiert, auf der versteinerten Südseite elegante Holzfenster eingefügt. Zum Einsatz kamen nur denkmalgerechte Materialien, etwa Kalkputze oder dämmende Typhaplatten. Im Inneren hat die Eigentümerin Einschränkungen durch kleine Flächen und schmale Treppen auf sich genommen und das Gebäude gering möbliert sowie lediglich ein kleines Bad im Obergeschoss in Kauf genommen. © Julia Krieger / Bezirk Mittelfranken

Die Lutzstraße im 1899 eingemeindeten Nürnberger Stadtteil Schoppershof ist geprägt von Vorstadtvillen aus der Zeit um 1900. Wie die meisten der Häuser der unmittelbaren Umgebung ist das historische Wohnhaus Nr. 6 als Doppelhaus angelegt. Der Massivbau wurde 1899/1901 im späthistoristischen Stil errichtet, der sich noch an weiteren der individuell gestalteten Bauten der Straße wiederfindet. Die Doppelhaushälfte war beim Erwerb durch die jetzigen Eigentümer sehr renovierungsbedürftig. Nicht fachgerechte Ein- und Anbauten hatten zu bauphysikalischen Schäden geführt, außerdem ruinierte ein katastrophaler Wasserrohrbruch im Obergeschoss einige originale Decken. Die Eigentümer beschlossen, das bauzeitliche Aussehen des Gebäudes anhand von Fotovorlagen und Bauplänen zu rekonstruieren, anstatt das Haus abzureißen. So wurde die Dachkonstruktion ertüchtigt, das Dach neu gedeckt und Gauben nach altem Plan rekonstruiert. Die gartenseitigen Anbauten hat man durch zum Bestand passendere ausgetauscht bzw. die erhaltenswerte Bausubstanz repariert. Zugunsten denkmalgerechter Holzfenster wurden die Fenster gewechselt und mit Läden ergänzt. Die Fassade wurde saniert und neu gefasst. Auch der auffällige Baudekor über dem Eingang konnte rekonstruiert werden. Mit gleicher Sorgfalt wurden alle noch erhaltenen Elemente im Inneren - soweit möglich - aufgearbeitet.
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Nürnberg: Lutzstraße 6

Die Lutzstraße im 1899 eingemeindeten Nürnberger Stadtteil Schoppershof ist geprägt von Vorstadtvillen aus der Zeit um 1900. Wie die meisten der Häuser der unmittelbaren Umgebung ist das historische Wohnhaus Nr. 6 als Doppelhaus angelegt. Der Massivbau wurde 1899/1901 im späthistoristischen Stil errichtet, der sich noch an weiteren der individuell gestalteten Bauten der Straße wiederfindet. Die Doppelhaushälfte war beim Erwerb durch die jetzigen Eigentümer sehr renovierungsbedürftig. Nicht fachgerechte Ein- und Anbauten hatten zu bauphysikalischen Schäden geführt, außerdem ruinierte ein katastrophaler Wasserrohrbruch im Obergeschoss einige originale Decken. Die Eigentümer beschlossen, das bauzeitliche Aussehen des Gebäudes anhand von Fotovorlagen und Bauplänen zu rekonstruieren, anstatt das Haus abzureißen. So wurde die Dachkonstruktion ertüchtigt, das Dach neu gedeckt und Gauben nach altem Plan rekonstruiert. Die gartenseitigen Anbauten hat man durch zum Bestand passendere ausgetauscht bzw. die erhaltenswerte Bausubstanz repariert. Zugunsten denkmalgerechter Holzfenster wurden die Fenster gewechselt und mit Läden ergänzt. Die Fassade wurde saniert und neu gefasst. Auch der auffällige Baudekor über dem Eingang konnte rekonstruiert werden. Mit gleicher Sorgfalt wurden alle noch erhaltenen Elemente im Inneren - soweit möglich - aufgearbeitet. © Jechnerer Architekten / Herrieden

Wie allgemein typisch für die Nürnberger Altstadt, fallen im Straßenbild der Füll zahlreiche
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Nürnberg: Füll 8: Chörlein

Wie allgemein typisch für die Nürnberger Altstadt, fallen im Straßenbild der Füll zahlreiche "Chörlein", Erkerausbauten im ersten Obergeschoss, auf. Das Chörlein am Gebäude mit der Hausnummer 8 allerdings ist eines der wenigen, die schon vor dem Zweiten Weltkrieg an seinem heutigen Standort befand - viele andere wurden als Bergunsgut von ihrem bauzeitlichen Ort an andere Stellen verbracht. Im ersten Stock des viergeschossigen Sandsteinquaderbaus ist das hölzerne Chörlein aus der Mittelachse heraus nach Osten versetzt. Die Entstehungszeit um 1780 spiegelt sich an den architektonischen Zierelementen und der geschnitzten Ornamentik mit Muschelwerkdekor wider. Über der Fensterzone im Gesims werden in zwei Kartuschen Allianzwappen der Nürnberger Patrizierfamilien Grundherr zu Altenthann und Weyerhaus sowie Oelhafen von Schöllenbach gezeigt. Nach Generalsanierung des Vorderhauses (2003) und Rückgebäudes (2010) wurde nun das Chörlein fachgerecht restauriert. Witterungsschäden hatten die Statik beeinträchtigt. Blechdach, Bleiglasfenster und Zierrat wurden dabei in das ursprüngliche Aussehen beziehungsweise instand gesetzt. Schließlich erhielt das Chörlein nach Restaurierung aller Holzoberflächen einen Leinölanstrich nach der letzten, befundeten Fassung und auch die Patrizierwappen wurden wieder in ihrer originalen Farbigkeit gefasst. © Julia Krieger / Bezirk Mittelfranken

Innerhalb der Nürnberger Stadtmauer wurde 1909/10 in der Engelhardsgasse 27 ein viergeschossiges Mietshaus nach Plänen des Architekten Hans Müller (1864–1951) errichtet. Die symmetrisch gegliederte Straßenfassade mit geschossübergreifendem Erkeranbau ruht im Erdgeschoss auf einem mächtigen Sandsteinsockel mit zwei dominierenden Korbbogenfenstern. Eklektizistische Details wie etwa die beiden Bildnismedaillons am Erker und weitere Bauornamentik reflektieren noch den sog. „Nürnberger Stil“, eine lokalspezifische Sonderform des Historismus, der auf die Erhaltung des spezifischen Charakters der Altstadt zielte. Auch der über die Stadtmauer hinweg sichtbare, durch gotisierende Ziegelmauerwerksbögen gegliederte südliche Hausgiebel stützt diese Intention. Unter der heute vollflächig überputzten Rückfassade verbirgt sich jedoch eine damals neuartige Konstruktion eines Eisenfachwerks aus industriell vorgefertigten Eisenträgern mit Backsteingefachen. Bei der vollständigen Überarbeitung 2014/15 wurde auch das Rückgebäude einbezogen. Bei den Maßnahmen wurden unter anderem das Dachtragwerk und die Fassaden saniert. Die bauzeitliche Grundrissstruktur sowie alle im Inneren noch vorhandenen historischen Bauteile hat man erhalten und aufwändig restauriert. In die ehemaligen Toilettenräume, die wie in Mietshäusern der Zeit allgemein üblich, als Außenklosetts im Hausflur angelegt waren, wurde ein Aufzug eingebaut. Brandspuren im Holzboden des Treppenhauses verweisen heute noch auf den Zweiten Weltkrieg, bei dem das Gebäude schwer beschädigt wurde. Diesen bewussten Umgang des Eigentümers mit der Vergangenheit lobt der Bezirk Mittelfranken besonders.
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Nürnberg: Engelhardsgasse 27

Innerhalb der Nürnberger Stadtmauer wurde 1909/10 in der Engelhardsgasse 27 ein viergeschossiges Mietshaus nach Plänen des Architekten Hans Müller (1864–1951) errichtet. Die symmetrisch gegliederte Straßenfassade mit geschossübergreifendem Erkeranbau ruht im Erdgeschoss auf einem mächtigen Sandsteinsockel mit zwei dominierenden Korbbogenfenstern. Eklektizistische Details wie etwa die beiden Bildnismedaillons am Erker und weitere Bauornamentik reflektieren noch den sog. „Nürnberger Stil“, eine lokalspezifische Sonderform des Historismus, der auf die Erhaltung des spezifischen Charakters der Altstadt zielte. Auch der über die Stadtmauer hinweg sichtbare, durch gotisierende Ziegelmauerwerksbögen gegliederte südliche Hausgiebel stützt diese Intention. Unter der heute vollflächig überputzten Rückfassade verbirgt sich jedoch eine damals neuartige Konstruktion eines Eisenfachwerks aus industriell vorgefertigten Eisenträgern mit Backsteingefachen. Bei der vollständigen Überarbeitung 2014/15 wurde auch das Rückgebäude einbezogen. Bei den Maßnahmen wurden unter anderem das Dachtragwerk und die Fassaden saniert. Die bauzeitliche Grundrissstruktur sowie alle im Inneren noch vorhandenen historischen Bauteile hat man erhalten und aufwändig restauriert. In die ehemaligen Toilettenräume, die wie in Mietshäusern der Zeit allgemein üblich, als Außenklosetts im Hausflur angelegt waren, wurde ein Aufzug eingebaut. Brandspuren im Holzboden des Treppenhauses verweisen heute noch auf den Zweiten Weltkrieg, bei dem das Gebäude schwer beschädigt wurde. Diesen bewussten Umgang des Eigentümers mit der Vergangenheit lobt der Bezirk Mittelfranken besonders. © Julia Krieger / Bezirk Mittelfranken

Das Stadtbild rund um die Danziger Straße in Nürnberg wird durch mehrere als Wohnhausreihe angelegte Häuserzeilen geprägt. Hier zeichnet sich das als Eckbau einer vierteiligen Gruppe errichtete Haus Nr. 8 durch seinen polygonalen, turmartigen Erker besonders aus, errichtet 1925 vom Architekten Hermann Liersch. Vor der Sanierung war das Gebäude von modernen Umbauten verformt. Alle nicht dem Originalzustand entsprechenden Änderungen wurden im Rahmen einer Generalsanierung zurückgenommen. Nach der statischen Ertüchtigung des Dachstuhls wurde unter anderem eine nicht bauzeitliche Gaube entfernt. Der Wintergarten auf dem gartenseitigen Anbau wurde zugunsten einer großzügigen Freifläche abgebrochen. Eine nachträglich angefügte Terrasse im Erdgeschoss wurde in Abstimmung mit den Behörden durch ein breites Querfenster ersetzt, das die durch Profil und Gesims betonte waagrechte Gliederung der Gartenfassade unterstreicht. Auch die Maßnahmen im Inneren waren durch die äußerste Sorgfalt und Rücksichtnahme gekennzeichnet. Notwendige Modernisierungen geschahen geschmackvoll, aber vor allem substanzschonend und denkmalgerecht.
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Nürnberg: Danziger Straße 8

Das Stadtbild rund um die Danziger Straße in Nürnberg wird durch mehrere als Wohnhausreihe angelegte Häuserzeilen geprägt. Hier zeichnet sich das als Eckbau einer vierteiligen Gruppe errichtete Haus Nr. 8 durch seinen polygonalen, turmartigen Erker besonders aus, errichtet 1925 vom Architekten Hermann Liersch. Vor der Sanierung war das Gebäude von modernen Umbauten verformt. Alle nicht dem Originalzustand entsprechenden Änderungen wurden im Rahmen einer Generalsanierung zurückgenommen. Nach der statischen Ertüchtigung des Dachstuhls wurde unter anderem eine nicht bauzeitliche Gaube entfernt. Der Wintergarten auf dem gartenseitigen Anbau wurde zugunsten einer großzügigen Freifläche abgebrochen. Eine nachträglich angefügte Terrasse im Erdgeschoss wurde in Abstimmung mit den Behörden durch ein breites Querfenster ersetzt, das die durch Profil und Gesims betonte waagrechte Gliederung der Gartenfassade unterstreicht. Auch die Maßnahmen im Inneren waren durch die äußerste Sorgfalt und Rücksichtnahme gekennzeichnet. Notwendige Modernisierungen geschahen geschmackvoll, aber vor allem substanzschonend und denkmalgerecht. © Julia Krieger / Bezirk Mittelfranken

Das Areal des ehem. Dominikanerinnenklosters in Frauenaurach weist eine komplexe und wechselvolle Bau- und Nutzungsgeschichte auf. Das hier seit dem Hochmittelalter bestehende Kloster erlebte im 15. Jahrhundert seine Hochblüte. Nach Einführung der Reformation 1531 verlor es an Bedeutung, wurde während des Zweiten Markgrafenkrieges 1553 zerstört, die Kirche jedoch wiederaufgebaut. Ein hier ab 1616 auf dem Klostergrund errichtetes Schloss der Markgrafen von Kulmbach-Bayreuth, an die Frauenaurach gefallen war, wurde zusammen mit den letzten Resten der Konventgebäude und -mauern 1862 niedergelegt. Ein Teil des Klosterbestands war bis dahin schon teilweise in andere Bauten integriert worden...
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Erlangen-Frauenaurach: Brauhofgasse 5: Reste des Refektoriums des ehemaligen Dominikanerinnenkloster

Das Areal des ehem. Dominikanerinnenklosters in Frauenaurach weist eine komplexe und wechselvolle Bau- und Nutzungsgeschichte auf. Das hier seit dem Hochmittelalter bestehende Kloster erlebte im 15. Jahrhundert seine Hochblüte. Nach Einführung der Reformation 1531 verlor es an Bedeutung, wurde während des Zweiten Markgrafenkrieges 1553 zerstört, die Kirche jedoch wiederaufgebaut. Ein hier ab 1616 auf dem Klostergrund errichtetes Schloss der Markgrafen von Kulmbach-Bayreuth, an die Frauenaurach gefallen war, wurde zusammen mit den letzten Resten der Konventgebäude und -mauern 1862 niedergelegt. Ein Teil des Klosterbestands war bis dahin schon teilweise in andere Bauten integriert worden... © Julia Krieger / Bezirk Mittelfranken

...Eine Scheune in der Brauhofgasse 5 steht daher auf den Grundmauern des spätmittelalterlichen Refektoriums. Jahrhundertelang hatte der sensationelle Bestand in einem weitgehend ungestörten Zustand überdauert und wurde jetzt instand gesetzt. Auf Initiative des Privateigentümers wurde das Mauerwerk restauratorisch gereinigt, die Originalsubstanz gesichert, Fehlstellen saniert und alles für eine museale Präsentation vorbereitet.
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Erlangen-Frauenaurach: Brauhofgasse 5: Reste des Refektoriums des ehemaligen Dominikanerinnenkloster

...Eine Scheune in der Brauhofgasse 5 steht daher auf den Grundmauern des spätmittelalterlichen Refektoriums. Jahrhundertelang hatte der sensationelle Bestand in einem weitgehend ungestörten Zustand überdauert und wurde jetzt instand gesetzt. Auf Initiative des Privateigentümers wurde das Mauerwerk restauratorisch gereinigt, die Originalsubstanz gesichert, Fehlstellen saniert und alles für eine museale Präsentation vorbereitet. © Julia Krieger / Bezirk Mittelfranken

Die ehemalige Kaserne gehört ebenfalls zum Gelände des einstmaligen Dominikanerinnenklosters, das die wechselvolle Geschichte Frauenaurachs komprimiert widerspiegelt. Das hier ab 1616 gebaute Schloss diente unter anderem als provisorische Unterbringung für hugenottische Glaubensflüchtlinge. Mit dem Ausbau des nahen Erlangens zur markgräflichen Residenz verlor das Frauenauracher Schloss an Bedeutung und wurde 1710 bis 1780 als Kaserne genutzt, später als Getreidemagazin. Durch den 1862 schließlich durchgeführten Abriss ging allerdings nicht der gesamte, ursprünglich zur Gesamtanlage gehörende Bestand verloren. Bei dem heute zu Wohnzwecken genutzten Gebäude Brauhofgasse Nr. 8, ein zweigeschossiger Satteldachbau mit Fachwerkobergeschoss, handelt es sich um einen Teil der ehemaligen Kaserne. Das, was an historischer Bausubstanz überliefert war, wurde mit äußerster Sorgfalt überarbeitet. Schäden am Dach und insbesondere an den Treppen wurden fachgerecht behoben. Der behutsame Umgang mit dem noch erhaltenen Bestand zeichnet insgesamt auch diese vorbildliche Gesamtsanierung aus.
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Erlangen-Frauenaurach: Brauhofgasse 8: ehemalige Kaserne

Die ehemalige Kaserne gehört ebenfalls zum Gelände des einstmaligen Dominikanerinnenklosters, das die wechselvolle Geschichte Frauenaurachs komprimiert widerspiegelt. Das hier ab 1616 gebaute Schloss diente unter anderem als provisorische Unterbringung für hugenottische Glaubensflüchtlinge. Mit dem Ausbau des nahen Erlangens zur markgräflichen Residenz verlor das Frauenauracher Schloss an Bedeutung und wurde 1710 bis 1780 als Kaserne genutzt, später als Getreidemagazin. Durch den 1862 schließlich durchgeführten Abriss ging allerdings nicht der gesamte, ursprünglich zur Gesamtanlage gehörende Bestand verloren. Bei dem heute zu Wohnzwecken genutzten Gebäude Brauhofgasse Nr. 8, ein zweigeschossiger Satteldachbau mit Fachwerkobergeschoss, handelt es sich um einen Teil der ehemaligen Kaserne. Das, was an historischer Bausubstanz überliefert war, wurde mit äußerster Sorgfalt überarbeitet. Schäden am Dach und insbesondere an den Treppen wurden fachgerecht behoben. Der behutsame Umgang mit dem noch erhaltenen Bestand zeichnet insgesamt auch diese vorbildliche Gesamtsanierung aus. © Julia Krieger / Bezirk Mittelfranken

Die einheitliche Gesamtwirkung der Innenstadt Erlangens geht auf das strikte städtebauliche Konzept zurück, mit dem ab 1686 „Neu-Erlang“ als barocke Planstadt im Rastersystem angelegt wurde. In der Südlichen Stadtmauerstrßae in Ecklage zur Schuhstraße steht in der Südlichen Stadtmauerstraße Nr. 40 ein zweigeschossiger Walmdachbau, der die noch lange Zeit verbindlichen Bauvorgaben des „Erlanger Einheitsstils“ reflektiert. Das wohl von Pierre Francois Navelot 1736 erbaute Bürgerhaus – das 1838 von dem Dichter Friedrich Rückert erworben wurde – verbindet sich gestalterisch mit den weiteren Gebäuden Richtung Friedrichstraße zu einer symmetrischen Baugruppe. Der historische Innenhof, der sich durch die für die Erlanger Altstadt charakteristischen Holzaltane auszeichnet, war sehr verbaut, die Hoffläche zubetoniert und vermoost. Zunächst wurde der Hof von den störenden Einbauten befreit und der die Fläche versiegelnde Betonboden entfernt. Das hinter einem rückgebauten Verschlag wieder freigelegte Fachwerk des Nachbargebäudes wurde zusammen mit den Türen, den Laubengängen und allen weiteren Holzteilen bestandsschonend aufgearbeitet. Der Hof hat sich von einer zugestellten und zugebauten Durchgangs- und Lagerfläche zu einem charmanten Aufenthaltsraum mit einer geklärten Raumsituation gewandelt.
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Erlangen: Südliche Stadtmauerstraße 40: Innenhof

Die einheitliche Gesamtwirkung der Innenstadt Erlangens geht auf das strikte städtebauliche Konzept zurück, mit dem ab 1686 „Neu-Erlang“ als barocke Planstadt im Rastersystem angelegt wurde. In der Südlichen Stadtmauerstrßae in Ecklage zur Schuhstraße steht in der Südlichen Stadtmauerstraße Nr. 40 ein zweigeschossiger Walmdachbau, der die noch lange Zeit verbindlichen Bauvorgaben des „Erlanger Einheitsstils“ reflektiert. Das wohl von Pierre Francois Navelot 1736 erbaute Bürgerhaus – das 1838 von dem Dichter Friedrich Rückert erworben wurde – verbindet sich gestalterisch mit den weiteren Gebäuden Richtung Friedrichstraße zu einer symmetrischen Baugruppe. Der historische Innenhof, der sich durch die für die Erlanger Altstadt charakteristischen Holzaltane auszeichnet, war sehr verbaut, die Hoffläche zubetoniert und vermoost. Zunächst wurde der Hof von den störenden Einbauten befreit und der die Fläche versiegelnde Betonboden entfernt. Das hinter einem rückgebauten Verschlag wieder freigelegte Fachwerk des Nachbargebäudes wurde zusammen mit den Türen, den Laubengängen und allen weiteren Holzteilen bestandsschonend aufgearbeitet. Der Hof hat sich von einer zugestellten und zugebauten Durchgangs- und Lagerfläche zu einem charmanten Aufenthaltsraum mit einer geklärten Raumsituation gewandelt. © Julia Krieger / Bezirk Mittelfranken

Das besonders vor seiner Sanierung unauffällige Miethaus von 1860/70 hat eine schlichte, nun aber farbenkräftige Fassade. Doch im Inneren verbirgt es eine unerwartete Pracht. Die Dekorationsdichte und reiche Farbigkeit von Vestibül und Treppenhaus war unter dicken gelb-weißen Farbschichten versteckt. Nach sorgfältigen Voruntersuchungen haben versierte Fachkräfte das Vorhandene in Vestibül und Treppenhaus freigelegt und nötigenfalls ergänzt: über einem durchgehenden, ockergelben Sockel, den ein roter Mäanderfries nach oben hin abschließt, wird die Wandfläche in mehrere Felder mit jeweils unterschiedlichen Schmuckformen gegliedert...
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Erlangen: Hindenburgstraße 4a: Vestibül und Treppenhaus

Das besonders vor seiner Sanierung unauffällige Miethaus von 1860/70 hat eine schlichte, nun aber farbenkräftige Fassade. Doch im Inneren verbirgt es eine unerwartete Pracht. Die Dekorationsdichte und reiche Farbigkeit von Vestibül und Treppenhaus war unter dicken gelb-weißen Farbschichten versteckt. Nach sorgfältigen Voruntersuchungen haben versierte Fachkräfte das Vorhandene in Vestibül und Treppenhaus freigelegt und nötigenfalls ergänzt: über einem durchgehenden, ockergelben Sockel, den ein roter Mäanderfries nach oben hin abschließt, wird die Wandfläche in mehrere Felder mit jeweils unterschiedlichen Schmuckformen gegliedert... © Julia Krieger / Bezirk Mittelfranken

...Häufig werden diese Kompartimente von zentralen Gipsmedaillons mit Puttendarstellungen beherrscht, die manchmal bunt gefasst, manchmal weiß geblieben sind. Der Bandbreite der Dekorationselemente reicht von Blumenbuketts, Rankenformen, Rocaillen, Puttenköpfen über geometrische Muster bis hin zu Schriftfeldern. Die Farben bewegen sich im fein abgestimmten Spektrum zwischen Ocker, Beige, Rotbraun, Blau und Türkis. Die hölzernen Ausstattungsteile wurden ebenfalls einer fachgerechten Behandlung unterzogen, repariert und von Farbschichten befreit.
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Erlangen: Hindenburgstraße 4a: Vestibül und Treppenhaus

...Häufig werden diese Kompartimente von zentralen Gipsmedaillons mit Puttendarstellungen beherrscht, die manchmal bunt gefasst, manchmal weiß geblieben sind. Der Bandbreite der Dekorationselemente reicht von Blumenbuketts, Rankenformen, Rocaillen, Puttenköpfen über geometrische Muster bis hin zu Schriftfeldern. Die Farben bewegen sich im fein abgestimmten Spektrum zwischen Ocker, Beige, Rotbraun, Blau und Türkis. Die hölzernen Ausstattungsteile wurden ebenfalls einer fachgerechten Behandlung unterzogen, repariert und von Farbschichten befreit. © Julia Krieger / Bezirk Mittelfranken

Die Henkestraße wurde Ende des 19. Jahrhunderts als repräsentativer Straßenzug angelegt und ihr erster Teil bis zum Langemarckplatz zeigt einie anspruchsvoll gestaltete, mehrgeschossige Mietshäuser der wilhelminischen Zeit. Das Doppelhaus Nr. 30/32 wurde 1894/95 durch den Architekten Casimir Böhner konzipiert und zeichnet sich durch ihre in neobarocken Formen architektonisch gegliederten Fassaden aus. Wegen der starken Verkehrsbelastung der Straße wurde das Doppelhaus lange vernachlässigt. Nun wurde Haus Nr. 30 grundlegend und denkmalgerecht saniert...
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Erlangen: Henkestraße 30

Die Henkestraße wurde Ende des 19. Jahrhunderts als repräsentativer Straßenzug angelegt und ihr erster Teil bis zum Langemarckplatz zeigt einie anspruchsvoll gestaltete, mehrgeschossige Mietshäuser der wilhelminischen Zeit. Das Doppelhaus Nr. 30/32 wurde 1894/95 durch den Architekten Casimir Böhner konzipiert und zeichnet sich durch ihre in neobarocken Formen architektonisch gegliederten Fassaden aus. Wegen der starken Verkehrsbelastung der Straße wurde das Doppelhaus lange vernachlässigt. Nun wurde Haus Nr. 30 grundlegend und denkmalgerecht saniert... © Julia Krieger / Bezirk Mittelfranken

...die zentrumsnahen Mietwohnungen mussten erst wieder bewohnbar gemacht werden: nach Entfernung der unbrauchbaren sanitären Anlagen wurden erstmals (!) Badezimmer eingebaut. Außerdem hat man die Fenster mit zur Fassade passenden Schallschutzfenstern ausgewechselt, Balkone an die Rückseite des Hauses angefügt, die marode Haustechnik erneuert und weitere Maßnahmen zur Verbesserung der Wohnqualität durchgeführt. Die Vielzahl an erstaunlicherweise sehr gut erhaltener bauzeitlicher Ausstattung wie Haus- und Wohnungstüren oder Treppen konnten aufgearbeitet übernommen werden.
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Erlangen: Henkestraße 30

...die zentrumsnahen Mietwohnungen mussten erst wieder bewohnbar gemacht werden: nach Entfernung der unbrauchbaren sanitären Anlagen wurden erstmals (!) Badezimmer eingebaut. Außerdem hat man die Fenster mit zur Fassade passenden Schallschutzfenstern ausgewechselt, Balkone an die Rückseite des Hauses angefügt, die marode Haustechnik erneuert und weitere Maßnahmen zur Verbesserung der Wohnqualität durchgeführt. Die Vielzahl an erstaunlicherweise sehr gut erhaltener bauzeitlicher Ausstattung wie Haus- und Wohnungstüren oder Treppen konnten aufgearbeitet übernommen werden. © Julia Krieger / Bezirk Mittelfranken

Ein im Nordosten von Erlangen gelegenes Naherholungsgebiet südlich der Ebrardstraße trägt in der Stadt gemeinhin den Namen „Riviera“. Dort wurde 1931 der offene Pavillon als Unterstand für Spaziergänger gebaut, nachdem an der Stelle schon 1911 eine Promenade geplant gewesen und nicht realisiert worden war. Angeordnet auf quadratischem Grundriss tragen vier Betonstützen ein stark abgeflachtes Walmdach. Die luftige und baldachinartige Wirkung des Pavillons wird durch die sich nach unten verjüngenden Stützen verstärkt und spiegelt die sachliche Formensprache der Entstehungszeit. Der Pavillon wurde durch die Stadt Erlangen restauriert, nachdem seine Standsicherheit nicht mehr gegeben war. Die Stützen waren jedoch nicht mehr zu retten und wurden daher genau rekonstruiert. Selbst die Datierungsinschrift wurde in gleicher Form und Anordnung als Gravur übertragen und um das Restaurierungsjahr 2015 ergänzt. Auch die dazugehörigen Sitzbänke hat man überarbeitet und die Freifläche neu gestaltet. Der Bezirk Mittelfranken hofft, dass die feinfühlige Restauration als Motivation dient, ähnliche Kleinobjekte zu erhalten.
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Erlangen: Ecke Ebrardstraße/Bürgermeistersteg: Pavillon an der Riviera

Ein im Nordosten von Erlangen gelegenes Naherholungsgebiet südlich der Ebrardstraße trägt in der Stadt gemeinhin den Namen „Riviera“. Dort wurde 1931 der offene Pavillon als Unterstand für Spaziergänger gebaut, nachdem an der Stelle schon 1911 eine Promenade geplant gewesen und nicht realisiert worden war. Angeordnet auf quadratischem Grundriss tragen vier Betonstützen ein stark abgeflachtes Walmdach. Die luftige und baldachinartige Wirkung des Pavillons wird durch die sich nach unten verjüngenden Stützen verstärkt und spiegelt die sachliche Formensprache der Entstehungszeit. Der Pavillon wurde durch die Stadt Erlangen restauriert, nachdem seine Standsicherheit nicht mehr gegeben war. Die Stützen waren jedoch nicht mehr zu retten und wurden daher genau rekonstruiert. Selbst die Datierungsinschrift wurde in gleicher Form und Anordnung als Gravur übertragen und um das Restaurierungsjahr 2015 ergänzt. Auch die dazugehörigen Sitzbänke hat man überarbeitet und die Freifläche neu gestaltet. Der Bezirk Mittelfranken hofft, dass die feinfühlige Restauration als Motivation dient, ähnliche Kleinobjekte zu erhalten. © Julia Krieger / Bezirk Mittelfranken

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Stadt Schwabach: "Grüne Villa" in der Hindenburgstraße

"Grüne Villa" wird der zweigeschossige Putzbau mit Walmdach und Zwerchhäusern mit Steilgiebeln im Volksmund genannt. Trotz ihrer sachlichen Formensprache zeigt die 1927 erbaute Villa etliche expressionistische Anklänge. Bis 1963 befand sich im Erdgeschoss eine Arztpraxis, in den Obergeschossen waren die Privaträume untergebracht. Als der Bau 2014 bis 2016 grundlegend saniert wurde, bestand das erklärte Ziel darin, den besonderen Charakter dieser Art Déco-Villa zu erhalten und gleichzeitig vier Eigentumswohnungen einzurichten. Für dieses Vorhaben wurde zunächst das Tragwerk ertüchtigt; später baute man Gauben ein und deckte das Dach mit Biberschwanzziegeln. Der neue Fassadenanstrich folgt einem Befund. Im Eingangsbereich wie im Wintergarten des Obergeschosses wurden die expressionistischen Wandfarben restauriert. Auch die bauzeitlichen Möbeleinbauten hat man aufgearbeitet und die originalen Stuckelemente der Decken überholt. Erhalten geblieben sind neben den Türen, die Treppe und alle originalen Fenster. Im Dachgeschoss hat man modernen Wohnraum geschaffen. © Julia Krieger/Bezirk Mittelfranken

Bislang ging die Forschung davon aus, dass mittelalterliche Kirchen innen bunt ausgemalt waren. Die bei der Sanierung der Schwabacher Stadtpfarrkirche erlangten Befunde zur historischen Raumfarbigkeit sind entsprechend revolutionär: Sowohl Wandflächen als auch Fenstermaßwerke von St. Johannes und Martin waren einst monochrom weiß gefasst – ein in Bayern bislang einzigartiges Ergebnis. Der stadtbildprägende Sandsteinquaderbau mit Steilsatteldach, Strebepfeilern, spitzhelmigem Turm und eingezogenem Chor wurde in der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts emporgezogen.  Holzknappheit war wohl der Grund, weshalb schon vor 500 Jahren aus dem Dachstuhl der Kirche einige Balken entfernt worden waren. Über die Jahrhunderte hatte die Querlast derart auf die Konstruktion eingewirkt, dass die westliche Giebelwand über dem Portaleingang wegzurutschen drohte – und das, nachdem das Dach der Kirche erst wenige Jahre zuvor neu eingedeckt worden war. Bei der Generalsanierung wurden die Tragwerke ertüchtigt und der Bau nochmals neu eingedeckt. Ebenso hat man den Südwestturm und die Sandsteinfassade instandgesetzt. Schäden zeigten sich auch an den Kreuzrippengewölben, wo der Kalkputz abbröckelte. Um den Gewölbedruck zu minimieren, saugte man meterhoch liegenden Dreck und Staub von den Gewölbedecken und verputzte diese anschließend neu. Außerdem wurden alle Ausstattungsstücke und liturgischen Geräte gereinigt.
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Stadt Schwabach: Stadtpfarrkirche St. Johannes und Martin

Bislang ging die Forschung davon aus, dass mittelalterliche Kirchen innen bunt ausgemalt waren. Die bei der Sanierung der Schwabacher Stadtpfarrkirche erlangten Befunde zur historischen Raumfarbigkeit sind entsprechend revolutionär: Sowohl Wandflächen als auch Fenstermaßwerke von St. Johannes und Martin waren einst monochrom weiß gefasst – ein in Bayern bislang einzigartiges Ergebnis. Der stadtbildprägende Sandsteinquaderbau mit Steilsatteldach, Strebepfeilern, spitzhelmigem Turm und eingezogenem Chor wurde in der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts emporgezogen. Holzknappheit war wohl der Grund, weshalb schon vor 500 Jahren aus dem Dachstuhl der Kirche einige Balken entfernt worden waren. Über die Jahrhunderte hatte die Querlast derart auf die Konstruktion eingewirkt, dass die westliche Giebelwand über dem Portaleingang wegzurutschen drohte – und das, nachdem das Dach der Kirche erst wenige Jahre zuvor neu eingedeckt worden war. Bei der Generalsanierung wurden die Tragwerke ertüchtigt und der Bau nochmals neu eingedeckt. Ebenso hat man den Südwestturm und die Sandsteinfassade instandgesetzt. Schäden zeigten sich auch an den Kreuzrippengewölben, wo der Kalkputz abbröckelte. Um den Gewölbedruck zu minimieren, saugte man meterhoch liegenden Dreck und Staub von den Gewölbedecken und verputzte diese anschließend neu. Außerdem wurden alle Ausstattungsstücke und liturgischen Geräte gereinigt. © Julia Krieger/Bezirk Mittelfranken

Darstellungen aus Sandstein des 17. und 18. Jahrhunderts zeigen in der Regel Heilige, biblische Figuren, antike Götter oder wichtige Amtsträger. Die unterlebensgroße Halbfigur des Johann Michael Käser, die an der Nordseite eines Wohnhauses in der Südlichen Stadtmauerstraße ebenerdig angebracht ist, bildet eine Ausnahme. Zusammen mit zwei Wappen erinnert das Denkmal an das über Jahrhunderte weit über die Stadtgrenzen hinausreichende Schwabacher Brauereigewerbe. Wohl 1689 ließ der Rotbierbrauer und Bäcker Käser in der Südlichen Stadtmauerstraße über einem Sommerkeller ein Wohnhaus errichten. Rückwärtig an dieses Gebäude ist seine etwa zeitgleich entstandene Sandsteinfigur angefügt. Feuchtigkeit und Salzfraß hatten der Plastik so stark zugesetzt, dass 2015 vor der Sanierung die Gesichtszüge Käsers kaum mehr zu erkennen und auch die beiden Wappen auf Höhe seines Kopfes – ein Bäcker- und ein Bierbrauerwappen – nur noch schemenhaft zu lesen waren. Nach der Reinigung des Sandsteines schloss eine Restauratorin sämtliche Fugen und ergänzte fehlende Partien im Gesicht, an den Händen sowie an Schriftrolle und Wappen. Details, die Zeit und Witterung verwischt hatten, wurden wieder betont. Ein passendes Kupferdach schützt die Halbfigur zukünftig vor Umwelteinflüssen.
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Stadt Schwabach: Sandsteinfigur in der Südlichen Stadtmauerstraße

Darstellungen aus Sandstein des 17. und 18. Jahrhunderts zeigen in der Regel Heilige, biblische Figuren, antike Götter oder wichtige Amtsträger. Die unterlebensgroße Halbfigur des Johann Michael Käser, die an der Nordseite eines Wohnhauses in der Südlichen Stadtmauerstraße ebenerdig angebracht ist, bildet eine Ausnahme. Zusammen mit zwei Wappen erinnert das Denkmal an das über Jahrhunderte weit über die Stadtgrenzen hinausreichende Schwabacher Brauereigewerbe. Wohl 1689 ließ der Rotbierbrauer und Bäcker Käser in der Südlichen Stadtmauerstraße über einem Sommerkeller ein Wohnhaus errichten. Rückwärtig an dieses Gebäude ist seine etwa zeitgleich entstandene Sandsteinfigur angefügt. Feuchtigkeit und Salzfraß hatten der Plastik so stark zugesetzt, dass 2015 vor der Sanierung die Gesichtszüge Käsers kaum mehr zu erkennen und auch die beiden Wappen auf Höhe seines Kopfes – ein Bäcker- und ein Bierbrauerwappen – nur noch schemenhaft zu lesen waren. Nach der Reinigung des Sandsteines schloss eine Restauratorin sämtliche Fugen und ergänzte fehlende Partien im Gesicht, an den Händen sowie an Schriftrolle und Wappen. Details, die Zeit und Witterung verwischt hatten, wurden wieder betont. Ein passendes Kupferdach schützt die Halbfigur zukünftig vor Umwelteinflüssen. © Julia Krieger/Bezirk Mittelfranken

Seit seiner Erbauung 1707 wurde das Gebäude Synagogengasse 5 vielfältig genutzt: zunächst diente das zweigeschossige Haus als Lager einer Brauerei, dann fast 200 Jahre als Rabbinerhaus, Schule und Spital der jüdischen Gemeinde, bevor es 1918 in Privatbesitz eines Malermeisters gelangte.  Schon zwischen 1410 und 1530 hatten sich die Gassen links und rechts der Nürnberger Straße in Schwabach mit dichter Bebauung gefüllt, wobei die Synagogengasse als das einstige Zentrum der Jüdischen Gemeinde städtebaulich von zentraler Bedeutung ist. Trotz dieser Historie stand das Wohnhaus zuletzt leer und war eindringender Feuchte und Schädlingsbefall ausgeliefert. Die in die Jahre gekommene Holzkonstruktion wurde überholt, ein originales Barockfenster der nördlichen Giebelseite ist als Schmuckfenster restauriert worden. Hinter der Eternitverkleidung der nördlichen Giebelseite kam überraschenderweise ein ungewöhnlicher, unverfälscht konservierter Fassadenbestand zum Vorschein: eine auf Holz sowie auf Putz ausgeführte monochrome Schwarzfassung, genannt Bisterlasur. Die mutige Entscheidung des Bauträgers, diesen dunklen Anstrich an der Fassade zu rekonstruieren, verleiht dem Anwesen ein seltenes Kleid. Im gesamten ersten Obergeschoss sind originale Bohlenbalkendecken erhalten, die aufgearbeitet wurden. Wie schon vor Jahrhunderten üblich, wurde die Innendämmung mit Lehm vorgenommen. Die Sanierung des nunmehr attraktiven Rabbinerhauses lässt die jüdische Geschichte Schwabachs anhand des baulichen Ensembles um Synagoge und Laubhütte noch besser nachvollziehbar werden.
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Stadt Schwabach: Fachwerkhaus Synagogengasse 5

Seit seiner Erbauung 1707 wurde das Gebäude Synagogengasse 5 vielfältig genutzt: zunächst diente das zweigeschossige Haus als Lager einer Brauerei, dann fast 200 Jahre als Rabbinerhaus, Schule und Spital der jüdischen Gemeinde, bevor es 1918 in Privatbesitz eines Malermeisters gelangte. Schon zwischen 1410 und 1530 hatten sich die Gassen links und rechts der Nürnberger Straße in Schwabach mit dichter Bebauung gefüllt, wobei die Synagogengasse als das einstige Zentrum der Jüdischen Gemeinde städtebaulich von zentraler Bedeutung ist. Trotz dieser Historie stand das Wohnhaus zuletzt leer und war eindringender Feuchte und Schädlingsbefall ausgeliefert. Die in die Jahre gekommene Holzkonstruktion wurde überholt, ein originales Barockfenster der nördlichen Giebelseite ist als Schmuckfenster restauriert worden. Hinter der Eternitverkleidung der nördlichen Giebelseite kam überraschenderweise ein ungewöhnlicher, unverfälscht konservierter Fassadenbestand zum Vorschein: eine auf Holz sowie auf Putz ausgeführte monochrome Schwarzfassung, genannt Bisterlasur. Die mutige Entscheidung des Bauträgers, diesen dunklen Anstrich an der Fassade zu rekonstruieren, verleiht dem Anwesen ein seltenes Kleid. Im gesamten ersten Obergeschoss sind originale Bohlenbalkendecken erhalten, die aufgearbeitet wurden. Wie schon vor Jahrhunderten üblich, wurde die Innendämmung mit Lehm vorgenommen. Die Sanierung des nunmehr attraktiven Rabbinerhauses lässt die jüdische Geschichte Schwabachs anhand des baulichen Ensembles um Synagoge und Laubhütte noch besser nachvollziehbar werden. © Julia Krieger/Bezirk Mittelfranken

Erbaut 1914 war die ehemalige evangelisch-methodistische Friedenskirche in der Wallenrodstraße vor ihrer Sanierung besonders im ausgebauten Ober- und Dachgeschoss deutlich heruntergewirtschaftet. Umbauten der Fenster in den 1960er Jahren und der Einsatz von Riffelglas hatten den Charakter der Kirche im Erdgeschoss zudem stark verändert. Mit einem hohen Maß an Eigenleistung machten sich die neuen Eigentümer von 2013 bis 2015 an die Sanierung der ehemaligen Friedenskirche. Die Wohnungen der Obergeschosse wurden entrümpelt, instandgesetzt und haustechnisch modernisiert. Außerdem wurden die Oberflächen neu gefasst und die originale Verblechung der Terrasse aufgearbeitet. Die ehemalige Kirche im Erdgeschoss dient nun als Veranstaltungsraum und verfügt mit der Tür im Eckrisalit über einen gesonderten Zugang. Ihr Grundriss blieb durch die Maßnahme unberührt. Originale Ausstattung wie der Holzfußboden oder die halbhohe Wandverkleidung hat man lediglich überschliffen. Aufbereitet wurden auch die goldenen Hängeleuchten aus den 1950er Jahren. Die positivste Veränderung brachte der Rückbau der in den 1960er Jahren eingesetzten Fenster. Sie wurden von denkmalgerechten Holzfenstern mit historischer Teilung abgelöst und sind nun wieder mittig zu öffnen. Mit dem Einbau einer Gastro-Küche eignet sich das Erdgeschoss nun für Feste aller Art.
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Stadt Schwabach: Ehemalige methodistische Freikirche in der Wallenrodstraße

Erbaut 1914 war die ehemalige evangelisch-methodistische Friedenskirche in der Wallenrodstraße vor ihrer Sanierung besonders im ausgebauten Ober- und Dachgeschoss deutlich heruntergewirtschaftet. Umbauten der Fenster in den 1960er Jahren und der Einsatz von Riffelglas hatten den Charakter der Kirche im Erdgeschoss zudem stark verändert. Mit einem hohen Maß an Eigenleistung machten sich die neuen Eigentümer von 2013 bis 2015 an die Sanierung der ehemaligen Friedenskirche. Die Wohnungen der Obergeschosse wurden entrümpelt, instandgesetzt und haustechnisch modernisiert. Außerdem wurden die Oberflächen neu gefasst und die originale Verblechung der Terrasse aufgearbeitet. Die ehemalige Kirche im Erdgeschoss dient nun als Veranstaltungsraum und verfügt mit der Tür im Eckrisalit über einen gesonderten Zugang. Ihr Grundriss blieb durch die Maßnahme unberührt. Originale Ausstattung wie der Holzfußboden oder die halbhohe Wandverkleidung hat man lediglich überschliffen. Aufbereitet wurden auch die goldenen Hängeleuchten aus den 1950er Jahren. Die positivste Veränderung brachte der Rückbau der in den 1960er Jahren eingesetzten Fenster. Sie wurden von denkmalgerechten Holzfenstern mit historischer Teilung abgelöst und sind nun wieder mittig zu öffnen. Mit dem Einbau einer Gastro-Küche eignet sich das Erdgeschoss nun für Feste aller Art. © Julia Krieger/Bezirk Mittelfranken

Die Geschichte des einsam auf der wasserarmen Jura-Hochebene gelegenen Heunischhofs reicht mindestens bis in die Mitte des 14. Jahrhunderts zurück. Um die Mitte des 18. Jahrhunderts hat ein Bauer den Heunischhof mitsamt seiner Weiderechte vom Ansbacher Markgrafen erworben und das Areal in zwei Hälften geteilt. Zur östlichen Hofstelle gehörte bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts ein kleines Wohnhaus, das 1858 von einem deutlich größeren Jurahaus ersetzt wurde. Seit 1980 etwa stand das Gebäude leer, es wurden aber regelmäßig Reparaturen durchgeführt. Um Wohnraum für die jüngere Generation am Hof zu schaffen, hat über drei Jahre hinweg  die gesamte Familie zusammengeholfen, um unter anderem den Dachstuhl zu reparieren, die Sparren zu erneuern sowie das Dach neu einzudecken. Gemeinsam wurden außerdem die Außenwände statisch instandgesetzt, ein neuer Kalkputz aufgetragen sowie Tür- und Fensterstöcke repariert. 

Die moderne Haustechnik, Fußbodenheizung und Außenwandtemperierung, wurde denkmalschonend eingepasst. Sorgfältig haben die Eigentümer den reich überlieferten Bestand an Türen, Türstöcken oder Lehmputzen aufgearbeitet sowie das alte Küchengewölbe und die Kellertreppe instandgesetzt.
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Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen: Heunischhof bei Treuchtlingen

Die Geschichte des einsam auf der wasserarmen Jura-Hochebene gelegenen Heunischhofs reicht mindestens bis in die Mitte des 14. Jahrhunderts zurück. Um die Mitte des 18. Jahrhunderts hat ein Bauer den Heunischhof mitsamt seiner Weiderechte vom Ansbacher Markgrafen erworben und das Areal in zwei Hälften geteilt. Zur östlichen Hofstelle gehörte bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts ein kleines Wohnhaus, das 1858 von einem deutlich größeren Jurahaus ersetzt wurde. Seit 1980 etwa stand das Gebäude leer, es wurden aber regelmäßig Reparaturen durchgeführt. Um Wohnraum für die jüngere Generation am Hof zu schaffen, hat über drei Jahre hinweg die gesamte Familie zusammengeholfen, um unter anderem den Dachstuhl zu reparieren, die Sparren zu erneuern sowie das Dach neu einzudecken. Gemeinsam wurden außerdem die Außenwände statisch instandgesetzt, ein neuer Kalkputz aufgetragen sowie Tür- und Fensterstöcke repariert. Die moderne Haustechnik, Fußbodenheizung und Außenwandtemperierung, wurde denkmalschonend eingepasst. Sorgfältig haben die Eigentümer den reich überlieferten Bestand an Türen, Türstöcken oder Lehmputzen aufgearbeitet sowie das alte Küchengewölbe und die Kellertreppe instandgesetzt. © Julia Krieger/Bezirk Mittelfranken

Das moderne Wohnhaus von 1958/61 war  für einen örtlichen Steinbruchbesitzer unter reichlichster Verwendung von regionalem Jurakalkstein errichtet worden. Der Entwurf der renommierten Stuttgarter Architekten Hans Kammerer und Walter Belz ist so individuell wie qualitätvoll.  Das denkmalgeschützte Gebäude besteht aus zwei Bauteilen mit flachen Pultdächern auf unterschiedlichen Ebenen. Der westliche Trakt mit Wohnzimmer und Küche ist aus Kalkstein aufgemauert, der östliche birgt Schlafzimmer und Bäder und ist als Holzständerbau errichtet. 
Die hochwertige Ausstattung war nahezu ungeschmälert erhalten. Nur: Das Haus galt als nicht mehr bewohnbar, weil man es kaum heizen konnte. Die Gebäudedämmung aus den 1960er Jahren war mehr als dürftig – selbst durch Wände und Decken zog der Wind. Nach langer Tüftelei hatte der fachkundige Eigentümer eine durchdachte Lösung erarbeitet: Um die repräsentative Holzdecke im Wohntrakt zu schonen, wurde die Dämmschicht zwischen Wellblechdach und Holzdecke verlegt. Im hölzernen Bauteil wurde die Dämmung in den Hohlraum zwischen Innen- und Außenwand gefügt. Hier sorgen neue, perfekt eingepasste Holzfenster für zusätzliche Abdichtung. Die wenigen Zugeständnisse an zeitgemäßes Wohnen betrafen geringfügige Modernisierungen in den Badezimmern und die Ostseite des Holzständerbaus, wo ein schmaler Balkon angefügt worden ist.
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Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen: Modernes Jurahaus in Pappenheim

Das moderne Wohnhaus von 1958/61 war für einen örtlichen Steinbruchbesitzer unter reichlichster Verwendung von regionalem Jurakalkstein errichtet worden. Der Entwurf der renommierten Stuttgarter Architekten Hans Kammerer und Walter Belz ist so individuell wie qualitätvoll. Das denkmalgeschützte Gebäude besteht aus zwei Bauteilen mit flachen Pultdächern auf unterschiedlichen Ebenen. Der westliche Trakt mit Wohnzimmer und Küche ist aus Kalkstein aufgemauert, der östliche birgt Schlafzimmer und Bäder und ist als Holzständerbau errichtet. Die hochwertige Ausstattung war nahezu ungeschmälert erhalten. Nur: Das Haus galt als nicht mehr bewohnbar, weil man es kaum heizen konnte. Die Gebäudedämmung aus den 1960er Jahren war mehr als dürftig – selbst durch Wände und Decken zog der Wind. Nach langer Tüftelei hatte der fachkundige Eigentümer eine durchdachte Lösung erarbeitet: Um die repräsentative Holzdecke im Wohntrakt zu schonen, wurde die Dämmschicht zwischen Wellblechdach und Holzdecke verlegt. Im hölzernen Bauteil wurde die Dämmung in den Hohlraum zwischen Innen- und Außenwand gefügt. Hier sorgen neue, perfekt eingepasste Holzfenster für zusätzliche Abdichtung. Die wenigen Zugeständnisse an zeitgemäßes Wohnen betrafen geringfügige Modernisierungen in den Badezimmern und die Ostseite des Holzständerbaus, wo ein schmaler Balkon angefügt worden ist. © Julia Krieger/Bezirk Mittelfranken

Wie enorm eine Fassadensanierung ein Gebäude aufwerten kann, zeigt sich deutlich am Anwesen Nr. 13 in Göppersdorf. Das historische Bauernhaus stammt aus dem 18. Jahrhundert. Es wurde als Wohnstallhaus über einem tonnengewölbten Keller aus Sandsteinquadern errichtet und bildet mit weiteren Wirtschaftsgebäuden einen Hofkomplex im Ortszentrum. 
Der junge Eigentümer hat sich entschlossen, das Wohnstallhaus zu sanieren. Dabei lag ein Schwerpunkt auf der Aufarbeitung der Fassade. Aufgrund großer statischer Probleme im Dach musste die Renovierung hier beginnen. Im Anschluss legte der Eigentümer den ostseitigen Fachwerkgiebel frei. Der Eigentümer arbeitete die einzelnen Balken auf und verputzte die Gefache sowie das Erdgeschoss mit atmungsaktivem Kalkputz. Auch die drei übrigen Fassadenseiten erhielten einen neuen Putz. Bevor die Fassade abschließend neu getüncht wurde, setzte man denkmalgerechte Holzfenster in Dunkelbraun ein. Ihre Rahmungen sind gegenüber den helleren Fassadenflächen ockerfarben abgesetzt.
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Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen: Höttingen-Göppersdorf Nr. 13

Wie enorm eine Fassadensanierung ein Gebäude aufwerten kann, zeigt sich deutlich am Anwesen Nr. 13 in Göppersdorf. Das historische Bauernhaus stammt aus dem 18. Jahrhundert. Es wurde als Wohnstallhaus über einem tonnengewölbten Keller aus Sandsteinquadern errichtet und bildet mit weiteren Wirtschaftsgebäuden einen Hofkomplex im Ortszentrum. Der junge Eigentümer hat sich entschlossen, das Wohnstallhaus zu sanieren. Dabei lag ein Schwerpunkt auf der Aufarbeitung der Fassade. Aufgrund großer statischer Probleme im Dach musste die Renovierung hier beginnen. Im Anschluss legte der Eigentümer den ostseitigen Fachwerkgiebel frei. Der Eigentümer arbeitete die einzelnen Balken auf und verputzte die Gefache sowie das Erdgeschoss mit atmungsaktivem Kalkputz. Auch die drei übrigen Fassadenseiten erhielten einen neuen Putz. Bevor die Fassade abschließend neu getüncht wurde, setzte man denkmalgerechte Holzfenster in Dunkelbraun ein. Ihre Rahmungen sind gegenüber den helleren Fassadenflächen ockerfarben abgesetzt. © Wiltrud Gerstner/Bezirk Mittelfranken

Die ehemalige Mühle in Störzelbach gehört zu einem Dreiseithof, der für den Ort einen städtebaulichen Schwerpunkt bildet. Bei einer Nutzung über Jahrhunderte hinweg bleiben Veränderungen nicht aus. So wurde der Bau um 1850 den damaligen Ansprüchen angepasst und ebenso in den 1970er Jahren renoviert. Zuletzt war das Haus kaum mehr bewohnbar und musste dringend renoviert werden. Das haben die Eigentümer von 2007 bis 2016 fast ausschließlich in Eigenleistung geschultert. Am originalen Dachstuhl musste nichts verändert werden und auch die um 1970 erfolgte Eindeckung mit Biberschwanzziegeln blieb bestehen. Allerdings verputzte man das Kalkbruchsteinmauerwerk außen neu, bevor denkmalgerechte Holzfenster mit passenden Läden verbaut wurden und die Fassade einen frischen Anstrich erhielt.
Die größte Arbeitsleistung steckt aber im Gebäude. Hier hat man nachträglich eingezogene Wände entfernt. Im ganzen Haus sind die Balken aufgearbeitet, teilweise freigelegt und neu gestrichen worden. Sämtliche Türstöcke hat man ebenfalls restauriert und um passende alte Türen sowie um historische Beschläge ergänzt.
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Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen: Alte Mühle in Störzelbach

Die ehemalige Mühle in Störzelbach gehört zu einem Dreiseithof, der für den Ort einen städtebaulichen Schwerpunkt bildet. Bei einer Nutzung über Jahrhunderte hinweg bleiben Veränderungen nicht aus. So wurde der Bau um 1850 den damaligen Ansprüchen angepasst und ebenso in den 1970er Jahren renoviert. Zuletzt war das Haus kaum mehr bewohnbar und musste dringend renoviert werden. Das haben die Eigentümer von 2007 bis 2016 fast ausschließlich in Eigenleistung geschultert. Am originalen Dachstuhl musste nichts verändert werden und auch die um 1970 erfolgte Eindeckung mit Biberschwanzziegeln blieb bestehen. Allerdings verputzte man das Kalkbruchsteinmauerwerk außen neu, bevor denkmalgerechte Holzfenster mit passenden Läden verbaut wurden und die Fassade einen frischen Anstrich erhielt. Die größte Arbeitsleistung steckt aber im Gebäude. Hier hat man nachträglich eingezogene Wände entfernt. Im ganzen Haus sind die Balken aufgearbeitet, teilweise freigelegt und neu gestrichen worden. Sämtliche Türstöcke hat man ebenfalls restauriert und um passende alte Türen sowie um historische Beschläge ergänzt. © Wiltrud Gerstner/Bezirk Mittelfranken

Bei dem  ehemaligen Pfarrhaus von Heimbach bei Greding handelt es sich um ein herausragendes barockzeitliches Baudenkmal, datiert auf 1701. Das Haus war zuletzt unbewohnt und deshalb sehr heruntergekommen. Die statisch-konstruktiven Schäden waren immens, das Tragwerk nur noch eingeschränkt standsicher. Feuchteschäden am Dach, Risse im Mauerwerk, Setzungen an tragenden Konstruktionen waren nur eine Auswahl des weitreichenden Schadensbildes. Bei einer Renovierung 1965 hatte man zudem deutliche Änderungen vorgenommen, die bei der aktuellen Maßnahme 2014/15 rückgebaut wurden. Die erfolgreiche Sanierung der Dachkonstruktion und des Mauerwerks des Hauptgebäudes gestaltete sich sehr aufwendig. Der gerade im Inneren reichlich überlieferte Bestand wie  Stuckdecken, Bohlenbalken- und Stuckdecken sowie Kalkputze, die durchfeuchtet und teils verschimmelt waren, wurde mit den passenden Materialien aufgearbeitet. Historisch passende Fenster wurden eingesetzt, wodurch die Gesamtwirkung der neu verputzten Fassade zusätzlich gewonnen hat.
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Landkreis Roth: Ehemaliges Pfarrhaus in Heimbach

Bei dem ehemaligen Pfarrhaus von Heimbach bei Greding handelt es sich um ein herausragendes barockzeitliches Baudenkmal, datiert auf 1701. Das Haus war zuletzt unbewohnt und deshalb sehr heruntergekommen. Die statisch-konstruktiven Schäden waren immens, das Tragwerk nur noch eingeschränkt standsicher. Feuchteschäden am Dach, Risse im Mauerwerk, Setzungen an tragenden Konstruktionen waren nur eine Auswahl des weitreichenden Schadensbildes. Bei einer Renovierung 1965 hatte man zudem deutliche Änderungen vorgenommen, die bei der aktuellen Maßnahme 2014/15 rückgebaut wurden. Die erfolgreiche Sanierung der Dachkonstruktion und des Mauerwerks des Hauptgebäudes gestaltete sich sehr aufwendig. Der gerade im Inneren reichlich überlieferte Bestand wie Stuckdecken, Bohlenbalken- und Stuckdecken sowie Kalkputze, die durchfeuchtet und teils verschimmelt waren, wurde mit den passenden Materialien aufgearbeitet. Historisch passende Fenster wurden eingesetzt, wodurch die Gesamtwirkung der neu verputzten Fassade zusätzlich gewonnen hat. © Julia Krieger/Bezirk Mittelfranken

Im Gebiet rund um Greding ist eine ganze Reihe von Klein- und Flurdenkmälern mit unterschiedlichster Funktion und Bedeutung zu finden. Ein besonderes Zeugnis der Volksfrömmigkeit stellt die 1877 gestiftete Kapelle an der Schwarzachaue am südlichen Ortsausgang von Untermässing dar. Der kleine, nach dem Stifterehepaar auch Schillinger-Kapelle genannte Satteldachbau wurde aus regionalen Weißjurakalkquadern massiv gemauert und verputzt. Architektonische Gliederung erhält der Bau durch farblich abgesetzte Profile, die auch die beiden Rundbogenfenster einrahmen. 
In der halbrunden Apsis ist ein Altartisch aufgemauert. Darauf befindet sich ein Altarretabel mit einer Madonna im Strahlenkranz aus dem 18. Jahrhundert. Den Anlass für die komplette Innen- und Außensanierung hatten die durch einen Autoanprall verursachten, starken Beschädigungen der am Straßenrand gelegenen Kapelle gegeben.   Die Maßnahmen beschränkten sich jedoch nicht nur auf die Behebung des entstandenen Schadens. Nach einer statischen Sicherung wurden die Risse im Mauerwerk geschlossen. Die Putzflächen hat man nach eingehender restauratorischer Untersuchung neu verputzt und nach Befundlage farbig gefasst.  Im Inneren der Kapelle konnten Reste verschiedener dekorativer Malereien dokumentiert werden. Die oberste Malschicht wurde abgenommen und durch einen Kalkanstrich ersetzt.
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Landkreis Roth: Kapelle in Untermässing

Im Gebiet rund um Greding ist eine ganze Reihe von Klein- und Flurdenkmälern mit unterschiedlichster Funktion und Bedeutung zu finden. Ein besonderes Zeugnis der Volksfrömmigkeit stellt die 1877 gestiftete Kapelle an der Schwarzachaue am südlichen Ortsausgang von Untermässing dar. Der kleine, nach dem Stifterehepaar auch Schillinger-Kapelle genannte Satteldachbau wurde aus regionalen Weißjurakalkquadern massiv gemauert und verputzt. Architektonische Gliederung erhält der Bau durch farblich abgesetzte Profile, die auch die beiden Rundbogenfenster einrahmen. In der halbrunden Apsis ist ein Altartisch aufgemauert. Darauf befindet sich ein Altarretabel mit einer Madonna im Strahlenkranz aus dem 18. Jahrhundert. Den Anlass für die komplette Innen- und Außensanierung hatten die durch einen Autoanprall verursachten, starken Beschädigungen der am Straßenrand gelegenen Kapelle gegeben. Die Maßnahmen beschränkten sich jedoch nicht nur auf die Behebung des entstandenen Schadens. Nach einer statischen Sicherung wurden die Risse im Mauerwerk geschlossen. Die Putzflächen hat man nach eingehender restauratorischer Untersuchung neu verputzt und nach Befundlage farbig gefasst. Im Inneren der Kapelle konnten Reste verschiedener dekorativer Malereien dokumentiert werden. Die oberste Malschicht wurde abgenommen und durch einen Kalkanstrich ersetzt. © Julia Krieger/Bezirk Mittelfranken

Nach Ende des Dreißigjährigen Krieges, nachdem die sich langsam bessernde wirtschaftliche Lage eine Behebung der Kriegsschäden möglich machte, setzte ein Bauboom in Süddeutschland und Österreich ein, der vor allem von einer Gruppe Graubündner Baumeister und Stuckateure mitgeprägt wurde. In diese Zeit fällt auch der Umbau der katholischen Pfarrkirche St. Leodegar in Untermässing bei Greding von 1694 bis 1696. Das hochbarocke Erscheinungsbild des verputzten Satteldachbaus mit Chorturm geht im Wesentlichen auf Pläne des aus Graubünden stammenden Eichstätter Hofbaumeisters Jakob Engel  zurück, die von dem ebenfalls aus Graubünden stammenden Johann Baptist Camesino ausgeführt wurden. Unter Einbindung der Reste des mittelalterlichen Vorgängerbaus wurden Chor und Langhaus umgebaut, verlängert sowie der Turm um zwei weitere Geschosse erhöht. 2012 bis 2015 wurde eine grundlegende und denkmalgerechte Außen- und Innenrenovierung durchgeführt. Der Dachstuhl war stark durch eindringende Feuchtigkeit und Schädlingsbefall geschädigt, das Mauerwerk wies Risse auf. Auch der Turm mit Zeltdach und Laterne musste saniert sowie das Innere komplett überarbeitet werden. 
Die Renovierung begann mit der Reparatur des Dachstuhls. Unter Erhaltung von historischen Putzen und Fassungen wurden anschließend der Außenbau und die innere Raumschale renoviert. Die hellgrauen, kassettierten Holzbrüstungen im Kirchenraum wurden nach Befund wieder der dunklen Farbigkeit der Kanzel angepasst und bilden nun  zusammen mit den restaurierten Altären ein einheitliches Ganzes.
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Landkreis Roth: Pfarrkirche St. Leodegar in Untermässing

Nach Ende des Dreißigjährigen Krieges, nachdem die sich langsam bessernde wirtschaftliche Lage eine Behebung der Kriegsschäden möglich machte, setzte ein Bauboom in Süddeutschland und Österreich ein, der vor allem von einer Gruppe Graubündner Baumeister und Stuckateure mitgeprägt wurde. In diese Zeit fällt auch der Umbau der katholischen Pfarrkirche St. Leodegar in Untermässing bei Greding von 1694 bis 1696. Das hochbarocke Erscheinungsbild des verputzten Satteldachbaus mit Chorturm geht im Wesentlichen auf Pläne des aus Graubünden stammenden Eichstätter Hofbaumeisters Jakob Engel zurück, die von dem ebenfalls aus Graubünden stammenden Johann Baptist Camesino ausgeführt wurden. Unter Einbindung der Reste des mittelalterlichen Vorgängerbaus wurden Chor und Langhaus umgebaut, verlängert sowie der Turm um zwei weitere Geschosse erhöht. 2012 bis 2015 wurde eine grundlegende und denkmalgerechte Außen- und Innenrenovierung durchgeführt. Der Dachstuhl war stark durch eindringende Feuchtigkeit und Schädlingsbefall geschädigt, das Mauerwerk wies Risse auf. Auch der Turm mit Zeltdach und Laterne musste saniert sowie das Innere komplett überarbeitet werden. Die Renovierung begann mit der Reparatur des Dachstuhls. Unter Erhaltung von historischen Putzen und Fassungen wurden anschließend der Außenbau und die innere Raumschale renoviert. Die hellgrauen, kassettierten Holzbrüstungen im Kirchenraum wurden nach Befund wieder der dunklen Farbigkeit der Kanzel angepasst und bilden nun zusammen mit den restaurierten Altären ein einheitliches Ganzes. © Julia Krieger/Bezirk Mittelfranken

Im Ortskern von Laffenau erweckt eine prominent gelegene Fachwerkscheune mit Sandsteinquadersockel und Satteldach die Aufmerksamkeit. Zusammen mit Wohnhaus und Nebengebäuden gehört der Stadel aus der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts zu einem dominanten Hofkomplex. Die Scheune hatte zuletzt nur noch als Abstellraum Verwendung gefunden, eine sinnvolle Nutzung fand sich durch den Umbau zu Vinothek, Hofladen und kleiner Gaststätte mit Bier- und Weingarten. Innerhalb eines Jahres bauten die Eigentümer das Erdgeschoss mit viel Eigenleistung aus. Der Westgiebel ist oberhalb des Sandsteinsockels nun bandartig durchfenstert, um Tageslicht in die Scheune zu bekommen. Aus dem gleichen Grund wurden einige Luken auf der gegenüberliegenden Giebelseite verglast. Stellenweise hat man das Fachwerk ausgebessert und gereinigt. Eine zusätzliche Tür auf der Ostseite erleichtert den Zugang zum Biergarten.
Im Inneren hat sich die Raumstruktur nur geringfügig verändert. Vom großen Gastraum trennten die Eigentümer einen kleinen Nebenraum mit Leichtbauwänden ab, die mit Fenstern mit altem Glas verfüllt sind.
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Landkreis Roth: Fachwerkscheune in Laffenau

Im Ortskern von Laffenau erweckt eine prominent gelegene Fachwerkscheune mit Sandsteinquadersockel und Satteldach die Aufmerksamkeit. Zusammen mit Wohnhaus und Nebengebäuden gehört der Stadel aus der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts zu einem dominanten Hofkomplex. Die Scheune hatte zuletzt nur noch als Abstellraum Verwendung gefunden, eine sinnvolle Nutzung fand sich durch den Umbau zu Vinothek, Hofladen und kleiner Gaststätte mit Bier- und Weingarten. Innerhalb eines Jahres bauten die Eigentümer das Erdgeschoss mit viel Eigenleistung aus. Der Westgiebel ist oberhalb des Sandsteinsockels nun bandartig durchfenstert, um Tageslicht in die Scheune zu bekommen. Aus dem gleichen Grund wurden einige Luken auf der gegenüberliegenden Giebelseite verglast. Stellenweise hat man das Fachwerk ausgebessert und gereinigt. Eine zusätzliche Tür auf der Ostseite erleichtert den Zugang zum Biergarten. Im Inneren hat sich die Raumstruktur nur geringfügig verändert. Vom großen Gastraum trennten die Eigentümer einen kleinen Nebenraum mit Leichtbauwänden ab, die mit Fenstern mit altem Glas verfüllt sind. © Wiltrud Gerstner/Bezirk Mittelfranken

Zum Fürchten sah es aus: das kleine traufseitige Wohnhaus in der Maria-Dorothea-Straße 2 vor seiner Sanierung. Bisher war es auf die Mitte des 19. Jahrhunderts datiert. Die jüngste Untersuchung des Satteldachbaus in Ecklage ergab jedoch, dass das Fachwerkhäuschen über Sandsteinquadern schon wesentlich älter ist: es stammt aus dem Jahr 1396. Im Keller fanden sich sogar Teile einer Ringmauer aus dem 12. Jahrhundert. Diese wurde nach Abbruch eines massiven Steinturms, der als Teil der früheren Vorburg das äußere Burgtor deckte, emporgezogen. Das Haus steht somit in engem Zusammenhang mit der Geschichte der Hilpoltsteiner Burg. 
Von seinen neuen Eigentümern wurde das Anwesen von Grund auf saniert. Der originale, aber desolate Dachstuhl aus dem 14. Jahrhundert wurde repariert, bevor man sich an die Errichtung von Dachgauben und die Neueindeckung mit Biberschwanzziegeln machte. Drei Giebelgauben sorgen jetzt dafür, dass in das ausgebaute Dachgeschoss genug Licht dringt. Bevor es an die Innensanierung ging, stand der Außenbau im Fokus. Hier ertüchtigte man die zweiflügeligen, historischen Holzfenster zu Kastenfenstern, brachte Fensterläden an und setzte eine passende Haustüre ein. Die Fassade erhielt ihre historischen Profile in Form von Lisenen und Gesimsen zurück, bevor sie neu getüncht wurde. Von Innen war das Wohnhaus ebenso heruntergekommen wie von außen. Der Gewölbekeller wurde trockengelegt, im ganzen Haus wurden schadhafte Balken ergänzt oder ersetzt.
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Landkreis Roth: Wohnhaus in Hilpoltstein

Zum Fürchten sah es aus: das kleine traufseitige Wohnhaus in der Maria-Dorothea-Straße 2 vor seiner Sanierung. Bisher war es auf die Mitte des 19. Jahrhunderts datiert. Die jüngste Untersuchung des Satteldachbaus in Ecklage ergab jedoch, dass das Fachwerkhäuschen über Sandsteinquadern schon wesentlich älter ist: es stammt aus dem Jahr 1396. Im Keller fanden sich sogar Teile einer Ringmauer aus dem 12. Jahrhundert. Diese wurde nach Abbruch eines massiven Steinturms, der als Teil der früheren Vorburg das äußere Burgtor deckte, emporgezogen. Das Haus steht somit in engem Zusammenhang mit der Geschichte der Hilpoltsteiner Burg. Von seinen neuen Eigentümern wurde das Anwesen von Grund auf saniert. Der originale, aber desolate Dachstuhl aus dem 14. Jahrhundert wurde repariert, bevor man sich an die Errichtung von Dachgauben und die Neueindeckung mit Biberschwanzziegeln machte. Drei Giebelgauben sorgen jetzt dafür, dass in das ausgebaute Dachgeschoss genug Licht dringt. Bevor es an die Innensanierung ging, stand der Außenbau im Fokus. Hier ertüchtigte man die zweiflügeligen, historischen Holzfenster zu Kastenfenstern, brachte Fensterläden an und setzte eine passende Haustüre ein. Die Fassade erhielt ihre historischen Profile in Form von Lisenen und Gesimsen zurück, bevor sie neu getüncht wurde. Von Innen war das Wohnhaus ebenso heruntergekommen wie von außen. Der Gewölbekeller wurde trockengelegt, im ganzen Haus wurden schadhafte Balken ergänzt oder ersetzt. © Julia Krieger/Bezirk Mittelfranken

Die von einer Kirchhofmauer eingefasste Chorturmanlage in Kottensdorf bei Rohr stammt aus der Zeit um 1400. Der gedrungene, von einem Spitzhelm bekrönte Turm ist inschriftlich auf 1494 datiert. Bei einem Umbau 1731 bis 1738 wurde der verputzte Sandsteinquaderbau barock überformt, dabei das Kirchenschiff verlängert und mit einem Mansarddach versehen.  Nachdem die letzte Sanierung bereits eine Generation zurücklag, blätterte der Putz an verschiedenen Stellen ab, Oberflächen waren verwittert und die ursprünglich leuchtenden Farben verwaschen. Statt nur die nötigsten Arbeiten auszuführen, entschied sich die kleine Kirchengemeinde für eine nachhaltige Renovierung des Außenbaus, bevor weitere Schäden die Situation verschlimmert hätten.  Zahlreiche Arbeiten wurden in  Eigenleistung durch die Gemeindemitglieder ausgeführt.  Den Sockel hat man gegen aufsteigende Feuchtigkeit abgedichtet . Risse in der Fassade konnten vernadelt und verpresst werden, Fehl- und Schadstellen im Putz wurden behoben. Am Dach wurden Ziegel wieder fest verlegt. Weitere Bauelemente wie die Stufen der Treppe und das Geländer sind erneuert, Fenster restauriert und die Außenlampen durch passendere Bleiglasleuchten ausgetauscht worden.
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Landkreis Roth: Pfarrkirche St. Nikolaus in Kottensdorf

Die von einer Kirchhofmauer eingefasste Chorturmanlage in Kottensdorf bei Rohr stammt aus der Zeit um 1400. Der gedrungene, von einem Spitzhelm bekrönte Turm ist inschriftlich auf 1494 datiert. Bei einem Umbau 1731 bis 1738 wurde der verputzte Sandsteinquaderbau barock überformt, dabei das Kirchenschiff verlängert und mit einem Mansarddach versehen. Nachdem die letzte Sanierung bereits eine Generation zurücklag, blätterte der Putz an verschiedenen Stellen ab, Oberflächen waren verwittert und die ursprünglich leuchtenden Farben verwaschen. Statt nur die nötigsten Arbeiten auszuführen, entschied sich die kleine Kirchengemeinde für eine nachhaltige Renovierung des Außenbaus, bevor weitere Schäden die Situation verschlimmert hätten. Zahlreiche Arbeiten wurden in Eigenleistung durch die Gemeindemitglieder ausgeführt. Den Sockel hat man gegen aufsteigende Feuchtigkeit abgedichtet . Risse in der Fassade konnten vernadelt und verpresst werden, Fehl- und Schadstellen im Putz wurden behoben. Am Dach wurden Ziegel wieder fest verlegt. Weitere Bauelemente wie die Stufen der Treppe und das Geländer sind erneuert, Fenster restauriert und die Außenlampen durch passendere Bleiglasleuchten ausgetauscht worden. © Julia Krieger/Bezirk Mittelfranken

Von 1535 bis 1537 hat sich Markgraf Georg der Fromme Schloss Ratibor in Roth errichten lassen. Immer wieder wurde das Schloss verändert, bis es 1791 in die Hände des vermögenden Industriellen Johann Philipp Stieber gelangte. Dieser hat hier sowohl Wohnräume als auch seine Tressenmanufaktur untergebracht. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts hat seine Familie den Bau tiefgreifend verändern lassen. Prachtvollster Raum ist der riesige „Prunksaal“ im ersten Stock, geschaffen nach venezianischem Vorbild, ausgestattet mit reichstem Deckenstuck, Deckengemälden, Wandmalereien und einem wertvollen Intarsienboden. Weil sich dieser Boden merklich gesenkt hatte, hat die Stadt Roth als Eigentümerin des Schlosses erste Untersuchungen beauftragt. Eine  Radaruntersuchung offenbarte starke statische Schäden, die daher rührten, dass die darunterliegende Deckenkonstruktion der ursprünglich im Erdgeschoss vorhandenen Halle von Anfang an zu schwach ausgelegt war. Balken waren gebrochen und auch der Holzwurm hatte gefressen. 

Um den Intarsienboden zu schonen, entschied man sich zu einer Sanierung von unten. Nach Abnahme der Deckenverkleidung kam hier außerdem die bauzeitliche Bohlenbalkendecke zum Vorschein – eine Sensation! Im südwestlichen Teil des Erdgeschosses ist die Holzdecke sichtbar geblieben und wurde sorgfältig aufgearbeitet. Sämtliche Räume im Erdgeschoss erhielten einen passenden Ziegelboden und ihre Wände wurden überschlämmt. Jetzt werden die Räumlichkeiten im Erdgeschoss als Bürgerbegegnungszentrum für Feierlichkeiten aller Art genutzt.
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Landkreis Roth: Prunksaal Schloss Ratibor

Von 1535 bis 1537 hat sich Markgraf Georg der Fromme Schloss Ratibor in Roth errichten lassen. Immer wieder wurde das Schloss verändert, bis es 1791 in die Hände des vermögenden Industriellen Johann Philipp Stieber gelangte. Dieser hat hier sowohl Wohnräume als auch seine Tressenmanufaktur untergebracht. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts hat seine Familie den Bau tiefgreifend verändern lassen. Prachtvollster Raum ist der riesige „Prunksaal“ im ersten Stock, geschaffen nach venezianischem Vorbild, ausgestattet mit reichstem Deckenstuck, Deckengemälden, Wandmalereien und einem wertvollen Intarsienboden. Weil sich dieser Boden merklich gesenkt hatte, hat die Stadt Roth als Eigentümerin des Schlosses erste Untersuchungen beauftragt. Eine Radaruntersuchung offenbarte starke statische Schäden, die daher rührten, dass die darunterliegende Deckenkonstruktion der ursprünglich im Erdgeschoss vorhandenen Halle von Anfang an zu schwach ausgelegt war. Balken waren gebrochen und auch der Holzwurm hatte gefressen. Um den Intarsienboden zu schonen, entschied man sich zu einer Sanierung von unten. Nach Abnahme der Deckenverkleidung kam hier außerdem die bauzeitliche Bohlenbalkendecke zum Vorschein – eine Sensation! Im südwestlichen Teil des Erdgeschosses ist die Holzdecke sichtbar geblieben und wurde sorgfältig aufgearbeitet. Sämtliche Räume im Erdgeschoss erhielten einen passenden Ziegelboden und ihre Wände wurden überschlämmt. Jetzt werden die Räumlichkeiten im Erdgeschoss als Bürgerbegegnungszentrum für Feierlichkeiten aller Art genutzt. © Stadt Roth

Auf alten Stadtansichten von Roth gut zu erkennen ist das direkt vor dem Unteren Tor liegende Bürgerhaus in der Hauptstraße 58. Das repräsentative, 1765 an Stelle eines Vorgängerbaus entstandene Gebäude behielt auch nach Abriss des Stadttors seine städtebaulich markante Lage. Der zweigeschossige, verputzte Mansardwalmdachbau mit Eckrustika hatte durch Umbauten im Inneren wie an der Fassade sein ursprüngliches Erscheinungsbild eingebüßt. Zudem hatte die Gebäudesubstanz durch den langen Leerstand nach Schließung eines hier seit 1948 betriebenen Spielwarenladens sehr gelitten, was zu Schäden geführt hatte, die größtenteils erst während der Sanierung offenbart wurden. Die bestehenden statisch-konstruktiven Schäden mussten aufwendig behoben werden. Dafür wurde eigens eine sogenannte Haus-in-Haus-Lösung entwickelt, um die statischen Kräfte aufzunehmen. Der Dachstuhl wurde repariert und die Mauern konnten nachfundamentiert werden. Außerdem hat man in Anlehnung an historische Fotoaufnahmen die charakteristische Aufzugsgaube nachempfunden und weitere Gauben an der Längsseite ergänzt. Was an wenigen Resten im Inneren noch erhalten geblieben war, konnte behutsam aufgearbeitet werden.
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Landkreis Roth: Roth, Hauptstraße 58

Auf alten Stadtansichten von Roth gut zu erkennen ist das direkt vor dem Unteren Tor liegende Bürgerhaus in der Hauptstraße 58. Das repräsentative, 1765 an Stelle eines Vorgängerbaus entstandene Gebäude behielt auch nach Abriss des Stadttors seine städtebaulich markante Lage. Der zweigeschossige, verputzte Mansardwalmdachbau mit Eckrustika hatte durch Umbauten im Inneren wie an der Fassade sein ursprüngliches Erscheinungsbild eingebüßt. Zudem hatte die Gebäudesubstanz durch den langen Leerstand nach Schließung eines hier seit 1948 betriebenen Spielwarenladens sehr gelitten, was zu Schäden geführt hatte, die größtenteils erst während der Sanierung offenbart wurden. Die bestehenden statisch-konstruktiven Schäden mussten aufwendig behoben werden. Dafür wurde eigens eine sogenannte Haus-in-Haus-Lösung entwickelt, um die statischen Kräfte aufzunehmen. Der Dachstuhl wurde repariert und die Mauern konnten nachfundamentiert werden. Außerdem hat man in Anlehnung an historische Fotoaufnahmen die charakteristische Aufzugsgaube nachempfunden und weitere Gauben an der Längsseite ergänzt. Was an wenigen Resten im Inneren noch erhalten geblieben war, konnte behutsam aufgearbeitet werden. "Dem Bewusstsein für denkmalpflegerische Werte und dem engagierten Enthusiasmus seines neuen Besitzers ist es zu verdanken, dass dank der gelungenen Instandsetzung dieses attraktiven Wegzeichens der Zugang zum Marktplatz wieder deutlich gewonnen hat", findet der Bezirk Mittelfranken. © Julia Krieger/Bezirk Mittelfranken

Vermutlich schon seit dem frühen 16. Jahrhundert gab es in Ottensoos eine kleine jüdische Gemeinde, die sich 1686 eine erste Synagoge erbaute. Nachdem diese 1871 abgebrannt war, errichtete man ein Jahr später ein neues, zweigeschossiges Sandsteingebäude, in dessen beiden, im 90-Grad-Winkel zueinanderstehenden Flügeln neben Synagoge auch Schule, Lehrerwohnung und Mikwe untergebracht waren. 1939 wurde die Synagoge geschändet und das Innere vollständig zerstört. 1939 wurden die letzten Juden aus Ottensoos vertrieben. Den leerstehenden Synagogenbau hat die Gemeinde 1952 von der Jewish Restitution Company erworben und ihn anschließend vielfältig genutzt. Flüchtlinge, Kindergarten oder Gemeindewohnungen etwa waren hier untergebracht. In diesen Jahren wurde das Bauwerk wiederholt zweckdienlich und tiefgreifend verändert. Ab 1996 stand das Denkmal erneut leer und sein Zustand verschlechterte sich weiter: die Wände wiesen Gründungsmängel und Risse auf, die Mauern waren durchfeuchtet, die Böden verfault und der Dachstuhl von Schädlingen befallen und einsturzgefährdet. Von 2010 bis 2015 sanierte die Gemeinde Ottensoos das Gebäude umfassend und richtete es als Veranstaltungsraum ein. Dabei wurde der Betsaal wiederhergestellt, dessen ursprüngliche, über zwei Stockwerke reichende Fenster rekonstruiert wurden und der ehemaligen Synagoge nun wieder ein fast bauzeitliches Aussehen verleihen. So machte die Gemeinde ihre jüdische Vergangenheit wieder sichtbar. Mit einem abwechslungsreichen Veranstaltungsprogramm setzen sich ein eigens gegründeter Freundeskreis und die örtliche Volkshochschule für eine würdige Nutzung des Bauwerks ein.
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Landkreis Nürnberger Land: Ehemalige Synagoge in Ottensoos

Vermutlich schon seit dem frühen 16. Jahrhundert gab es in Ottensoos eine kleine jüdische Gemeinde, die sich 1686 eine erste Synagoge erbaute. Nachdem diese 1871 abgebrannt war, errichtete man ein Jahr später ein neues, zweigeschossiges Sandsteingebäude, in dessen beiden, im 90-Grad-Winkel zueinanderstehenden Flügeln neben Synagoge auch Schule, Lehrerwohnung und Mikwe untergebracht waren. 1939 wurde die Synagoge geschändet und das Innere vollständig zerstört. 1939 wurden die letzten Juden aus Ottensoos vertrieben. Den leerstehenden Synagogenbau hat die Gemeinde 1952 von der Jewish Restitution Company erworben und ihn anschließend vielfältig genutzt. Flüchtlinge, Kindergarten oder Gemeindewohnungen etwa waren hier untergebracht. In diesen Jahren wurde das Bauwerk wiederholt zweckdienlich und tiefgreifend verändert. Ab 1996 stand das Denkmal erneut leer und sein Zustand verschlechterte sich weiter: die Wände wiesen Gründungsmängel und Risse auf, die Mauern waren durchfeuchtet, die Böden verfault und der Dachstuhl von Schädlingen befallen und einsturzgefährdet. Von 2010 bis 2015 sanierte die Gemeinde Ottensoos das Gebäude umfassend und richtete es als Veranstaltungsraum ein. Dabei wurde der Betsaal wiederhergestellt, dessen ursprüngliche, über zwei Stockwerke reichende Fenster rekonstruiert wurden und der ehemaligen Synagoge nun wieder ein fast bauzeitliches Aussehen verleihen. So machte die Gemeinde ihre jüdische Vergangenheit wieder sichtbar. Mit einem abwechslungsreichen Veranstaltungsprogramm setzen sich ein eigens gegründeter Freundeskreis und die örtliche Volkshochschule für eine würdige Nutzung des Bauwerks ein. © Julia Krieger/Bezirk Mittelfranken

Das einzige vom alten Neunkirchener Bahnhof an der Schnaittachtalbahn übrige Gebäude ist der zweigeschossiger, für Franken unüblicher Satteldachbau, der als Eisenbahnerwohnhaus diente. Der Ziegelbau wurde 1896 errichtet und ist heute in privatem Eigentum. Grundriss und die originale Ausstattung waren erhalten, aber sehr zerstört, weshalb das Gebäude von 2012 bis 2015 unter Beachtung einer besonders schonenden und originalgetreuen Rekonstruktion von Oberflächen und Ausstattung saniert. Der vorher ungenutzte Dachraum wurde in ein großes Wohn- und Arbeitszimmer umgestaltet, die Fassade blieb ungedämmt. Der Bezirk Mittelfranken beschreibt das Ergebnis als
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Landkreis Nürnberger Land: Neunkirchen am Sand, Bahnhofsplatz Nr. 3

Das einzige vom alten Neunkirchener Bahnhof an der Schnaittachtalbahn übrige Gebäude ist der zweigeschossiger, für Franken unüblicher Satteldachbau, der als Eisenbahnerwohnhaus diente. Der Ziegelbau wurde 1896 errichtet und ist heute in privatem Eigentum. Grundriss und die originale Ausstattung waren erhalten, aber sehr zerstört, weshalb das Gebäude von 2012 bis 2015 unter Beachtung einer besonders schonenden und originalgetreuen Rekonstruktion von Oberflächen und Ausstattung saniert. Der vorher ungenutzte Dachraum wurde in ein großes Wohn- und Arbeitszimmer umgestaltet, die Fassade blieb ungedämmt. Der Bezirk Mittelfranken beschreibt das Ergebnis als "äußerst attraktives Wohnhaus mit Charme, das überdies ein Stück regionale Eisenbahngeschichte verkörpert." © Julia Krieger/Bezirk Mittelfranken

Der Nürnberger Bürger und Glockengießer Hermann Keßler II. (um 1320-1389) betrieb in der zwieten Hälfte des 14. Jahrhunderts die erfolgreichste Glockengießerwerkstatt im süddeutschen Raum. Er und seine Frau stifteten 1374 neben zahlreichen anderen Einrichtungen das Glockengießerspital St. Leonhard in Lauf. 1552/3 brannte es während des Markgrafenkriegs nieder. Das Spitalgebäude wurde neu errichtet und dient heute als Stadtarchiv, die zugehörige Kirche und Pfarrhof blieben als Ruinen erhalten. Über die vorbildliche, kontinuierliche Pflege hinaus hat die Stadt Lauf als Eigentümerin die Ruine nun wieder soweit gerüstet, dass sie auch in den nächsten Jahrzehnten Wind und Wetter trotzen kann: Schäden am Tragwerk wurden beseitigt, statische und restauratorische Ausbesserungen durchgeführt, was logistisch aufgrund der Enge und schweren Zufahrt nicht einfach war. Das Mauerwerk wurde repariert und das Turmdach, deren Holzkonstruktion von 1375 überliefert war, instand gesetzt.
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Landkreis Nürnberger Land: Spitalruine St. Leonhard in Lauf an der Pegnitz

Der Nürnberger Bürger und Glockengießer Hermann Keßler II. (um 1320-1389) betrieb in der zwieten Hälfte des 14. Jahrhunderts die erfolgreichste Glockengießerwerkstatt im süddeutschen Raum. Er und seine Frau stifteten 1374 neben zahlreichen anderen Einrichtungen das Glockengießerspital St. Leonhard in Lauf. 1552/3 brannte es während des Markgrafenkriegs nieder. Das Spitalgebäude wurde neu errichtet und dient heute als Stadtarchiv, die zugehörige Kirche und Pfarrhof blieben als Ruinen erhalten. Über die vorbildliche, kontinuierliche Pflege hinaus hat die Stadt Lauf als Eigentümerin die Ruine nun wieder soweit gerüstet, dass sie auch in den nächsten Jahrzehnten Wind und Wetter trotzen kann: Schäden am Tragwerk wurden beseitigt, statische und restauratorische Ausbesserungen durchgeführt, was logistisch aufgrund der Enge und schweren Zufahrt nicht einfach war. Das Mauerwerk wurde repariert und das Turmdach, deren Holzkonstruktion von 1375 überliefert war, instand gesetzt. © Julia Krieger/Bezirk Mittelfranken

Die Burg Hohenstein ist eines der markantesten Baudenkmäler im Nürnberger Land, am höchsten Punkt in der fränkischen Alb gelegen. Die Anlage besteht aus der hochmittelalterlichen Oberburg mit Torhaus, Kapelle, Palas und den Resten eines Bergfrieds sowie aus der Unteren Burg nördlich unterhalb des Burgfelsens, dem um 1553 errichteten, langgestreckten, zweigeschossigem
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Landkreis Nürnberger Land: "Langes Haus" auf Burg Hohenstein

Die Burg Hohenstein ist eines der markantesten Baudenkmäler im Nürnberger Land, am höchsten Punkt in der fränkischen Alb gelegen. Die Anlage besteht aus der hochmittelalterlichen Oberburg mit Torhaus, Kapelle, Palas und den Resten eines Bergfrieds sowie aus der Unteren Burg nördlich unterhalb des Burgfelsens, dem um 1553 errichteten, langgestreckten, zweigeschossigem "Langen Haus". Die Burg befindet sich fast vollständig in den Händen des "Verschönerungsverein Hohenstein und Umgebung", der seit 1901 die Oberburg nach und nach übernommen und 2005 den östlichen Teil des "Langen Hauses" hinzu erworben hat. Jüngst wurde dieses umfassend saniert, dabei wurde unter anderem das Dachtragwerk instandgesetzt und die Fassade mit einer farblichen Neufassung saniert. Im Inneren wurde durch umfassende Änderungen und Reparaturen die historische Grundform der Räume wieder nachvollziehbar. Eine für die Nutzung als Veranstaltungsort vorgeschriebene Fluchttreppe sowie Sanitärräume halten sich im Hintergrund. Der Bezirk Mittelfranken lobt das Engagement des Vereins und sieht in der Sanierung die Aufwertung der ohnehin sehenswerten Burg Hohenstein. © Julia Krieger/Bezirk Mittelfranken

Darauf, dass St. Thomas in Altensittenbach bis ins Mittelalter zurückreicht, weist schon seine Bauform als Chorturmkirche hin. Dieser ab ca. 1100 aufgekommene, einfache Bautyp gilt in Franken als der vorherrschende bei Dorfkirchen. Die bestehende Chorturmkirche in Altensittenbach wurde im ersten Viertel des 15. Jahrhunderts wohl über einem älteren Vorgängerbau errichtet und anschließend immer wieder verändert. So wurde sie etwa nach Kriegsschaden 1553 umfassend erneuert und im 18. Jahrhundert im Inneren barockisiert. In den letzten Jahren hat die Kirche viel Aufmerksamkeit erfahren. 2009 wurde ihr damals statisch schwer beschädigter Turm ertüchtigt und 2015 konnte die seit 2011 andauernde Sanierung des Langhauses abgeschlossen werden. Restauratorische Erkenntnisse waren auch der Grund für die Neufassung des Innenraums in einer für die Barockzeit ungewöhnlichen, monochromen Weißfassung, die die vorhandene Stuck-Ornamentierung nun fein in Erscheinung treten lässt. Die Reparatur und Überarbeitung sämtlicher Holzteile sorgt jetzt für einen harmonischen Eindruck im Inneren: Stützen und Sitzbänke wurden von ihren Anstrichen befreit und bilden mit ihrem warmem, einheitlichen Holzfarbton – gemeinsam mit Altar und Kanzel – einen angenehmen Kontrast zur hellen Innenhaut. Neue handgeschmiedete Eisenbewehrungen und Treppenhandläufe passen sich dem zurückhaltenden Stil des Gotteshauses perfekt an. Die Kirchengemeinde hat die Maßnahme interessiert begleitet und nach Kräften unterstützt, sei es durch Hilfsleistungen oder durch Spenden. Als bleibendes Zeichen für dieses Engagement vermerken kleine Metalltäfelchen im Dachstuhl die Namen der Unterstützer und erinnern so dauerhaft an eine gelungene und zukunftsweisende Maßnahme.
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Landkreis Nürnberger Land: Pfarrkirche St. Thomas in Altensittenbach

Darauf, dass St. Thomas in Altensittenbach bis ins Mittelalter zurückreicht, weist schon seine Bauform als Chorturmkirche hin. Dieser ab ca. 1100 aufgekommene, einfache Bautyp gilt in Franken als der vorherrschende bei Dorfkirchen. Die bestehende Chorturmkirche in Altensittenbach wurde im ersten Viertel des 15. Jahrhunderts wohl über einem älteren Vorgängerbau errichtet und anschließend immer wieder verändert. So wurde sie etwa nach Kriegsschaden 1553 umfassend erneuert und im 18. Jahrhundert im Inneren barockisiert. In den letzten Jahren hat die Kirche viel Aufmerksamkeit erfahren. 2009 wurde ihr damals statisch schwer beschädigter Turm ertüchtigt und 2015 konnte die seit 2011 andauernde Sanierung des Langhauses abgeschlossen werden. Restauratorische Erkenntnisse waren auch der Grund für die Neufassung des Innenraums in einer für die Barockzeit ungewöhnlichen, monochromen Weißfassung, die die vorhandene Stuck-Ornamentierung nun fein in Erscheinung treten lässt. Die Reparatur und Überarbeitung sämtlicher Holzteile sorgt jetzt für einen harmonischen Eindruck im Inneren: Stützen und Sitzbänke wurden von ihren Anstrichen befreit und bilden mit ihrem warmem, einheitlichen Holzfarbton – gemeinsam mit Altar und Kanzel – einen angenehmen Kontrast zur hellen Innenhaut. Neue handgeschmiedete Eisenbewehrungen und Treppenhandläufe passen sich dem zurückhaltenden Stil des Gotteshauses perfekt an. Die Kirchengemeinde hat die Maßnahme interessiert begleitet und nach Kräften unterstützt, sei es durch Hilfsleistungen oder durch Spenden. Als bleibendes Zeichen für dieses Engagement vermerken kleine Metalltäfelchen im Dachstuhl die Namen der Unterstützer und erinnern so dauerhaft an eine gelungene und zukunftsweisende Maßnahme. © Julia Krieger/Bezirk Mittelfranken

Als die Eigentümerin das 1843/44 am Ortsrand von Deckersberg errichtete repräsentative Hopfenbauern-Wohnstallhaus 1998 erworben hatte, befand sich das Haus in dramatisch ruinösem Zustand. 50 Jahre hatte es leer gestanden. Bis in die 1970er Jahre wurden Kühe im Erdgeschoss gehalten. Über etwa 15 Jahre hinweg und mit einem Höchstmaß an Eigenleistung hat die Eigentümerin das gesamte Gebäude instandgesetzt und es dabei – von modernen Zutaten weitgehend verschont – nahezu in den Originalzustand verbracht. Das große Interesse der Eigentümerin an denkmalgerechtem Materialeinsatz und überlieferten Handwerkstechniken sowie ihr einfühlsames Vorgehen merkt man dem Haus an vielen Stellen an,zum Beispiel an Details wie dem hölzernen Paketkasten an der Traufseite oder der perfekt aufgearbeiteten Haustüre. Dank ihres außerordentlichen Engagements konnte ein regionaltypisches Gebäude für die Zukunft erhalten und in einen attraktiven und authentischen Zustand versetzt werden.
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Landkreis Nürnberger Land: Deckersberg Nr. 52

Als die Eigentümerin das 1843/44 am Ortsrand von Deckersberg errichtete repräsentative Hopfenbauern-Wohnstallhaus 1998 erworben hatte, befand sich das Haus in dramatisch ruinösem Zustand. 50 Jahre hatte es leer gestanden. Bis in die 1970er Jahre wurden Kühe im Erdgeschoss gehalten. Über etwa 15 Jahre hinweg und mit einem Höchstmaß an Eigenleistung hat die Eigentümerin das gesamte Gebäude instandgesetzt und es dabei – von modernen Zutaten weitgehend verschont – nahezu in den Originalzustand verbracht. Das große Interesse der Eigentümerin an denkmalgerechtem Materialeinsatz und überlieferten Handwerkstechniken sowie ihr einfühlsames Vorgehen merkt man dem Haus an vielen Stellen an,zum Beispiel an Details wie dem hölzernen Paketkasten an der Traufseite oder der perfekt aufgearbeiteten Haustüre. Dank ihres außerordentlichen Engagements konnte ein regionaltypisches Gebäude für die Zukunft erhalten und in einen attraktiven und authentischen Zustand versetzt werden. © Julia Krieger/Bezirk Mittelfranken

Vom Wohlstand, der im 19. Jahrhundert in Happurg aufgrund von Hopfenanbau und -handel herrschte, zeugt u. a. das stattliche Wohnstallhaus, das 1865 auf einem älteren Kern von 1766 errichtet worden ist. Es zählt zu den wenigen noch erhaltenen, ortstypischen Hopfenlagerhäusern mit mächtigen Dachspeichern. Die erbauungszeitliche Gebäudestruktur ist vollständig überliefert und von seiner originalen Ausstattung sind ebenfalls noch Teile vorhanden. Eine weitere Besonderheit, die in den letzten Jahren mehrfach im Nürnberger Land und in der Oberpfalz, vor allem bei repräsentativen Gebäuden, nachgewiesen werden konnte, stellt die auffällig gemusterte Fassade dar: rote und ockerfarbige Farbspritzer verteilen sich hier auf leicht getöntem Grund. 2012 hat ein Brand Dachstuhl und Dachgeschoss weitgehend zerstört. Bei der anschließenden Sanierung wurde unter anderem der Dachstuhl in seiner historisch überlieferten Konstruktionsweise komplett neu aufgerichtet. Die originalen Fachwerkwände haben der Eigentümer und sein Mieter aufwendig getrocknet, repariert und neu gefasst. Auch bei der Sanierung oder Erneuerung der restlichen Oberflächen – Böden, Türen, Decken – haben sich die beiden stark engagiert. Die sorgfältige und denkmalgerechte Instandsetzung der übriggebliebenen Bausubstanz ging weit über die notwendige Wiederherstellung von Wohnraum hinaus und hat den interessanten Bau wieder zu einem veritablen Hingucker gemacht.
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Landkreis Nürnberger Land: Happurg, Grabenstraße 6

Vom Wohlstand, der im 19. Jahrhundert in Happurg aufgrund von Hopfenanbau und -handel herrschte, zeugt u. a. das stattliche Wohnstallhaus, das 1865 auf einem älteren Kern von 1766 errichtet worden ist. Es zählt zu den wenigen noch erhaltenen, ortstypischen Hopfenlagerhäusern mit mächtigen Dachspeichern. Die erbauungszeitliche Gebäudestruktur ist vollständig überliefert und von seiner originalen Ausstattung sind ebenfalls noch Teile vorhanden. Eine weitere Besonderheit, die in den letzten Jahren mehrfach im Nürnberger Land und in der Oberpfalz, vor allem bei repräsentativen Gebäuden, nachgewiesen werden konnte, stellt die auffällig gemusterte Fassade dar: rote und ockerfarbige Farbspritzer verteilen sich hier auf leicht getöntem Grund. 2012 hat ein Brand Dachstuhl und Dachgeschoss weitgehend zerstört. Bei der anschließenden Sanierung wurde unter anderem der Dachstuhl in seiner historisch überlieferten Konstruktionsweise komplett neu aufgerichtet. Die originalen Fachwerkwände haben der Eigentümer und sein Mieter aufwendig getrocknet, repariert und neu gefasst. Auch bei der Sanierung oder Erneuerung der restlichen Oberflächen – Böden, Türen, Decken – haben sich die beiden stark engagiert. Die sorgfältige und denkmalgerechte Instandsetzung der übriggebliebenen Bausubstanz ging weit über die notwendige Wiederherstellung von Wohnraum hinaus und hat den interessanten Bau wieder zu einem veritablen Hingucker gemacht. © Julia Krieger/Bezirk Mittelfranken

Das Erdgeschoss und das erste Stockwerk des dreigeschossigen Sandsteinquaderbaus stammen wohl noch aus dem 16. Jahrhundert. Eine dendrochronologische Untersuchung datiert den restlichen Bau auf 1646. Das äußere Erscheinungsbild hat mehrere Veränderungen erfahren und dürfte im Wesentlichen auf das 19. Jahrhundert zurückgehen. Als die Eigentümerfamilie das Dachgeschoss ausbauen wollte, stellte sie fest, dass der Dachstuhl einsturzgefährdet war. Zwischen 2013 und 2015 wurden Dachstuhl und Fassade umfassend saniert. Die Maßnahme habe das Familienerbe für zukünftige Generationen gesichert und dem Stadtbild von Altdorf ein prägendes Denkmal erhalten, begründet der Kreis Mittelfranken seine Wahl.
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Landkreis Nürnberger Land: Altdorf, Oberer Markt 5

Das Erdgeschoss und das erste Stockwerk des dreigeschossigen Sandsteinquaderbaus stammen wohl noch aus dem 16. Jahrhundert. Eine dendrochronologische Untersuchung datiert den restlichen Bau auf 1646. Das äußere Erscheinungsbild hat mehrere Veränderungen erfahren und dürfte im Wesentlichen auf das 19. Jahrhundert zurückgehen. Als die Eigentümerfamilie das Dachgeschoss ausbauen wollte, stellte sie fest, dass der Dachstuhl einsturzgefährdet war. Zwischen 2013 und 2015 wurden Dachstuhl und Fassade umfassend saniert. Die Maßnahme habe das Familienerbe für zukünftige Generationen gesichert und dem Stadtbild von Altdorf ein prägendes Denkmal erhalten, begründet der Kreis Mittelfranken seine Wahl. © Julia Krieger/Bezirk Mittelfranken